{"collection":"Bible & Christianity","html_url":"https://unchartedknowledge.5gfusion.net/browse/bib/wb/ger/amo.htm","path":"bib/wb/ger/amo.htm","source_url":"https://sacred-texts.com/bib/wb/ger/amo.htm","text":"1:1 Dies ist's, das Amos, der unter den Hirten zu Thekoa war, gesehen hat \u00fcber Israel zur Zeit Usias, des K\u00f6nigs Judas, und Jerobeams, des Sohns Joas, des K\u00f6nigs Israels, zwei Jahre vor dem Erdbeben.\n1:2 Und sprach: Der HERR wird aus Zion br\u00fcllen und seine Stimme aus Jerusalem h\u00f6ren lassen, da\u00df die Auen der Hirten j\u00e4mmerlich stehen werden und der Karmel oben verdorren wird.\n1:3 So spricht der HERR: Um drei und vier Laster willen Damaskus will ich ihrer nicht schonen, darum da\u00df sie Gilead mit eisernen Zacken gedroschen haben,\n1:4 sondern ich will ein Feuer schicken in das Haus Hasaels, das soll die Pal\u00e4ste Benhadads verzehren.\n1:5 Und ich will die Riegel zu Damaskus zerbrechen und die Einwohner auf dem Felde Aven samt dem, der das Zepter h\u00e4lt, aus dem Lusthause ausrotten, da\u00df das Volk in Syrien soll gen Kir weggef\u00fchret werden, spricht der HERR.\n1:6 So spricht der HERR: Um drei und vier Laster willen Gasas will ich ihrer nicht schonen, darum da\u00df sie die Gefangenen weiter gefangen und ins Land Edom vertrieben haben,\n1:7 sondern ich will ein Feuer in die Mauern zu Gasa schicken, das soll ihre Pal\u00e4ste verzehren.\n1:8 Und will die Einwohner zu Asdod samt dem, der, das Zepter h\u00e4lt, aus Askalon ausrotten und meine Hand wider Akron kehren, da\u00df umkommen soll, was von den Philistern noch \u00fcbrig ist, spricht der HERR HERR.\n1:9 So spricht der HERR: Um drei und vier Laster willen der Stadt Zor will ich ihrer nicht schonen, darum da\u00df sie die Gefangenen weiter ins Land Edom vertrieben haben und nicht gedacht an den Bund der Br\u00fcder,\n1:10 sondern ich will ein Feuer in die Mauern zu Zor schicken, das soll ihre Pal\u00e4ste verzehren.\n1:11 So spricht der HERR: Um drei und vier Laster willen Edoms will ich sein nicht schonen, darum da\u00df er seinen Bruder mit dem Schwert verfolget hat, und da\u00df er ihre Schwangeren umgebracht und immer zerrissen in seinem Zorn und seinen Grimm ewig h\u00e4lt,\n1:12 sondern ich will ein Feuer schicken gen Theman, das soll die Pal\u00e4ste zu Bazra verzehren.\n1:13 So spricht der HERR: Um drei und vier Laster willen der Kinder Ammon will ich ihrer nicht schonen, darum da\u00df sie die Schwangeren in Gilead zerrissen haben, damit sie ihre Grenze weiter machten,\n1:14 sondern ich will ein Feuer anz\u00fcnden in den Mauern Rabbas, das soll ihre Pal\u00e4ste verzehren, wenn man rufen wird zur Zeit des Streits, und wenn das Wetter kommen wird zur Zeit des Sturms.\n1:15 Da wird dann ihr K\u00f6nig samt seinen F\u00fcrsten gefangen weggef\u00fchret werden, spricht der HERR.\n2:1 So spricht der HERR: Um drei und vier Laster willen Moabs will ich ihrer nicht schonen, darum da\u00df sie die Gebeine des K\u00f6nigs zu Edom haben zu Asche verbrannt,\n2:2 sondern ich will ein Feuer schicken in Moab, das soll die Pal\u00e4ste zu Kirioth verzehren; und Moab soll sterben im Get\u00fcmmel und Geschrei und Posaunenhall.\n2:3 Und ich will den Richter unter ihnen ausrotten und alle ihre F\u00fcrsten samt ihm erw\u00fcrgen, spricht der HERR.\n2:4 So spricht der HERR: Um drei und vier Laster willen Judas will ich sein nicht schonen, darum da\u00df sie des HERRN Gesetz verachten und seine Rechte nicht halten und lassen sich ihre L\u00fcgen verf\u00fchren, welchen ihre V\u00e4ter nachgefolget haben,\n2:5 sondern ich will ein Feuer in Juda schicken, das soll die Pal\u00e4ste zu Jerusalem verzehren.\n2:6 So spricht der HERR: Um drei und vier Laster willen Israels will ich ihrer nicht schonen, darum da\u00df sie die Gerechten um Geld und die Armen um ein Paar Schuh verkaufen.\n2:7 Sie treten den Kopf der Armen in Kot und hindern den Weg der Elenden. Es schl\u00e4ft Sohn und Vater bei einer Dirne, damit sie meinen heiligen Namen entheiligen.\n2:8 Und bei allen Alt\u00e4ren schlemmen sie von den verpf\u00e4ndeten Kleidern und trinken Wein in ihrer G\u00f6tter Hause von den Geb\u00fc\u00dften.\n2:9 Nun hab ich ja den Amoriter vor ihnen her vertilget, der so hoch war wie die Zedern und seine Macht wie die Eichen, und ich vertilgte oben seine Frucht und unten seine Wurzel.\n2:10 Auch habe ich euch aus \u00c4gyptenland gef\u00fchret und vierzig Jahre in der W\u00fcste geleitet, da\u00df ihr der Amoriter Land bes\u00e4\u00dfet,\n2:11 und hab aus euren Kindern Propheten auferwecket und Nasar\u00e4er aus euren J\u00fcnglingen. Ist's nicht also, ihr Kinder Israel? spricht der HERR.\n2:12 So gebet ihr den Nasar\u00e4ern Wein zu trinken und gebietet den Propheten und sprechet: Ihr sollt nicht weissagen!\n2:13 Siehe, ich will's unter euch kirren machen, wie ein Wagen voll Garben kirret,\n2:14 da\u00df der, so schnell ist, soll nicht entfliehen, noch der Starke etwas verm\u00f6gen, und der M\u00e4chtige nicht soll sein Leben erretten k\u00f6nnen;\n2:15 und die Bogensch\u00fctzen sollen nicht bestehen, und der schnell laufen kann, soll nicht entlaufen, und der da reitet, soll sein Leben nicht erretten;\n2:16 und der unter den Starken der mannhaftigste ist, soll nackend entfliehen m\u00fcssen zu der Zeit, spricht der HERR.\n3:1 H\u00f6ret, was der HERR mit euch redet, ihr Kinder Israel, n\u00e4mlich mit allen Geschlechtern, die ich aus \u00c4gyptenland gef\u00fchret habe, und sprach:\n3:2 Aus allen Geschlechtern auf Erden hab ich allein euch erkannt; darum will ich auch euch heimsuchen in all eurer Missetat.\n3:3 M\u00f6gen auch zween miteinander wandeln, sie seien denn eins untereinander?\n3:4 Br\u00fcllet auch ein L\u00f6we im Walde, wenn er keinen Raub hat? Schreiet auch ein junger L\u00f6we aus seiner H\u00f6hle, er habe denn etwas gefangen?\n3:5 F\u00e4llt auch ein Vogel in den Strick auf der Erde, da kein Vogler ist? Hebt man auch den Strick auf von der Erde, der noch nichts gefangen hat?\n3:6 Bl\u00e4set man auch die Posaune in einer Stadt, da sich das Volk davor nicht entsetze? Ist auch ein Ungl\u00fcck in der Stadt, das der HERR nicht tue?\n3:7 Denn der HERR HERR tut nichts, er offenbare denn sein Geheimnis den Propheten, seinen Knechten.\n3:8 Der L\u00f6we br\u00fcllet; wer sollte sich nicht f\u00fcrchten? Der HERR HERR redet; wer sollte nicht weissagen?\n3:9 Verk\u00fcndiget in den Pal\u00e4sten zu Asdod und in den Pal\u00e4sten im Lande \u00c4gypten und sprechet: Sammelt euch auf die Berge Samaria und sehet, welch ein gro\u00df Zetergeschrei und Unrecht drinnen ist!\n3:10 Sie achten keines Rechten, spricht der HERR, sammeln Sch\u00e4tze von Frevel und Raube in ihren Pal\u00e4sten.\n3:11 Darum spricht der HERR HERR also: Man wird dies Land ringsumher belagern und dich von deiner Macht herunterrei\u00dfen und deine H\u00e4user pl\u00fcndern.\n3:12 So spricht der HERR: Gleichwie ein Hirt dem L\u00f6wen zwei Kniee oder ein Ohrl\u00e4pplein aus dem Maul rei\u00dfet, also sollen die Kinder Israel herausgerissen werden, die zu Samaria wohnen und haben in der Ecke ein Bett und zu Damaskus eine Sponde.\n3:13 H\u00f6ret und zeuget im Hause Jakobs, spricht der HERR HERR, der Gott Zebaoth.\n3:14 Denn zur Zeit, wenn ich die S\u00fcnde Israels heimsuchen werde, will ich die Alt\u00e4re zu Bethel heimsuchen und die H\u00f6rner des Altars abbrechen, da\u00df sie zu Boden fallen sollen.\n3:15 Und will beide, Winterhaus und Sommerhaus, schlagen; und sollen die elfenbeinernen H\u00e4user untergehen und viel H\u00e4user verderbet werden, spricht der HERR.\n4:1 H\u00f6ret dies Wort, ihr fetten K\u00fche, die ihr auf dem Berge Samaria seid und den D\u00fcrftigen unrecht tut und untertretet die Armen und sprechet zu euren HERREN: Bringe her, la\u00df uns saufen!\n4:2 Der HERR HERR hat geschworen bei seiner Heiligkeit: Siehe, es kommt die Zeit \u00fcber euch, da\u00df man euch wird herausr\u00fccken mit Angeln und eure Nachkommen mit Fischh\u00e4klein.\n4:3 Und werdet zu den L\u00fccken hinausgehen, eine jegliche vor sich hin, und gen Harmon weggeworfen werden, spricht der HERR.\n4:4 Ja, kommt her gen Bethel und treibet S\u00fcnde und gen Gilgal, da\u00df ihr der S\u00fcnden viel machet; und bringet eure Opfer des Morgens und eure Zehnten des dritten Tages.\n4:5 Und r\u00e4uchert vom Sauerteig zum Dankopfer und prediget von freiwilligem Opfer und verk\u00fcndiget es; denn so habt ihr's gerne, ihr Kinder Israel, spricht der HERR HERR.\n4:6 Darum hab ich euch auch in allen euren St\u00e4dten m\u00fc\u00dfige Z\u00e4hne gegeben und Mangel an Brot an allen euren Orten. Noch bekehretet ihr euch nicht zu mir, spricht der HERR.\n4:7 Auch hab ich den Regen \u00fcber euch verhalten, bis da\u00df noch drei Monden waren zur Ernte; und ich lie\u00df regnen \u00fcber eine Stadt und auf die andere lie\u00df ich nicht regnen; ein Acker ward beregnet, und der andere Acker, der nicht beregnet ward, verdorrete.\n4:8 Und zogen zwo, drei St\u00e4dte zu einer Stadt, da\u00df sie Wasser trinken m\u00f6chten, und konnten es nicht genug finden. Noch bekehretet ihr euch nicht zu mir, spricht der HERR.\n4:9 Ich plagte euch mit d\u00fcrrer Zeit und mit Brandkorn; so fra\u00dfen auch die Raupen alles, was in euren G\u00e4rten, Weinbergen, Feigenb\u00e4umen und \u00d6lb\u00e4umen wuchs. Noch bekehretet ihr euch nicht zu mir, spricht der HERR.\n4:10 Ich schickte Pestilenz unter euch, gleicherweise wie in \u00c4gypten; ich t\u00f6tete eure junge Mannschaft durchs Schwert und lie\u00df eure Pferde gefangen wegf\u00fchren; ich lie\u00df den Gestank von eurem Heerlager in eure Nasen gehen. Noch bekehretet ihr euch nicht zu mir, spricht der HERR.\n4:11 Ich kehrete etliche unter euch um, wie Gott Sodom und Gomorrha umkehrete, da\u00df ihr waret wie ein Brand, der aus dem Feuer gerissen wird. Noch kehretet ihr euch nicht zu mir, spricht der HERR.\n4:12 Darum will ich dir weiter also tun, Israel. Weil ich denn dir also tun will, so schicke dich, Israel, und begegne deinem Gott!\n4:13 Denn siehe, er ist's, der die Berge macht, den Wind schaffet und zeiget dem Menschen, was er reden soll. Er macht die Morgenr\u00f6te und die Finsternis; er tritt auf den H\u00f6hen der Erden: er hei\u00dft HERR, Gott Zebaoth.\n5:1 H\u00f6ret, ihr vom Hause Israel, dies Wort; denn ich mu\u00df dies Klagelied \u00fcber euch machen:\n5:2 Die Jungfrau Israel ist gefallen, da\u00df sie nicht wieder aufstehen wird; sie ist zu Boden gesto\u00dfen, und ist niemand, der ihr aufhelfe.\n5:3 Denn so spricht der HERR Gott: Die Stadt, da tausend ausgehen, soll nur hundert \u00fcbrig behalten; und da hundert ausgehen, soll nur zehn \u00fcbrig behalten im Hause Israel.\n5:4 Darum so spricht der HERR zum Hause Israel: Suchet mich, so werdet ihr leben!\n5:5 Suchet nicht Bethel und kommet nicht gen Gilgal und gehet nicht gen Berseba. Denn Gilgal wird gefangen weggef\u00fchret werden, und Bethel wird Beth-Aven werden.\n5:6 Suchet den HERRN, so werdet ihr leben, da\u00df nicht ein Feuer im Hause Josephs \u00fcberhandnehme, das da verzehre, und niemand l\u00f6schen m\u00f6ge zu Bethel,\n5:7 die ihr das Recht in Wermut verkehret und die Gerechtigkeit zu Boden sto\u00dfet.\n5:8 Er macht die Glucke und Orion; der aus der Finsternis den Morgen und aus dem Tage die finstere Nacht macht; der dem Wasser im Meer ruft und sch\u00fcttet es auf den Erdboden: er hei\u00dfet HERR,\n5:9 der \u00fcber den Starken eine Verst\u00f6rung anrichtet und bringet eine Verst\u00f6rung \u00fcber die feste Stadt.\n5:10 Aber sie sind dem gram, der sie im Tor straft, und haben den f\u00fcr einen Greuel, der heilsam lehret.\n5:11 Darum, weil ihr die Armen unterdr\u00fccket und nehmet das Korn mit gro\u00dfen Lasten von ihnen, so sollt ihr in den H\u00e4usern nicht wohnen, die ihr von Werkst\u00fccken gebauet habt, und den Wein nicht trinken, den ihr in den feinen Weinbergen gepflanzet habt.\n5:12 Denn ich wei\u00df euer \u00dcbertreten, des viel ist, und eure S\u00fcnden, die stark sind, wie ihr die Gerechten dr\u00e4nget und Blutgeld nehmet und die Armen im Tor unterdr\u00fccket.\n5:13 Darum mu\u00df der Kluge zur selbigen Zeit schweigen; denn es ist eine b\u00f6se Zeit.\n5:14 Suchet das Gute und nicht das B\u00f6se, auf da\u00df ihr leben m\u00f6get, so wird der HERR, der Gott Zebaoth, bei euch sein, wie ihr r\u00fchmet.\n5:15 Hasset das B\u00f6se und liebet das Gute, bestellet das Recht im Tor, so wird der HERR, der Gott Zebaoth, den \u00fcbrigen in Joseph gn\u00e4dig sein.\n5:16 Darum so spricht der HERR, der Gott Zebaoth, der HERR: Es wird in allen Gassen Wehklagen sein, und auf allen Stra\u00dfen wird man sagen: Wehe! wehe! Und man wird den Ackermann zum Trauern rufen und zum Wehklagen, wer da weinen kann.\n5:17 In allen Weinbergen wird Wehklagen sein; denn ich will unter euch fahren, spricht der HERR.\n5:18 Wehe denen, die des HERRN Tag begehren! Was soll er euch? Denn des HERRN Tag ist eine Finsternis und nicht ein Licht.\n5:19 Gleich als wenn jemand vor dem L\u00f6wen fl\u00f6he und ein B\u00e4r begegnete ihm, und als wenn jemand in ein Haus k\u00e4me und lehnete sich mit der Hand an die Wand und eine Schlange st\u00e4che ihn.\n5:20 Denn des HERR Tag wird ja finster und nicht licht sein, dunkel und nicht hell.\n5:21 Ich bin euren Feiertagen gram und verachte sie und mag nicht riechen in eure Versammlung.\n5:22 Und ob ihr mir gleich Brandopfer und Speisopfer opfert, so hab ich keinen Gefallen daran; so mag ich auch eure feisten Dankopfer nicht ansehen.\n5:23 Tu nur weg von mir das Gepl\u00e4rr deiner Lieder; denn ich mag deines Psalterspieles nicht h\u00f6ren!\n5:24 Es soll aber das Recht offenbaret werden wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein starker Strom.\n5:25 Habt ihr vom Hause Israel mir in der W\u00fcste die vierzig Jahre lang Schlachtopfer und Speisopfer geopfert? Jawohl!\n5:26 Ihr truget den Sichuth, euren K\u00f6nig, und Chiun, euer Bild, den Stern eurer G\u00f6tter, welche ihr euch selbst gemacht hattet.\n5:27 So will ich euch von hinnen jenseit Damaskus wegf\u00fchren lassen, spricht der HERR, der Gott Zebaoth hei\u00dft.\n6:1 Wehe den Stolzen zu Zion und denen, die sich auf den Berg Samaria verlassen, die sich r\u00fchmen die Vornehmsten \u00fcber die Heiden und gehen einher im Hause Israel!\n6:2 Gehet hin gen Kalne und schauet von dannen gen Hemath, die gro\u00dfe Stadt, und ziehet hinab gen Gath der Philister, welche bessere K\u00f6nigreiche gewesen sind denn diese und ihre Grenze gr\u00f6\u00dfer denn eure Grenze.\n6:3 Die ihr euch weit vom b\u00f6sen Tage achtet und trachtet immer nach Frevelregiment,\n6:4 und schlafet auf elfenbeinernen Lagern und treibet \u00dcberflu\u00df mit euren Betten; ihr esset die L\u00e4mmer aus der Herde und die gem\u00e4steten K\u00e4lber\n6:5 und spielet auf dem Psalter und erdichtet euch Lieder, wie David,\n6:6 und trinket Wein aus den Schalen und salbet euch mit Balsam und bek\u00fcmmert euch nichts um den Schaden Josephs.\n6:7 Darum sollen sie nun vornean gehen unter denen, die gefangen weggef\u00fchret werden, und soll das Schlemmen der Pranger aufh\u00f6ren.\n6:8 Denn der HERR HERR hat geschworen bei seiner Seele, spricht der HERR, der Gott Zebaoth: Mich verdrie\u00dft die Hoffart Jakobs und bin ihren Pal\u00e4sten gram; und ich will auch die Stadt \u00fcbergeben mit allem, was drinnen ist.\n6:9 Und wenn gleich zehn M\u00e4nner in einem Hause \u00fcberblieben, sollen sie doch sterben,\n6:10 da\u00df einen jeglichen sein Vetter und sein Ohm nehmen und die Gebeine aus dem Hause tragen mu\u00df und sagen zu dem, der in den Gem\u00e4chern des Hauses ist: Ist ihrer auch noch mehr da? Und der wird antworten: Sie sind alle dahin! Und wird sagen: Sei zufrieden; denn sie wollten nicht, da\u00df man des HERRN Namens gedenken sollte.\n6:11 Denn siehe, der HERR hat geboten, da\u00df man die gro\u00dfen H\u00e4user schlagen soll, da\u00df sie Ritze gewinnen, und die kleinen H\u00e4user, da\u00df sie L\u00fccken gewinnen.\n6:12 Wer kann mit Rossen rennen oder mit Ochsen pfl\u00fcgen auf Felsen? Denn ihr wandelt das Recht in Galle und die Frucht der Gerechtigkeit in Wermut\n6:13 und tr\u00f6stet euch des, das so gar nichts ist, und sprechet: Sind wir denn nicht stark genug mit unsern H\u00f6rnern?\n6:14 Darum siehe, ich will \u00fcber euch vom Haus Israel ein Volk erwecken, spricht der HERR, der Gott Zebaoth, das soll euch \u00e4ngsten von dem Ort an, da man gen Hemath gehet, bis an den Bach in der W\u00fcste.\n7:1 Der HERR HERR zeigte mir ein Gesicht, und siehe, da stund einer, der machte Heuschrecken im Anfang, da das Grummet aufging; und siehe, das Grummet stund, nachdem der K\u00f6nig seine Schafe hatte scheren lassen.\n7:2 Als sie nun das Kraut im Lande gar abfressen wollten, sprach ich: Ach, HERR HERR, sei gn\u00e4dig! Wer will Jakob wieder aufhelfen? denn er ist ja gering.\n7:3 Da reuete es den HERRN und sprach: Wohlan, es soll nicht geschehen!\n7:4 Der HERR HERR zeigte mir ein Gesicht, und siehe, der HERR HERR rief dem Feuer, damit zu strafen; das sollte eine gro\u00dfe Tiefe verzehren und fra\u00df schon ein Teil dahin.\n7:5 Da sprach ich: Ach, HERR HERR, la\u00df ab! Wer will Jakob wieder aufhelfen? denn er ist ja gering.\n7:6 Da reuete den HERRN das auch, und der HERR HERR sprach: Es soll auch nicht geschehen.\n7:7 Er zeigte mir aber dies Gesicht, und siehe, der HERR stund auf einer Mauer, mit einer Bleischnur gemessen; und er hatte die Bleischnur in seiner Hand.\n7:8 Und der HERR sprach zu mir: Was siehest du, Amos? Ich sprach: Eine Bleischnur. Da sprach der HERR zu mir: Siehe, ich will eine Bleischnur ziehen mitten durch mein Volk Israel und ihm nichts mehr \u00fcbersehen,\n7:9 sondern die H\u00f6hen Isaaks sollen verw\u00fcstet und die Kirchen Israels verst\u00f6ret werden; und ich will mit dem Schwert mich \u00fcber das Haus Jerobeams machen.\n7:10 Da sandte Amazia, der Priester zu Bethel, zu Jerobeam, dem K\u00f6nige Israels, und lie\u00df ihm sagen: Der Amos macht einen Aufruhr wider dich im Hause Israel; das Land kann seine Worte nicht leiden.\n7:11 Denn so spricht Amos: Jerobeam wird durchs Schwert sterben, und Israel wird aus seinem Lande gefangen weggef\u00fchret werden.\n7:12 Und Amazia sprach zu Amos: Du Seher, gehe weg und flieh ins Land Juda und i\u00df Brot daselbst und weissage daselbst.\n7:13 Und weissage nicht mehr zu Bethel; denn es ist des K\u00f6nigs Stift und des K\u00f6nigreichs Haus.\n7:14 Amos antwortete und sprach zu Amazia: Ich bin kein Prophet, noch keines Propheten Sohn, sondern ich bin ein Kuhhirte, der Maulbeeren ablieset.\n7:15 Aber der HERR nahm mich von der Herde und sprach zu mir: Gehe hin und weissage meinem Volk Israel!\n7:16 So h\u00f6re nun des HERRN Wort! Du sprichst: Weissage nicht wider Israel und tr\u00e4ufle nicht wider das Haus Isaak!\n7:17 Darum spricht der HERR also: Dein Weib wird in der Stadt zur Hure werden, und deine S\u00f6hne und T\u00f6chter sollen durchs Schwert fallen, und dein Acker soll durch die Schnur ausgeteilet werden; du aber sollst in einem unreinen Lande sterben, und Israel soll aus seinem Lande vertrieben werden.\n8:1 Der HERR HERR zeigte mir ein Gesicht, und siehe, da stund ein Korb mit Obst.\n8:2 Und er sprach: Was siehest du, Amos? Ich aber antwortete: Einen Korb mit Obst. Da sprach der HERR zu mir: Das Ende ist kommen \u00fcber mein Volk Israel; ich will ihm nichts mehr \u00fcbersehen.\n8:3 Und die Lieder in der Kirche sollen in ein Heulen verkehret werden zur selbigen Zeit, spricht der HERR HERR; es werden viel toter Leichname liegen an allen Orten, die man heimlich wegtragen wird.\n8:4 H\u00f6ret dies, die ihr den Armen unterdr\u00fccket und die Elenden im Lande verderbet\n8:5 und sprechet: Wann will denn der Neumond ein Ende haben, da\u00df wir Getreide verkaufen, und der Sabbat, da\u00df wir Korn feil haben m\u00f6gen und den Epha ringern und den Sekel steigern und die Waage f\u00e4lschen,\n8:6 auf da\u00df wir die Armen um Geld und die D\u00fcrftigen um ein Paar Schuh unter uns bringen und Spreu f\u00fcr Korn verkaufen?\n8:7 Der HERR hat geschworen wider die Hoffart Jakobs: Was gilt's, ob ich solcher ihrer Werke ewig vergessen werde?\n8:8 Sollte nicht um solches willen das Land erbeben m\u00fcssen und alle Einwohner trauern? Ja, es soll ganz, wie mit einem Wasser, \u00fcberlaufen werden und weggef\u00fchret und \u00fcberschwemmet werden, wie mit dem Flu\u00df in \u00c4gypten.\n8:9 Zur selbigen Zeit, spricht der HERR HERR, will ich die Sonne im Mittage untergehen lassen und das Land am hellen Tage lassen finster werden.\n8:10 Ich will eure Feiertage in Trauern und alle eure Lieder in Wehklagen verwandeln; ich will \u00fcber alle Lenden den Sack bringen und alle K\u00f6pfe kahl machen und will ihnen ein Trauern schaffen, wie man \u00fcber einen einigen Sohn hat, und sollen ein j\u00e4mmerlich Ende nehmen.\n8:11 Siehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR HERR, da\u00df ich einen Hunger ins Land schicken werde, nicht einen Hunger nach Brot oder Durst nach Wasser, sondern nach dem Wort des HERRN zu h\u00f6ren,\n8:12 da\u00df sie hin und her, von einem Meer zum andern, von Mitternacht gegen Morgen umlaufen und des HERRN Wort suchen und doch nicht finden werden.\n8:13 Zu der Zeit werden sch\u00f6ne Jungfrauen und J\u00fcnglinge verschmachten vor Durst,\n8:14 die jetzt schw\u00f6ren bei dem Fluch Samaria und sprechen: So wahr dein Gott zu Dan lebet, so wahr die Weise zu Berseba lebet! Denn sie sollen also fallen, da\u00df sie nicht wieder aufstehen m\u00f6gen.\n9:1 Ich sah den HERRN auf dem Altar stehen, und er sprach: Schlage an den Knauf, da\u00df die Pfosten beben! Denn ihr Geiz soll Ihnen auf ihren Kopf kommen, und will ihre Nachkommen mit dem Schwert erw\u00fcrgen, da\u00df keiner entfliehen, noch einiger davon entgehen soll.\n9:2 Und wenn sie sich gleich in die H\u00f6lle vergr\u00fcben, soll sie doch meine Hand von dannen holen; und wenn sie gen Himmel f\u00fchren, will ich sie doch heruntersto\u00dfen;\n9:3 und wenn sie sich gleich versteckten oben auf dem Berge Karmel, will ich sie doch, daselbst suchen und herabholen; und wenn sie sich vor meinen Augen verb\u00e4rgen im Grunde des Meers, so will ich doch den Schlangen befehlen, die sie daselbst stechen sollen;\n9:4 und wenn sie vor ihren Feinden hin gefangen gingen, so will ich doch dem Schwert befehlen, da\u00df sie es daselbst erw\u00fcrgen soll. Denn ich will meine Augen \u00fcber ihnen halten zum Ungl\u00fcck und nicht zum Guten.\n9:5 Denn der HERR HERR Zebaoth ist ein solcher: wenn er ein Land anr\u00fchret, so zerschmilzet es, da\u00df alle Einwohner trauern m\u00fcssen, da\u00df es soll ganz \u00fcber sie her laufen wie ein Wasser und \u00fcberschwemmet werden wie mit dem Flu\u00df in \u00c4gypten.\n9:6 Er ist's, der seinen Saal in dem Himmel bauet und seine H\u00fctte auf der Erde gr\u00fcndet; er ruft dem Wasser im Meer und sch\u00fcttet es auf das Erdreich; er hei\u00dft HERR.\n9:7 Seid ihr Kinder Israel mir nicht gleich wie die Mohren? spricht der HERR. Hab ich nicht Israel aus \u00c4gyptenland gef\u00fchret und die Philister aus Kaphthor und die Syrer aus Kir?\n9:8 Siehe, die Augen des HERRN HERRN sehen auf ein s\u00fcndiges K\u00f6nigreich, da\u00df ich's vom Erdboden ganz vertilge, wiewohl ich das Haus Jakob nicht gar vertilgen will, spricht der HERR.\n9:9 Aber doch siehe, ich will befehlen und das Haus Israel unter allen Heiden sichten lassen, gleichwie man mit einem Siebe sichtet, und die K\u00f6rnlein sollen nicht auf die Erde fallen.\n9:10 Alle S\u00fcnder in meinem Volk sollen durchs Schwert sterben, die da sagen: Es wird das Ungl\u00fcck nicht so nahe sein noch uns begegnen.\n9:11 Zur selbigen Zeit will ich die zerfallene H\u00fctte Davids wieder aufrichten und ihre L\u00fccken verz\u00e4unen, und was abgebrochen ist, wieder aufrichten; und will sie bauen, wie sie vorzeiten gewesen ist,\n9:12 auf da\u00df sie besitzen die \u00fcbrigen zu Edom und die \u00fcbrigen unter allen Heiden, \u00fcber welche mein Name gepredigt sein wird, spricht der HERR, der solches tut.\n9:13 Siehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR, da\u00df man zugleich ackern und ernten und zugleich keltern und s\u00e4en wird; und die Berge werden mit s\u00fc\u00dfem Wein triefen, und alle H\u00fcgel werden fruchtbar sein.\n9:14 Denn ich will das Gef\u00e4ngnis meines Volks Israel wenden, da\u00df sie sollen die w\u00fcsten St\u00e4dte bauen und bewohnen, Weinberge pflanzen und Wein davon trinken, G\u00e4rten machen und Fr\u00fcchte daraus essen.\n9:15 Denn ich will sie in ihr Land pflanzen, da\u00df sie nicht mehr aus ihrem Lande gerottet werden, das ich ihnen geben werde, spricht der HERR, dein Gott.","title":"German Bible: Amos","type":"page"}
