{"collection":"Bible & Christianity","html_url":"https://unchartedknowledge.5gfusion.net/browse/bib/wb/ger/joh.htm","path":"bib/wb/ger/joh.htm","source_url":"https://sacred-texts.com/bib/wb/ger/joh.htm","text":"1:1 Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort.\n1:2 Dasselbige war im Anfang bei Gott.\n1:3 Alle Dinge sind durch dasselbige gemacht, und ohne dasselbige ist nichts gemacht, was gemacht ist.\n1:4 In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen.\n1:5 Und das Licht scheinet in der Finsternis, und die Finsternis hat's nicht begriffen.\n1:6 Es war ein Mensch, von Gott gesandt, der hie\u00df Johannes.\n1:7 Derselbige kam zum Zeugnis, da\u00df er von dem Licht zeugete, auf da\u00df sie alle durch ihn glaubeten.\n1:8 Er war nicht das Licht, sondern da\u00df er zeugete von dem Licht.\n1:9 Das war das wahrhaftige Licht, welches alle Menschen erleuchtet die in diese Welt kommen.\n1:10 Es war in der Welt, und die Welt ist durch dasselbige gemacht, und die Welt kannte es nicht.\n1:11 Er kam in sein Eigentum, und die Seinen nahmen ihn nicht auf.\n1:12 Wie viele ihn aber aufnahmen, denen gab er Macht, Gottes Kinder zu werden, die an seinen Namen glauben.\n1:13 Welche nicht von dem Gebl\u00fct, noch von dem Willen des Fleisches, noch von dem Willen eines Mannes, sondern von Gott geboren sind.\n1:14 Und das Wort ward Fleisch und wohnete unter uns, und wir sahen seine HERRLIchkeit, eine HERRLIchkeit als des eingebornen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.\n1:15 Johannes zeuget von ihm, ruft und spricht: Dieser war es, von dem ich gesagt habe: nach mir wird kommen, der vor mir gewesen ist; denn er war eher denn ich.\n1:16 Und von seiner F\u00fclle haben wir alle genommen Gnade um Gnade.\n1:17 Denn das Gesetz ist durch Mose gegeben; die Gnade und Wahrheit ist durch Jesum Christum worden.\n1:18 Niemand hat Gott je gesehen. Der eingeborne Sohn, der in des Vaters Scho\u00df ist, der hat es uns verk\u00fcndiget.\n1:19 Und dies ist das Zeugnis Johannes, da die Juden sandten von Jerusalem Priester und Leviten, da\u00df sie ihn fragten: Wer bist du?\n1:20 Und er bekannte und leugnete nicht; und er bekannte: Ich bin nicht Christus.\n1:21 Und sie fragten ihn: Was denn? Bist du Elia? Er sprach: Ich bin's nicht. Bist du ein Prophet? Und er antwortete: Nein.\n1:22 Da sprachen sie zu ihm: Was bist du denn? da\u00df wir Antwort geben denen, die uns gesandt haben. Was sagst du von dir selbst?\n1:23 Er sprach: Ich bin eine Stimme eines Predigers in der W\u00fcste: Richtet den Weg des HERRN! wie der Prophet Jesaja gesagt hat.\n1:24 Und die gesandt waren, die waren von den Pharis\u00e4ern\n1:25 und fragten ihn und sprachen zu ihm: Warum taufest du denn, so du nicht Christus bist noch Elia noch ein Prophet?\n1:26 Johannes antwortete ihnen und sprach: Ich taufe mit Wasser; aber er ist mitten unter euch getreten, den ihr nicht kennet.\n1:27 Der der nach mir kommen wird, welcher vor mir gewesen ist, des ich nicht wert bin, da\u00df ich seine Schuhriemen aufl\u00f6se.\n1:28 Dies geschah zu Bethabara, jenseit des Jordans, da Johannes taufete.\n1:29 Des andern Tages siehet Johannes Jesum zu ihm kommen und spricht: Siehe, das ist Gottes Lamm, welches der Welt S\u00fcnde tr\u00e4gt!\n1:30 Dieser ist's, von dem ich gesagt habe: Nach mir kommt ein Mann, welcher vor mir gewesen ist; denn er war eher denn ich.\n1:31 Und ich kannte ihn nicht, sondern auf da\u00df er offenbar w\u00fcrde in Israel, darum bin ich kommen, zu taufen mit Wasser.\n1:32 Und Johannes zeugete und sprach: Ich sah, da\u00df der Geist herabfuhr wie eine Taube vom Himmel und blieb auf ihm.\n1:33 und ich kannte ihn nicht; aber der mich sandte, zu taufen mit Wasser, derselbige sprach zu mir: \u00dcber welchen, du sehen wirst den Geist herabfahren und auf ihm bleiben, derselbige ist's, der mit dem Heiligen Geist taufet.\n1:34 Und ich sah es und zeugete, da\u00df dieser ist Gottes Sohn.\n1:35 Des andern Tags stund abermal Johannes und zwei seiner J\u00fcnger.\n1:36 Und als er sah Jesum wandeln, sprach, er: Siehe, das ist Gottes Lamm!\n1:37 Und zwei seiner J\u00fcnger h\u00f6reten ihn reden und folgeten Jesu nach?\n1:38 Jesus aber wandte sich um und sah sie nachfolgen und sprach zu ihnen: Was suchet ihr? Sie aber sprachen zu ihm: Rabbi (das ist verdolmetscht, Meister), wo bist du zur Herberge?\n1:39 Er sprach zu ihnen: Kommt und sehet es! Sie kamen und sahen's und blieben denselbigen Tag bei ihm. Es war aber um die zehnte Stunde.\n1:40 Einer aus den zwei, die von Johannes h\u00f6reten und Jesu nachfolgeten, war Andreas, der Bruder des Simon Petrus.\n1:41 Derselbige findet am ersten seinen Bruder Simon und spricht zu ihm: Wir haben den Messias funden (welches ist verdolmetscht: der Gesalbte).\n1:42 Und f\u00fchrete ihn zu Jesu. Da ihn Jesus sah, sprach er: Du bist Simon, Jonas Sohn; du sollst Kephas hei\u00dfen (das wird verdolmetscht: ein Fels).\n1:43 Des andern Tags wollte Jesus wieder nach Galil\u00e4a ziehen und findet Philippus und spricht zu ihm: Folge mir nach!\n1:44 Philippus aber war von Bethsaida, aus der Stadt des Andreas und Petrus.\n1:45 Philippus findet Nathanael und spricht zu ihm: Wir haben den funden, von welchem Mose im Gesetz und die Propheten geschrieben, Jesum, Josephs Sohn, von Nazareth.\n1:46 Und Nathanael sprach zu ihm: Was kann von Nazareth Gutes kommen? Philippus spricht zu ihm: Komm und siehe es!\n1:47 Jesus sah Nathanael zu sich kommen und spricht von ihm: Siehe, ein rechter Israelit, in welchem kein Falsch ist.\n1:48 Nathanael spricht zu ihm: Woher kennest du mich? Jesus antwortete und sprach zu ihm: Ehe denn dich Philippus rief, da du unter dem Feigenbaum warest, sah ich dich.\n1:49 Nathanael antwortet und spricht zu ihm: Rabbi, du bist Gottes Sohn, du bist der K\u00f6nig von Israel.\n1:50 Jesus antwortete und sprach zu ihm: Du glaubest, weil ich dir gesagt habe, da\u00df ich dich gesehen habe unter dem Feigenbaum; du wirst noch Gr\u00f6\u00dferes denn das sehen.\n1:51 Und spricht zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, von nun an werdet ihr den Himmel offen sehen und die Engel Gottes hinauf - und herabfahren auf des Menschen Sohn.\n2:1 Und am dritten Tage ward eine Hochzeit zu Kana in Galil\u00e4a; und die Mutter Jesu war da.\n2:2 Jesus aber und seine J\u00fcnger wurden auch auf die Hochzeit geladen.\n2:3 Und da es an Wein gebrach, spricht die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben nicht Wein.\n2:4 Jesus spricht zu ihr: Weib, was habe ich mit dir zu schaffen? Meine Stunde ist noch nicht kommen.\n2:5 Seine Mutter spricht zu den Dienern: Was er euch saget, das tut.\n2:6 Es waren aber allda sechs steinerne Wasserkr\u00fcge gesetzt nach der Weise der j\u00fcdischen Reinigung, und gingen in je einen zwei oder drei Ma\u00df.\n2:7 Jesus spricht zu ihnen: F\u00fcllet die Wasserkr\u00fcge mit Wasser. Und sie f\u00fclleten sie bis obenan.\n2:8 Und er spricht zu ihnen: Sch\u00f6pfet nun und bringet's dem Speisemeister. Und sie brachten's.\n2:9 Als aber der Speisemeister kostete den Wein, der Wasser gewesen war, und wu\u00dfte nicht, von wannen er kam (die Diener aber wu\u00dften's, die das Wasser gesch\u00f6pft hatten), rufet der Speisemeister den Br\u00e4utigam\n2:10 und spricht zu ihm: Jedermann gibt zum ersten guten Wein, und wenn sie trunken worden sind, alsdann den geringern; du hast den guten Wein bisher behalten.\n2:11 Das ist das erste Zeichen, das Jesus tat, geschehen zu Kana in Galil\u00e4a und offenbarte seine HERRLIchkeit. Und seine J\u00fcnger glaubten an ihn.\n2:12 Danach zog er hinab gen Kapernaum, er, seine Mutter, seine Br\u00fcder und seine J\u00fcnger, und blieben nicht lange daselbst.\n2:13 Und der Juden Ostern war nahe. Und Jesus zog hinauf gen Jerusalem\n2:14 und fand im Tempel sitzen, die da Ochsen, Schafe und Tauben feil hatten, und die Wechsler.\n2:15 Und er machte eine Gei\u00dfel aus Stricken und trieb sie alle zum Tempel hinaus samt den Schafen und Ochsen und versch\u00fcttete den Wechslern das Geld und stie\u00df die Tische um.\n2:16 Und sprach zu denen, die die Tauben feil hatten: Traget das von dannen und machet nicht meines Vaters Haus zum Kaufhause!\n2:17 Seine J\u00fcnger aber gedachten daran, da\u00df geschrieben stehet: Der Eifer um dein Haus hat mich gefressen.\n2:18 Da antworteten nun die Juden und sprachen zu ihm: Was zeigst du uns f\u00fcr ein Zeichen, da\u00df du solches tun m\u00f6gest?\n2:19 Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Brechet diesen Tempel, und am dritten Tage will ich ihn aufrichten.\n2:20 Da sprachen die Juden: Dieser Tempel ist in sechsundvierzig Jahren erbauet, und du willst ihn in dreien Tagen aufrichten?\n2:21 Er aber redete von dem Tempel seines Leibes.\n2:22 Da er nun auferstanden war von den Toten, gedachten seine J\u00fcnger daran, da\u00df er dies gesagt hatte, und glaubten der Schrift und der Rede, die Jesus gesagt hatte.\n2:23 Als er aber zu Jerusalem war in den Ostern auf dem Fest, glaubten viele an seinen Namen, da sie die Zeichen sahen, die er tat.\n2:24 Aber Jesus vertrauete sich ihnen nicht; denn er kannte sie alle\n2:25 und bedurfte nicht, da\u00df jemand Zeugnis g\u00e4be von einem Menschen; denn er wu\u00dfte wohl, was im Menschen war.\n3:1 Es war aber ein Mensch unter den Pharis\u00e4ern mit Namen Nikodemus, ein Oberster unter den Juden.\n3:2 Der kam zu Jesu bei der Nacht und sprach zu ihm: Meister, wir wissen, da\u00df du bist ein Lehrer, von Gott kommen; denn niemand kann die Zeichen tun, die du tust, es sei denn Gott mit ihm.\n3:3 Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, da\u00df jemand von neuem geboren werde, kann er das Reich Gottes nicht sehen.\n3:4 Nikodemus spricht zu ihm: Wie kann ein Mensch geboren werden, wenn er alt ist? Kann er auch wiederum in seiner Mutter Leib gehen und geboren werden?\n3:5 Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, da\u00df jemand geboren werde aus dem Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen.\n3:6 Was vom Fleisch geboren wird, das ist Fleisch, und was vom Geist geboren wird, das ist Geist.\n3:7 La\u00df dich's nicht wundern, da\u00df ich dir gesagt habe: Ihr m\u00fcsset von neuem geboren werden.\n3:8 Der Wind bl\u00e4set, wo er will, und du h\u00f6rest sein Sausen wohl; aber du wei\u00dft nicht, von wannen er kommt und wohin er f\u00e4hret. Also ist ein jeglicher, der aus dem Geist geboren ist.\n3:9 Nikodemus antwortete und sprach zu ihm: Wie mag solches zugehen?\n3:10 Jesus antwortete und sprach zu ihm: Bist du ein Meister in Israel und wei\u00dft das nicht?\n3:11 Wahrlich, wahrlich, ich sage dir, wir reden, was wir wissen, und zeugen, was wir gesehen haben, und ihr nehmet unser Zeugnis nicht an.\n3:12 Glaubt ihr nicht, wenn ich euch von irdischen Dingen sage, wie w\u00fcrdet ihr glauben, wenn ich euch von himmlischen Dingen sagen w\u00fcrde?\n3:13 Und niemand f\u00e4hret gen Himmel, denn der vom Himmel herniederkommen ist, n\u00e4mlich des Menschen Sohn, der im Himmel ist.\n3:14 Und wie Mose in der W\u00fcste eine Schlange erh\u00f6het hat, also mu\u00df des Menschen Sohn erh\u00f6het werden,\n3:15 auf da\u00df alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.\n3:16 Also hat Gott die Welt geliebet, da\u00df er seinen eingeborenen Sohn gab, auf da\u00df alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.\n3:17 Denn Gott hat seinen Sohn nicht gesandt in die Welt, da\u00df er die Welt richte, sondern da\u00df die Welt durch ihn selig werde.\n3:18 Wer an ihn glaubet, der wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubet, der ist schon gerichtet; denn er glaubet nicht an den Namen des eingebornen Sohnes Gottes.\n3:19 Das ist aber das Gericht, da\u00df das Licht in die Welt kommen ist, und die Menschen liebeten die Finsternis mehr denn das Licht; denn ihre Werke waren b\u00f6se.\n3:20 Wer Arges tut, der hasset das Licht und kommt nicht an das Licht, auf da\u00df seine Werke nicht gestraft werden.\n3:21 Wer aber die Wahrheit tut, der kommt an das Licht, da\u00df seine Werke offenbar werden; denn sie sind in Gott getan.\n3:22 Danach kam Jesus und seine J\u00fcnger in das j\u00fcdische Land und hatte daselbst sein Wesen mit ihnen und taufete.\n3:23 Johannes aber taufete auch noch zu Enon, nahe bei Salim; denn es war viel Wassers daselbst. Und sie kamen dahin und lie\u00dfen sich taufen.\n3:24 Denn Johannes war noch nicht ins Gef\u00e4ngnis gelegt.\n3:25 Da erhub sich eine Frage unter den J\u00fcngern des Johannes samt den Juden \u00fcber die Reinigung.\n3:26 Und kamen zu Johannes und sprachen zu ihm: Meister, der bei dir war jenseit des Jordans, von dem du zeugtest, siehe, der taufet, und jedermann kommt zu ihm.\n3:27 Johannes antwortete und sprach: Ein Mensch kann nichts nehmen, es werde ihm denn gegeben vom Himmel.\n3:28 Ihr selbst seid meine Zeugen, da\u00df ich gesagt habe, ich sei nicht Christus, sondern vor ihm her gesandt.\n3:29 Wer die Braut hat, der ist der Br\u00e4utigam; der Freund aber des Br\u00e4utigams stehet und h\u00f6ret ihm zu und freuet sich hoch \u00fcber des Br\u00e4utigams Stimme. Dieselbige meine Freude ist nun erf\u00fcllet.\n3:30 Er mu\u00df wachsen, ich aber mu\u00df abnehmen.\n3:31 Der von oben her kommt, ist \u00fcber alle. Wer von der Erde ist, der ist von der Erde und redet von der Erde; der vom Himmel kommt, der ist \u00fcber alle\n3:32 und zeuget, was er gesehen und geh\u00f6ret hat; und sein Zeugnis nimmt niemand an.\n3:33 Wer es aber annimmt, der versiegelt es, da\u00df Gott wahrhaftig sei.\n3:34 Denn welchen Gott gesandt hat, der redet Gottes Wort; denn Gott gibt den Geist nicht nach dem Ma\u00df.\n3:35 Der Vater hat den Sohn lieb und hat ihm alles in seine Hand gegeben.\n3:36 Wer an den Sohn glaubet, der hat das ewige Leben; wer dem Sohn nicht glaubet, der wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt \u00fcber ihm.\n4:1 Da nun der HERR inneward, da\u00df vor die Pharis\u00e4er kommen war, wie Jesus mehr J\u00fcnger machte und taufte denn Johannes\n4:2 (wiewohl Jesus selber nicht taufte, sondern seine J\u00fcnger),\n4:3 verlie\u00df er das Land Jud\u00e4a und zog wieder nach Galil\u00e4a.\n4:4 Er mu\u00dfte aber durch Samaria reisen.\n4:5 Da kam er in eine Stadt Samarias, die hei\u00dft Sichar, nahe bei dem D\u00f6rflein, das Jakob seinem Sohne Joseph gab.\n4:6 Es war aber daselbst Jakobs Brunnen. Da nun Jesus m\u00fcde war von der Reise, setzte er sich also auf den Brunnen; und es war um die sechste Stunde.\n4:7 Da kommt ein Weib von Samaria, Wasser zu sch\u00f6pfen. Jesus spricht zu ihr: Gib mir zu trinken!\n4:8 Denn seine J\u00fcnger waren in die Stadt gegangen, da\u00df sie Speise kaufeten.\n4:9 Spricht nun das samaritische Weib zu ihm: Wie bittest du von mir zu trinken, so du ein Jude bist und ich ein samaritisch Weib? (Denn die Juden haben keine Gemeinschaft mit den Samaritern.)\n4:10 Jesus antwortete und sprach zu ihr: Wenn du erkennetest die Gabe Gottes, und wer der ist, der zu dir sagt: Gib mir zu trinken, du b\u00e4test ihn, und er g\u00e4be dir lebendiges Wasser.\n4:11 Spricht zu ihm das Weib: HERR, hast du doch nichts, damit du sch\u00f6pfest, und der Brunnen ist tief; woher hast du denn lebendig Wasser?\n4:12 Bist du mehr denn unser Vater Jakob, der uns diesen Brunnen gegeben hat, und er hat daraus getrunken und seine Kinder und sein Vieh?\n4:13 Jesus antwortete und sprach zu ihr: Wer von diesem Wasser trinket, den wird wieder d\u00fcrsten;\n4:14 wer aber von dem Wasser trinken wird, das ich ihm gebe, den wird ewiglich nicht d\u00fcrsten, sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, das wird in ihm ein Brunn des Wassers werden, das in das ewige Leben quillet.\n4:15 Spricht das Weib zu ihm: HERR, gib mir dasselbige Wasser, auf da\u00df mich nicht d\u00fcrste, da\u00df ich nicht herkommen m\u00fcsse zu sch\u00f6pfen.\n4:16 Jesus spricht zu ihr: Gehe hin, rufe deinen Mann und komm her!\n4:17 Das Weib antwortete und sprach zu ihm: Ich habe keinen Mann. Jesus spricht zu ihr: Du hast recht gesagt: Ich habe keinen Mann.\n4:18 F\u00fcnf M\u00e4nner hast du gehabt, und den du nun hast, der ist nicht dein Mann. Da hast du recht gesagt.\n4:19 Das Weib spricht zu ihm: HERR, ich sehe, da\u00df du ein Prophet bist.\n4:20 Unsere V\u00e4ter haben auf diesem Berge angebetet, und ihr saget, zu Jerusalem sei die St\u00e4tte, da man anbeten solle.\n4:21 Jesus spricht zu ihr: Weib, glaube mir, es kommt die Zeit, da ihr weder auf diesem Berge noch zu Jerusalem werdet den Vater anbeten.\n4:22 Ihr wisset nicht, was ihr anbetet; wir wissen aber was wir anbeten; denn das Heil kommt von den Juden.\n4:23 Aber es kommt die Zeit und ist schon jetzt, da\u00df die wahrhaftigen Anbeter werden den Vater anbeten im Geist und in der Wahrheit; denn der Vater will auch haben, die ihn also anbeten.\n4:24 Gott ist ein Geist, und die ihn anbeten, die m\u00fcssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten.\n4:25 Spricht das Weib zu ihm: Ich wei\u00df, da\u00df der Messias kommt, der da Christus hei\u00dft. Wenn derselbige kommen wird, so wird er's uns alles verk\u00fcndigen.\n4:26 Jesus spricht zu ihr: Ich bin's, der mit dir redet.\n4:27 Und \u00fcber dem kamen seine J\u00fcnger, und es nahm sie wunder, da\u00df er mit dem Weibe redete? Doch sprach niemand: Was fragest du? oder: Was redest du mit ihr?\n4:28 Da lie\u00df, das Weib ihren Krug stehen und ging hin in die Stadt und spricht zu den Leuten:\n4:29 Kommet, sehet einen Menschen, der mir gesagt hat alles, was ich getan habe, ob er nicht Christus sei.\n4:30 Da gingen sie aus der Stadt und kamen zu ihm.\n4:31 Indes aber ermahneten ihn die J\u00fcnger und sprachen: Rabbi, i\u00df!\n4:32 Er aber sprach zu ihnen: Ich habe eine Speise zu essen, davon wisset ihr nicht.\n4:33 Da sprachen die J\u00fcnger untereinander: Hat ihm jemand zu essen gebracht?\n4:34 Jesus spricht zu ihnen: Meine Speise ist die, da\u00df ich tue den Willen des, der mich gesandt hat, und vollende sein Werk.\n4:35 Saget ihr nicht selber: Es sind noch vier Monden, so kommt die Ernte? Siehe, ich sage euch: Hebet eure Augen auf und sehet in das Feld; denn es ist schon wei\u00df zur Ernte;\n4:36 und wer da schneidet, der empf\u00e4nget Lohn und sammelt Frucht zum ewigen Leben, auf da\u00df sich miteinander freuen, der da s\u00e4et und der da schneidet.\n4:37 Denn hier ist der Spruch wahr: Dieser s\u00e4et, der andere schneidet.\n4:38 Ich habe euch gesandt zu schneiden, das ihr nicht habt gearbeitet; andere haben gearbeitet, und ihr seid in ihre Arbeit kommen.\n4:39 Es glaubten aber an ihn viel der Samariter aus derselbigen Stadt um des Weibes Rede willen, welches da zeugete: Er hat mir gesagt alles, was ich getan habe.\n4:40 Als nun die Samariter zu ihm kamen, baten sie ihn, da\u00df er bei ihnen bliebe. Und er blieb zwei Tage da.\n4:41 Und viel mehr glaubeten um seines Worts willen\n4:42 und sprachen zum Weibe: Wir glauben nun hinfort nicht um deiner Rede willen; wir haben selber geh\u00f6ret und erkannt, da\u00df dieser ist wahrlich Christus, der Welt Heiland.\n4:43 Aber nach zwei Tagen zog er aus von dannen und zog nach Galil\u00e4a.\n4:44 Denn er selber, Jesus, zeugete, da\u00df ein Prophet daheim nichts gilt.\n4:45 Da er nun nach Galil\u00e4a kam, nahmen ihn die Galil\u00e4er auf, die gesehen hatten alles, was er zu Jerusalem auf dem Fest getan hatte. Denn sie waren auch zum Fest kommen.\n4:46 Und Jesus kam abermal gen Kana in Galil\u00e4a, da er das Wasser hatte zu Wein gemacht.\n4:47 Und es war ein K\u00f6nigischer, des Sohn lag krank zu Kapernaum. Dieser h\u00f6rete, da\u00df Jesus kam aus Jud\u00e4a in Galil\u00e4a, und ging hin zu ihm und bat ihn, da\u00df er hinab k\u00e4me und h\u00fclfe seinem Sohn; denn er war todkrank.\n4:48 Und Jesus sprach zu ihm: Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder sehet, so glaubet ihr nicht.\n4:49 Der K\u00f6nigische sprach zu ihm: HERR, komm hinab, ehe denn mein Kind stirbt!\n4:50 Jesus spricht zu ihm: Gehe hin, dein Sohn lebet. Der Mensch glaubete dem Wort, das Jesus zu ihm sagte, und ging hin.\n4:51 Und indem er hinabging, begegneten ihm seine Knechte, verk\u00fcndigten ihm und sprachen: Dein Kind lebet.\n4:52 Da forschete er von ihnen die Stunde, in welcher es besser mit ihm worden war. Und sie sprachen zu ihm: Gestern um die siebente Stunde verlie\u00df ihn das Fieber.\n4:53 Da merkte der Vater, da\u00df es um die Stunde w\u00e4re, in welcher Jesus zu ihm gesagt hatte: Dein Sohn lebet. Und er glaubete mit seinem ganzen Hause.\n4:54 Das ist nun das andere Zeichen, das Jesus tat, da er aus Jud\u00e4a nach Galil\u00e4a kam.\n5:1 Danach war ein Fest der Juden, und Jesus zog hinauf gen Jerusalem.\n5:2 Es ist aber zu Jerusalem bei dem Schafhause ein Teich, der hei\u00dft auf ebr\u00e4isch Bethesda und hat f\u00fcnf Hallen,\n5:3 in welchen lagen viel Kranke, Blinde, Lahme, D\u00fcrre; die warteten, wenn sich das Wasser bewegte.\n5:4 Denn ein Engel fuhr herab zu seiner Zeit in den Teich und bewegte das Wasser. Welcher nun der erste, nachdem das Wasser beweget war, hineinstieg, der ward gesund, mit welcherlei Seuche er behaftet war.\n5:5 Es war aber ein Mensch daselbst, achtunddrei\u00dfig Jahre krank gelegen.\n5:6 Da Jesus denselbigen sah liegen und vernahm, da\u00df er so lange gelegen hatte, spricht er zu ihm: Willst du gesund werden?\n5:7 Der Kranke antwortete ihm: HERR, ich habe keinen Menschen, wenn das Wasser sich beweget, der mich in den Teich lasse; und wenn ich komme, so steiget ein anderer vor mir hinein.\n5:8 Jesus spricht zu ihm: Stehe auf, nimm dein Bett und gehe hin!\n5:9 Und alsbald ward der Mensch gesund und nahm sein Bett und ging hin. Es war aber desselbigen Tages der Sabbat.\n5:10 Da sprachen die Juden zu dem, der gesund war worden: Es ist heute Sabbat; es ziemt dir nicht, das Bett zu tragen.\n5:11 Er antwortete ihnen: Der mich gesund machte, der sprach zu mir: Nimm dein Bett und gehe hin.\n5:12 Da fragten sie ihn: Wer ist der Mensch, der zu dir gesagt hat: Nimm dein Bett und gehe hin?\n5:13 Der aber gesund war worden, wu\u00dfte nicht, wer er war; denn Jesus war gewichen, da so viel Volks an dem Ort war.\n5:14 Danach fand ihn Jesus im Tempel und sprach zu ihm: Siehe zu, du bist gesund worden; s\u00fcndige hinfort nicht mehr, da\u00df dir nicht etwas \u00c4rgeres widerfahre!\n5:15 Der Mensch ging hin und verk\u00fcndigte es den Juden, es sei Jesus, der ihn gesund gemacht habe.\n5:16 Darum verfolgten die Juden Jesum und suchten ihn zu t\u00f6ten, da\u00df er solches getan hatte auf den Sabbat.\n5:17 Jesus aber antwortete ihnen: Mein Vater wirket bisher, und ich wirke auch.\n5:18 Darum trachteten ihm die Juden nun viel mehr nach, da\u00df sie ihn t\u00f6teten, da\u00df er nicht allein den Sabbat brach, sondern sagte auch, Gott sei sein Vater, und machte sich selbst Gott gleich.\n5:19 Da antwortete Jesus und sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, der Sohn kann nichts von ihm selber tun, denn was er siehet den Vater tun; denn was derselbige tut, das tut gleich auch der Sohn.\n5:20 Der Vater aber hat den Sohn lieb und zeiget ihm alles, was er tut, und wird ihm noch gr\u00f6\u00dfere Werke zeigen, da\u00df ihr euch verwundern werdet.\n5:21 Denn wie der Vater die Toten auferweckt und machet sie lebendig, also auch der Sohn machet lebendig, welche er will.\n5:22 Denn der Vater richtet niemand, sondern alles Gericht hat er dem Sohn gegeben,\n5:23 auf da\u00df sie alle den Sohn ehren, wie sie den Vater ehren. Wer den Sohn nicht ehret, der ehret den Vater nicht, der ihn gesandt hat.\n5:24 Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort h\u00f6ret und glaubet dem, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben und kommt nicht in das Gericht, sondern er ist vom Tode zum Leben hindurchgedrungen.\n5:25 Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Es kommt die Stunde und ist schon jetzt, da\u00df die Toten werden die Stimme des Sohnes Gottes h\u00f6ren; und die sie h\u00f6ren werden, die werden leben.\n5:26 Denn wie der Vater das Leben hat in ihm selber, also hat er dem Sohn gegeben, das Leben zu haben in ihm selber\n5:27 Und hat ihm Macht gegeben, auch das Gericht zu halten, darum da\u00df er des Menschen Sohn ist.\n5:28 Verwundert euch des nicht; denn es kommt die Stunde, in welcher alle, die in den Gr\u00e4bern sind, werden seine Stimme h\u00f6ren\n5:29 und werden hervorgehen, die da Gutes getan haben, zur Auferstehung des Lebens, die aber \u00dcbels getan haben, zur Auferstehung des Gerichts.\n5:30 Ich kann nichts von mir selber tun. Wie ich h\u00f6re, so richte ich, und mein Gericht ist recht; denn ich suche nicht meinen Willen, sondern des Vaters Willen, der mich gesandt hat.\n5:31 So ich von mir selbst zeuge, so ist mein Zeugnis nicht wahr.\n5:32 Ein anderer ist's, der von mir zeuget; und ich wei\u00df, da\u00df das Zeugnis wahr ist, das er von mir zeuget.\n5:33 Ihr schicktet zu Johannes, und er zeugete von der Wahrheit.\n5:34 Ich aber nehme nicht Zeugnis von Menschen, sondern solches sage ich, auf da\u00df ihr selig werdet.\n5:35 Er war ein brennend und scheinend Licht; ihr aber wolltet eine kleine Weile fr\u00f6hlich sein von seinem Licht.\n5:36 Ich aber habe ein gr\u00f6\u00dfer Zeugnis denn des Johannes Zeugnis; denn die Werke, die mir der Vater gegeben hat, da\u00df ich sie vollende, dieselbigen Werke, die ich tue, zeugen von mir, da\u00df mich der Vater gesandt habe.\n5:37 Und der Vater, der mich gesandt hat, derselbige hat von mir gezeuget. Ihr habt nie weder seine Stimme geh\u00f6ret noch seine Gestalt gesehen.\n5:38 Und sein Wort habt ihr nicht in euch wohnend; denn ihr glaubet dem nicht, den er gesandt hat.\n5:39 Suchet in der Schrift; denn ihr meinet, ihr habt das ewige Leben darinnen; und sie ist's, die von mir zeuget.\n5:40 Und ihr wollt nicht zu mir kommen, da\u00df ihr das Leben haben m\u00f6chtet.\n5:41 Ich nehme nicht Ehre von Menschen.\n5:42 Aber ich kenne euch, da\u00df ihr nicht Gottes Liebe in euch habt.\n5:43 Ich bin kommen in meines Vaters Namen, und ihr nehmet mich nicht an. So ein anderer wird in seinem eigenen Namen kommen, den werdet ihr annehmen.\n5:44 Wie k\u00f6nnet ihr glauben, die ihr Ehre voneinander nehmet? Und die Ehre, die von Gott allein ist, suchet ihr nicht.\n5:45 Ihr sollt nicht meinen, da\u00df ich euch vor dem Vater verklagen werde. Es ist einer, der euch verklaget, der Mose, auf welchen ihr hoffet.\n5:46 Wenn ihr Mose glaubtet, so glaubtet ihr auch mir; denn er hat von mir geschrieben.\n5:47 So ihr aber seinen Schriften nicht glaubet, wie werdet ihr meinen Worten glauben?\n6:1 Danach fuhr Jesus weg \u00fcber das Meer an der Stadt Tiberias in Galil\u00e4a.\n6:2 Und es zog ihm viel Volks nach, darum da\u00df sie die Zeichen sahen, die er an den Kranken tat.\n6:3 Jesus aber ging hinauf auf einen Berg und setzte sich daselbst mit seinen J\u00fcngern.\n6:4 Es war aber nahe Ostern, der Juden Fest.\n6:5 Da hub Jesus seine Augen auf und siehet, da\u00df viel Volks zu ihm kommt, und spricht zu Philippus: Wo kaufen wir Brot, da\u00df diese essen?\n6:6 (Das sagte er aber, ihn zu versuchen; denn er wu\u00dfte wohl, was er tun wollte.)\n6:7 Philippus antwortete ihm: F\u00fcr zweihundert Pfennig Brot ist nicht genug unter sie, da\u00df ein jeglicher unter ihnen ein wenig nehme.\n6:8 Spricht zu ihm einer seiner J\u00fcnger, Andreas, der Bruder des Simon Petrus:\n6:9 Es ist ein Knabe hier, der hat f\u00fcnf Gerstenbrote und zwei Fische; aber was ist das unter so viele?\n6:10 Jesus aber sprach: Schaffet, da\u00df sich das Volk lagere! Es war aber viel Gras an dem Ort. Da lagerten sich bei f\u00fcnftausend Mann.\n6:11 Jesus aber nahm die Brote, dankete und gab sie den J\u00fcngern, die J\u00fcnger aber denen, die sich gelagert hatten; desselbigengleichen auch von den Fischen, wieviel er wollte.\n6:12 Da sie aber satt waren, sprach er zu seinen J\u00fcngern: Sammelt die \u00fcbrigen Brocken, da\u00df nichts umkomme!\n6:13 Da sammelten sie und f\u00fclleten zw\u00f6lf K\u00f6rbe mit Brocken von den f\u00fcnf Gerstenbroten, die \u00fcberblieben denen, die gespeiset worden.\n6:14 Da nun die Menschen das Zeichen sahen, das Jesus tat, sprachen sie: Das ist wahrlich der Prophet, der in die Welt kommen soll!\n6:15 Da Jesus nun merkete, da\u00df sie kommen w\u00fcrden und ihn haschen, da\u00df sie ihn zum K\u00f6nige machten, entwich er abermal auf den Berg, er selbst alleine.\n6:16 Am Abend aber gingen die J\u00fcnger hinab an das Meer\n6:17 und traten in das Schiff und kamen \u00fcber das Meer gen Kapernaum. Und es war schon finster worden, und Jesus war nicht zu ihnen kommen.\n6:18 Und das Meer erhub sich von einem gro\u00dfen Winde.\n6:19 Da sie nun gerudert hatten bei f\u00fcnfundzwanzig oder drei\u00dfig Feld Wegs, sahen sie Jesum auf dem Meer dahergehen und nahe zum Schiff kommen; und sie f\u00fcrchteten sich.\n6:20 Er aber sprach zu ihnen: Ich bin's; f\u00fcrchtet euch nicht!\n6:21 Da wollten sie ihn in das Schiff nehmen; und alsbald war das Schiff am Lande, da sie hinfuhren.\n6:22 Des andern Tages sah das Volk, das diesseits des Meeres stund, da\u00df kein ander Schiff daselbst war denn das einige, darein seine J\u00fcnger getreten waren, und da\u00df Jesus nicht mit seinen J\u00fcngern in das Schiff getreten war, sondern allein seine J\u00fcnger waren weggefahren.\n6:23 Es kamen aber andere Schiffe von Tiberias nahe zu der St\u00e4tte, da sie das Brot gegessen hatten durch des HERRN Danksagung.\n6:24 Da nun das Volk sah, da\u00df Jesus nicht da war noch seine J\u00fcnger, traten sie auch in die Schiffe und kamen gen Kapernaum und suchten Jesum.\n6:25 Und da sie ihn fanden jenseit des Meeres, sprachen sie zu ihm: Rabbi, wann bist du herkommen?\n6:26 Jesus antwortete ihnen und sprach: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, ihr suchet mich nicht darum, da\u00df ihr Zeichen gesehen habt, sondern da\u00df ihr von dem Brot gegessen habt und seid satt worden.\n6:27 Wirket Speise, nicht die verg\u00e4nglich ist, sondern die da bleibet in das ewige Leben, welche euch des Menschen Sohn geben wird; denn denselbigen hat Gott der Vater versiegelt.\n6:28 Da sprachen sie zu ihm: Was sollen wir tun, da\u00df wir Gottes Werke wirken?\n6:29 Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Das ist Gottes Werk, da\u00df ihr an den glaubet, den er gesandt hat.\n6:30 Da sprachen sie zu ihm: Was tust du f\u00fcr ein Zeichen, auf da\u00df wir sehen und glauben dir? Was wirkest du?\n6:31 Unsere V\u00e4ter haben Manna gegessen in der W\u00fcste, wie geschrieben stehet: Er gab ihnen Brot vom Himmel zu essen.\n6:32 Da sprach Jesus zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Mose hat euch nicht Brot vom Himmel gegeben, sondern mein Vater gibt euch das rechte Brot vom Himmel.\n6:33 Denn dies ist das Brot Gottes, das vom Himmel kommt und gibt der Welt das Leben.\n6:34 Da sprachen sie zu ihm: HERR, gib uns allewege solch Brot!\n6:35 Jesus aber sprach zu ihnen: Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern; und wer an mich glaubet, den wird nimmermehr d\u00fcrsten.\n6:36 Aber ich hab's euch gesagt, da\u00df ihr mich gesehen habt und glaubet doch nicht.\n6:37 Alles, was mir mein Vater gibt, das kommt zu mir; und wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinaussto\u00dfen.\n6:38 Denn ich bin vom Himmel kommen, nicht da\u00df ich meinen Willen tue, sondern des, der mich gesandt hat.\n6:39 Das ist aber der Wille des Vaters, der mich gesandt hat, da\u00df ich nichts verliere von allem, was er mir gegeben hat, sondern da\u00df ich's auferwecke am J\u00fcngsten Tage.\n6:40 Das ist aber der Wille des, der mich gesandt hat, da\u00df, wer den Sohn siehet und glaubet an ihn, habe das ewige Leben; und ich werde ihn auferwecken am J\u00fcngsten Tage.\n6:41 Da murreten die Juden dar\u00fcber, da\u00df er sagte: Ich bin das Brot, das vom Himmel kommen ist,\n6:42 und sprachen: Ist dieser nicht Jesus, Josephs Sohn, des Vater und Mutter wir kennen? Wie spricht er denn: Ich bin vom Himmel kommen?\n6:43 Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Murret nicht untereinander!\n6:44 Es kann niemand zu mir kommen, es sei denn, da\u00df ihn ziehe der Vater, der mich gesandt hat; und ich werde ihn auferwecken am J\u00fcngsten Tage.\n6:45 Es stehet geschrieben in den Propheten: Sie werden alle von Gott gelehret sein. Wer es nun h\u00f6ret vom Vater und lernet es, der kommt zu mir.\n6:46 Nicht da\u00df jemand den Vater habe gesehen, au\u00dfer dem, der vom Vater ist, der hat den Vater gesehen.\n6:47 Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer an mich glaubet, der hat das ewige Leben.\n6:48 Ich bin das Brot des Lebens.\n6:49 Eure V\u00e4ter haben Manna gegessen in der W\u00fcste und sind gestorben.\n6:50 Dies ist das Brot, das vom Himmel kommt, auf da\u00df, wer davon isset, nicht sterbe.\n6:51 Ich bin das lebendige Brot, vom Himmel kommen. Wer von diesem Brot essen wird, der wird leben in Ewigkeit. Und das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch, welches ich geben werde f\u00fcr das Leben der Welt.\n6:52 Da zanketen die Juden untereinander und sprachen: Wie kann dieser uns sein Fleisch zu essen geben?\n6:53 Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Werdet ihr nicht essen das Fleisch des Menschensohnes und trinken sein Blut, so habt ihr kein Leben in euch.\n6:54 Wer mein Fleisch isset und trinket mein Blut, der hat das ewige Leben, und ich werde ihn am J\u00fcngsten Tage auferwecken.\n6:55 Denn mein Fleisch ist die rechte Speise, und mein Blut ist der rechte Trank.\n6:56 Wer mein Fleisch isset und trinket mein Blut, der bleibt in mir und ich in ihm.\n6:57 Wie mich gesandt hat der lebendige Vater, und ich lebe um des Vaters willen, also, wer mich isset, derselbige wird auch leben um meinetwillen.\n6:58 Dies ist das Brot, das vom Himmel kommen ist, nicht wie eure V\u00e4ter haben Manna gegessen und sind gestorben. Wer dies Brot isset, der wird leben in Ewigkeit.\n6:59 Solches sagte er in der Schule, da er lehrete zu Kapernaum.\n6:60 Viele nun seiner J\u00fcnger, die das h\u00f6reten, sprachen: Das ist eine harte Rede, wer kann sie h\u00f6ren?\n6:61 Da Jesus aber bei sich selbst merkete, da\u00df seine J\u00fcnger dar\u00fcber murreten, sprach er zu ihnen: \u00c4rgert euch das?\n6:62 Wie, wenn ihr denn sehen werdet des Menschen Sohn auffahren dahin; da er zuvor war?\n6:63 Der Geist ist's, der da lebendig macht; das Fleisch ist kein n\u00fctze. Die Worte, die ich rede, die sind Geist und sind Leben.\n6:64 Aber es sind etliche unter euch, die glauben nicht. Denn Jesus wu\u00dfte von Anfang wohl, welche nicht glaubend waren, und welcher ihn verraten w\u00fcrde.\n6:65 Und er sprach: Darum habe ich euch gesagt: Niemand kann zu mir kommen, es sei ihm denn von meinem Vater gegeben.\n6:66 Von dem an gingen seiner J\u00fcnger viel hinter sich und wandelten hinfort nicht mehr mit ihm.\n6:67 Da sprach Jesus zu den Zw\u00f6lfen: Wollt ihr auch weggehen?\n6:68 Da antwortete ihm Simon Petrus: HERR, wohin sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens;\n6:69 und wir haben geglaubet und erkannt, da\u00df du bist Christus, der Sohn des lebendigen Gottes.\n6:70 Jesus antwortete ihm: Hab' ich nicht euch Zw\u00f6lfe erw\u00e4hlet? und euer einer ist ein Teufel.\n6:71 Er redete aber von dem Judas, Simons Sohn, Ischariot; derselbige verriet ihn hernach und war der Zw\u00f6lfen einer.\n7:1 Danach zog Jesus umher in Galil\u00e4a denn er wollte nicht in Jud\u00e4a umherziehen, darum da\u00df ihm die Juden nach dem Leben stelleten.\n7:2 Es war aber nahe der Juden Fest, der Laubr\u00fcst.\n7:3 Da sprachen seine Br\u00fcder zu ihm: Mache dich auf von dannen und gehe nach Jud\u00e4a, auf da\u00df auch deine J\u00fcnger sehen die Werke, die du tust.\n7:4 Niemand tut etwas im Verborgenen und will doch frei offenbar sein. Tust du solches, so offenbare dich vor der Welt.\n7:5 Denn auch seine Br\u00fcder glaubten nicht an ihn.\n7:6 Da spricht Jesus zu ihnen: Meine Zeit ist noch nicht hier; eure Zeit aber ist allewege.\n7:7 Die Welt kann euch nicht hassen; mich aber hasset sie; denn ich zeuge von ihr, da\u00df ihre Werke b\u00f6se sind.\n7:8 Gehet ihr hinauf auf dieses Fest. Ich will noch nicht hinaufgehen auf dieses Fest; denn meine Zeit ist noch nicht erf\u00fcllet.\n7:9 Da er aber das zu ihnen gesagt, blieb er in Galil\u00e4a.\n7:10 Als aber seine Br\u00fcder waren hinaufgegangen, da ging er auch hinauf zu dem Fest, nicht offenbarlich, sondern gleich heimlich.\n7:11 Da suchten ihn die Juden am Fest und sprachen: Wo ist der?\n7:12 Und es war ein gro\u00df Gemurmel von ihm unter dem Volk. Etliche sprachen: Er ist, fromm. Die andern aber sprachen: Nein, sondern er verf\u00fchret das Volk.\n7:13 Niemand aber redete frei von ihm um der Furcht willen vor den Juden.\n7:14 Aber mitten im Fest ging Jesus hinauf in den Tempel und lehrete.\n7:15 Und die Juden verwunderten sich und sprachen: Wie kann dieser die Schrift, so er sie doch nicht gelernet hat?\n7:16 Jesus antwortete ihnen und sprach: Meine Lehre ist nicht mein, sondern des, der mich gesandt hat.\n7:17 So jemand will des Willen tun, der wird innewerden, ob diese Lehre von Gott sei, oder ob ich von mir selbst rede.\n7:18 Wer von ihm selbst redet, der sucht seine eigene Ehre; wer aber suchet die Ehre des, der ihn gesandt hat, der ist wahrhaftig, und ist keine Ungerechtigkeit an ihm.\n7:19 Hat euch nicht Mose das Gesetz gegeben? Und niemand unter euch tut das Gesetz. Warum suchet ihr mich zu t\u00f6ten?\n7:20 Das Volk antwortete und sprach: Du hast den Teufel; wer suchet dich zu t\u00f6ten?\n7:21 Jesus antwortete und sprach: Ein einiges Werk habe ich getan, und es wundert euch alle.\n7:22 Mose hat euch darum gegeben die Beschneidung, nicht da\u00df sie von Mose kommt, sondern von den V\u00e4tern; noch beschneidet ihr den Menschen am Sabbat.\n7:23 So ein Mensch die Beschneidung annimmt am Sabbat, auf da\u00df nicht das Gesetz Mose's gebrochen werde, z\u00fcrnet ihr denn \u00fcber mich, da\u00df ich den ganzen Menschen habe am Sabbat gesund gemacht?\n7:24 Richtet nicht nach dem Ansehen sondern richtet ein recht Gericht!\n7:25 Da sprachen etliche von Jerusalem: Ist das nicht der, den sie suchten zu t\u00f6ten?\n7:26 Und siehe zu, er redet frei, und sie sagen ihm nichts. Erkennen unsere Obersten nun gewi\u00df, da\u00df er gewi\u00df Christus sei?\n7:27 Doch wir wissen, von wannen dieser ist; wenn aber Christus kommen wird, so wird niemand wissen, von wannen er ist.\n7:28 Da rief Jesus im Tempel, lehrete und sprach: Ja, ihr kennet mich und wisset, von wannen ich bin; und von mir selbst bin ich nicht kommen, sondern es ist ein Wahrhaftiger, der mich gesandt hat, welchen ihr nicht kennet.\n7:29 Ich kenne ihn aber; denn ich bin von ihm, und er hat mich gesandt.\n7:30 Da suchten sie ihn zu greifen. Aber niemand legte die Hand an ihn; denn seine Stunde war noch nicht kommen.\n7:31 Aber viele vom Volk glaubten an ihn und sprachen: Wenn Christus kommen wird; wird er auch mehr Zeichen tun, denn dieser tut?\n7:32 Und es kam vor die Pharis\u00e4er, da\u00df das Volk solches von ihm murmelte. Da sandten die Pharis\u00e4er und Hohenpriester Knechte aus, da\u00df sie ihn griffen.\n7:33 Da sprach Jesus zu ihnen: Ich bin noch eine kleine Zeit bei euch, und dann gehe ich hin zu dem, der mich gesandt hat.\n7:34 Ihr werdet mich suchen und nicht finden; und da ich bin, k\u00f6nnet ihr nicht hinkommen.\n7:35 Da sprachen die Juden untereinander: Wo will dieser hingehen, da\u00df wir ihn nicht finden sollen? Will er unter die Griechen gehen, die hin und her zerstreuet liegen, und die Griechen lehren?\n7:36 Was ist das f\u00fcr eine Rede, da\u00df er saget: Ihr werdet mich suchen und nicht finden, und: Wo ich bin, da k\u00f6nnet ihr nicht hinkommen?\n7:37 Aber am letzten Tage des Festes, der am herrlichsten war, trat Jesus auf, rief und sprach: Wen da d\u00fcrstet, der komme zu mir und trinke!\n7:38 Wer an mich glaubet, wie die Schrift sagt, von des Leibe werden Str\u00f6me des lebendigen Wassers flie\u00dfen.\n7:39 Das sagte er aber von dem Geist, welchen empfangen sollten, die an ihn glaubten; denn der Heilige Geist war noch nicht da, denn Jesus war noch nicht verkl\u00e4ret.\n7:40 Viele nun vom Volk, die diese Rede h\u00f6reten, sprachen: Dieser ist ein rechter Prophet.\n7:41 Die andern sprachen: Er ist Christus. Etliche aber sprachen: Soll Christus aus Galil\u00e4a kommen?\n7:42 Spricht nicht die Schrift, von dem Samen Davids und aus dem Flecken Bethlehem, da David war, solle Christus kommen?\n7:43 Also ward eine Zwietracht unter dem Volk \u00fcber ihm.\n7:44 Es wollten aber etliche ihn greifen; aber niemand legte die Hand an ihn.\n7:45 Die Knechte kamen zu den Hohenpriestern und Pharis\u00e4ern. Und sie sprachen zu ihnen: Warum habt ihr ihn nicht gebracht?\n7:46 Die Knechte antworteten: Es hat nie kein Mensch also geredet wie dieser Mensch.\n7:47 Da antworteten ihnen die Pharis\u00e4er: Seid ihr auch verf\u00fchret?\n7:48 Glaubet auch irgendein Oberster oder Pharis\u00e4er an ihn?\n7:49 Sondern das Volk, das nichts vom Gesetz wei\u00df, ist verflucht.\n7:50 Spricht zu ihnen Nikodemus, der bei der Nacht zu ihm kam, welcher einer unter ihnen war:\n7:51 Richtet unser Gesetz auch einen Menschen, ehe man ihn verh\u00f6ret und erkennet, was er tut?\n7:52 Sie antworteten und sprachen zu ihm: Bist du auch ein Galil\u00e4er? Forsche und siehe, aus Galil\u00e4a stehet kein Prophet auf.\n7:53 Und ein jeglicher ging also heim.\n8:1 Jesus aber ging an den \u00d6lberg.\n8:2 Und fr\u00fchmorgens kam er wieder in den Tempel, und alles Volk kam zu ihm. Und er setzte sich und lehrete sie.\n8:3 Aber die Schriftgelehrten und Pharis\u00e4er brachten ein Weib zu ihm, im Ehebruch begriffen, und stelleten sie in die Mitte\n8:4 und sprachen zu ihm: Meister, dies Weib ist begriffen auf frischer Tat im Ehebruch.\n8:5 Mose aber hat uns im Gesetz geboten, solche zu steinigen; was sagst du?\n8:6 Das sprachen sie aber, ihn zu versuchen, auf da\u00df sie eine Sache wider ihn h\u00e4tten. Aber Jesus b\u00fcckete sich nieder und schrieb mit dem Finger auf die Erde.\n8:7 Als sie nun anhielten, ihn zu fragen, richtete er sich auf und sprach zu ihnen: Wer unter euch ohne S\u00fcnde ist, der werfe den ersten Stein auf sie.\n8:8 Und b\u00fcckete sich wieder nieder und schrieb auf die Erde.\n8:9 Da sie aber das h\u00f6reten, gingen sie hinaus, von ihrem Gewissen \u00fcberzeugt, einer nach dem andern, von den \u00c4ltesten an bis zu den Geringsten. Und Jesus ward gelassen allein und das Weib in der Mitte stehend.\n8:10 Jesus aber richtete sich auf; und da er niemand sah denn das Weib, sprach er zu ihr: Weib, wo sind sie, deine Verkl\u00e4ger? Hat dich niemand verdammt?\n8:11 Sie aber sprach: HERR, niemand. Jesus aber sprach: So verdamme ich dich auch nicht; gehe hin und s\u00fcndige hinfort nicht mehr!\n8:12 Da redete Jesus abermal zu ihnen und sprach: Ich bin das Licht der Welt; wer mir nachfolget, der wird nicht wandeln in Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.\n8:13 Da sprachen die Pharis\u00e4er zu ihm: Du zeugest von dir selbst; dein Zeugnis ist nicht wahr.\n8:14 Jesus antwortete und sprach zu ihnen: So ich von mir selbst zeugen w\u00fcrde, so ist mein Zeugnis wahr; denn ich wei\u00df, von wannen ich kommen bin und wo ich hingehe; ihr aber wisset nicht, von wannen ich komme und wo ich hingehe.\n8:15 Ihr richtet nach dem Fleisch; ich richte niemand.\n8:16 So ich aber richte, so ist mein Gericht recht; denn ich bin nicht allein, sondern ich und der Vater, der mich gesandt hat.\n8:17 Auch stehet in eurem Gesetze geschrieben, da\u00df zweier Menschen Zeugnis wahr sei.\n8:18 Ich bin's, der ich von mir selbst zeuge; und der Vater, der mich gesandt hat, zeuget auch von mir.\n8:19 Da sprachen sie zu ihm: Wo ist dein Vater? Jesus antwortete: Ihr kennet weder mich noch meinen Vater; wenn ihr mich kennetet, so kennetet ihr auch meinen Vater.\n8:20 Diese Worte redete Jesus an dem Gotteskasten, da er lehrete im Tempel; und niemand griff ihn; denn seine Stunde war noch nicht kommen.\n8:21 Da sprach Jesus abermal zu ihnen: Ich gehe hinweg, und ihr werdet mich suchen und in eurer S\u00fcnde sterben; wo ich hingehe, da k\u00f6nnet ihr nicht hinkommen.\n8:22 Da sprachen die Juden: Will er sich denn selbst t\u00f6ten, da\u00df er spricht: Wo ich hingehe, da k\u00f6nnet ihr nicht hinkommen?\n8:23 Und er sprach zu ihnen: Ihr seid von unten her, ich bin von oben herab; ihr seid von dieser Welt, ich bin nicht von dieser Welt.\n8:24 So hab' ich euch gesagt, da\u00df ihr sterben werdet in euren S\u00fcnden; denn so ihr nicht glaubet, da\u00df ich es sei, so werdet ihr sterben in euren S\u00fcnden.\n8:25 Da sprachen sie zu ihm: Wer bist du denn? Und Jesus sprach zu ihnen: Erstlich der, der ich mit euch rede.\n8:26 Ich habe viel von euch zu reden und zu richten; aber der mich gesandt hat, ist wahrhaftig, und was ich von ihm geh\u00f6ret habe, das rede ich vor der Welt.\n8:27 Sie vernahmen aber nicht, da\u00df er ihnen von dem Vater sagete.\n8:28 Da sprach Jesus zu ihnen: Wenn ihr des Menschen Sohn erh\u00f6hen werdet, dann werdet ihr erkennen, da\u00df ich es sei und nichts von nur selber tue, sondern wie mich mein Vater gelehret hat, so rede ich.\n8:29 Und der mich gesandt hat, ist mit mir. Der Vater l\u00e4\u00dft mich nicht allein; denn ich tue allezeit, was ihm gef\u00e4llt.\n8:30 Da er solches redete, glaubten viele an ihn.\n8:31 Da sprach nun Jesus zu den Juden, die an ihn glaubten: So ihr bleiben werdet an meiner Rede, so seid ihr meine rechten J\u00fcnger\n8:32 und werdet die Wahrheit erkennen; und die Wahrheit wird euch freimachen.\n8:33 Da antworteten sie ihm: Wir sind Abrahams Samen, sind nie keinmal jemands Knechte gewesen; wie sprichst du denn: Ihr sollt frei werden?\n8:34 Jesus antwortete ihnen und sprach: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, wer S\u00fcnde tut der ist der S\u00fcnde Knecht.\n8:35 Der Knecht aber bleibet nicht ewiglich im Hause; der Sohn bleibet ewiglich.\n8:36 So euch nun der Sohn freimacht, so seid ihr recht frei.\n8:37 Ich wei\u00df wohl, da\u00df ihr Abrahams Samen seid; aber ihr suchet mich zu t\u00f6ten; denn meine Rede f\u00e4nget nicht unter euch.\n8:38 Ich rede, was ich von meinem Vater gesehen habe; so tut ihr, was ihr von eurem Vater gesehen habt.\n8:39 Sie antworteten und sprachen zu ihm: Abraham ist unser Vater. Spricht Jesus zu ihnen: Wenn ihr Abrahams Kinder w\u00e4ret, so t\u00e4tet ihr Abrahams Werke.\n8:40 Nun aber suchet ihr mich zu t\u00f6ten, einen solchen Menschen, der ich euch die Wahrheit gesagt habe, die ich von Gott geh\u00f6ret habe; das hat Abraham nicht getan.\n8:41 Ihr tut eures Vaters Werke. Da sprachen sie zu ihm: Wir sind nicht unehelich geboren; wir haben einen Vater, Gott.\n8:42 Jesus sprach zu ihnen: W\u00e4re Gott euer Vater, so liebetet ihr mich; denn ich bin ausgegangen und komme von Gott; denn ich bin nicht von mir selber kommen, sondern er hat mich gesandt.\n8:43 Warum kennet ihr denn meine Sprache nicht? denn ihr k\u00f6nnt ja mein Wort nicht h\u00f6ren.\n8:44 Ihr seid von dem Vater, dem Teufel, und nach eures Vaters Lust wollt ihr tun. Derselbige ist ein M\u00f6rder von Anfang und ist nicht bestanden in der Wahrheit; denn die Wahrheit ist nicht in ihm. Wenn er die L\u00fcgen redet, so redet er von seinem Eigenen; denn er ist ein L\u00fcgner und ein Vater derselbigen.\n8:45 Ich aber, weil ich die Wahrheit sage, so glaubet ihr mir nicht.\n8:46 Welcher unter euch kann mich einer S\u00fcnde zeihen? So ich euch aber die Wahrheit sage, warum glaubet ihr mir nicht?\n8:47 Wer von Gott ist, der h\u00f6ret Gottes Wort. Darum h\u00f6ret ihr nicht; denn ihr seid nicht von Gott.\n8:48 Da antworteten die Juden und sprachen zu ihm: Sagen wir nicht recht, da\u00df du ein Samariter bist und hast den Teufel.\n8:49 Jesus antwortete: Ich habe keinen Teufel, sondern ich ehre meinen Vater, und ihr unehret mich.\n8:50 Ich suche nicht meine Ehre; es ist aber einer, der sie suchet und richtet.\n8:51 Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: So jemand mein Wort wird halten, der wird den Tod nicht sehen ewiglich.\n8:52 Da sprachen die Juden zu ihm: Nun erkennen wir, da\u00df du den Teufel hast. Abraham ist gestorben und die Propheten, und du sprichst: So jemand mein Wort h\u00e4lt, der wird den Tod nicht schmecken ewiglich.\n8:53 Bist du mehr denn unser Vater Abraham, welcher gestorben ist? Und die Propheten sind gestorben. Was machst du aus dir selbst?\n8:54 Jesus antwortete: So ich mich selber ehre, so ist meine Ehre nichts. Es ist aber mein Vater, der mich ehret, von welchem ihr sprecht, er sei euer Gott,\n8:55 und kennet ihn nicht. Ich aber kenne ihn. Und so ich w\u00fcrde sagen, ich kenne ihn nicht, so w\u00fcrde ich ein L\u00fcgner, gleichwie ihr seid. Aber ich kenne ihn und halte sein Wort.\n8:56 Abraham, euer Vater, ward froh, da\u00df er meinen Tag sehen sollte; und er sah ihn und freuete sich.\n8:57 Da sprachen die Juden zu ihm: Du bist noch nicht f\u00fcnfzig Jahre alt und hast Abraham gesehen?\n8:58 Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ehe denn Abraham ward, bin ich.\n8:59 Da huben sie Steine auf, da\u00df sie auf ihn w\u00fcrfen. Aber Jesus verbarg sich und ging zum Tempel hinaus, mitten durch sie hinstreichend.\n9:1 Und Jesus ging vor\u00fcber und sah einen, der blind geboren war.\n9:2 Und seine J\u00fcnger fragten ihn und sprachen: Meister, wer hat ges\u00fcndiget, dieser oder seine Eltern, da\u00df er ist blind geboren?\n9:3 Jesus antwortete: Es hat weder dieser ges\u00fcndiget noch seine Eltern, sondern da\u00df die Werke Gottes offenbar w\u00fcrden an ihm.\n9:4 Ich mu\u00df Wirken die Werke des, der mich gesandt hat, solange es Tag ist; es kommt die Nacht, da niemand wirken kann.\n9:5 Dieweil ich bin in der Welt, bin ich das Licht der Welt.\n9:6 Da er solches gesagt, sp\u00fctzete er auf die Erde und machte einen Kot aus dem Speichel und schmierete den Kot auf des Blinden Augen\n9:7 und sprach zu ihm: Gehe hin zu dem Teich Siloah (das ist verdolmetschet: gesandt) und wasche dich. Da ging er hin und wusch sich und kam sehend.\n9:8 Die Nachbarn, und die ihn zuvor gesehen hatten, da\u00df er ein Bettler war, sprachen: Ist dieser nicht, der da sa\u00df und bettelte?\n9:9 Etliche sprachen: Er ist's; etliche aber: Er ist ihm \u00e4hnlich. Er selbst aber sprach: Ich bin's.\n9:10 Da sprachen sie zu ihm: Wie sind deine Augen aufgetan?\n9:11 Er antwortete und sprach: Der Mensch, der Jesus hei\u00dfet, machte einen Kot und schmierete meine Augen und sprach: Gehe hin zu dem Teich Siloah und wasche dich. Ich ging hin und wusch mich und ward sehend.\n9:12 Da sprachen sie zu ihm: Wo ist derselbige? Er sprach: Ich wei\u00df nicht.\n9:13 Da f\u00fchreten sie ihn zu den Pharis\u00e4ern, der weiland blind war.\n9:14 (Es war aber Sabbat, da Jesus den Kot machte und seine Augen \u00f6ffnete.)\n9:15 Da fragten sie ihn abermal, auch die Pharis\u00e4er, wie er w\u00e4re sehend worden. Er aber sprach zu ihnen: Kot legte er mir auf die Augen, und ich wusch mich und bin nun sehend.\n9:16 Da sprachen etliche der Pharis\u00e4er: Der Mensch ist nicht von Gott, dieweil er den Sabbat nicht h\u00e4lt. Die andern aber sprachen: Wie kann ein s\u00fcndiger Mensch solche Zeichen tun? Und es ward eine Zwietracht unter ihnen.\n9:17 Sie sprachen wieder zu dem Blinden: Was sagest du von ihm, da\u00df er hat deine Augen aufgetan? Er aber sprach: Er ist ein Prophet.\n9:18 Die Juden glaubten nicht von ihm, da\u00df er blind gewesen und sehend worden w\u00e4re, bis da\u00df sie riefen die Eltern des, der sehend war worden,\n9:19 fragten sie und sprachen: Ist das euer Sohn, von welchem ihr saget, er sei blind geboren? Wie ist er denn nun sehend?\n9:20 Seine Eltern antworteten ihnen und sprachen: Wir wissen, da\u00df dieser unser Sohn ist, und da\u00df er blind geboren ist.\n9:21 Wie er aber nun sehend ist, wissen wir nicht; oder wer ihm hat seine Augen aufgetan, wissen wir auch nicht. Er ist alt genug, fraget ihn; lasset ihn selbst f\u00fcr sich reden.\n9:22 Solches sagten seine Eltern; denn sie f\u00fcrchteten sich vor den Juden. Denn die Juden hatten sich schon vereiniget, so jemand ihn f\u00fcr Christum bekennete, da\u00df derselbe in Bann getan w\u00fcrde.\n9:23 Darum sprachen seine Eltern: Er ist alt genug, fraget ihn.\n9:24 Da riefen sie zum andernmal den Menschen, der blind gewesen war, und sprachen zu ihm: Gib Gott die Ehre! Wir wissen, da\u00df dieser Mensch ein S\u00fcnder ist.\n9:25 Er antwortete und sprach: Ist er ein S\u00fcnder, das wei\u00df ich nicht; eines wei\u00df ich wohl, da\u00df ich blind war und bin nun sehend.\n9:26 Da sprachen sie wieder zu ihm: Was tat er dir? Wie tat er deine Augen auf?\n9:27 Er antwortete ihnen: Ich hab's euch jetzt gesagt; habt ihr's nicht geh\u00f6ret? Was wollt ihr's abermal h\u00f6ren? Wollt ihr auch seine J\u00fcnger werden?\n9:28 Da fluchten sie ihm und sprachen: Du bist sein J\u00fcnger; wir aber sind Mose's J\u00fcnger.\n9:29 Wir wissen, da\u00df Gott mit Mose geredet hat; diesen aber wissen wir nicht, von wannen er ist.\n9:30 Der Mensch antwortete und sprach zu ihnen: Das ist ein wunderlich Ding, da\u00df ihr nicht wisset, von wannen er sei; und er hat meine Augen aufgetan!\n9:31 Wir wissen aber, da\u00df Gott die S\u00fcnder nicht h\u00f6ret, sondern so jemand gottesf\u00fcrchtig ist und tut seinen Willen, den h\u00f6ret er.\n9:32 Von der Welt an ist's nicht erh\u00f6ret, da\u00df jemand einem gebornen Blinden die Augen aufgetan habe.\n9:33 W\u00e4re dieser nicht von Gott, er k\u00f6nnte nichts tun.\n9:34 Sie antworteten und sprachen zu ihm: Du bist ganz in S\u00fcnden geboren und lehrest uns? Und stie\u00dfen ihn hinaus.\n9:35 Es kam vor Jesum, da\u00df sie ihn ausgesto\u00dfen hatten. Und da er ihn fand, sprach er zu ihm: Glaubest du an den Sohn Gottes?\n9:36 Er antwortete und sprach: HERR, welcher ist's, auf da\u00df ich an ihn glaube?\n9:37 Jesus sprach zu ihm: Du hast ihn gesehen, und der mit dir redet, der ist's.\n9:38 Er aber sprach: HERR, ich glaube; und betete ihn an.\n9:39 Und Jesus sprach: Ich bin zum Gerichte auf diese Welt kommen, auf da\u00df, die da nicht sehen, sehend werden, und die da sehen, blind werden.\n9:40 Und solches h\u00f6reten etliche der Pharis\u00e4er, die bei ihm waren, und sprachen zu ihm: Sind wir denn auch blind?\n9:41 Jesus sprach zu ihnen: W\u00e4ret ihr blind, so h\u00e4ttet ihr keine S\u00fcnde; nun ihr aber sprechet: Wir sind sehend, bleibet eure S\u00fcnde.\n10:1 Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer nicht zur T\u00fcr hineingehet in den Schafstall, sondern steiget anderswo hinein, der ist ein Dieb und ein M\u00f6rder.\n10:2 Der aber zur T\u00fcr hineingehet, der ist ein Hirte der Schafe.\n10:3 Demselbigen tut der T\u00fcrh\u00fcter auf, und die Schafe h\u00f6ren seine Stimme; und er ruft seine Schafe mit Namen und f\u00fchret sie aus.\n10:4 Und wenn er seine Schafe hat ausgelassen, gehet er vor ihnen hin, und die Schafe folgen ihm nach; denn sie kennen seine Stimme.\n10:5 Einem Fremden aber folgen sie nicht nach, sondern fliehen von ihm; denn sie kennen der Fremden Stimme nicht.\n10:6 Diesen Spruch sagte Jesus zu ihnen; sie vernahmen aber nicht, was es war, das er zu ihnen sagte.\n10:7 Da sprach Jesus wieder zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ich bin die T\u00fcr zu, den Schafen.\n10:8 Alle, die vor mir kommen sind, die sind Diebe und M\u00f6rder gewesen, aber die Schafe haben ihnen nicht gehorchet.\n10:9 Ich bin die T\u00fcr; so jemand durch mich eingehet, der wird selig werden und wird ein und aus gehen und Weide finden.\n10:10 Ein Dieb kommt nicht, denn da\u00df er stehle, w\u00fcrge und umbringe.\n10:11 Ich bin kommen, da\u00df sie das Leben und volle Gen\u00fcge haben sollen.\n10:12 Ich bin ein guter Hirte; ein guter Hirte l\u00e4sset sein Leben f\u00fcr die Schafe. Ein Mietling aber, der nicht Hirte ist, des die Schafe nicht eigen sind, siehet den Wolf kommen und verl\u00e4sset die Schafe und flieht; und der Wolf erhaschet und zerstreuet die Schafe.\n10:13 Der Mietling aber flieht; denn er ist ein Mietling und achtet der Schafe nicht.\n10:14 Ich bin ein guter Hirte und erkenne die Meinen und bin bekannt den Meinen,\n10:15 wie mich mein Vater kennet, und ich kenne den Vater. Und ich lasse mein Leben f\u00fcr die Schafe.\n10:16 Und ich habe andere Schafe, die sind nicht aus diesem Stalle. Und dieselben mu\u00df ich herf\u00fchren, und sie werden meine Stimme h\u00f6ren, und wird eine Herde und ein Hirte werden.\n10:17 Darum liebet mich mein Vater, da\u00df ich mein Leben lasse, auf da\u00df ich's wieder nehme.\n10:18 Niemand nimmt es von mir, sondern ich lasse es von mir selber. Ich habe Macht es zu lassen und habe Macht es wiederzunehmen. Solch Gebot habe ich empfangen von meinem Vater.\n10:19 Da ward aber eine Zwietracht unter den Juden \u00fcber diesen Worten.\n10:20 Viele unter ihnen sprachen: Er hat den Teufel und ist unsinnig; was h\u00f6ret ihr ihm zu?\n10:21 Die andern sprachen: Das sind nicht Worte eines Besessenen; kann der Teufel auch der Blinden Augen auftun?\n10:22 Es war aber Kirchweih zu Jerusalem und war Winter.\n10:23 Und Jesus wandelte im Tempel, in der Halle Salomos.\n10:24 Da umringten ihn die Juden und sprachen zu ihm: Wie lange h\u00e4ltst du unsere Seelen auf? Bist du Christus, so sage es uns frei heraus!\n10:25 Jesus antwortete ihnen: Ich habe es euch gesagt, und ihr glaubet nicht. Die Werke, die ich tue in meines Vaters Namen, die zeugen von mir.\n10:26 Aber ihr glaubet nicht; denn ihr seid von meinen Schafen nicht, wie ich euch gesagt habe.\n10:27 Denn meine Schafe h\u00f6ren meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir.\n10:28 Und ich gebe ihnen das ewige Leben; und sie werden nimmermehr umkommen, und niemand wird sie mir aus meiner Hand rei\u00dfen.\n10:29 Der Vater, der sie mir gegeben hat, ist gr\u00f6\u00dfer denn alles; und niemand kann sie aus meines Vaters Hand rei\u00dfen.\n10:30 Ich und der Vater sind eins.\n10:31 Da huben die Juden abermal Steine auf, da\u00df sie ihn steinigten.\n10:32 Jesus antwortete ihnen: Viel gute Werke habe ich euch erzeiget von meinem Vater; um welches Werk unter denselbigen steiniget ihr mich?\n10:33 Die Juden antworteten ihm und sprachen: Um des guten Werks willen steinigen wir dich nicht, sondern um der Gottesl\u00e4sterung willen, und da\u00df du ein Mensch bist und machest dich selbst zu einem Gott.\n10:34 Jesus antwortete ihnen: Stehet nicht geschrieben in eurem Gesetz: Ich habe gesagt, ihr seid G\u00f6tter?\n10:35 So er die G\u00f6tter nennet, zu welchen das Wort Gottes geschah (und die Schrift kann doch nicht gebrochen werden),\n10:36 sprecht ihr denn zu dem, den der Vater geheiliget und in die Welt gesandt hat: Du l\u00e4sterst Gott, darum da\u00df ich sage, ich bin Gottes Sohn?\n10:37 Tue ich nicht die Werke meines Vaters, so glaubet mir nicht.\n10:38 Tue ich sie aber, glaubet doch den Werken, wollt ihr mir nicht glauben, auf da\u00df ihr erkennet und glaubet, da\u00df der Vater in mir ist und ich in ihm.\n10:39 Sie suchten abermal, ihn zu greifen; aber er entging ihnen aus ihren H\u00e4nden\n10:40 und zog hin wieder jenseit des Jordans an den Ort, da Johannes vorhin getauft hatte, und blieb allda.\n10:41 Und viele kamen zu ihm und sprachen: Johannes tat kein Zeichen; aber alles, was Johannes von diesem gesagt hat, das ist wahr.\n10:42 Und glaubten allda viele an ihn.\n11:1 Es lag aber einer krank mit Namen Lazarus von Bethanien, in dem Flecken Marias und ihrer Schwester Martha.\n11:2 (Maria aber war, die den HERRN gesalbet hatte mit Salben und seine F\u00fc\u00dfe getrocknet mit ihrem Haar; derselbigen Bruder Lazarus war krank.)\n11:3 Da sandten seine Schwestern zu ihm und lie\u00dfen ihm sagen: HERR, siehe, den du liebhast, der liegt krank.\n11:4 Da Jesus das h\u00f6rete, sprach er: Die Krankheit ist nicht zum Tode, sondern zur Ehre Gottes, da\u00df der Sohn Gottes dadurch geehret werde.\n11:5 Jesus aber hatte Martha lieb und ihre Schwester und Lazarus.\n11:6 Als er nun h\u00f6rete, da\u00df er krank war, blieb er zwei Tage an dem Ort, da er war.\n11:7 Danach spricht er zu seinen J\u00fcngern: Lasset uns wieder nach Jud\u00e4a ziehen!\n11:8 Seine J\u00fcnger sprachen zu ihm: Meister, jenesmal wollten die Juden dich steinigen, und du willst wieder dahin ziehen?\n11:9 Jesus antwortete: Sind nicht des Tages zw\u00f6lf Stunden? Wer des Tages wandelt, der st\u00f6\u00dfet sich nicht, denn er siehet das Licht dieser Welt.\n11:10 Wer aber des Nachts wandelt, der st\u00f6\u00dfet sich, denn es ist kein Licht in ihm.\n11:11 Solches sagte er, und danach spricht er zu ihnen: Lazarus, unser Freund, schl\u00e4ft; aber ich gehe hin, da\u00df ich ihn aufwecke.\n11:12 Da sprachen seine J\u00fcnger: HERR, schl\u00e4ft er, so wird's besser mit ihm.\n11:13 Jesus aber sagte von seinem Tode; sie meineten aber, er redete vom leiblichen Schlaf.\n11:14 Da sagte es ihnen Jesus frei heraus: Lazarus ist gestorben.\n11:15 Und ich bin froh um euretwillen, da\u00df ich nicht dagewesen bin, auf da\u00df ihr glaubet. Aber lasset uns zu ihm ziehen!\n11:16 Da sprach Thomas, der da genannt ist Zwilling, zu den J\u00fcngern: Lasset uns mit ziehen, da\u00df wir mit ihm sterben!\n11:17 Da kam Jesus und fand ihn, da\u00df er schon vier Tage im Grabe gelegen war.\n11:18 (Bethanien aber war nahe bei Jerusalem, bei f\u00fcnfzehn Feldweges.)\n11:19 Und viel Juden waren, zu Martha und Maria kommen, sie zu tr\u00f6sten \u00fcber ihren Bruder.\n11:20 Als Martha nun h\u00f6rete, da\u00df Jesus kommt, gehet sie ihm entgegen; Maria aber blieb daheim sitzen.\n11:21 Da sprach Martha zu Jesu: HERR, w\u00e4rest du hier gewesen, mein Bruder w\u00e4re nicht gestorben;\n11:22 aber ich wei\u00df auch noch, da\u00df, was du bittest von Gott, das wird dir Gott geben.\n11:23 Jesus spricht zu ihr: Dein Bruder soll auferstehen.\n11:24 Martha spricht zu ihm: Ich wei\u00df wohl, da\u00df er auferstehen wird in der Auferstehung am J\u00fcngsten Tage.\n11:25 Jesus spricht zu ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubet, der wird leben, ob er gleich st\u00fcrbe;\n11:26 und wer da lebet und glaubet an mich, der wird nimmermehr sterben. Glaubest du das?\n11:27 Sie spricht zu ihm: HERR, ja, ich glaube, da\u00df du bist Christus, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen ist.\n11:28 Und da sie das gesagt hatte, ging sie hin und rief ihre Schwester Maria heimlich und sprach: Der Meister ist da und rufet dich.\n11:29 Dieselbige, als sie das h\u00f6rete, stund sie eilend auf und kam zu ihm.\n11:30 Denn Jesus war noch nicht in den Flecken kommen, sondern war noch an dem Ort, da ihm Martha war entgegenkommen.\n11:31 Die Juden, die bei ihr im Hause waren und tr\u00f6steten sie, da sie sahen Maria, da\u00df sie eilend aufstund und hinausging, folgten sie ihr nach und sprachen: Sie gehet hin zum Grabe, da\u00df sie daselbst weine.\n11:32 Als nun Maria kam, da Jesus war, und sah ihn, fiel sie zu seinen F\u00fc\u00dfen und sprach zu ihm: HERR, w\u00e4rest du hier gewesen, mein Bruder w\u00e4re nicht gestorben.\n11:33 Als Jesus sie sah weinen und die Juden auch weinen, die mit ihr kamen, ergrimmete er im Geist und betr\u00fcbte sich selbst\n11:34 und sprach: Wo habt ihr ihn hingelegt? Sie sprachen zu ihm: HERR, komm und sieh es!\n11:35 Und Jesu gingen die Augen \u00fcber.\n11:36 Da sprachen die Juden: Siehe, wie hat er ihn so liebgehabt!\n11:37 Etliche aber unter ihnen sprachen: Konnte, der dem Blinden die Augen aufgetan hat, nicht verschaffen, da\u00df auch dieser nicht st\u00fcrbe?\n11:38 Jesus aber ergrimmete abermal in sich selbst und kam zum Grabe. Es war aber eine Kluft und ein Stein darauf gelegt.\n11:39 Jesus sprach: Hebet den Stein ab! Spricht zu ihm Martha, die Schwester des Verstorbenen: HERR, er stinkt schon; denn er ist vier Tage gelegen.\n11:40 Jesus spricht zu ihr: Hab' ich dir nicht gesagt, so du glauben w\u00fcrdest, du solltest die HERRLIchkeit Gottes sehen?\n11:41 Da huben sie den Stein ab, da der Verstorbene lag. Jesus aber hub seine Augen empor und sprach: Vater, ich danke dir, da\u00df du mich erh\u00f6ret hast!\n11:42 Doch ich wei\u00df, da\u00df du mich allezeit h\u00f6rest, sondern um des Volks willen, das umherstehet, sage ich's, da\u00df sie glauben, du habest mich gesandt.\n11:43 Da er das gesagt hatte, rief er mit lauter Stimme: Lazarus, komm heraus!\n11:44 Und der Verstorbene kam heraus, gebunden mit Grabt\u00fcchern an F\u00fc\u00dfen und H\u00e4nden, und sein Angesicht verh\u00fcllet mit einem Schwei\u00dftuch. Jesus spricht zu ihnen: L\u00f6set ihn auf und lasset ihn gehen!\n11:45 Viel nun der Juden, die zu Maria kommen waren und sahen, was Jesus tat, glaubten an ihn.\n11:46 Etliche aber von ihnen gingen hin zu den Pharis\u00e4ern und sagten ihnen, was Jesus getan hatte.\n11:47 Da versammelten die Hohenpriester und die Pharis\u00e4er einen Rat und sprachen: Was tun wir? Dieser Mensch tut viel Zeichen.\n11:48 Lassen wir ihn also, so werden sie alle an ihn glauben. So kommen dann die R\u00f6mer und nehmen uns Land und Leute.\n11:49 Einer aber unter ihnen, Kaiphas, der desselben Jahres Hoherpriester war, sprach zu ihnen: Ihr wisset nichts,\n11:50 bedenket auch nichts; es ist uns besser, ein Mensch sterbe f\u00fcr das Volk, denn da\u00df das ganze Volk verderbe.\n11:51 Solches aber redete er nicht von sich selbst, sondern, dieweil er desselbigen Jahres Hoherpriester war, weissagte er. Denn Jesus sollte sterben f\u00fcr das Volk,\n11:52 und nicht f\u00fcr das Volk allein, sondern da\u00df er die Kinder Gottes, die zerstreuet waren, zusammenbr\u00e4chte.\n11:53 Von dem Tage an ratschlagten sie, wie sie ihn t\u00f6teten.\n11:54 Jesus aber wandelte nicht mehr frei unter den Juden, sondern ging von dannen in eine Gegend nahe bei der W\u00fcste in eine Stadt, genannt Ephrem, und hatte sein Wesen daselbst mit seinen J\u00fcngern.\n11:55 Es war aber nahe das Ostern der Juden; und es gingen viele hinauf gen Jerusalem aus der Gegend vor Ostern da\u00df sie sich reinigten.\n11:56 Da stunden sie und fragten nach Jesu und redeten miteinander im Tempel: Was d\u00fcnket euch, da\u00df er nicht kommt auf das Fest?\n11:57 Es hatten aber die Hohenpriester und Pharis\u00e4er lassen ein Gebot ausgehen, so jemand w\u00fc\u00dfte, wo er w\u00e4re, da\u00df er's anzeigete, da\u00df sie ihn griffen.\n12:1 Sechs Tage vor Ostern kam Jesus gen Bethanien, da Lazarus war, der Verstorbene, welchen Jesus auferwecket hatte von den Toten.\n12:2 Daselbst machten sie ihm ein Abendmahl, und Martha dienete; Lazarus aber war der einer, die mit ihm zu Tische sa\u00dfen.\n12:3 Da nahm Maria ein Pfund Salbe von ungef\u00e4lschter, k\u00f6stlicher Narde und salbete die F\u00fc\u00dfe Jesu und trocknete mit ihrem Haar seine F\u00fc\u00dfe. Das Haus aber ward voll vom Geruch der Salbe.\n12:4 Da sprach seiner J\u00fcnger einer, Judas, Simons Sohn, Ischariot, der ihn hernach verriet:\n12:5 Warum ist diese Salbe nicht verkauft um dreihundert Groschen und den Armen gegeben?\n12:6 Das sagte er aber nicht, da\u00df er nach den Armen fragte, sondern er war ein Dieb und hatte den Beutel und trug, was gegeben ward.\n12:7 Da sprach Jesus: La\u00df sie mit Frieden! Solches hat sie behalten zum Tage meines Begr\u00e4bnisses.\n12:8 Denn Arme habt ihr allezeit bei euch; mich aber habt ihr nicht allezeit.\n12:9 Da erfuhr viel Volks der Juden, da\u00df er daselbst war, und kamen nicht um Jesu willen allein, sondern da\u00df sie auch Lazarus s\u00e4hen, welchen er von den Toten erweckt hatte.\n12:10 Aber die Hohenpriester trachteten danach, da\u00df sie auch Lazarus t\u00f6teten.\n12:11 Denn um seinetwillen gingen viel Juden hin und glaubten an Jesum.\n12:12 Des andern Tages, viel Volks, das aufs Fest kommen war, da es h\u00f6rete, da\u00df Jesus kommt gen Jerusalem,\n12:13 nahmen sie Palmenzweige und gingen hinaus ihm entgegen und schrieen: Hosianna! Gelobet sei, der da kommt in dem Namen des HERRN, ein K\u00f6nig von Israel!\n12:14 Jesus aber \u00fcberkam ein Eselein und ritt darauf, wie denn geschrieben stehet:\n12:15 F\u00fcrchte dich nicht, du Tochter Zion; siehe, dein K\u00f6nig kommt reitend auf einem Eselsf\u00fcllen!\n12:16 Solches aber verstunden seine J\u00fcnger zuvor nicht, sondern da Jesus verkl\u00e4ret ward, da dachten sie daran, da\u00df solches war von ihm geschrieben, und sie solches ihm getan hatten.\n12:17 Das Volk aber, das mit ihm war, da er Lazarus aus dem Grabe rief und von den Toten auferweckte, r\u00fchmete die Tat.\n12:18 Darum ging ihm auch das Volk entgegen, da sie h\u00f6reten, er h\u00e4tte solches Zeichen getan.\n12:19 Die Pharis\u00e4er aber sprachen untereinander: Ihr sehet, da\u00df ihr nichts ausrichtet; siehe, alle Welt l\u00e4uft ihm nach.\n12:20 Es waren aber etliche Griechen unter denen, die hinaufkommen waren, da\u00df sie anbeteten auf das Fest.\n12:21 Die traten zu Philippus, der von Bethsaida aus Galil\u00e4a war, baten ihn und sprachen: HERR, wir wollten Jesum gerne sehen.\n12:22 Philippus kommt und sagt's Andreas, und Philippus und Andreas sagten's weiter Jesu.\n12:23 Jesus aber antwortete ihnen und sprach: Die Zeit ist kommen, da\u00df des Menschen Sohn verkl\u00e4ret werde.\n12:24 Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Es sei denn, da\u00df das Weizenkorn in die Erde falle und ersterbe, so bleibt's alleine; wo es aber erstirbt, so bringt's viel Fr\u00fcchte.\n12:25 Wer sein Leben liebhat, der wird's verlieren; und wer sein Leben auf dieser Welt hasset, der wird's erhalten zum ewigen Leben.\n12:26 Wer mir dienen will, der folge mir nach; und wo ich bin, da soll mein Diener auch sein. Und wer mir dienen wird, den wird mein Vater ehren.\n12:27 Jetzt ist meine Seele betr\u00fcbet. Und was soll ich sagen? Vater, hilf mir aus dieser Stunde! Doch darum bin ich in diese Stunde kommen.\n12:28 Vater, verkl\u00e4re deinen Namen! Da kam eine Stimme vom Himmel: Ich hab' ihn verkl\u00e4ret und will ihn abermal verkl\u00e4ren.\n12:29 Da sprach das Volk, das dabeistund und zuh\u00f6rete: Es donnerte! Die andern sprachen: Es redete ein Engel mit ihm.\n12:30 Jesus antwortete und sprach: Diese Stimme ist nicht um meinetwillen geschehen, sondern um euretwillen.\n12:31 Jetzt gehet das Gericht \u00fcber die Welt; nun wird der F\u00fcrst dieser Welt ausgesto\u00dfen werden.\n12:32 Und ich, wenn ich erh\u00f6het werde von der Erde, so will ich sie alle zu mir ziehen.\n12:33 Das sagte er aber, zu deuten, welches Todes er sterben w\u00fcrde.\n12:34 Da antwortete ihm das Volk: Wir haben geh\u00f6ret im Gesetz, da\u00df Christus ewiglich bleibe; und wie sagst du denn, des Menschen Sohn mu\u00df erh\u00f6het werden? Wer ist dieser Menschensohn?\n12:35 Da sprach Jesus zu ihnen: Es ist das Licht noch eine kleine Zeit bei euch. Wandelt, dieweil ihr das Licht habt, da\u00df euch die Finsternisse nicht \u00fcberfallen. Wer in Finsternis wandelt, der wei\u00df nicht, wo er hingehet.\n12:36 Glaubet an das Licht, dieweil ihr's habt, auf da\u00df ihr des Lichtes Kinder seid.\n12:37 Solches redete Jesus und ging weg und verbarg sich vor ihnen. Und ob er wohl solche Zeichen vor ihnen tat, glaubten sie doch nicht an ihn,\n12:38 auf da\u00df erf\u00fcllet w\u00fcrde der Spruch des Propheten Jesaja, den er sagt: HERR, wer glaubet unserm Predigen, und wem ist der Arm des HERRN offenbaret?\n12:39 Darum konnten sie nicht glauben; denn Jesaja sagt abermal:\n12:40 Er hat ihre Augen verblendet und ihr Herz verstocket, da\u00df sie mit den Augen nicht sehen, noch mit dem Herzen vernehmen und sich bekehren, und ich ihnen h\u00fclfe.\n12:41 Solches sagte Jesaja, da er seine HERRLIchkeit sah und redete von ihm.\n12:42 Doch der Obersten glaubten viel an ihn; aber um der Pharis\u00e4er willen bekannten sie es nicht, da\u00df sie nicht in den Bann getan w\u00fcrden;\n12:43 denn sie hatten lieber die Ehre bei den Menschen denn die Ehre bei Gott.\n12:44 Jesus aber rief und sprach: Wer an mich glaubet, der glaubet nicht an mich, sondern an den, der mich gesandt hat.\n12:45 Und wer mich siehet, der siehet den, der mich gesandt hat.\n12:46 Ich bin kommen in die Welt ein Licht, auf da\u00df, wer an mich glaubet, nicht in Finsternis bleibe.\n12:47 Und wer meine Worte h\u00f6ret und glaubet nicht, den werde ich nicht richten; denn ich bin nicht kommen; da\u00df ich die Welt richte, sondern da\u00df ich die Welt selig mache.\n12:48 Wer mich verachtet und nimmt meine Worte nicht auf, der hat schon, der ihn richtet: das Wort, welches ich geredet habe, das wird ihn richten am J\u00fcngsten Tage.\n12:49 Denn ich habe nicht von mir selber geredet, sondern der Vater, der mich gesandt hat, der hat mir ein Gebot gegeben, was ich tun und reden soll.\n12:50 Und ich wei\u00df, da\u00df sein Gebot ist das ewige Leben. Darum, was ich rede, das rede ich also, wie mir der Vater gegeben hat.\n13:1 Vor dem Fest aber der Ostern, da Jesus erkennete, da\u00df seine Zeit kommen war, da\u00df er aus dieser Welt ginge zum Vater: wie er hatte geliebet die Seinen, die in der Welt waren, so liebte er sie bis ans Ende.\n13:2 Und nach dem Abendessen, da schon der Teufel hatte dem Judas, Simons Sohn, dem Ischariot, ins Herz gegeben, da\u00df er ihn verriete,\n13:3 wu\u00dfte Jesus, da\u00df ihm der Vater hatte alles in seine H\u00e4nde gegeben, und da\u00df er von Gott kommen war und zu Gott ging:\n13:4 stund er vom Abendmahl auf, legte seine Kleider ab und nahm einen Schurz und umg\u00fcrtete sich.\n13:5 Danach go\u00df er Wasser in ein Becken, hub an, den J\u00fcngern die F\u00fc\u00dfe zu waschen, und trocknete sie mit dem Schurz, damit er umg\u00fcrtet war.\n13:6 Da kam er zu Simon Petrus; und derselbige sprach zu ihm: HERR, solltest du mir meine F\u00fc\u00dfe waschen?\n13:7 Jesus antwortete und sprach zu ihm: Was ich tue, das wei\u00dft du jetzt nicht; du wirst's aber hernach erfahren.\n13:8 Da sprach Petrus zu ihm: Nimmermehr sollst du mir die F\u00fc\u00dfe waschen. Jesus antwortete ihm: Werde ich dich nicht waschen, so hast du kein Teil mit mir.\n13:9 Spricht zu ihm Simon Petrus: HERR, nicht die F\u00fc\u00dfe alleine, sondern auch die H\u00e4nde und das Haupt.\n13:10 Spricht Jesus zu ihm: Wer gewaschen ist, der bedarf nicht denn die F\u00fc\u00dfe waschen, sondern er ist ganz rein. Und ihr seid rein, aber nicht alle.\n13:11 Denn er wu\u00dfte seinen Verr\u00e4ter wohl; darum sprach er: Ihr seid nicht alle rein.\n13:12 Da er nun ihre F\u00fc\u00dfe gewaschen hatte, nahm er seine Kleider und setzte sich wieder nieder und sprach abermal zu ihnen: Wisset ihr, was ich euch getan habe?\n13:13 Ihr hei\u00dfet mich Meister und HERR und saget recht daran; denn ich bin's auch.\n13:14 So nun ich, euer HERR und Meister, euch die F\u00fc\u00dfe gewaschen habe, so sollt ihr auch euch untereinander die F\u00fc\u00dfe waschen.\n13:15 Ein Beispiel habe ich euch gegeben, da\u00df ihr tut, wie ich euch getan habe.\n13:16 Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, der Knecht ist nicht gr\u00f6\u00dfer denn sein HERR noch der Apostel gr\u00f6\u00dfer, denn der ihn gesandt hat.\n13:17 So ihr solches wisset, selig seid ihr, so ihr's tut.\n13:18 Nicht sage ich von euch allen, (ich wei\u00df, welche ich erw\u00e4hlet habe), sondern da\u00df die Schrift erf\u00fcllet werde: Der mein Brot isset, der tritt mich mit F\u00fc\u00dfen.\n13:19 Jetzt sage ich's euch, ehe denn es geschiehet, auf da\u00df, wenn es geschehen ist, da\u00df ihr glaubet, da\u00df ich's bin.\n13:20 Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer aufnimmt, so ich jemand senden werde, der nimmt mich auf; wer aber mich aufnimmt, der nimmt den auf, der mich gesandt hat.\n13:21 Da solches Jesus gesagt hatte, ward er betr\u00fcbt im Geist und zeugete und sprach: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, einer unter euch wird mich verraten.\n13:22 Da sahen sich die J\u00fcnger untereinander an, und ward ihnen bange, von welchem er redete.\n13:23 Es war aber einer unter seinen J\u00fcngern, der zu Tische sa\u00df an der Brust Jesu, welchen Jesus liebhatte.\n13:24 Dem winkete Simon Petrus, da\u00df er forschen sollte, wer es w\u00e4re, von dem er sagte.\n13:25 Denn derselbige lag an der Brust Jesu und sprach zu ihm: HERR, wer ist's?\n13:26 Jesus antwortete: Der ist's, dem ich den Bissen eintauche und gebe. Und er tauchte den Bissen ein und gab ihn Judas, Simons Sohn, dem Ischariot.\n13:27 Und nach dem Bissen fuhr der Satan in ihn. Da sprach Jesus zu ihm: Was du tust, das tue bald.\n13:28 Dasselbige aber wu\u00dfte niemand \u00fcber dem Tische, wozu er's ihm sagte.\n13:29 Etliche meineten, dieweil Judas den Beutel hatte, Jesus spr\u00e4che zu ihm: Kaufe, was uns not ist auf das Fest; oder da\u00df er den Armen etwas g\u00e4be.\n13:30 Da er nun den Bissen genommen hatte, ging er sobald hinaus. Und es war Nacht.\n13:31 Da er aber hinausgegangen war, spricht Jesus: Nun ist des Menschen Sohn verkl\u00e4ret, und Gott ist verkl\u00e4ret in ihm.\n13:32 Ist Gott verkl\u00e4ret in ihm, wird ihn auch Gott verkl\u00e4ren in ihm selbst und wird ihn bald verkl\u00e4ren.\n13:33 Liebe Kindlein, ich bin noch eine kleine Weile bei euch. Ihr werdet mich suchen; und wie ich zu den Juden sagte: Wo ich hingehe; da k\u00f6nnt ihr nicht hinkommen.\n13:34 Und ich sage euch nun: Ein neu Gebot gebe ich euch, da\u00df ihr euch untereinander liebet, wie ich euch geliebet habe, auf da\u00df auch ihr einander lieb habet.\n13:35 Dabei wird jedermann erkennen, da\u00df ihr meine J\u00fcnger seid, so ihr Liebe untereinander habt.\n13:36 Spricht Simon Petrus zu ihm: HERR, wo gehest du hin? Jesus antwortete ihm: Da ich hingehe, kannst du mir diesmal nicht folgen; aber du wirst mir hernachmals folgen.\n13:37 Petrus spricht zu ihm: HERR, warum kann ich dir diesmal nicht folgen? Ich will mein Leben f\u00fcr dich lassen.\n13:38 Jesus antwortete ihm: Solltest du dein Leben f\u00fcr mich lassen? Wahrlich, wahrlich, ich sage dir, der Hahn wird nicht kr\u00e4hen, bis du mich dreimal habest verleugnet!\n14:1 Und er sprach zu seinen J\u00fcngern: Euer Herz erschrecke nicht! Glaubet ihr an Gott, so glaubet ihr auch an mich.\n14:2 In meines Vaters Hause sind viel Wohnungen. Wenn's nicht so w\u00e4re, so wollt' ich zu euch sagen; ich gehe hin euch die St\u00e4tte zu bereiten.\n14:3 Und ob ich hinginge, euch die St\u00e4tte zu bereiten, will ich doch wiederkommen und euch zu mir nehmen, auf da\u00df ihr seid, wo ich bin.\n14:4 Und wo ich hingehe, das wisset ihr, und den Weg wisset ihr auch.\n14:5 Spricht zu ihm Thomas: HERR, wir wissen nicht, wo du hingehest; und wie k\u00f6nnen wir den Weg wissen?\n14:6 Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich\n14:7 Wenn ihr mich kennetet, so kennetet ihr auch meinen Vater. Und von nun an kennet ihr ihn und habt ihn gesehen.\n14:8 Spricht zu ihm Philippus: HERR, zeige uns den Vater, so gen\u00fcget uns.\n14:9 Jesus spricht zu ihm: So lange bin ich bei euch und du kennest mich nicht? Philippus, wer mich siehet, der siehet den Vater. Wie sprichst du denn: Zeige uns en Vater?\n14:10 Glaubest du nicht, da\u00df ich im Vater und der Vater in mir ist? Die Worte, die zu euch rede, die rede ich nicht von mir selbst. Der Vater aber, der in mir wohnet, derselbige tut die Werke.\n14:11 Glaubet mir, da\u00df ich im Vater und der Vater in mir ist; wo nicht, so glaubet mir doch um der Werke willen.\n14:12 Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer an mich glaubet, der wird die Werke auch tun, die ich tue, und wird gr\u00f6\u00dfere denn diese tun; denn ich gehe zum Vater\n14:13 Und was ihr bitten werdet in meinem Namen, das will ich tun, auf da\u00df der Vater geehret werde in dem Sohne\n14:14 Was ihr bitten werdet in meinem Namen das will ich tun.\n14:15 Liebet ihr mich, so haltet meine Gebote.\n14:16 Und ich will den Vater bitten, und er soll euch einen andern Tr\u00f6ster geben, da\u00df er bei euch bleibe ewiglich,\n14:17 den Geist der Wahrheit, welchen die Welt nicht kann empfangen; denn sie siehet ihn nicht und kennet ihn nicht. Ihr aber kennet ihn; denn er bleibet bei euch und wird in euch sein.\n14:18 Ich will euch nicht Waisen lassen; ich komme zu euch.\n14:19 Es ist noch um ein kleines, so wird mich die Welt nicht mehr sehen; ihr aber sollt mich sehen: denn ich lebe, und ihr sollt auch leben.\n14:20 An demselbigen Tage werdet ihr erkennen, da\u00df ich in meinem Vater bin und ihr in mir und ich in euch.\n14:21 Wer meine Gebote hat und h\u00e4lt sie, der ist's, der mich liebet. Wer mich aber liebet, der wird von meinem Vater geliebet werden, und ich werde ihn lieben und mich ihm offenbaren.\n14:22 Spricht zu ihm Judas, nicht der Ischariot: HERR, was ist's, da\u00df du uns willst dich offenbaren und nicht der Welt?\n14:23 Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wer mich liebet, der wird mein Wort halten; und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen.\n14:24 Wer aber mich nicht liebet, der h\u00e4lt meine Worte nicht. Und das Wort, das ihr h\u00f6ret ist nicht mein, sondern des Vaters, der mich gesandt hat.\n14:25 Solches hab' ich zu euch geredet, weil ich bei euch gewesen bin.\n14:26 Aber der Tr\u00f6ster, der Heilige Geist, welchen mein Vater senden wird in meinem Namen, derselbige wird's euch alles lehren und euch erinnern alles des, das ich euch gesagt habe.\n14:27 Den Frieden lasse ich euch; meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt. Euer Herz erschrecke nicht und f\u00fcrchte sich nicht!\n14:28 Ihr habt geh\u00f6ret, da\u00df ich euch gesagt habe: Ich gehe hin und komme wieder zu euch. H\u00e4ttet ihr mich lieb, so w\u00fcrdet ihr euch freuen, da\u00df ich gesagt habe: Ich gehe zum Vater; denn der Vater ist gr\u00f6\u00dfer denn ich.\n14:29 Und nun hab' ich's euch gesagt, ehe denn es geschiehet, auf da\u00df, wenn es nun geschehen wird, da\u00df ihr glaubet.\n14:30 Ich werde hinfort nicht mehr viel mit euch reden; denn es kommt der F\u00fcrst dieser Welt und hat nichts an mir.\n14:31 Aber da\u00df die Welt erkenne, da\u00df ich den Vater liebe, und ich also tue, wie mir der Vater geboten hat, stehet auf und lasset uns von hinnen gehen!\n15:1 Ich bin ein rechter Weinstock und mein Vater ein Weing\u00e4rtner.\n15:2 Eine jegliche Rebe an mir, die nicht Frucht bringet, wird er wegnehmen, und eine jegliche, die da Frucht bringet, wird er reinigen, da\u00df sie mehr Frucht bringe.\n15:3 Ihr seid jetzt rein um des Worts willen, das ich zu euch geredet habe.\n15:4 Bleibt in mir und ich in euch. Gleichwie die Rebe kann keine Frucht bringen von ihr selber, sie bleibe denn am Weinstock, also auch ihr nicht, ihr bleibet denn an mir.\n15:5 Ich bin der Weinstock; ihr seid die Reben. Wer in mir bleibet und ich in ihm der bringet viel Frucht; denn ohne mich k\u00f6nnt ihr nichts tun.\n15:6 Wer nicht in mir bleibet, der wird weggeworfen wie eine Rebe und verdorret, und man sammelt sie und wirft sie ins Feuer, und mu\u00df brennen.\n15:7 So ihr in mir bleibet, und meine Worte in euch bleiben, werdet ihr bitten, was ihr wollt, und es wird euch widerfahren.\n15:8 Darinnen wird mein Vater geehret, da\u00df ihr viel Frucht bringet und werdet meine J\u00fcnger.\n15:9 Gleichwie mich mein Vater liebet, also liebe ich euch auch. Bleibet in meiner Liebe!\n15:10 So ihr meine Gebote haltet, so bleibet ihr in meiner Liebe, gleichwie ich meines Vaters Gebote halte und bleibe in seiner Liebe.\n15:11 Solches rede ich zu euch, auf da\u00df meine Freude in euch bleibe, und eure Freude vollkommen werde.\n15:12 Das ist mein Gebot, da\u00df ihr euch untereinander liebet, gleichwie ich euch liebe.\n15:13 Niemand hat gr\u00f6\u00dfere Liebe denn die, da\u00df er sein Leben l\u00e4sset f\u00fcr seine Freunde.\n15:14 Ihr seid meine Freunde, so ihr tut, was ich euch gebiete.\n15:15 Ich sage hinfort nicht, da\u00df ihr Knechte seid; denn ein Knecht wei\u00df nicht, was sein HERR tut. Euch aber habe ich gesagt, da\u00df ihr Freunde seid; denn alles, was ich habe von meinem Vater geh\u00f6ret, hab' ich euch kundgetan.\n15:16 Ihr habet mich nicht erw\u00e4hlet, sondern ich habe euch erw\u00e4hlet und gesetzt, da\u00df ihr hingehet und Frucht bringet, und eure Frucht bleibe, auf da\u00df, so ihr den Vater bittet in meinem Namen, da\u00df er's euch gebe\n15:17 Das gebiete ich euch, da\u00df ihr euch untereinander liebet.\n15:18 So euch die Welt hasset, so wisset, da\u00df sie mich vor euch gehasset hat.\n15:19 W\u00e4ret ihr von der Welt, so h\u00e4tte die Welt das Ihre lieb; dieweil ihr aber nicht von der Welt seid, sondern ich habe euch von der Welt erw\u00e4hlet, darum hasset euch die Welt.\n15:20 Gedenket an mein Wort, das ich euch gesagt habe: Der Knecht ist nicht gr\u00f6\u00dfer denn, sein HERR. Haben sie mich verfolget, sie werden euch auch verfolgen; haben sie mein Wort gehalten, so werden sie eures auch halten.\n15:21 Aber das alles werden sie euch tun um meines Namens willen; denn sie kennen den nicht, der mich gesandt hat.\n15:22 Wenn ich nicht kommen w\u00e4re und h\u00e4tte es ihnen gesagt, h\u00e4tten sie keine S\u00fcnde; nun aber k\u00f6nnen sie nichts vorwenden, ihre S\u00fcnde zu entschuldigen.\n15:23 Wer mich hasset, der hasset auch meinen Vater.\n15:24 H\u00e4tte ich nicht die Werke getan unter ihnen, die kein anderer getan hat, so h\u00e4tten sie keine S\u00fcnde; nun aber haben sie es gesehen und hassen doch beide, mich und meinen Vater.\n15:25 Doch da\u00df erf\u00fcllet werde der Spruch, in ihrem Gesetz geschrieben: Sie hassen mich ohn' Ursache.\n15:26 Wenn aber der Tr\u00f6ster kommen wird, welchen ich euch senden werde vom Vater, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgehet, der wird zeugen von mir.\n15:27 Und ihr werdet auch zeugen; denn ihr seid von Anfang bei mir gewesen.\n16:1 Solches habe ich zu euch geredet, da\u00df ihr euch nicht \u00e4rgert.\n16:2 Sie werden euch in den Bann tun. Es kommt aber die Zeit, da\u00df, wer euch t\u00f6tet, wird meinen, er tue Gott einen Dienst daran.\n16:3 Und solches werden sie euch darum tun, da\u00df sie weder meinen Vater noch mich erkennen.\n16:4 Aber solches habe ich zu euch geredet, auf da\u00df, wenn die Zeit kommen wird, da\u00df ihr daran gedenket, da\u00df ich's euch gesagt habe. Solches aber habe ich euch von Anfang nicht gesagt; denn ich war bei euch.\n16:5 Nun aber gehe ich hin zu dem, der mich gesandt hat; und niemand unter euch fraget mich: Wo gehest du hin?\n16:6 sondern dieweil ich solches zu euch geredet habe, ist euer Herz voll Trauerns worden.\n16:7 Aber ich sage euch die Wahrheit: Es ist euch gut, da\u00df ich hingehe. Denn so ich nicht hingehe, so kommt der Tr\u00f6ster nicht zu euch; so ich aber gehe, will ich ihn zu euch senden.\n16:8 Und wenn derselbige kommt, der wird die Welt strafen um die S\u00fcnde und um die Gerechtigkeit und um das Gericht:\n16:9 um die S\u00fcnde, da\u00df sie nicht glauben an mich;\n16:10 um die Gerechtigkeit aber, da\u00df ich zum Vater gehe, und ihr mich hinfort nicht sehet;\n16:11 um das Gericht, da\u00df der F\u00fcrst dieser Welt gerichtet ist.\n16:12 Ich habe euch noch viel zu sagen; aber ihr k\u00f6nnet's jetzt nicht tragen.\n16:13 Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, kommen wird, der wird euch in alle Wahrheit leiten. Denn er wird nicht von ihm selber reden, sondern was er h\u00f6ren wird, das wird er reden, und was zuk\u00fcnftig ist, wird er euch verk\u00fcndigen.\n16:14 Derselbige wird mich verkl\u00e4ren; denn von dem Meinen wird er's nehmen und euch verk\u00fcndigen.\n16:15 Alles, was der Vater hat, das ist mein; darum hab' ich gesagt: Er wird's von dem Meinen nehmen und euch verk\u00fcndigen.\n16:16 \u00dcber ein kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber \u00fcber ein kleines, so werdet ihr mich sehen; denn ich gehe zum Vater.\n16:17 Da sprachen etliche unter seinen J\u00fcngern untereinander: Was ist das, was er saget zu uns: \u00dcber ein so werdet ihr mich nicht sehen, und aber \u00fcber ein kleines, so werdet ihr mich sehen, und da\u00df ich zum Vater gehe?\n16:18 Da sprachen sie: Was ist das, was er sagt: \u00dcber ein kleines? Wir wissen nicht, was er redet.\n16:19 Da merkete Jesus, da\u00df sie ihn fragen wollten, und sprach zu ihnen: Davon fraget ihr untereinander, da\u00df ich gesagt habe: \u00dcber ein kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber \u00fcber ein kleines, so werdet ihr mich sehen.\n16:20 Wahrlich, wahrlich, ich, sage euch: Ihr werdet weinen und heulen; aber die Welt wird sich freuen. Ihr aber werdet traurig sein; doch eure Traurigkeit soll in Freude verkehret werden.\n16:21 Ein Weib, wenn sie gebiert, so hat sie Traurigkeit; denn ihre Stunde ist kommen. Wenn sie aber das Kind geboren hat, denket sie nicht mehr an die Angst um der Freude willen, da\u00df der Mensch zur Welt geboren ist.\n16:22 Und ihr habt auch nun Traurigkeit aber ich will euch wiedersehen, und euer Herz soll sich freuen, und eure Freude soll niemand von euch nehmen.\n16:23 Und an demselbigen Tage werdet ihr mich nichts fragen. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: So ihr den Vater etwas bitten werdet in meinen Namen, so wird er's euch geben.\n16:24 Bisher habt ihr nichts gebeten in meinem Namen. Bittet, so werdet ihr nehmen, da\u00df eure Freude vollkommen sei.\n16:25 Solches hab' ich zu euch durch Sprichw\u00f6rter geredet. Es kommt aber die Zeit, da\u00df ich nicht mehr durch Sprichw\u00f6rter mit euch reden werde, sondern euch frei heraus verk\u00fcndigen von meinem Vater.\n16:26 An demselbigen Tage werdet ihr bitten in meinem Namen. Und ich sage euch nicht, da\u00df ich den Vater f\u00fcr euch bitten will;\n16:27 denn er selbst, der Vater, hat euch lieb, darum da\u00df ihr mich liebet und glaubet, da\u00df ich von Gott ausgegangen bin.\n16:28 Ich bin vom Vater ausgegangen und kommen in die Welt; wiederum verlasse ich die Welt und gehe zum Vater.\n16:29 Sprechen zu ihm seine J\u00fcnger: Siehe, nun redest du frei heraus und sagest kein Sprichwort.\n16:30 Nun wissen wir, da\u00df du alle Dinge wei\u00dft und bedarfst nicht, da\u00df dich jemand frage. Darum glauben wir, da\u00df du von Gott ausgegangen bist.\n16:31 Jesus antwortete ihnen: Jetzt glaubet ihr.\n16:32 Siehe, es kommt die Stunde und ist schon kommen, da\u00df ihr zerstreuet werdet, ein jeglicher in das Seine, und mich alleine lasset. Aber ich bin nicht alleine; denn der Vater ist bei mir.\n16:33 Solches habe ich mit euch geredet, da\u00df ihr in mir Frieden habet. In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt \u00fcberwunden.\n17:1 Solches redete Jesus und hub seine Augen auf gen Himmel und sprach: Vater, die Stunde ist hier, da\u00df du deinen Sohn verkl\u00e4rest, auf da\u00df dich dein Sohn auch verkl\u00e4re,\n17:2 gleichwie du ihm Macht hast gegeben \u00fcber alles Fleisch, auf da\u00df er das ewige Leben gebe allen, die du ihm gegeben hast.\n17:3 Das ist aber das ewige Leben, da\u00df sie dich, da\u00df du allein wahrer Gott bist, und den du gesandt hast, Jesum Christum, erkennen.\n17:4 Ich habe dich verkl\u00e4ret auf Erden und vollendet das Werk, das du mir gegeben hast, da\u00df ich's tun sollte.\n17:5 Und nun verkl\u00e4re mich du, Vater, bei dir selbst mit der Klarheit, die ich bei dir hatte, ehe die Welt war.\n17:6 Ich habe deinen Namen offenbaret den Menschen, die du mir von der Welt gegeben hast. Sie waren dein, und du hast sie mir gegeben, und sie haben dein Wort behalten.\n17:7 Nun wissen sie, da\u00df alles, was du mir gegeben hast, sei von dir.\n17:8 Denn die Worte, die du mir gegeben hast, hab' ich ihnen gegeben; und sie haben's angenommen und erkannt wahrhaftig, da\u00df ich von dir ausgegangen bin, und glauben, da\u00df du mich gesandt hast.\n17:9 Ich bitte f\u00fcr sie und bitte nicht f\u00fcr die Welt, sondern f\u00fcr die, so du mir gegeben hast; denn sie sind dein.\n17:10 Und alles, was mein ist, das ist dein, und was dein ist, das ist mein; und ich bin in ihnen verkl\u00e4ret.\n17:11 Und ich bin nicht mehr in der Welt; sie aber sind in der Welt, und ich komme zu dir. Heiliger Vater, erhalte sie in deinem Namen, die du mir gegeben hast, da\u00df sie eins seien gleichwie wir!\n17:12 Dieweil ich bei ihnen war in der Welt, erhielt ich sie in deinem Namen. Die du mir gegeben hast, die habe ich bewahret, und ist keiner von ihnen verloren ohne das verlorne Kind, da\u00df die Schrift erf\u00fcllet w\u00fcrde.\n17:13 Nun aber komme ich zu dir und rede solches in der Welt, auf da\u00df sie in ihnen haben meine Freude vollkommen.\n17:14 Ich hab' ihnen gegeben dein Wort, und die Welt hasset sie; denn sie sind nicht von der Welt, wie denn auch ich nicht von der Welt bin.\n17:15 Ich bitte nicht, da\u00df du sie von der Welt nehmest, sondern da\u00df du sie bewahrest vor dem \u00dcbel.\n17:16 Sie sind nicht von der Welt, gleichwie auch ich nicht von der Welt bin.\n17:17 Heilige sie in deiner Wahrheit; dein Wort ist die Wahrheit.\n17:18 Gleichwie du mich gesandt hast in die Welt, so sende ich sie auch in die Welt.\n17:19 Ich heilige mich selbst f\u00fcr sie, auf da\u00df auch sie geheiliget seien in der Wahrheit.\n17:20 Ich bitte aber nicht alleine f\u00fcr sie, sondern auch f\u00fcr die, so durch ihr Wort an mich glauben werden,\n17:21 auf da\u00df sie alle eins seien gleichwie du, Vater, in mir und ich in dir, da\u00df auch sie in uns eins seien, auf da\u00df die Welt glaube, du habest mich gesandt.\n17:22 Und ich hab' ihnen gegeben die HERRLIchkeit, die du mir gegeben hast, da\u00df sie eins seien, gleichwie wir eins sind,\n17:23 ich in ihnen und du in mir, auf da\u00df sie vollkommen seien in eins, und die Welt erkenne, da\u00df du mich gesandt hast und liebest sie, gleichwie du mich liebest.\n17:24 Vater, ich will, da\u00df, wo ich bin, auch die bei mir seien, die du mir gegeben hast, da\u00df sie meine HERRLIchkeit sehen, die du mir gegeben hast; denn du hast mich geliebet, ehe denn die Welt gegr\u00fcndet ward.\n17:25 Gerechter Vater, die Welt kennet dich nicht; ich aber kenne dich, und diese erkennen, da\u00df du mich gesandt hast.\n17:26 Und ich habe ihnen deinen Namen kundgetan und will ihnen kundtun, auf da\u00df die Liebe, damit du mich liebest, sei in ihnen und ich in ihnen.\n18:1 Da Jesus solches geredet hatte, ging er hinaus mit seinen J\u00fcngern \u00fcber den Bach Kidron. Da war ein Garten, darein ging Jesus und seine J\u00fcnger.\n18:2 Judas aber, der ihn verriet, wu\u00dfte den Ort auch; denn Jesus versammelte sich oft daselbst mit seinen J\u00fcngern.\n18:3 Da nun Judas zu sich hatte genommen die Schar und der Hohenpriester und Pharis\u00e4er Diener, kommt er dahin mit Fackeln, Lampen und mit Waffen.\n18:4 Als nun Jesus wu\u00dfte alles, was ihm begegnen sollte, ging er hinaus und sprach zu ihnen: Wen suchet ihr?\n18:5 Sie antworteten ihm: Jesum von Nazareth. Jesus spricht zu ihnen: Ich bin's. Judas aber, der ihn verriet, stund auch bei ihnen.\n18:6 Als nun Jesus zu ihnen sprach: Ich bin's, wichen sie zur\u00fcck und fielen zu Boden.\n18:7 Da fragte er sie abermal: Wen suchet ihr? Sie aber sprachen: Jesum von Nazareth.\n18:8 Jesus antwortete: Ich hab's euch gesagt, da\u00df ich es sei. Suchet ihr denn mich, so lasset diese gehen\n18:9 (auf da\u00df das Wort erf\u00fcllet w\u00fcrde, welches er sagte: Ich habe der keinen verloren, die du mir gegeben hast).\n18:10 Da hatte Simon Petrus ein Schwert und zog es aus und schlug nach des Hohenpriesters Knecht und hieb ihm sein rechtes Ohr ab; und der Knecht hie\u00df Malchus.\n18:11 Da sprach Jesus zu Petrus: Stecke dein Schwert in die Scheide! Soll ich den Kelch nicht trinken, den mir mein Vater gegeben hat?\n18:12 Die Schar aber und der Oberhauptmann und die Diener der Juden nahmen Jesum und banden ihn\n18:13 und f\u00fchreten ihn aufs erste zu Hannas; der war des Kaiphas Schw\u00e4her, welcher des Jahrs Hoherpriester war.\n18:14 Es war aber Kaiphas, der den Juden riet, es w\u00e4re gut, da\u00df ein Mensch w\u00fcrde umgebracht f\u00fcr das Volk.\n18:15 Simon Petrus aber folgte Jesu nach und ein anderer J\u00fcnger. Derselbige J\u00fcnger war dem Hohenpriester bekannt und ging mit Jesu hinein in des Hohenpriesters Palast.\n18:16 Petrus aber stund drau\u00dfen vor der T\u00fcr. Da ging der andere J\u00fcnger, der dem Hohenpriester bekannt war, hinaus und redete mit der T\u00fcrh\u00fcterin und f\u00fchrete Petrus hinein.\n18:17 Da sprach die Magd, die T\u00fcrh\u00fcterin zu Petrus: Bist du nicht auch dieses Menschen J\u00fcnger einer? Er sprach: Ich bin's nicht.\n18:18 Es stunden aber die Knechte und Diener und hatten ein Kohlenfeuer gemacht (denn es war kalt) und w\u00e4rmeten sich. Petrus aber stund bei ihnen und w\u00e4rmete sich.\n18:19 Aber der Hohepriester fragte Jesum um seine J\u00fcnger und um seine Lehre.\n18:20 Jesus antwortete ihm: Ich habe frei \u00f6ffentlich geredet vor der Welt. Ich habe allezeit gelehret in der Schule und in dem Tempel, da alle Juden zusammenkommen, und habe nichts im Verborgenen geredet.\n18:21 Was fragest du mich darum? Frage die darum, die geh\u00f6ret haben, was ich zu ihnen geredet habe. Siehe, dieselbigen wissen, was ich gesagt habe.\n18:22 Als er aber solches redete, gab der Diener einer, die dabeistunden, Jesu einen Backenstreich und sprach: Sollst du dem Hohenpriester also antworten?\n18:23 Jesus antwortete: Hab' ich \u00fcbel geredet, so beweise es, da\u00df es b\u00f6se sei; habe ich aber recht geredet, was schl\u00e4gest du mich?\n18:24 Und Hannas sandte ihn gebunden zu dem Hohenpriester Kaiphas.\n18:25 Simon Petrus aber stund und w\u00e4rmete sich. Da sprachen sie zu ihm: Bist du nicht seiner J\u00fcnger einer? Er verleugnete aber und sprach: Ich bin's nicht.\n18:26 Spricht des Hohenpriesters Knechte einer, ein Gefreundeter des, dem Petrus das Ohr abgehauen hatte: Sah ich dich nicht im Garten bei ihm?\n18:27 Da verleugnete Petrus abermal; und alsbald kr\u00e4hete der Hahn.\n18:28 Da f\u00fchreten sie Jesum von Kaiphas vor das Richthaus. Und es war fr\u00fch. Und sie gingen nicht in das Richthaus, auf da\u00df sie nicht unrein w\u00fcrden, sondern Ostern essen m\u00f6chten.\n18:29 Da ging Pilatus zu ihnen heraus und sprach: Was bringet ihr f\u00fcr Klage wider diesen Menschen?\n18:30 Sie antworteten und sprachen zu ihm: W\u00e4re dieser nicht ein \u00dcbelt\u00e4ter wir h\u00e4tten dir ihn nicht \u00fcberantwortet.\n18:31 Da sprach Pilatus zu ihnen: So nehmet ihr ihn hin und richtet ihn nach eurem Gesetz. Da sprachen die Juden zu ihm: Wir d\u00fcrfen niemand t\u00f6ten\n18:32 (auf da\u00df erf\u00fcllet w\u00fcrde das Wort Jesu, welches er sagte, da er deutete, welches Todes er sterben w\u00fcrde).\n18:33 Da ging Pilatus wieder hinein ins Richthaus und rief Jesu und sprach zu ihm: Bist du der Juden K\u00f6nig?\n18:34 Jesus antwortete: Redest du das von dir selbst, oder haben's dir andere von mir gesagt?\n18:35 Pilatus antwortete: Bin ich ein Jude? Dein Volk und die Hohenpriester haben dich mir \u00fcberantwortet; was hast du getan?\n18:36 Jesus antwortete: Mein Reich ist nicht von dieser Welt. W\u00e4re mein Reich von dieser Welt, meine Diener w\u00fcrden drob k\u00e4mpfen, da\u00df ich den Juden nicht \u00fcberantwortet w\u00fcrde; aber nun ist mein Reich nicht von dannen.\n18:37 Da sprach Pilatus zu ihm: So bist du dennoch ein K\u00f6nig? Jesus antwortete: Du sagst es, ich bin ein K\u00f6nig. Ich bin dazu geboren und in die Welt kommen, da\u00df ich die Wahrheit zeugen soll. Wer aus der Wahrheit ist, der h\u00f6ret meine Stimme.\n18:38 Spricht Pilatus zu ihm: Was ist Wahrheit? Und da er das gesagt, ging er wieder hinaus zu den Juden und spricht zu ihnen: Ich finde keine Schuld an ihm.\n18:39 Ihr habt aber eine Gewohnheit, da\u00df ich euch einen auf Ostern losgebe; wollt ihr nun, da\u00df ich euch der Juden K\u00f6nig losgebe?\n18:40 Da schrieen sie wieder allesamt und sprachen: Nicht diesen, sondern Barabbas. Barabbas aber war ein M\u00f6rder.\n19:1 Da nahm Pilatus Jesum und gei\u00dfelte ihn.\n19:2 Und die Kriegsknechte flochten eine Krone von Dornen und setzten sie auf sein Haupt und legten ihm ein Purpurkleid an\n19:3 und sprachen: Sei gegr\u00fc\u00dfet, lieber Judenk\u00f6nig! und gaben ihm Backenstreiche.\n19:4 Da ging Pilatus wieder heraus und sprach zu ihnen: Sehet, ich f\u00fchre ihn heraus zu euch, da\u00df ihr erkennet, da\u00df ich keine Schuld an ihm finde.\n19:5 Also ging Jesus heraus und trug eine Dornenkrone und Purpurkleid. Und er spricht zu ihnen: Sehet, welch ein Mensch!\n19:6 Da ihn die Hohenpriester und die Diener sahen, schrieen sie und sprachen: Kreuzige, kreuzige! Pilatus spricht zu ihnen: Nehmet ihr ihn hin und kreuziget; denn ich finde keine Schuld an ihm.\n19:7 Die Juden antworteten ihm: Wir haben ein Gesetz, und nach dem Gesetz soll er sterben; denn er hat sich selbst zu Gottes Sohn gemacht.\n19:8 Da Pilatus das Wort h\u00f6rete, f\u00fcrchtete er sich noch mehr\n19:9 und ging wieder hinein in das Richthaus und spricht zu Jesu: Von wannen bist du? Aber Jesus gab ihm keine Antwort.\n19:10 Da sprach Pilatus zu ihm: Redest du nicht mit mir? Wei\u00dft du nicht, da\u00df ich Macht habe, dich zu kreuzigen, und Macht habe, dich loszugeben?\n19:11 Jesus antwortete: Du h\u00e4ttest keine Macht \u00fcber mich, wenn sie dir nicht w\u00e4re von oben herab gegeben; darum, der mich dir \u00fcberantwortet hat, der hat gr\u00f6\u00dfere S\u00fcnde.\n19:12 Von dem an trachtete Pilatus, wie er ihn loslie\u00dfe. Die Juden aber schrieen und sprachen: L\u00e4ssest du diesen los, so bist du des Kaisers Freund nicht; denn wer sich zum K\u00f6nige macht, der ist wider den Kaiser.\n19:13 Da Pilatus das Wort h\u00f6rete, f\u00fchrete er Jesum heraus und setzte sich auf den Richterstuhl an der St\u00e4tte, die da hei\u00dft Hochpflaster, auf ebr\u00e4isch aber Gabbatha.\n19:14 Es war aber der R\u00fcsttag auf Ostern um die sechste Stunde. Und er spricht zu den Juden: Sehet, das ist euer K\u00f6nig!\n19:15 Sie schrieen aber: Weg, weg mit dem, kreuzige ihn! Spricht Pilatus zu ihnen: Soll ich euren K\u00f6nig kreuzigen? Die Hohenpriester antworteten: Wir haben keinen K\u00f6nig denn den Kaiser.\n19:16 Da \u00fcberantwortete er ihn ihnen, da\u00df er gekreuzigt w\u00fcrde. Sie nahmen aber Jesum und f\u00fchreten ihn hin.\n19:17 Und er trug sein Kreuz und ging hinaus zur St\u00e4tte die da hei\u00dft Sch\u00e4delst\u00e4tte, welche hei\u00dft auf ebr\u00e4isch Golgatha.\n19:18 Allda kreuzigten sie ihn und mit ihm zwei andere zu beiden Seiten, Jesum aber mitten inne.\n19:19 Pilatus aber schrieb eine \u00dcberschrift und setzte sie auf das Kreuz; und war geschrieben: Jesus von Nazareth, der Juden K\u00f6nig.\n19:20 Diese \u00dcberschrift lasen viel Juden; denn die St\u00e4tte war nahe bei der Stadt, da Jesus gekreuziget ist. Und es war geschrieben auf ebr\u00e4ische, griechische und lateinische Sprache.\n19:21 Da sprachen die Hohenpriester der Juden zu Pilatus: Schreibe nicht: Der Juden K\u00f6nig; sondern da\u00df er gesagt habe: Ich bin der Juden K\u00f6nig.\n19:22 Pilatus antwortete: Was ich geschrieben habe, das hab' ich geschrieben.\n19:23 Die Kriegsknechte aber, da sie Jesum gekreuziget hatten, nahmen sie seine Kleider und machten vier Teile, einem jeglichen Kriegsknecht ein Teil, dazu auch den Rock. Der Rock aber war ungen\u00e4het, von oben an gewirket durch und durch.\n19:24 Da sprachen sie untereinander: Lasset uns den nicht zerteilen, sondern darum losen, wes er sein soll (auf da\u00df erf\u00fcllet w\u00fcrde die Schrift, die da, sagt: Sie haben meine Kleider unter sich geteilet und haben \u00fcber meinen Rock das Los geworfen). Solches taten die Kriegsknechte.\n19:25 Es stund aber bei dem Kreuze Jesu seine Mutter und seiner Mutter Schwester Maria, des Kleophas Weib, und Maria Magdalena.\n19:26 Da nun Jesus seine Mutter sah und den J\u00fcnger dabeistehen, den er liebhatte spricht er zu seiner Mutter: Weib, siehe das ist dein Sohn!\n19:27 Danach spricht er zu dem J\u00fcnger siehe, das ist deine Mutter! Und von der Stunde an nahm sie der J\u00fcnger zu sich.\n19:28 Danach, als Jesus wu\u00dfte, da\u00df schon alles vollbracht war, da\u00df die Schrift erf\u00fcllet w\u00fcrde, spricht er: Mich d\u00fcrstet!\n19:29 Da stund ein Gef\u00e4\u00df voll Essigs. Sie aber f\u00fclleten einen Schwamm mit Essig und legten ihn um einen Ysop und hielten es ihm dar zum Munde.\n19:30 Da nun Jesus den Essig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht! Und neigete das Haupt und verschied.\n19:31 Die Juden aber; dieweil es der R\u00fcsttag war da\u00df nicht die Leichname am Kreuz blieben den Sabbat \u00fcber (denn desselbigen Sabbats Tag war gro\u00df), baten sie Pilatus; da\u00df ihre Beine gebrochen, und sie abgenommen w\u00fcrden.\n19:32 Da kamen die Kriegsknechte und brachen dem ersten die Beine und dem andern, der mit ihm gekreuziget war.\n19:33 Als sie aber zu Jesu kamen, da sie sahen, da\u00df er schon gestorben war, brachen sie ihm die Beine nicht,\n19:34 sondern der Kriegsknechte einer \u00f6ffnete seine Seite mit einem Speer; und alsbald ging Blut und Wasser heraus.\n19:35 Und der das gesehen hat, der hat es bezeuget, und sein Zeugnis ist wahr, und derselbige wei\u00df, da\u00df er die Wahrheit saget, auf da\u00df auch ihr glaubet.\n19:36 Denn solches ist geschehen, da\u00df die Schrift erf\u00fcllet w\u00fcrde: Ihr sollt ihm kein Bein zerbrechen.\n19:37 Und abermal spricht eine andere Schrift: Sie werden sehen, in welchen sie gestochen haben.\n19:38 Danach bat Pilatus Joseph von Arimathia, der ein J\u00fcnger Jesu war, doch heimlich, aus Furcht vor den Juden, da\u00df er m\u00f6chte abnehmen den Leichnam Jesu. Und Pilatus erlaubte es. Da kam er und nahm den Leichnam Jesu herab.\n19:39 Es kam aber auch Nikodemus, der vormals bei der Nacht zu Jesu kommen war, und brachte Myrrhen und Aloen untereinander bei hundert Pfunden.\n19:40 Da nahmen sie den Leichnam Jesu und banden ihn in leinene T\u00fccher mit Spezereien, wie die Juden pflegen zu begraben.\n19:41 Es war aber an der St\u00e4tte, da er gekreuziget ward, ein Garten und im Garten ein neu Grab, in welches niemand je gelegt war.\n19:42 Daselbst hin legten sie Jesum um des R\u00fcsttages willen der Juden, dieweil das Grab nahe war.\n20:1 An der Sabbate einem kommt Maria Magdalena fr\u00fch, da es noch finster war, zum Grabe und siehet, da\u00df der Stein vom Grabe hinweg war.\n20:2 Da l\u00e4uft sie und kommt zu Simon Petrus und zu dem andern J\u00fcnger, welchen Jesus liebhatte, und spricht zu ihnen: Sie haben den HERRN weggenommen aus dem Grabe, und wir wissen nicht, wo sie ihn hingelegt haben.\n20:3 Da ging Petrus und der andere J\u00fcnger hinaus und kamen zum Grabe.\n20:4 Es liefen aber die zwei miteinander, und der andere J\u00fcnger lief zuvor, schneller denn Petrus, und kam am ersten zum Grabe,\n20:5 gucket hinein und siehet die Leinen geleget; er ging aber nicht hinein.\n20:6 Da kam Simon Petrus ihm nach und ging hinein in das Grab und siehet die Leinen geleget.\n20:7 und das Schwei\u00dftuch, das Jesu um das Haupt gebunden war, nicht zu den Leinen geleget, sondern beiseits, eingewickelt, an einen besondern Ort.\n20:8 Da ging auch der andere J\u00fcnger hinein, der am ersten zum Grabe kam, und sah und glaubete es.\n20:9 Denn sie wu\u00dften die Schrift noch nicht, da\u00df er von den Toten auferstehen m\u00fc\u00dfte.\n20:10 Da gingen die J\u00fcnger wieder zusammen.\n20:11 Maria aber stund vor dem Grabe und weinete drau\u00dfen. Als sie nun weinete, guckte sie in das Grab\n20:12 und siehet zwei Engel in wei\u00dfen Kleidern sitzen, einen zu den H\u00e4upten und den andern zu den F\u00fc\u00dfen, da sie den Leichnam Jesu hingelegt hatten.\n20:13 Und dieselbigen sprachen zu ihr: Weib, was weinest du? Sie spricht zu ihnen: Sie haben meinen HERRN weggenommen, und ich wei\u00df nicht, wo sie ihn hingelegt haben.\n20:14 Und als sie das sagte, wandte sie sich zur\u00fcck und siehet Jesum stehen und wei\u00df nicht, da\u00df es Jesus ist.\n20:15 Spricht Jesus zu ihr: Weib, was weinest du? Wen suchest du? Sie meinet, es sei der G\u00e4rtner, und spricht zu ihm: HERR, hast du ihn weggetragen, so sage mir, wo hast du ihn hingeleget? so will ich ihn holen.\n20:16 Spricht Jesus zu ihr: Maria! Da wandte sie sich um und spricht zu ihm: Rabbuni, das hei\u00dft, Meister!\n20:17 Spricht Jesus zu ihr: R\u00fchre mich nicht an; denn ich bin noch nicht aufgefahren zu meinem Vater. Gehe aber hin zu meinen Br\u00fcdern und sage ihnen: Ich fahre auf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott.\n20:18 Maria Magdalena kommt und verk\u00fcndiget den J\u00fcngern: Ich habe den HERRN gesehen, und solches hat er zu mir gesagt.\n20:19 Am Abend aber desselbigen Sabbats, da die J\u00fcnger versammelt und die T\u00fcren verschlossen waren aus Furcht vor den Juden, kam Jesus und trat mitten ein und spricht zu ihnen: Friede sei mit euch!\n20:20 Und als er das sagte, zeigte er ihnen die H\u00e4nde und seine Seite. Da wurden die J\u00fcnger froh, da\u00df sie den HERRN sahen.\n20:21 Da sprach Jesus abermal zu ihnen: Friede sei mit euch! Gleichwie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch.\n20:22 Und da er das sagte, blies er sie an und spricht zu ihnen: Nehmet hin den Heiligen Geist!\n20:23 Welchen ihr die S\u00fcnden erlasset, denen sind sie erlassen, und welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten.\n20:24 Thomas aber, der Zw\u00f6lfen einer, der da hei\u00dfet Zwilling, war nicht bei ihnen, da Jesus kam.\n20:25 Da sagten die andern J\u00fcnger zu ihm: Wir haben den HERRN gesehen. Er aber sprach zu ihnen: Es sei denn, da\u00df ich in seinen H\u00e4nden sehe die N\u00e4gelmale und lege meinen Finger in die N\u00e4gelmale und lege meine Hand in seine Seite, will ich's nicht glauben.\n20:26 Und \u00fcber acht Tage waren abermal seine J\u00fcnger drinnen und Thomas mit ihnen. Kommt Jesus, da die T\u00fcren verschlossen waren, und tritt mitten ein und spricht: Friede sei mit euch!\n20:27 Danach spricht er zu Thomas: Reiche deinen Finger her und siehe meine H\u00e4nde; und reiche deine Hand her und lege sie in meine Seite; und sei nicht ungl\u00e4ubig, sondern gl\u00e4ubig.\n20:28 Thomas antwortete und sprach zu ihm: Mein HERR und mein Gott!\n20:29 Spricht Jesus zu ihm: Dieweil du mich gesehen hast, Thomas, so glaubest du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben.\n20:30 Auch viel andere Zeichen tat Jesus vor seinen J\u00fcngern, die nicht geschrieben sind in diesem Buch.\n20:31 Diese aber sind geschrieben, da\u00df ihr glaubet, Jesus sei Christus, der Sohn Gottes, und da\u00df ihr durch den Glauben das Leben habet in seinem Namen.\n21:1 Danach offenbarte sich Jesus abermal den J\u00fcngern an dem Meer bei Tiberias. Er offenbarte sich aber also.\n21:2 Es waren beieinander Simon Petrus und Thomas, der da hei\u00dfet Zwilling, und Nathanael von Kana, Galil\u00e4a, und die S\u00f6hne des Zebed\u00e4us und andere zwei seiner J\u00fcnger.\n21:3 Spricht Simon Petrus zu ihnen: Ich will hin fischen gehen. Sie sprachen zu ihm: So wollen wir mit dir gehen. Sie gingen hinaus und traten in das Schiff alsbald; und in derselbigen Nacht fingen sie nichts.\n21:4 Da es aber jetzt Morgen ward, stund Jesus am Ufer; aber die J\u00fcnger wu\u00dften nicht, da\u00df es Jesus war.\n21:5 Spricht Jesus zu ihnen: Kinder, habt ihr nichts zu essen? Sie antworteten ihm: Nein.\n21:6 Er aber sprach zu ihnen: Werfet das Netz zur Rechten des Schiffs, so werdet ihr finden. Da warfen sie und konnten's nicht mehr ziehen vor der Menge der Fische.\n21:7 Da spricht der J\u00fcnger, welchen Jesus liebhatte, zu Petrus: Es ist der HERR! Da Simon Petrus h\u00f6rete, da\u00df es der HERR war, g\u00fcrtete er das Hemd um sich (denn er war nackend) und warf sich ins Meer.\n21:8 Die andern J\u00fcnger aber kamen auf dem Schiffe (denn sie waren nicht fern vom Lande, sondern bei zweihundert Ellen) und zogen das Netz mit den Fischen.\n21:9 Als sie nun austraten auf das Land sahen sie Kohlen geleget und Fische dar auf und Brot.\n21:10 Sprich Jesus zu ihnen: Bringet her von den Fischen, die ihr jetzt gefangen habt.\n21:11 Simon Petrus stieg hinein und zog das Netz auf das Land voll gro\u00dfer Fische, hundert und dreiundf\u00fcnfzig. Und wiewohl ihrer so viel waren, zerri\u00df doch das Netz nicht.\n21:12 Spricht Jesus zu ihnen: Kommt und haltet das Mahl! Niemand aber unter den J\u00fcngern durfte ihn fragen: Wer bist du? Denn sie wu\u00dften, da\u00df es der HERR war.\n21:13 Da kommt Jesus und nimmt das Brot und gibt's ihnen, desselbigengleichen auch die Fische.\n21:14 Das ist nun das dritte Mal, da\u00df Jesus offenbaret ward seinen J\u00fcngern, nachdem er von den Toten auferstanden ist.\n21:15 Da sie nun das Mahl gehalten hatten, spricht Jesus zu Simon Petrus: Simon Johanna, hast du mich lieber, denn mich diese haben? Er spricht zu ihm: Ja, HERR, du wei\u00dft, da\u00df ich dich liebhabe. Spricht er zu ihm: Weide meine L\u00e4mmer!\n21:16 Spricht er zum andernmal zu ihm: Simon Johanna, hast du mich lieb? Er spricht zu ihm: Ja, HERR, du wei\u00dft, da\u00df ich dich liebhabe. Spricht er zu ihm: Weide meine Schafe!\n21:17 Spricht er zum drittenmal zu ihm: Simon Johanna, hast du mich lieb? Petrus ward traurig, da\u00df er zum drittenmal zu ihm sagte: Hast du mich lieb? und sprach zu ihm: HERR, du wei\u00dft alle Dinge, du wei\u00dft, da\u00df ich dich liebhabe. Spricht Jesus zu ihm: Weide meine Schafe.\n21:18 Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Da du j\u00fcnger warest, g\u00fcrtetest du dich selbst und wandeltest, wo du hin wolltest; wenn du aber alt wirst, wirst du deine H\u00e4nde ausstrecken, und ein anderer wird dich g\u00fcrten und f\u00fchren, wo du nicht hin willst.\n21:19 Das sagte er aber, zu deuten, mit welchem Tode er Gott preisen w\u00fcrde. Da er aber das gesagt, spricht er zu ihm: Folge mir nach!\n21:20 Petrus aber wandte sich um und sah den J\u00fcnger folgen welchen Jesus liebhatte, der auch an seiner Brust am Abendessen gelegen war und gesagt hatte: HERR, wer ist's, der dich verr\u00e4t?\n21:21 Da Petrus diesen sah, spricht er zu Jesu: HERR, was soll aber dieser?\n21:22 Jesus spricht zu ihm: So ich will, da\u00df er bleibe, bis ich komme, was gehet es dich an? Folge du mir nach!\n21:23 Da ging eine Rede aus unter den Br\u00fcdern: Dieser J\u00fcnger stirbt nicht. Und Jesus sprach nicht zu ihm: Er stirbet nicht, sondern: So ich will, da\u00df er bleibe, bis ich komme, was gehet es dich an?\n21:24 Dies ist der J\u00fcnger, der von diesen Dingen zeuget und hat dies geschrieben; und wir wissen, da\u00df sein Zeugnis wahrhaftig ist.\n21:25 Es sind auch viel andere Dinge, die Jesus getan hat, welche, so sie sollten eins nach dem andern geschrieben werden, achte ich, die Welt w\u00fcrde die B\u00fccher nicht begreifen, die zu beschreiben w\u00e4ren.","title":"German Bible: John","type":"page"}
