{"collection":"Bible & Christianity","html_url":"https://unchartedknowledge.5gfusion.net/browse/bib/wb/ger/luk.htm","path":"bib/wb/ger/luk.htm","source_url":"https://sacred-texts.com/bib/wb/ger/luk.htm","text":"1:1 Sintemal sich's viele unterwunden haben, zu stellen die Rede von den Geschichten, so unter uns ergangen sind,\n1:2 wie uns das gegeben haben, die es von Anfang selbst gesehen und Diener des Worts gewesen sind:\n1:3 habe ich's auch f\u00fcr gut angesehen, nachdem ich's alles von Anbeginn erkundet habe, da\u00df ich's zu dir, mein guter Theophilus, mit Flei\u00df ordentlich schriebe,\n1:4 auf da\u00df du gewissen. Grund erfahrest der Lehre, in welcher du unterrichtet bist.\n1:5 Zu der Zeit Herodes, des K\u00f6nigs Jud\u00e4as, war ein Priester von der Ordnung Abia mit Namen Zacharias und sein Weib von den T\u00f6chtern Aarons, welche hie\u00df Elisabeth.\n1:6 Sie waren aber alle beide fromm vor Gott und gingen in allen Geboten und Satzungen des HERRN untadelig.\n1:7 Und sie hatten kein Kind, denn Elisabeth war unfruchtbar; und waren beide wohl betaget.\n1:8 Und es begab sich, da er Priesteramts pflegete vor Gott zur Zeit seiner Ordnung\n1:9 nach Gewohnheit des Priestertums, und an ihm war, da\u00df er r\u00e4uchern sollte, ging er in den Tempel des HERRN.\n1:10 Und die ganze Menge des Volks war drau\u00dfen und betete unter der Stunde des R\u00e4ucherns.\n1:11 Es erschien ihm aber der Engel des HERRN und stund zur rechten Hand am R\u00e4uchaltar\n1:12 Und als Zacharias ihn sah, erschrak er, und es kam ihn eine Furcht an.\n1:13 Aber der Engel sprach zu ihm: F\u00fcrchte dich nicht, Zacharias; denn dein Gebet ist erh\u00f6ret, und dein Weib Elisabeth wird dir einen Sohn geb\u00e4ren, des Namen sollst du Johannes hei\u00dfen.\n1:14 Und du wirst des Freude und Wonne haben, und viele werden sich seiner Geburt freuen.\n1:15 Denn er wird gro\u00df sein vor dem HERRN. Wein und stark Getr\u00e4nk wird er nicht trinken und er wird noch im Mutterleibe erf\u00fcllet werden mit Heiligen Geist.\n1:16 Und er wird der Kinder von Israel viele zu Gott, ihrem HERRN, bekehren.\n1:17 Und er wird vor ihm hergehen im Geist und Kraft des Elia, zu bekehren die Herzen der V\u00e4ter zu den Kindern und die Ungl\u00e4ubigen zu der Klugheit der Gerechten, zuzurichten dem HERRN ein bereit Volk.\n1:18 Und Zacharias sprach zu dem Engel: Wobei soll ich das erkennen? Denn ich bin alt, und mein Weib ist betagt.\n1:19 Der Engel antwortete und sprach zu ihm: Ich bin Gabriel, der vor Gott stehet, und bin gesandt, mit dir zu reden, da\u00df ich dir solches verk\u00fcndigte.\n1:20 Und siehe, du wirst verstummen und nicht reden k\u00f6nnen bis auf den Tag, da dies geschehen wird, darum da\u00df du meinen Worten nicht geglaubet hast, welche sollen erf\u00fcllet werden zu ihrer Zeit.\n1:21 Und das Volk wartete auf Zacharias und verwunderte sich, da\u00df er so lange im Tempel verzog.\n1:22 Und da er herausging, konnte er nicht mit ihnen reden. Und sie merkten, da\u00df er ein Gesicht gesehen hatte im Tempel. Und er winkte ihnen und blieb stumm.\n1:23 Und es begab. sich, da die Zeit seines Amtes aus war, ging er heim in sein Haus.\n1:24 Und nach den Tagen ward sein Weib Elisabeth schwanger und verbarg sich f\u00fcnf Monden und sprach:\n1:25 Also hat mir der HERR getan in den Tagen, da. er mich angesehen hat, da\u00df er meine Schmach unter den Menschen von mir n\u00e4hme.\n1:26 Und im sechsten Mond ward der Engel Gabriel gesandt von Gott in eine Stadt in Galil\u00e4a, die hei\u00dft Nazareth,\n1:27 zu einer Jungfrau, die vertrauet war einem Manne mit Namen Joseph vom Hause David; und die Jungfrau hie\u00df Maria.\n1:28 Und der Engel kam zu ihr hinein und sprach: Gegr\u00fc\u00dfet seiest du, Holdselige! Der HERR ist mit dir, du Gebenedeiete unter den Weibern.\n1:29 Da sie aber ihn sah, erschrak sie \u00fcber seine Rede und gedachte: Welch ein Gru\u00df ist das?\n1:30 Und der Engel sprach zu ihr: F\u00fcrchte dich nicht, Maria; du hast Gnade bei Gott funden.\n1:31 Siehe; du wirst schwanger werden im Leibe und einen Sohn geb\u00e4ren, des Namen sollst du Jesus hei\u00dfen.\n1:32 Der wird gro\u00df und ein Sohn des H\u00f6chsten genannt werden, und Gott der HERR wird ihm den Stuhl seines Vaters David geben.\n1:33 Und er wird ein K\u00f6nig sein \u00fcber das Haus Jakob ewiglich, und seines K\u00f6nigreichs wird kein Ende sein.\n1:34 Da sprach Maria zu dem Engel: Wie soll das zugehen, sintemal ich von keinem Manne wei\u00df?\n1:35 Der Engel antwortete und sprach zu ihr: Der Heilige Geist wird \u00fcber dich kommen, und die Kraft des H\u00f6chsten wird dich \u00fcberschatten; darum auch das Heilige, das von dir geboren wird, wird Gottes Sohn genannt werden.\n1:36 Und siehe, Elisabeth, deine Gefreundete, ist auch schwanger mit einem Sohn in ihrem Alter und gehet jetzt im sechsten Mond, die im Geschrei ist, da\u00df sie unfruchtbar sei.\n1:37 Denn bei Gott ist kein Ding unm\u00f6glich.\n1:38 Maria aber sprach: Siehe, ich bin des HERRN Magd; mir geschehe, wie du gesagt hast. Und der Engel schied von ihr.\n1:39 Maria aber stund auf in den Tagen und ging auf das Gebirge eilends zu der Stadt Juda\n1:40 und kam in das Haus des Zacharias und gr\u00fc\u00dfete Elisabeth.\n1:41 Und es begab sich, als Elisabeth den Gru\u00df Marias h\u00f6rete, h\u00fcpfete das Kind in ihrem Leibe. Und Elisabeth ward des Heiligen Geistes voll\n1:42 und rief laut und sprach: Gebenedeiet bist du unter den Weibern, und gebenedeiet ist die Frucht deines Leibes.\n1:43 Und woher kommt mir das, da\u00df die Mutter meines HERRN zu mir kommt?\n1:44 Siehe, da ich die Stimme deines Gru\u00dfes h\u00f6rete, h\u00fcpfete mit Freuden das Kind in meinem Leibe.\n1:45 Und o selig bist du, die du geglaubet hast! Denn es wird vollendet werden, was dir gesagt ist von dem HERRN.\n1:46 Und Maria sprach: Meine Seele erhebet den HERRN,\n1:47 und mein Geist freuet sich Gottes, meines Heilandes.\n1:48 Denn er hat die Niedrigkeit seiner Magd angesehen. Siehe, von nun an werden mich selig preisen alle Kindeskinder.\n1:49 Denn er hat gro\u00dfe Dinge an mir getan, der da m\u00e4chtig ist, und des Name heilig ist.\n1:50 Und seine Barmherzigkeit w\u00e4hret immer f\u00fcr und f\u00fcr bei denen, die ihn f\u00fcrchten.\n1:51 Er \u00fcbet Gewalt mit seinem Arm und zerstreuet, die hoff\u00e4rtig sind in ihres Herzens Sinn.\n1:52 Er st\u00f6\u00dfet die Gewaltigen vom Stuhl und erhebt die Niedrigen.\n1:53 Die Hungrigen f\u00fcllet er mit G\u00fctern und l\u00e4\u00dft die Reichen leer.\n1:54 Er denket der Barmherzigkeit und hilft seinem Diener Israel auf,\n1:55 wie er geredet hat unsern V\u00e4tern, Abraham und seinem Samen ewiglich.\n1:56 Und Maria blieb bei ihr bei drei Monden; danach kehrete sie wiederum heim.\n1:57 Und. Elisabeth kam ihre Zeit, da\u00df sie geb\u00e4ren sollte; und sie gebar einen Sohn.\n1:58 Und ihre Nachbarn und Gefreundeten h\u00f6reten, da\u00df dar HERR gro\u00dfe Barmherzigkeit an ihr getan hatte, und freueten sich mit ihr.\n1:59 Und es begab sich, am achten Tage kamen sie, zu beschneiden das Kindlein, und hie\u00dfen ihn nach seinem Vater Zacharias\n1:60 Aber seine Mutter antwortete und sprach: Mitnichten, sondern er soll Johannes hei\u00dfen!\n1:61 Und sie sprachen zu ihr: Ist doch niemand in deiner Freundschaft, der also hei\u00dfe.\n1:62 Und sie winkten seinem Vater wie er ihn wollte hei\u00dfen lassen.\n1:63 Und er forderte ein T\u00e4felein, schrieb und sprach: Er hei\u00dft Johannes. Und sie verwunderten sich alle.\n1:64 Und alsbald ward sein Mund und seine Zunge aufgetan, und redete und lobete Gott.\n1:65 Und es kam eine Furcht \u00fcber alle Nachbarn und diese Geschichte ward ruchbar auf dem ganzen j\u00fcdischen Gebirge.\n1:66 Und alle, die es h\u00f6reten, nahmen's zu Herzen und sprachen: Was, meinest du, will aus dem Kindlein werden? Denn die Hand des HERRN war mit ihm.\n1:67 Und sein Vater Zacharias ward des Heiligen Geistes voll, weissagte und sprach:\n1:68 Gelobet sei der HERR, der Gott Israels; denn er hat besucht und erl\u00f6set sein Volk;\n1:69 und hat uns aufgerichtet ein Horn des Heils in dem Hause seines Dieners David.\n1:70 Als er vorzeiten geredet hat durch den Mund seiner heiligen Propheten:\n1:71 da\u00df er uns errettete von unsern Feinden und von der Hand aller, die uns hassen,\n1:72 und die Barmherzigkeit erzeigete unsern V\u00e4tern und ged\u00e4chte an seinen heiligen Bund\n1:73 und an den Eid, den er geschworen hat unserm Vater Abraham, uns zu geben,\n1:74 da\u00df wir, erl\u00f6set aus der Hand unserer Feinde, ihm dieneten ohne Furcht unser Leben lang\n1:75 in Heiligkeit und Gerechtigkeit, die ihm gef\u00e4llig ist.\n1:76 Und du, Kindlein, wirst ein Prophet des H\u00f6chsten hei\u00dfen; du wirst vor dem HERRN hergehen, da\u00df du seinen Weg bereitest\n1:77 und Erkenntnis des Heils gebest seinem Volk, die da ist in Vergebung ihrer S\u00fcnden,\n1:78 durch die herzliche Barmherzigkeit unsers Gottes, durch welche uns besucht hat der Aufgang aus der H\u00f6he,\n1:79 auf da\u00df er erscheine denen, die da sitzen in Finsternis und Schatten des Todes und richte unsere F\u00fc\u00dfe auf den Weg des Friedens.\n1:80 Und das Kindlein wuchs und ward stark im Geist und war in der W\u00fcste, bis da\u00df er sollte hervortreten vor das Volk Israel.\n2:1 Es begab sich aber zu der Zeit, da\u00df ein Gebot vom Kaiser Augustus ausging, da\u00df alle Welt gesch\u00e4tzt w\u00fcrde.\n2:2 Und diese Sch\u00e4tzung war die allererste und geschah zu der Zeit, da Cyrenius Landpfleger in Syrien war.\n2:3 Und jedermann ging, da\u00df er sich sch\u00e4tzen lie\u00dfe, ein. jeglicher in seine Stadt.\n2:4 Da machte sich auch auf Joseph aus Galil\u00e4a, aus der Stadt Nazareth, in das j\u00fcdische Land zur Stadt Davids die da hei\u00dft Bethlehem, darum da\u00df er von dem Hause und Geschlechte Davids war,\n2:5 auf da\u00df er sich sch\u00e4tzen lie\u00dfe mit Maria, seinem vertrauten Weibe, die war schwanger.\n2:6 Und als sie daselbst waren, kam die Zeit, da\u00df sie geb\u00e4ren sollte.\n2:7 Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge.\n2:8 Und es waren Hirten in derselbigen Gegend auf dem Felde bei den H\u00fcrden, die h\u00fcteten des Nachts ihre Herde.\n2:9 und siehe des HERRN Engel trat zu ihnen, und die Klarheit des HERRN leuchtete um sie, und sie f\u00fcrchteten sich sehr.\n2:10 Und der Engel sprach zu ihnen: F\u00fcrchtet euch nicht! Siehe, ich verk\u00fcndige euch gro\u00dfe Freude, die allem Volk widerfahren wird;\n2:11 denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der HERR, in der Stadt Davids.\n2:12 Und das habt zum Zeichen: Ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen.\n2:13 Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen:\n2:14 Ehre sei Gott in der H\u00f6he und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen!\n2:15 Und da die Engel von ihnen gen Himmel fuhren, sprachen die Hirten untereinander: La\u00dft uns nun gehen gen Bethlehem und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der HERR kundgetan hat.\n2:16 Und sie kamen eilend und fanden beide, Maria und Joseph, dazu das Kind in der Krippe liegen.\n2:17 Da sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, welches zu ihnen von diesem Kind gesagt war.\n2:18 Und alle, vor die es kam, wunderten sich der Rede, die ihnen die Hirten gesagt hatten.\n2:19 Maria aber behielt alle diese Worte und bewegete sie in ihrem Herzen.\n2:20 Und die Hirten kehreten wieder um, preiseten und lobten Gott um alles, was sie geh\u00f6ret und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war.\n2:21 Und da acht Tage um waren, da\u00df das Kind beschnitten w\u00fcrde, da ward sein Name genannt Jesus, welcher genannt war von dem Engel, ehe denn er in Mutterleibe empfangen ward.\n2:22 Und da die Tage ihrer Reinigung nach dem Gesetz. Moses kamen, brachten sie ihn gen Jerusalem, da\u00df sie ihn darstelleten dem HERRN\n2:23 (wie denn geschrieben stehet in dem Gesetz des HERRN: Allerlei M\u00e4nnlein, das zum ersten die Mutter bricht, soll dem HERRN geheiliget hei\u00dfen),\n2:24 und da\u00df sie g\u00e4ben das Opfer, nachdem gesagt ist im Gesetz des HERRN, ein Paar Turteltauben oder zwo junge Tauben.\n2:25 Und siehe, ein Mensch war zu Jerusalem mit Namen Simeon; und derselbe Mensch war fromm und gottesf\u00fcrchtig und wartete auf den Trost Israels; und der Heilige Geist war in ihm.\n2:26 Und ihm war eine Antwort worden von dem Heiligen Geist, er sollte den Tod nicht sehen, er h\u00e4tte denn zuvor den Christ des HERRN gesehen.\n2:27 Und kam aus Anregen des Geistes in den Tempel. Und da die Eltern das Kind Jesus in den Tempel brachten, da\u00df sie f\u00fcr ihn t\u00e4ten, wie man pfleget nach dem Gesetz,\n2:28 da nahm er ihn auf seine Arme und lobete Gott und sprach:\n2:29 HERR, nun l\u00e4ssest du deinen Diener im Frieden fahren, wie du gesagt hast;\n2:30 denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen,\n2:31 welchen du bereitet hast vor allen V\u00f6lkern,\n2:32 ein Licht, zu erleuchten die Heiden, und zum Preis deines Volks Israel.\n2:33 Und sein Vater und Mutter wunderten sich des, das von ihm geredet ward.\n2:34 Und Simeon segnete sie und sprach zu Maria, seiner Mutter: Siehe, dieser wird gesetzt zu einem Fall und Auferstehen vieler in Israel und zu einem Zeichen, dem widersprochen wird\n2:35 (und es wird ein Schwert durch deine Seele dringen), auf da\u00df vieler Herzen Gedanken offenbar werden.\n2:36 Und es war eine Prophetin, Hanna, eine Tochter Phanuels, vom Geschlecht Asser; die war wohl betaget und hatte gelebt sieben Jahre mit ihrem Manne nach ihrer Jungfrauschaft\n2:37 und war nun eine Witwe bei vierundachtzig Jahren; die kam nimmer vom Tempel, dienete Gott mit Fasten und Beten Tag und Nacht:\n2:38 Dieselbige trat auch hinzu zu derselbigen Stunde und preisete den HERRN und redete von ihm zu allen, die da auf die Erl\u00f6sung zu Jerusalem warteten.\n2:39 Und da sie es alles vollendet hatten nach dem Gesetz des HERRN, kehrten sie wieder nach Galil\u00e4a zu ihrer Stadt Nazareth.\n2:40 Aber das Kind wuchs und ward stark im Geist, voller Weisheit; und Gottes Gnade war bei ihm.\n2:41 Und seine Eltern gingen alle Jahre gen Jerusalem auf das Osterfest\n2:42 Und da er zw\u00f6lf Jahre alt war, gingen sie hinauf gen Jerusalem nach Gewohnheit des Festes.\n2:43 Und da die Tage vollendet waren, und sie wieder nach Hause gingen, blieb das Kind Jesus zu Jerusalem; und seine Eltern wu\u00dften's nicht.\n2:44 Sie meineten aber, er w\u00e4re unter den Gef\u00e4hrten, und kamen eine Tagereise und suchten ihn unter den Gefreundeten und Bekannten.\n2:45 Und da sie ihn nicht fanden gingen sie wiederum gen Jerusalem und suchten ihn.\n2:46 Und begab sich, nach dreien Tagen fanden sie ihn im Tempel sitzen mitten unter den Lehrern, da\u00df er ihnen zuh\u00f6rete und sie fragete.\n2:47 Und alle, die ihm zuh\u00f6reten, verwunderten sich seines Verstandes und seiner Antwort.\n2:48 Und da sie ihn sahen, entsetzten sie sich. Und seine Mutter sprach zu ihm: Mein Sohn, warum hast du uns das getan? Siehe, dein Vater und ich haben dich mit Schmerzen gesucht.\n2:49 Und er sprach zu ihnen: Was ist's, da\u00df ihr mich gesucht habt? Wisset ihr nicht, da\u00df ich sein mu\u00df in dem, was meines Vaters ist?\n2:50 Und sie verstunden das Wort nicht, das er mit ihnen redete.\n2:51 Und er ging mit ihnen hinab und kam gen Nazareth und war ihnen untertan. Und seine Mutter behielt alle diese Worte in ihrem Herzen.\n2:52 Und Jesus nahm zu an Weisheit, Alter und Gnade bei Gott und den Menschen.\n3:1 In dem f\u00fcnfzehnten Jahr des Kaisertums Kaisers Tiberius, da Pontius Pilatus Landpfleger in Jud\u00e4a war und Herodes ein Vierf\u00fcrst in Galil\u00e4a und sein Bruder Philippus ein Vierf\u00fcrst in Itur\u00e4a und in der Gegend Trachonitis. und Lysanias ein Vierf\u00fcrst in Abilene,\n3:2 da Hannas und Kaiphas Hohepriester waren: da geschah der Befehl Gottes zu Johannes, des Zacharias Sohn, in der W\u00fcste.\n3:3 Und er kam in alle Gegend um den Jordan und predigte die Taufe der Bu\u00dfe zur Vergebung der S\u00fcnden.\n3:4 wie geschrieben stehet in dem Buch der Reden Jesaja's, des Propheten, der da sagt: Es ist eine Stimme eines Predigers in der W\u00fcste: Bereitet den Weg des HERRN und machet seine Steige richtig!\n3:5 Alle T\u00e4ler sollen voll werden, und alle Berge und H\u00fcgel sollen erniedriget werden; und was krumm ist, soll richtig werden und was uneben ist, soll schlechter Weg werden.\n3:6 Und alles Fleisch wird den Heiland Gottes sehen.\n3:7 Da sprach er zu dem Volk, das hinausging, da\u00df es sich von ihm taufen lie\u00dfe: Ihr Otterngez\u00fcchte, wer hat denn euch geweiset, da\u00df ihr dem zuk\u00fcnftigen Zorn entrinnen werdet?\n3:8 Sehet zu, tut rechtschaffene Fr\u00fcchte der Bu\u00dfe und nehmet euch nicht vor zu sagen: Wir haben Abraham zum Vater. Denn ich sage euch: Gott kann dem Abraham aus diesen Steinen Kinder erwecken.\n3:9 Es ist schon die Axt den B\u00e4umen an die Wurzel gelegt; welcher Baum nicht gute Fr\u00fcchte bringet, wird abgehauen und in das Feuer geworfen.\n3:10 Und das Volk fragete ihn und sprach: Was sollen wir denn tun?\n3:11 Er antwortete und sprach zu ihnen: Wer zwei R\u00f6cke hat, der gebe dem, der keinen hat; und wer Speise hat, tue auch also.\n3:12 Es kamen auch die Z\u00f6llner, da\u00df sie sich taufen lie\u00dfen, und sprachen zu ihm: Meister, was sollen denn wir tun?\n3:13 Er sprach zu ihnen: Fordert nicht mehr, denn gesetzt ist.\n3:14 Da fragten ihn auch die, Kriegsleute und sprachen: Was sollen denn wir tun? Und er sprach zu ihnen: Tut niemand Gewalt noch Unrecht und lasset euch begn\u00fcgen an eurem Solde.\n3:15 Als aber das Volk im Wahn war und dachten alle in ihren Herzen von Johannes, ob er vielleicht Christus w\u00e4re\n3:16 antwortete Johannes und sprach zu allen: Ich taufe euch mit Wasser; es kommt aber ein St\u00e4rkerer nach mir, dem ich nicht genugsam bin, da\u00df ich die Riemen seiner Schuhe aufl\u00f6se; der wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen.\n3:17 In desselbigen Hand ist die Worfschaufel; und er wird seine Tenne fegen und wird den Weizen in seine Scheuer sammeln und die Spreu wird er mit ewigem Feuer verbrennen.\n3:18 Und viel, anderes mehr vermahnete und verk\u00fcndigte er dem Volk.\n3:19 Herodes aber der Vierf\u00fcrst, da er von ihm gestraft ward um der Herodias willen, seines Bruders Weib, und um alles \u00dcbels willen, das Herodes tat -\n3:20 \u00fcber das alles legte er Johannes gefangen.\n3:21 Und es begab sich, da sich alles Volk taufen lie\u00df, und Jesus auch getaufet war und betete, da\u00df sich der Himmel auftat.\n3:22 Und der Heilige Geist fuhr hernieder in leiblicher Gestalt auf ihn wie eine Taube, und eine Stimme kam aus dem Himmel, die sprach: Du bist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe.\n3:23 Und Jesus ging in das drei\u00dfigste Jahr und ward gehalten f\u00fcr einen Sohn Josephs, welcher war ein Sohn Elis,\n3:24 der war ein Sohn Matthats, der war ein Sohn Levis, der war ein Sohn Melchis, der war ein Sohn Jannas, der war ein Sohn Josephs,\n3:25 der war ein Sohn des Mattathias, der war ein Sohn des Amos, der war ein Sohn Nahums, der war ein Sohn Eslis, der war ein Sohn Nanges,\n3:26 der war ein Sohn Maaths, der war ein Sohn des Mattathias, der war ein Sohn Semeis, der war ein Sohn Josephs, der war ein Sohn Judas,\n3:27 der war ein Sohn Johannas, der war ein Sohn Resias, der war ein Sohn Zorobabels, der war ein Sohn Salathiels, der war ein Sohn Neris,\n3:28 der war ein Sohn Melchis, der war ein Sohn Addis, der war ein Sohn Komas, der war ein Sohn Elmodams, der war ein Sohn Hers,\n3:29 der war ein Sohn Joses, der war ein Sohn Eliezers, der war ein Sohn Jorems, der war ein Sohn Matthas, der war ein Sohn Levis,\n3:30 der war ein Sohn Simeons, der war ein Sohn Judas, der war ein Sohn Josephs, der war ein Sohn Jonams, der war ein Sohn Eliakims,\n3:31 der war ein Sohn Meleas, der war ein Sohn Menams der war ein Sohn Mattathans, der war ein Sohn Nathans, der war ein Sohn Davids,\n3:32 der war ein Sohn Jesses der war ein Sohn Obeds, der war ein Sohn des Boas, der war ein Sohn Salmons, der war ein Sohn Nahassons,\n3:33 der war ein Sohn Amminadabs, der war ein Sohn Arams, der war ein Sohn Esroms, der war ein Sohn des Phares, der war ein Sohn Judas,\n3:34 der war ein Sohn Jakobs, der war ein Sohn Isaaks, der war ein. Sohn Abrahams, der war ein Sohn Tharas, der war ein Sohn Nahors,\n3:35 der war ein Sohn Saruchs, der war ein Sohn Ragahus, der war ein Sohn Phalegs, der war ein Sohn Ebers, der war ein Sohn Salas,\n3:36 (der war ein Sohn Kainans,) der war ein Sohn Arphachsads, der war ein Sohn Sems, der war ein Sohn Noahs, der war ein Sohn Lamechs,\n3:37 der war ein Sohn Mathusalahs, der war ein Sohn Enochs, der war ein Sohn Jareds, der war ein Sohn Maleleels, der war ein Sohn Kainans,\n3:38 der war ein Sohn des Enos, der ein Sohn Seths, der war ein Sohn Adams, der war Gottes.\n4:1 Jesus aber, voll Heiligen Geistes, kam wieder von dem Jordan und ward vom Geist in die W\u00fcste gef\u00fchret\n4:2 und ward vierzig Tage lang von dem Teufel versucht. Und er a\u00df nichts in denselbigen Tagen. Und da dieselbigen ein Ende hatten, hungerte ihn danach.\n4:3 Der Teufel aber sprach zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so sprich zu dem Stein, da\u00df er Brot werde.\n4:4 Und Jesus antwortete und sprach zu ihm: Es stehet geschrieben: Der Mensch lebt nicht allein vom Brot, sondern von einem jeglichen Wort Gottes.\n4:5 Und der Teufel f\u00fchrete ihn auf einen hohen Berg und weisete ihm alle Reiche der ganzen Welt in einem Augenblick\n4:6 und sprach zu ihm: Alle diese Macht will ich dir geben und ihre HERRLIchkeit; denn sie ist mir \u00fcbergeben, und ich gebe sie, welchem ich will.\n4:7 So du nun mich willst anbeten, so soll es alles dein sein.\n4:8 Jesus antwortete ihm und sprach: Heb' dich weg von mir, Satan! Es stehet geschrieben: Du sollst Gott, deinen HERRN, anbeten und ihm allein dienen.\n4:9 Und er f\u00fchrete ihn gen Jerusalem und stellete ihn auf des Tempels Zinne und sprach zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so la\u00df dich von hinnen hinunter;\n4:10 denn es stehet geschrieben: Er wird befehlen seinen Engeln von dir, da\u00df sie dich bewahren\n4:11 und auf den H\u00e4nden tragen, auf da\u00df du nicht etwa deinen Fu\u00df an einen Stein sto\u00dfest.\n4:12 Jesus antwortete und sprach zu ihm: Es ist gesagt: Du sollst Gott, deinen HERRN, nicht versuchen.\n4:13 Und da der Teufel alle Versuchung vollendet hatte, wich er von ihm eine Zeitlang.\n4:14 Und Jesus kam wieder in des Geistes Kraft nach Galil\u00e4a; und das Ger\u00fccht erscholl von ihm durch alle umliegenden Orte.\n4:15 Und er lehrete in ihren Schulen und ward von jedermann gepreiset.\n4:16 Und er kam gen Nazareth, da er erzogen war, und ging in die Schule nach seiner Gewohnheit am Sabbattage und stund auf und wollte lesen.\n4:17 Da ward ihm das Buch des Propheten Jesaja gereicht. Und da er das Buch herumwarf, fand er den Ort, da geschrieben stehet:\n4:18 Der Geist des HERRN ist bei mir, derhalben er mich gesalbet hat und gesandt, zu verk\u00fcndigen das Evangelium den Armen, zu heilen die zersto\u00dfenen Herzen, zu predigen den Gefangenen, da\u00df sie los sein sollen, und den Blinden das Gesicht und den Zerschlagenen, da\u00df sie frei und ledig sein sollen,\n4:19 und zu predigen das angenehme Jahr des HERRN.\n4:20 Und als er das Buch zutat, gab er's dem Diener und setzte sich. Und aller Augen, die in der Schule waren, sahen auf ihn.\n4:21 Und er fing an, zu sagen zu ihnen: Heute ist diese Schrift erf\u00fcllet vor euren Ohren.\n4:22 Und sie gaben alle Zeugnis von ihm und wunderten sich der holdseligen Worte, die aus seinem Munde gingen, und sprachen: Ist das nicht Josephs Sohn?\n4:23 Und er sprach zu ihnen: Ihr werdet freilich zu mir sagen dies Sprichwort: Arzt, hilf dir selber! Denn wie gro\u00dfe Dinge haben wir geh\u00f6rt zu Kapernaum geschehen? Tue auch also hier in deinem Vaterlande!\n4:24 Er aber sprach: Wahrlich, ich sage euch, kein Prophet ist angenehm in seinem Vaterlande.\n4:25 Aber in der Wahrheit sage ich euch: Es waren viel Witwen in Israel zu Elias Zeiten, da der Himmel verschlossen war drei Jahre und sechs Monden, da eine gro\u00dfe Teurung war im ganzen Lande;\n4:26 und zu der keiner ward Elia gesandt denn allein gen Sarepta der Sidonier, zu einer Witwe.\n4:27 Und viel Auss\u00e4tzige waren in Israel zu des Propheten Elisa Zeiten; und der keiner ward gereiniget denn allein Naeman aus Syrien.\n4:28 Und sie wurden voll Zorns alle, die in der Schule waren, da sie das h\u00f6reten,\n4:29 und stunden auf und stie\u00dfen ihn zur Stadt hinaus und f\u00fchreten ihn auf einen H\u00fcgel des Berges, darauf ihre Stadt gebauet war, da\u00df sie ihn hinabst\u00fcrzeten.\n4:30 Aber er ging mitten durch sie hinweg.\n4:31 Und kam gen Kapernaum, in die Stadt Galil\u00e4as, und lehrete sie an den Sabbaten.\n4:32 Und sie verwunderten sich seiner Lehre; denn seine Rede war gewaltig.\n4:33 Und es war ein Mensch in der Schule, besessen mit einem unsaubern Teufel. Und der schrie laut\n4:34 und sprach: Halt, was haben wir mit dir zu schaffen, Jesus von Nazareth? Du bist kommen, uns zu verderben. Ich wei\u00df, wer du bist, n\u00e4mlich der Heilige Gottes.\n4:35 Und Jesus bedr\u00e4uete ihn und sprach: Verstumme und fahre aus von ihm! Und der Teufel warf ihn mitten unter sie und fuhr von ihm aus und tat ihm keinen Schaden.\n4:36 Und es kam eine Furcht \u00fcber sie alle, und redeten miteinander und sprachen: Was ist das f\u00fcr ein Ding? Er gebeut mit Macht und Gewalt den unsaubern Geistern, und sie fahren aus.\n4:37 Und es erscholl sein Geschrei in alle \u00d6rter des umliegenden Landes.\n4:38 Und er stund auf aus der Schule und kam in Simons Haus. Und Simons Schwieger war mit einem harten Fieber behaftet; und sie baten ihn f\u00fcr sie.\n4:39 Und er trat zu ihr und gebot dem Fieber, und es verlie\u00df sie. Und bald stund sie auf und dienete ihnen.\n4:40 Und da die Sonne untergegangen war, alle die, so Kranke hatten mit mancherlei Seuchen, brachten sie zu ihm. Und er legte auf einen jeglichen die H\u00e4nde und machte sie gesund.\n4:41 Es fuhren auch die Teufel aus von vielen, schrieen und sprachen: Du bist Christus, der Sohn Gottes. Und er bedr\u00e4uete sie und lie\u00df sie nicht reden; denn sie wu\u00dften, da\u00df er Christus war.\n4:42 Da es aber Tag ward, ging er hinaus an eine w\u00fcste St\u00e4tte; und das Volk suchte ihn, und kamen zu ihm und hielten ihn auf, da\u00df er nicht von ihnen ginge.\n4:43 Er aber sprach. zu ihnen: Ich mu\u00df auch andern St\u00e4dten das Evangelium predigen vom Reich Gottes; denn dazu bin ich gesandt\n4:44 Und er predigte in den Schulen Galil\u00e4as.\n5:1 Es begab, sich aber, da sich das Volk zu ihm drang, zu h\u00f6ren das Wort Gottes, und er stund am See Genezareth\n5:2 und sah zwei Schiffe am See stehen; die Fischer aber waren ausgetreten und wuschen ihre Netze;\n5:3 trat er in der Schiffe eines, welches Simons war, und bat ihn, da\u00df er's ein wenig vom Lande f\u00fchrete. Und er setzte sich und lehrete das Volk aus dem Schiff.\n5:4 Und als er hatte aufgeh\u00f6rt zu reden, sprach er zu Simon: Fahre auf die H\u00f6he und werfet eure Netze aus, da\u00df ihr einen Zug tut.\n5:5 Und Simon antwortete und sprach zu ihm: Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen; aber auf dein Wort will ich das Netz auswerfen.\n5:6 Und da sie das taten, beschlossen sie eine gro\u00dfe Menge Fische; und ihr Netz zerri\u00df.\n5:7 Und sie winkten ihren Gesellen, die im andern Schiff waren, da\u00df sie k\u00e4men und h\u00fclfen ihnen ziehen. Und sie kamen und f\u00fclleten beide Schiffe voll, also da\u00df sie sanken.\n5:8 Da das Simon Petrus sah, fiel er Jesu zu den Knieen und sprach: HERR, gehe von mir hinaus; ich bin ein s\u00fcndiger Mensch.\n5:9 Denn es war ihn ein Schrecken ankommen und alle, die mit ihm waren, \u00fcber diesen Fischzug, den sie miteinander getan hatten;\n5:10 desselbigengleichen auch Jakobus und Johannes, die S\u00f6hne des Zebed\u00e4us, Simons Gesellen. Und Jesus sprach zu Simon: F\u00fcrchte dich nicht; denn von nun an wirst du Menschen fangen.\n5:11 Und sie f\u00fchreten die Schiffe zu Lande und verlie\u00dfen alles und folgeten ihm nach.\n5:12 Und es begab sich, da er in einer Stadt war, siehe, da war ein Mann voll Aussatzes. Da der Jesum sah, fiel er auf sein Angesicht und bat ihn und sprach: HERR, willst du, so kannst du mich reinigen.\n5:13 Und er streckte die Hand aus und r\u00fchrete ihn an und sprach: Ich will's tun; sei gereiniget! Und alsbald ging der Aussatz von ihm.\n5:14 Und er gebot ihm da\u00df, er's niemand sagen sollte; sondern gehe hin und zeige dich dem Priester und opfere f\u00fcr deine Reinigung, wie Mose geboten hat, ihnen zum Zeugnis.\n5:15 Es kam aber die Sage von ihm je weiter aus; und kam viel Volks zusammen, da\u00df sie h\u00f6reten und durch ihn gesund w\u00fcrden von ihren Krankheiten.\n5:16 Er aber entwich in die W\u00fcste und betete.\n5:17 Und es begab, sich auf einen Tag, da\u00df er lehrete, und sa\u00dfen da die Pharis\u00e4er und Schriftgelehrten, die da kommen waren aus allen M\u00e4rkten in Galil\u00e4a und Jud\u00e4a und von Jerusalem. Und die Kraft des HERRN ging von ihm und half jedermann.\n5:18 Und siehe, etliche M\u00e4nner brachten einen Menschen auf einem Bette, der war gichtbr\u00fcchig; und sie suchten, wie sie ihn hineinbr\u00e4chten und vor ihn legten.\n5:19 Und da sie vor dem Volk nicht fanden, an welchem Ort sie ihn hineinbr\u00e4chten, stiegen sie auf das Dach und lie\u00dfen ihn durch die Ziegel hernieder mit dem Bettlein, mitten unter sie, vor Jesus.\n5:20 Und da er ihren Glauben sah, sprach er zu ihm: Mensch, deine S\u00fcnden sind dir vergeben.\n5:21 Und die Schriftgelehrten und Pharis\u00e4er fingen an zu denken und sprachen: Wer ist der, da\u00df er Gottesl\u00e4sterung redet? Wer kann S\u00fcnden vergeben denn allein Gott?\n5:22 Da aber Jesus ihre Gedanken merkte, antwortete er und sprach zu ihnen: Was denket ihr in euren Herzen?\n5:23 Welches ist leichter zu sagen: Dir sind deine S\u00fcnden vergeben? oder zu sagen: Stehe auf und wandle?\n5:24 Auf da\u00df ihr aber wisset, da\u00df des Menschen Sohn Macht hat auf Erden S\u00fcnden zu vergeben, sprach er zu dem Gichtbr\u00fcchigen: Ich sage dir, stehe auf und hebe dein Bettlein auf; und gehe heim.\n5:25 Und alsbald stund er auf vor ihren Augen und hub das Bettlein auf, darauf er gelegen war, und ging heim und preisete Gott.\n5:26 Und sie entsetzten sich alle und preiseten Gott und wurden voll Furcht und sprachen: Wir haben heute seltsame Dinge gesehen.\n5:27 Und danach ging er aus und sah einen Z\u00f6llner mit Namen Levi am Zoll sitzen und sprach zu ihm: Folge mir nach!\n5:28 Und er verlie\u00df alles, stund auf und folgete ihm nach.\n5:29 Und Levi richtete ihm ein gro\u00df Mahl zu in seinem Hause; und viel Z\u00f6llner und andere sa\u00dfen mit ihm zu Tisch.\n5:30 Und die Schriftgelehrten und Pharis\u00e4er murreten wider seine J\u00fcnger und sprachen: Warum esset und trinket ihr mit den Z\u00f6llnern und S\u00fcndern?\n5:31 Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Die Gesunden bed\u00fcrfen des Arztes nicht, sondern die Kranken.\n5:32 Ich bin kommen, zu rufen die S\u00fcnder zur Bu\u00dfe und nicht die Gerechten.\n5:33 Sie aber sprachen zu ihm: Warum fasten Johannes J\u00fcnger so oft und beten so viel, desselbigengleichen der Pharis\u00e4er J\u00fcnger, aber deine J\u00fcnger essen und trinken?\n5:34 Er sprach aber zu ihnen: Ihr m\u00f6get die Hochzeitleute nicht zum Fasten treiben, solange der Br\u00e4utigam bei ihnen ist.\n5:35 Es wird aber die Zeit kommen, da\u00df der Br\u00e4utigam von ihnen genommen wird; dann werden sie fasten.\n5:36 Und er sagte zu ihnen ein Gleichnis: Niemand flicket einen Lappen vom neuen Kleid auf ein alt Kleid; wo anders, so rei\u00dft das neue, und der Lappen vom neuen reimet sich nicht auf das alte.\n5:37 Und niemand fasset Most in alte Schl\u00e4uche; wo anders, so zerrei\u00dfet der Most die Schl\u00e4uche und wird versch\u00fcttet, und die Schl\u00e4uche kommen um.\n5:38 Sondern den Most soll man in neue Schl\u00e4uche fassen, so werden sie beide behalten.\n5:39 Und niemand ist, der vom alten trinkt und wolle bald des neuen; denn er spricht: Der alte ist milder.\n6:1 Und es begab sich an einem Sabbat, da\u00df er durchs Getreide ging; und seine J\u00fcnger rauften \u00c4hren aus und a\u00dfen und rieben sie mit den H\u00e4nden.\n6:2 Etliche aber der Pharis\u00e4er sprachen zu ihnen: Warum tut ihr, was sich nicht ziemet zu tun an den Sabbaten?\n6:3 Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Habt ihr nicht das gelesen, was David tat, da ihn hungerte, und die mit ihm waren:\n6:4 wie er zum Hause Gottes einging und nahm die Schaubrote und a\u00df und gab auch denen, die mit ihm waren, die doch niemand durfte essen ohne die Priester alleine?\n6:5 Und sprach zu ihnen: Des Menschen Sohn ist ein HERR auch des Sabbats.\n6:6 Es geschah aber auf einen andern Sabbat, da\u00df er ging in die Schule und lehrete. Und da war ein Mensch, des rechte Hand war verdorret.\n6:7 Aber die Schriftgelehrten und Pharis\u00e4er hielten auf ihn, ob er auch heilen w\u00fcrde am Sabbat, auf da\u00df sie eine Sache wider ihn f\u00e4nden.\n6:8 Er aber merkete ihre Gedanken und sprach zu dem Menschen mit der d\u00fcrren Hand: Stehe auf und tritt hervor! Und er stund auf und trat dahin.\n6:9 Da sprach Jesus zu ihnen: Ich frage euch: Was ziemet sich zu tun an den Sabbaten, Gutes oder B\u00f6ses, das Leben erhalten oder verderben?\n6:10 Und er sah sie alle umher an und sprach zu dem Menschen: Strecke aus deine Hand! Und er tat's. Da ward ihm seine Hand wieder zurechtgebracht, gesund wie die andere.\n6:11 Sie aber wurden ganz unsinnig und beredeten sich miteinander, was sie ihm tun wollten.\n6:12 Es begab sich aber zu der Zeit, da\u00df er ging auf einen Berg, zu beten; und er blieb \u00fcber Nacht in dem Gebet zu Gott.\n6:13 Und da es Tag ward, rief er seine J\u00fcnger und erw\u00e4hlete ihrer zw\u00f6lf, welche er auch Apostel nannte:\n6:14 Simon, welchen er Petrus nannte, und Andreas, seinen Bruder, Jakobus und Johannes, Philippus und Bartholom\u00e4us,\n6:15 Matth\u00e4us und Thomas, Jakobus, des Alph\u00e4us Sohn, Simon, genannt Zelotes,\n6:16 Judas, des Jakobus Sohn, und Judas Ischariot, den Verr\u00e4ter.\n6:17 Und er ging hernieder mit ihnen und trat auf einen Platz im Felde, und der Haufe seiner J\u00fcnger und eine gro\u00dfe Menge des Volks von allem j\u00fcdischen Lande und Jerusalem und Tyrus und Sidon, am Meer gelegen,\n6:18 die da kommen waren, ihn zu h\u00f6ren, und da\u00df sie geheilet w\u00fcrden von ihren Seuchen, und die von unsaubern Geistern umgetrieben wurden, die wurden gesund.\n6:19 Und alles Volk begehrete, ihn anzur\u00fchren, denn es ging Kraft von ihm; und heilete sie alle.\n6:20 Und er hub seine Augen auf \u00fcber seine J\u00fcnger und sprach: Selig seid ihr Armen; denn das Reich Gottes ist euer.\n6:21 Selig seid ihr, die ihr hier hungert; denn ihr sollet satt werden. Selig seid ihr, die ihr hier weinet; denn ihr werdet lachen.\n6:22 Selig seid ihr, so euch die Menschen hassen und euch absondern und schelten euch und verwerfen euren Namen als einen boshaftigen um des Menschensohns willen.\n6:23 Freuet euch alsdann und h\u00fcpfet; denn siehe, euer Lohn ist gro\u00df im Himmel. Desgleichen taten ihre V\u00e4ter den Propheten auch.\n6:24 Aber dagegen wehe euch Reichen! denn ihr habt euren Trost dahin.\n6:25 Wehe euch, die ihr voll seid! denn euch wird hungern. Wehe euch, die ihr hier lachet! denn ihr werdet weinen und heulen.\n6:26 Wehe euch, wenn euch jedermann wohl redet! Desgleichen taten ihre V\u00e4ter den falschen Propheten auch:\n6:27 Aber ich sage euch, die ihr zuh\u00f6ret: Liebet eure Feinde; tut denen wohl, die euch hassen;\n6:28 segnet die, so euch verfluchen; bittet f\u00fcr die, so euch beleidigen.\n6:29 Und wer dich schl\u00e4gt auf einen Backen, dem biete den andern auch dar; und wer dir den Mantel nimmt, dem wehre nicht auch den Rock.\n6:30 Wer dich bittet, dem gib; und wer dir das Deine nimmt, da fordere es nicht wieder.\n6:31 Und wie ihr wollet, da\u00df euch die Leute tun sollen, also tut ihnen gleich auch ihr.\n6:32 Und so ihr liebet, die euch lieben, was Danks habt ihr davon? Denn die S\u00fcnder lieben auch ihre Liebhaber.\n6:33 Und wenn ihr euren Wohlt\u00e4tern wohl tut, was Danks habt ihr davon? Denn die S\u00fcnder tun dasselbige auch.\n6:34 Und wenn ihr leihet, von denen ihr hoffet zu nehmen, was Danks habt ihr davon? Denn die S\u00fcnder leihen den S\u00fcndern auch, auf da\u00df sie Gleiches wieder nehmen.\n6:35 Doch aber liebet eure Feinde; tut wohl und leihet, da\u00df ihr nichts daf\u00fcr hoffet, so wird euer Lohn gro\u00df sein, und werdet Kinder des Allerh\u00f6chsten sein. Denn er ist g\u00fctig \u00fcber die Undankbaren und Boshaftigen.\n6:36 Darum seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist.\n6:37 Richtet nicht, so werdet ihr auch nicht gerichtet. Verdammet nicht, so werdet ihr auch nicht verdammet. Vergebet, so wird euch vergeben.\n6:38 Gebt, so wird euch gegeben. Ein voll, gedr\u00fcckt, ger\u00fcttelt und \u00fcberfl\u00fcssig Ma\u00df wird man in euren Scho\u00df geben; denn eben mit dem Ma\u00df, da ihr mit messet, wird man euch wieder messen.\n6:39 Und er sagte ihnen ein Gleichnis: Mag auch ein Blinder einem Blinden den Weg weisen? Werden sie nicht alle beide in die Grube fallen?\n6:40 Der J\u00fcnger ist nicht \u00fcber seinen Meister; wenn der J\u00fcnger ist wie sein Meister, so ist er vollkommen.\n6:41 Was siehest du aber einen Splitter in deines Bruders Auge, und des Balkens in deinem Auge wirst du nicht gewahr?\n6:42 Oder wie kannst du sagen zu deinem Bruder: Halt stille, Bruder! Ich will den Splitter aus deinem Auge ziehen; und du siehest selbst nicht den Balken in deinem Auge? Du Heuchler! Zieh zuvor den Balken aus deinem Auge und besiehe dann, da\u00df du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehest.\n6:43 Denn es ist kein guter Baum, der faule Frucht trage, und kein fauler Baum, der gute Frucht trage.\n6:44 Ein jeglicher Baum wird an seiner eigenen Frucht erkannt. Denn man lieset nicht Feigen von den Dornen auch so lieset man nicht Trauben von den Hecken.\n6:45 Ein guter Mensch bringt Gutes hervor aus dem guten Schatz seines Herzens; und ein boshaftiger Mensch bringt B\u00f6ses hervor aus dem b\u00f6sen Schatz. seines Herzens. Denn wes das Herz voll ist, des gehet der Mund \u00fcber.\n6:46 Was hei\u00dfet ihr mich aber HERR, HERR, und tut nicht, was ich euch sage?\n6:47 Wer zu mir kommt und h\u00f6ret meine Rede und tut sie, den will ich euch zeigen, wem er gleich ist.\n6:48 Er ist gleich einem Menschen, der ein Haus bauete und grub tief und legte den Grund auf den Fels. Da aber Gew\u00e4sser kam, da ri\u00df der Strom zum Hause zu und mochte es nicht bewegen; denn es war auf den Fels gegr\u00fcndet\n6:49 Wer aber h\u00f6ret und nicht tut, der ist gleich einem Menschen, der ein Haus bauete auf die Erde ohne Grund; und der Strom ri\u00df zu ihm zu, und es fiel bald, und das Haus gewann einen gro\u00dfen Ri\u00df.\n7:1 Nachdem er aber vor dem Volk ausgeredet hatte, ging er gen Kapernaum.\n7:2 Und eines Hauptmanns Knecht lag todkrank, den er wert hielt.\n7:3 Da er aber von Jesu h\u00f6rete, sandte er die \u00c4ltesten der Juden zu ihm und bat ihn, da\u00df er k\u00e4me und seinen Knecht gesund machte.\n7:4 Da sie aber zu Jesu kamen, baten sie ihn mit Flei\u00df und sprachen: Er ist es wert, da\u00df du ihm das erzeigest;\n7:5 denn er hat unser Volk lieb, und die Schule hat er uns erbauet.\n7:6 Jesus aber ging mit ihnen hin. Da sie aber nun nicht ferne von dem Hause waren, sandte der Hauptmann Freunde zu ihm und lie\u00df ihm sagen: Ach HERR, bem\u00fche dich nicht! Ich bin nicht wert, da\u00df du unter mein Dach gehest;\n7:7 darum ich auch mich selbst nicht w\u00fcrdig geachtet habe, da\u00df ich zu dir k\u00e4me; sondern sprich ein Wort, so wird mein Knabe gesund.\n7:8 Denn auch ich bin ein Mensch, der Obrigkeit untertan, und habe Kriegsknechte unter mir und spreche zu einem: Gehe hin! so geht er hin, und zum andern: Komm her! so kommt er, und zu meinem Knecht: Tu das! so tut er's.\n7:9 Da aber Jesus das h\u00f6rete, verwunderte er sich sein und wandte sich um und sprach zu dem Volk, das ihm nachfolgte: Ich sage euch, solchen Glauben habe ich in Israel nicht funden.\n7:10 Und da die Gesandten wiederum nach Hause kamen, fanden sie den kranken Knecht gesund.\n7:11 Und es begab sich danach, da\u00df er in eine Stadt mit Namen Nain ging; und seiner J\u00fcnger gingen viel mit ihm und viel Volks.\n7:12 Als er aber nahe an das Stadttor kam, siehe, da trug man einen Toten heraus, der ein einiger Sohn war seiner Mutter, und sie war eine Witwe. Und viel Volks aus der Stadt ging mit ihr.\n7:13 Und da sie der HERR sah, jammerte ihn derselbigen und sprach zu ihr: Weine nicht!\n7:14 Und trat hinzu und r\u00fchrete den Sarg an. Und die Tr\u00e4ger stunden. Und er sprach: J\u00fcngling, ich sage dir, stehe auf!\n7:15 Und der Tote richtete sich auf und fing an zu reden. Und er gab ihn seiner Mutter.\n7:16 Und es kam sie alle eine Furcht an und preiseten Gott und sprachen: Es ist ein gro\u00dfer Prophet unter uns aufgestanden, und: Gott hat sein Volk heimgesucht.\n7:17 Und diese Rede von ihm erscholl in das ganze j\u00fcdische Land und in alle umliegenden L\u00e4nder.\n7:18 Und es verk\u00fcndigten Johannes seine J\u00fcnger das alles. Und er rief zu sich seiner J\u00fcnger zwei\n7:19 und sandte sie zu Jesu und lie\u00df ihm sagen: Bist du, der da kommen soll, oder sollen wir eines andern warten?\n7:20 Da aber die M\u00e4nner zu ihm kamen, sprachen sie: Johannes der T\u00e4ufer hat uns zu dir gesandt und l\u00e4\u00dft dir sagen: Bist du, der da kommen soll, oder sollen wir eines andern warten?\n7:21 Zu derselbigen Stunde aber machte er viele gesund von Seuchen und Plagen und b\u00f6sen Geistern und viel Blinden schenkte er das Gesicht.\n7:22 Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Gehet hin und verk\u00fcndiget Johannes, was ihr gesehen und geh\u00f6ret habt: Die Blinden sehen, die Lahmen gehen, die Auss\u00e4tzigen werden rein, die Tauben h\u00f6ren, die Toten stehen auf, den Armen wird das Evangelium geprediget;\n7:23 und selig ist, der sich nicht \u00e4rgert an mir.\n7:24 Da aber die Boten des Johannes hingingen, fing Jesus an, zu reden zu dem Volk von Johannes: Was seid ihr hinausgegangen in die W\u00fcste zu sehen? Wolltet ihr ein Rohr sehen, das vom Winde beweget wird?\n7:25 Oder was seid ihr hinausgegangen zu sehen? Wolltet ihr einen Menschen sehen in weichen Kleidern? Sehet, die in herrlichen Kleidern und L\u00fcsten leben, die sind in den k\u00f6niglichen H\u00f6fen.\n7:26 Oder was seid ihr bin ausgegangen zu sehen? Wolltet ihr einen Propheten sehen? Ja, ich sage euch, der da mehr ist denn ein Prophet.\n7:27 Er ist's, von dem geschrieben stehet: Siehe, ich sende meinen Engel vor deinem Angesicht her, der da, bereiten soll deinen Weg vor dir.\n7:28 Denn ich sage euch, da\u00df unter denen, die von Weibern geboren sind, ist kein gr\u00f6\u00dferer Prophet denn Johannes der T\u00e4ufer; der aber kleiner ist im Reich Gottes, der ist gr\u00f6\u00dfer denn er.\n7:29 Und alles Volk, das ihn h\u00f6rete, und die Z\u00f6llner gaben Gott recht und lie\u00dfen sich taufen mit der Taufe des Johannes.\n7:30 Aber die Pharis\u00e4er und Schriftgelehrten verachteten Gottes Rat wider sich selbst und lie\u00dfen sich nicht von ihm taufen.\n7:31 Aber der HERR sprach: Wem soll ich die Menschen dieses Geschlechts vergleichen, und wem sind sie gleich?\n7:32 Sie sind gleich den Kindern, die auf dem Markt sitzen und rufen gegeneinander und sprechen: Wir haben euch gepfiffen, und ihr habt nicht getanzet; wir haben euch geklaget, und ihr habt nicht geweinet.\n7:33 Denn Johannes der T\u00e4ufer ist kommen und a\u00df nicht Brot und trank keinen Wein, so sagt ihr: Er hat den Teufel.\n7:34 Des Menschen Sohn ist kommen, isset und trinket, so sagt ihr: Siehe, der Mensch ist ein Fresser und Weins\u00e4ufer, der Z\u00f6llner und S\u00fcnder Freund.\n7:35 Und die Weisheit mu\u00df sich rechtfertigen lassen von allen ihren Kindern.\n7:36 Es bat ihn aber der Pharis\u00e4er einer, da\u00df er mit ihm \u00e4\u00dfe: Und er ging hinein in des Pharis\u00e4ers Haus und setzte sich zu Tische.\n7:37 Und siehe, ein Weib war in der Stadt, die war eine S\u00fcnderin. Da die vernahm, da\u00df er zu Tische sa\u00df in des Pharis\u00e4ers Hause, brachte sie ein Glas mit Salben\n7:38 und trat hinten zu seinen F\u00fc\u00dfen und weinete und fing an, seine F\u00fc\u00dfe zu netzen mit Tr\u00e4nen und mit den Haaren ihres Haupts zu trocknen; und k\u00fcssete seine F\u00fc\u00dfe und salbete sie mit Salben.\n7:39 Da aber das der Pharis\u00e4er sah, der ihn geladen hatte, sprach er bei sich selbst und sagte: Wenn dieser ein Prophet w\u00e4re, so w\u00fc\u00dfte er, wer und welch ein Weib das ist, die ihn anr\u00fchret; denn sie ist eine S\u00fcnderin\n7:40 Jesus antwortete und sprach zu ihm: Simon, ich habe dir etwas zu sagen. Er aber sprach: Meister, sage an!\n7:41 Es hatte ein Wucherer zwei Schuldner. Einer war schuldig f\u00fcnfhundert Groschen, der andere f\u00fcnfzig.\n7:42 Da sie aber nicht hatten zu bezahlen, schenkte er's beiden. Sage an, welcher unter denen wird ihn am meisten lieben?\n7:43 Simon antwortete und sprach: Ich achte, dem er am meisten geschenket hat. Er aber sprach zu ihm: Du hast recht gerichtet.\n7:44 Und er wandte sich zu dem Weibe und sprach zu Simon: Siehest du dies Weib? Ich bin kommen in dein Haus, du hast mit nicht Wasser gegeben zu meinen F\u00fc\u00dfen; diese aber hat meine F\u00fc\u00dfe mit Tr\u00e4nen genetzet und mit den Haaren ihres Haupts getrocknet.\n7:45 Du hast mir keinen Ku\u00df gegeben; diese aber, nachdem sie hereinkommen ist, hat sie nicht abgelassen, meine F\u00fc\u00dfe zu k\u00fcssen.\n7:46 Du hast mein Haupt nicht mit \u00d6le gesalbet; sie aber hat meine F\u00fc\u00dfe mit Salben gesalbet\n7:47 Derhalben sage ich dir: Ihr sind viel S\u00fcnden vergeben, denn sie hat viel geliebet. Welchem aber wenig vergeben wird, der liebet wenig.\n7:48 Und er sprach zu ihr: Dir sind deine S\u00fcnden vergeben.\n7:49 Da fingen an, die mit ihm zu Tisch sa\u00dfen, und sprachen bei sich selbst: Wer ist dieser, der auch die S\u00fcnden vergibt?\n7:50 Er aber sprach zu dem Weibe: Dein Glaube hat dir geholfen; gehe hin mit Frieden!\n8:1 Und es begab sich danach, da\u00df er reisete durch St\u00e4dte und M\u00e4rkte und predigte und verk\u00fcndigte das Evangelium vom Reich Gottes, und die Zw\u00f6lfe mit ihm,\n8:2 dazu etliche Weiber, die er gesund hatte gemacht von den b\u00f6sen Geistern und Krankheiten, n\u00e4mlich Maria, die da Magdalena hei\u00dft, von welcher waren sieben Teufel ausgefahren,\n8:3 und Johanna, das Weib Chusas, des Pflegers des Herodes, und Susanna und viel andere, die ihm Handreichung taten von ihrer Habe.\n8:4 Da nun viel Volks beieinander war und aus den St\u00e4dten zu ihm eileten, sprach er durch ein Gleichnis:\n8:5 Es ging ein S\u00e4mann aus, zu s\u00e4en seinen Samen; und indem er s\u00e4te, fiel etliches an den Weg und ward vertreten, und die V\u00f6gel unter dem Himmel fra\u00dfen's auf.\n8:6 Und etliches fiel auf den Fels; und da es aufging, verdorrete es, darum da\u00df es nicht Saft hatte.\n8:7 Und etliches fiel mitten unter die Dornen; und die Dornen gingen mit auf und erstickten's.\n8:8 Und etliches fiel auf ein gut Land; und es ging auf und trug hundertf\u00e4ltige Frucht. Da er das sagte, rief er: Wer Ohren hat zu h\u00f6ren, der h\u00f6re!\n8:9 Es fragten ihn aber seine J\u00fcnger und sprachen, was dieses Gleichnis w\u00e4re.\n8:10 Er aber sprach: Euch ist's gegeben, zu wissen das Geheimnis des Reichs Gottes; den andern aber in Gleichnissen, da\u00df sie es nicht sehen, ob sie es schon sehen, und nicht verstehen, ob sie es schon h\u00f6ren.\n8:11 Das ist aber das Gleichnis: Der Same ist das Wort Gottes.\n8:12 Die aber an dem Wege sind, das sind, die es h\u00f6ren; danach kommt der Teufel und nimmt das Wort von ihrem Herzen, auf da\u00df sie nicht glauben und selig werden.\n8:13 Die aber auf dem Fels sind die: wenn sie es h\u00f6ren, nehmen sie das Wort mit Freuden an. Und die haben nicht Wurzel: eine Zeitlang glauben sie und zu der Zeit der Anfechtung fallen sie ab.\n8:14 Das aber unter die Dornen fiel, sind die, so es h\u00f6ren und gehen hin unter den Sorgen, Reichtum und Wollust dieses Lebens und ersticken und bringen keine Frucht.\n8:15 Das aber auf dem guten Lande sind, die das Wort h\u00f6ren und behalten in einem feinen, guten Herzen und bringen Frucht in Geduld.\n8:16 Niemand aber z\u00fcndet ein Licht an und bedeckt es mit einem Gef\u00e4\u00df oder setzt es unter eine Bank, sondern er setzt es auf einen Leuchter, auf da\u00df wer hineingehet, das Licht sehe.\n8:17 Denn es ist nichts verborgen, was nicht offenbar werde, auch nichts Heimliches, was nicht kund werde und an den Tag komme.\n8:18 So sehet nun darauf, wie ihr zuh\u00f6ret! Denn wer da hat, dem wird gegeben; wer aber nicht hat, von dem wird genommen, auch was er meinet zu haben.\n8:19 Es gingen aber hinzu seine Mutter und Br\u00fcder und konnten vor dem Volk nicht zu ihm kommen.\n8:20 Und es ward ihm angesagt: Deine Mutter und deine Br\u00fcder stehen drau\u00dfen und wollen dich sehen.\n8:21 Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Meine Mutter und meine Br\u00fcder sind diese, die Gottes Wort h\u00f6ren und tun.\n8:22 Und es begab sich auf der Tage einen, da\u00df er in ein Schiff trat samt seinen J\u00fcngern. Und er sprach zu ihnen: Lasset uns \u00fcber den See fahren! Sie stie\u00dfen vom Lande.\n8:23 Und da sie schiffeten, schlief er ein. Und es kam ein Windwirbel auf den See; und die Wellen \u00fcberfielen sie, und stunden in gro\u00dfer Gefahr.\n8:24 Da traten sie zu ihm und weckten ihn auf und sprachen: Meister, Meister, wir verderben! Da stund er auf und bedr\u00e4uete den Wind und die Woge des Wassers; und es lie\u00df ab und ward eine Stille.\n8:25 Er sprach aber zu ihnen: Wo ist euer Glaube? Sie f\u00fcrchteten sich aber und verwunderten sich und sprachen untereinander: Wer ist dieser? Denn er gebeut dem Wind und dem Wasser, und sie sind ihm gehorsam.\n8:26 Und sie schifften fort in die Gegend der Gadarener, welche ist Galil\u00e4a gegen\u00fcber.\n8:27 Und als er austrat auf das Land, begegnete ihm ein Mann aus der Stadt, der hatte Teufel von langer Zeit her und tat keine Kleider an und blieb in keinem Hause, sondern in den Gr\u00e4bern.\n8:28 Da er aber Jesum sah, schrie er und fiel vor ihm nieder und rief laut und sprach: Was habe ich mit dir zu schaffen, Jesu, du Sohn Gottes, des Allerh\u00f6chsten? Ich bitte dich, du wollest mich nicht qu\u00e4len.\n8:29 Denn er gebot dem unsaubern Geist, da\u00df er von dem Menschen ausf\u00fchre; denn er hatte ihn lange Zeit geplaget. Und er war mit Ketten gebunden und mit Fesseln gefangen; und zerri\u00df die Bande und ward getrieben von dem Teufel in die W\u00fcsten.\n8:30 Und Jesus fragte ihn und sprach: Wie hei\u00dfest du? Er sprach: Legion. Denn es waren viel Teufel in ihn gefahren.\n8:31 Und sie baten ihn, da\u00df er sie nicht hie\u00dfe in die Tiefe fahren.\n8:32 Es war aber daselbst eine gro\u00dfe Herde S\u00e4ue auf der Weide auf dem Berge. Und sie baten ihn, da\u00df er ihnen erlaubete, in dieselbigen zu fahren. Und er erlaubte ihnen.\n8:33 Da fuhren die Teufel aus von dem Menschen und fuhren in die S\u00e4ue. Und die Herde st\u00fcrzte sich mit einem Sturm in den See und ersoffen.\n8:34 Da aber die Hirten sahen, was da geschah, flohen sie und verk\u00fcndigten's in der Stadt und in den D\u00f6rfern.\n8:35 Da gingen sie hinaus, zu sehen, was da geschehen war; und kamen zu Jesu und fanden den Menschen, von welchem die Teufel ausgefahren waren, sitzend zu den F\u00fc\u00dfen Jesu, bekleidet und vern\u00fcnftig; und erschraken.\n8:36 Und die es gesehen hatten, verk\u00fcndigten's ihnen, wie der Besessene war gesund worden.\n8:37 Und es bat ihn die ganze Menge der umliegenden L\u00e4nder der Gadarener, da\u00df er von ihnen ginge. Denn es war sie eine gro\u00dfe Furcht ankommen. Und er trat in das Schiff und wandte wieder um.\n8:38 Es bat ihn aber der Mann, von dem die Teufel ausgefahren waren, da\u00df er bei ihm m\u00f6chte sein. Aber Jesus lie\u00df ihn von sich und sprach:\n8:39 Gehe wieder heim und sage, wie gro\u00dfe Dinge dir Gott getan hat. Und er ging hin und predigte durch die ganze Stadt, wie gro\u00dfe Dinge ihm Jesus getan hatte.\n8:40 Und es begab sich, da Jesus wiederkam, nahm ihn das Volk auf; denn sie warteten alle auf ihn.\n8:41 Und siehe, da kam ein Mann mit Namen Jairus, der ein Oberster der Schule war, und fiel Jesu zu den F\u00fc\u00dfen und bat ihn, da\u00df er wollte in sein Haus kommen:\n8:42 Denn er hatte eine einige Tochter bei zw\u00f6lf Jahren, die lag in den letzten Z\u00fcgen. Und da er hinging, drang ihn das Volk.\n8:43 Und ein Weib hatte den Blutgang zw\u00f6lf Jahre gehabt; die hatte alle ihre Nahrung an die \u00c4rzte gewandt und konnte von niemand geheilet werden.\n8:44 Die trat hinzu von hinten und r\u00fchrete seines Kleides Saum an; und alsbald stund ihr der Blutgang.\n8:45 Und Jesus sprach: Wer hat mich anger\u00fchret? Da sie aber alle leugneten, sprach Petrus, und die mit ihm waren: Meister, das Volk dr\u00e4nget und dr\u00fccket dich, und du sprichst: Wer hat mich anger\u00fchret?\n8:46 Jesus aber sprach: Es hat mich jemand anger\u00fchret; denn ich f\u00fchle, da\u00df eine Kraft von mir gegangen ist.\n8:47 Da aber das Weib sah, da\u00df es nicht verborgen war, kam sie mit Zittern und fiel vor ihm nieder und verk\u00fcndigte vor allem Volk, aus was Ursach'sie ihn h\u00e4tte anger\u00fchret, und wie sie w\u00e4re alsbald gesund worden.\n8:48 Er aber sprach zu ihr: Sei getrost, meine Tochter; dein Glaube hat dir geholfen; gehe hin mit Frieden!\n8:49 Da er noch redete, kam einer vom Gesinde des Obersten der Schule und sprach zu ihm: Deine Tochter ist gestorben; bem\u00fche den Meister nicht.\n8:50 Da aber Jesus das h\u00f6rete, antwortete er ihm und sprach: F\u00fcrchte dich nicht! Glaube nur, so wird sie gesund.\n8:51 Da er aber in das Haus kam, lie\u00df er niemand hineingehen denn Petrus und Jakobus und Johannes und des Kindes Vater und Mutter.\n8:52 Sie weineten aber alle und klagten um sie. Er aber sprach: Weinet nicht! Sie ist nicht gestorben, sondern sie schl\u00e4ft.\n8:53 Und sie verlachten ihn, wu\u00dften wohl, da\u00df sie gestorben war.\n8:54 Er aber trieb sie alle hinaus, nahm sie bei der Hand und rief und sprach: Kind, stehe auf!\n8:55 Und ihr Geist kam wieder, und sie stund alsbald auf. Und er befahl, man sollte ihr zu essen geben.\n8:56 Und ihre Eltern entsetzten sich. Er aber gebot ihnen, da\u00df sie niemand sagten, was geschehen war.\n9:1 Er forderte aber die Zw\u00f6lfe zusammen und gab ihnen Gewalt und Macht \u00fcber alle Teufel und da\u00df sie Seuchen heilen konnten.\n9:2 Und sandte sie aus, zu predigen das Reich Gottes und zu heilen die Kranken.\n9:3 Und sprach zu ihnen: Ihr sollt nichts mit euch nehmen auf den Weg, weder Stab noch Tasche noch Brot noch Geld; es soll auch einer nicht zwei R\u00f6cke haben.\n9:4 Und wo ihr in ein Haus gehet, da bleibet, bis ihr von dannen ziehet.\n9:5 Und welche euch nicht aufnehmen, da gehet aus von derselben Stadt und sch\u00fcttelt auch den Staub ab von euren F\u00fc\u00dfen zu einem Zeugnis \u00fcber sie.\n9:6 Und sie gingen hinaus und durchzogen die M\u00e4rkte, predigten das Evangelium und machten gesund an allen Enden.\n9:7 Es kam aber vor Herodes, den Vierf\u00fcrsten, alles, was durch ihn geschah; und er besorgte sich, dieweil von etlichen gesagt ward: Johannes ist von den Toten auferstanden;\n9:8 von etlichen aber: Elia ist erschienen; von etlichen aber: Es ist der alten Propheten einer auferstanden.\n9:9 Und Herodes sprach: Johannes, den habe ich enthauptet; wer ist aber dieser, von dem ich solches h\u00f6re? Und begehrete, ihn zu sehen.\n9:10 Und die Apostel kamen wieder und erz\u00e4hlten ihm, wie gro\u00dfe Dinge sie getan hatten. Und er nahm sie zu sich und entwich besonders in eine W\u00fcste bei der Stadt, die da hei\u00dft Bethsaida.\n9:11 Da des das Volk inne ward, zog es ihm nach. Und er lie\u00df sie zu sich und sagte ihnen vom Reich Gottes und machte gesund, die es bedurften. Aber der Tag fing an sich zu neigen.\n9:12 Da traten zu ihm die Zw\u00f6lfe und sprachen zu ihm: La\u00df das Volk von dir, da\u00df sie hingehen in die M\u00e4rkte umher und in die D\u00f6rfer, da\u00df sie Herberge und Speise finden; denn wir sind hier in der W\u00fcste.\n9:13 Er aber sprach zu ihnen: Gebt ihr ihnen zu essen. Sie sprachen: Wir haben nicht mehr denn f\u00fcnf Brote und zwei Fische; es sei denn, da\u00df wir hingehen sollen und Speise kaufen f\u00fcr so gro\u00df Volk.\n9:14 (Denn es waren bei f\u00fcnftausend Mann.) Er sprach aber zu seinen J\u00fcngern: Lasset sie sich setzen bei Schichten, je f\u00fcnfzig und f\u00fcnfzig.\n9:15 Und sie taten also und setzten sich alle.\n9:16 Da nahm er die f\u00fcnf Brote und zwei Fische und sah auf gen Himmel und dankete dar\u00fcber, brach sie und gab sie den J\u00fcngern, da\u00df sie dem Volk vorlegten.\n9:17 Und sie a\u00dfen und wurden alle satt; und wurden aufgehoben, was ihnen \u00fcber blieb von Brocken, zw\u00f6lf K\u00f6rbe.\n9:18 Und es begab sich, da er allein war und betete und seine J\u00fcnger bei ihm, fragte er sie und sprach: Wer sagen die Leute, da\u00df ich sei?\n9:19 Sie antworteten und sprachen: Sie sagen, du seiest Johannes der T\u00e4ufer; etliche aber, du seiest Elia; etliche aber, es sei der alten Propheten einer auferstanden.\n9:20 Er aber sprach zu ihnen: Wer saget ihr aber, da\u00df ich sei? Da antwortete Petrus und sprach: Du bist der Christ Gottes.\n9:21 Und er bedr\u00e4uete sie und gebot, da\u00df sie das niemand sagten,\n9:22 und sprach: Denn des Menschen Sohn mu\u00df noch viel leiden und verworfen werde von den \u00c4ltesten und Hohenpriestern und Schriftgelehrten und get\u00f6tet werden und am dritten Tage auferstehen.\n9:23 Da sprach er zu ihnen allen: Wer mir folgen will der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich t\u00e4glich und folge mir nach.\n9:24 Denn wer sein Leben erhalten will, der wird es verlieren; wer aber sein Leben verlieret um meinetwillen, der wird's erhalten.\n9:25 Und was Nutz h\u00e4tte der Mensch, ob er die ganze Welt gew\u00f6nne und verl\u00f6re sich selbst oder besch\u00e4digte sich selbst?\n9:26 Wer sich aber mein und meiner Worte sch\u00e4met, des wird sich des Menschen Sohn auch sch\u00e4men, wenn er kommen wird in seiner HERRLIchkeit und seines Vaters und der heiligen Engel.\n9:27 Ich sage euch aber wahrlich, da\u00df etliche sind von denen, die hier stehen, die den Tod nicht schmecken werden, bis da\u00df sie das Reich Gottes sehen.\n9:28 Und es begab sich nach diesen Reden bei acht Tagen, da\u00df er zu sich nahm Petrus, Johannes und Jakobus und ging auf einen Berg, zu beten.\n9:29 Und da er betete, ward die Gestalt seines Angesichts anders, und sein Kleid ward wei\u00df und gl\u00e4nzete.\n9:30 Und siehe, zwei M\u00e4nner redeten mit ihm, welche waren Mose und Elia.\n9:31 Die erschienen in Klarheit und redeten von dem Ausgang, welchen er sollte erf\u00fcllen zu Jerusalem.\n9:32 Petrus aber, und die mit ihm waren, waren voll Schlafs. Da sie aber aufwachten, sahen sie seine Klarheit und die zwei M\u00e4nner bei ihm stehen.\n9:33 Und es begab sich, da die von ihm wichen; sprach Petrus zu Jesu: Meister, hier ist gut sein; lasset uns drei H\u00fctten machen, dir eine, Mose eine und Elia eine. Und wu\u00dfte nicht, was er redete.\n9:34 Da er aber solches redete, kam eine Wolke und \u00fcberschattete sie. Und sie erschraken, da sie die Wolke \u00fcberzog.\n9:35 Und es fiel eine Stimme aus der Wolke, die sprach: Dieser ist mein lieber Sohn, den sollt ihr h\u00f6ren.\n9:36 Und indem solche Stimme geschah, fanden sie Jesum alleine. Und sie verschwiegen und verk\u00fcndigten niemand nichts in denselbigen Tagen, was sie gesehen hatten.\n9:37 Es begab sich aber den Tag hernach, da sie von dem Berge kamen, kam ihnen entgegen viel Volks.\n9:38 Und siehe, ein Mann unter dem Volk rief und sprach: Meister, ich bitte dich, besiehe doch meinen Sohn; denn er ist mein einiger Sohn.\n9:39 Siehe, der Geist ergreift ihn, so schreiet er alsbald; und rei\u00dfet ihn, da\u00df er sch\u00e4umet; und mit Not weichet er von ihm, wenn er ihn gerissen hat.\n9:40 Und ich habe deine J\u00fcnger gebeten, da\u00df sie ihn austrieben, und sie konnten nicht.\n9:41 Da antwortete Jesus und sprach: O du ungl\u00e4ubige und verkehrte Art! Wie lange soll ich bei euch sein und euch dulden? Bringe deinen Sohn her.\n9:42 Und da er zu ihm kam, ri\u00df ihn der Teufel und zerrete ihn. Jesus aber bedr\u00e4uete den unsaubern Geist und machte den Knaben gesund und gab ihn seinem Vater wieder.\n9:43 Und sie entsetzten sich alle \u00fcber die HERRLIchkeit Gottes. Da sie sich aber alle verwunderten \u00fcber alles, was er tat, sprach er zu seinen J\u00fcngern:\n9:44 Fasset ihr zu euren Ohren diese Reden! Denn des Menschen Sohn mu\u00df \u00fcberantwortet werden in der Menschen H\u00e4nde.\n9:45 Aber das Wort vernahmen sie nicht, und es war vor ihnen verborgen, da\u00df sie es nicht begriffen; und sie f\u00fcrchteten sich, ihn zu fragen um dasselbige Wort.\n9:46 Es kam auch ein Gedanke unter sie, welcher unter ihnen der Gr\u00f6\u00dfte w\u00e4re.\n9:47 Da aber Jesus den Gedanken ihres Herzens sah, ergriff er ein Kind und stellete es neben sich\n9:48 und sprach zu ihnen: Wer das Kind aufnimmt in meinem Namen, der nimmt mich auf; und wer mich aufnimmt, der nimmt den auf, der mich gesandt hat. Welcher aber der Kleinste ist unter euch allen, der wird gro\u00df sein.\n9:49 Da antwortete Johannes und sprach: Meister, wir sahen einen, der trieb die Teufel aus in deinem Namen, und wir wehreten ihm; denn er folget dir nicht mit uns.\n9:50 Und Jesus sprach zu ihm: Wehret ihm nicht; denn wer nicht wider uns ist, der ist f\u00fcr uns.\n9:51 Es begab sich aber, da die Zeit erf\u00fcllet war, da\u00df er sollte von hinnen genommen werden, wandte er sein Angesicht, stracks gen Jerusalem zu wandeln.\n9:52 Und er sandte Boten vor sich hin; die gingen hin und kamen in einen Markt der Samariter, da\u00df sie ihm Herberge bestelleten.\n9:53 Und sie nahmen ihn nicht an, darum da\u00df er sein Angesicht gewendet hatte, zu wandeln gen Jerusalem.\n9:54 Da aber das seine J\u00fcnger, Jakobus und Johannes sahen, sprachen sie: HERR, willst du, so wollen wir sagen, da\u00df Feuer vom Himmel falle und verzehre sie, wie Elia tat.\n9:55 Jesus aber wandte sich und bedr\u00e4uete sie und sprach: Wisset ihr nicht, welches Geistes Kinder ihr seid?\n9:56 Des Menschen Sohn ist nicht kommen, der Menschen Seelen zu verderben, sondern zu erhalten.\n9:57 Und sie gingen in einen andern Markt. Es begab sich aber, da sie auf dem Wege waren, sprach einer zu ihm: Ich will dir folgen, wo du hingehest.\n9:58 Und Jesus sprach zu ihm: Die F\u00fcchse haben Gruben, und die V\u00f6gel unter dem Himmel haben Nester, aber des Menschen Sohn hat nicht, da er sein Haupt hinlege.\n9:59 Und er sprach zu einem andern: Folge mir nach! Der sprach aber: HERR, erlaube mir, da\u00df ich zuvor hingehe und meinen Vater begrabe.\n9:60 Aber Jesus sprach zu ihm: La\u00df die Toten ihre Toten begraben; gehe du aber hin und verk\u00fcndige das Reich Gottes.\n9:61 Und ein anderer sprach: HERR, ich will dir nachfolgen; aber erlaube mir zuvor, da\u00df ich einen Abschied mache mit denen, die in meinem Hause sind.\n9:62 Jesus aber sprach zu ihm: Wer seine Hand an den Pflug leget und siehet zur\u00fcck, der ist nicht geschickt zum Reich Gottes.\n10:1 Danach sonderte der HERR andere siebzig aus und sandte sie zwei und zwei vor sich her in alle St\u00e4dte und Orte, da er wollte hinkommen.\n10:2 Und sprach zu ihnen: Die Ernte ist gro\u00df, der Arbeiter aber ist wenig; bittet den HERRN der Ernte, da\u00df er Arbeiter aussende in seine Ernte!\n10:3 Gehet hin! Siehe, ich sende euch als die L\u00e4mmer mitten unter die W\u00f6lfe.\n10:4 Traget keinen Beutel noch Tasche noch Schuhe und gr\u00fc\u00dfet niemand auf der Stra\u00dfe.\n10:5 Wo ihr in ein Haus kommt, da sprechet zuerst: Friede sei in diesem Hause!\n10:6 Und so daselbst wird ein Kind des Friedens sein, so wird euer Friede auf ihm beruhen; wo aber nicht, so wird sich euer Friede wieder zu euch wenden.\n10:7 In demselbigen Hause aber bleibet, esset und trinket, was sie haben; denn ein Arbeiter ist seines Lohnes wert. Ihr sollt nicht von, einem Hause zum andern gehen.\n10:8 Und wo ihr in eine Stadt kommt, und sie euch aufnehmen, da esset, was euch wird vorgetragen,\n10:9 und heilet die Kranken, die daselbst sind, und saget ihnen: Das Reich Gottes ist nahe zu euch kommen.\n10:10 Wo ihr aber in eine Stadt kommet, da sie euch nicht aufnehmen, da gehet heraus auf ihre Gassen und sprecht:\n10:11 Auch den Staub, der sich an uns geh\u00e4nget hat von eurer Stadt, schlagen wir ab auf euch; doch sollt ihr wissen, da\u00df euch das Reich Gottes nahe gewesen ist.\n10:12 Ich sage euch: Es wird Sodom ertr\u00e4glicher ergehen an jenem Tage denn solcher Stadt.\n10:13 Wehe dir, Chorazin! Wehe dir, Bethsaida! Denn w\u00e4ren solche Taten zu Tyrus und Sidon geschehen, die bei euch geschehen sind, sie h\u00e4tten vorzeiten im Sack und in der Asche gesessen und Bu\u00dfe getan.\n10:14 Doch es wird Tyrus und Sidon ertr\u00e4glicher ergehen am Gerichte denn euch.\n10:15 Und du, Kapernaum, die du bis an den Himmel erhoben bist, du wirst in die H\u00f6lle hinuntergesto\u00dfen werden.\n10:16 Wer euch h\u00f6ret, der h\u00f6ret mich, und wer euch verachtet, der verachtet mich; wer aber mich verachtet, der verachtet den, der mich gesandt hat.\n10:17 Die Siebzig aber kamen wieder mit Freuden und sprachen: HERR, es sind uns auch die Teufel untertan in deinem Namen.\n10:18 Er sprach aber zu ihnen: Ich sah wohl den Satanas vom Himmel fallen als einen Blitz.\n10:19 Sehet, ich habe euch Macht gegeben, zu treten auf Schlangen und Skorpione, und \u00fcber alle Gewalt des Feindes; und nichts wird euch besch\u00e4digen.\n10:20 Doch darin freuet euch nicht, da\u00df euch die Geister untertan sind, freuet euch aber, da\u00df eure Namen im Himmel geschrieben sind.\n10:21 Zu der Stunde freuete sich Jesus im Geist und sprach: Ich preise dich, Vater und HERR Himmels und der Erde, da\u00df du solches verborgen hast den Weisen und Klugen und hast es offenbart den Unm\u00fcndigen: Ja, Vater, also war es wohlgef\u00e4llig vor dir.\n10:22 Es ist mir alles \u00fcbergeben von meinem Vater. Und niemand wei\u00df, wer der Sohn sei, denn nur der Vater, noch wer der Vater sei, denn nur der Sohn, und welchem es der Sohn will offenbaren.\n10:23 Und er wandte sich zu seinen J\u00fcngern und sprach insonderheit: Selig sind die Augen, die da sehen, was ihr sehet.\n10:24 Denn ich sage euch: Viel Propheten und K\u00f6nige wollten sehen, was ihr sehet, und haben's nicht gesehen; und h\u00f6ren, was ihr h\u00f6ret, und haben's nicht geh\u00f6ret.\n10:25 Und siehe, da stund ein Schriftgelehrter auf, versuchte ihn und sprach: Meister, was mu\u00df ich tun, da\u00df ich das ewige Leben ererbe?\n10:26 Er aber sprach zu ihm: Wie stehet im Gesetz geschrieben? Wie liesest du?\n10:27 Er antwortete und sprach: Du sollst Gott, deinen HERRN, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kr\u00e4ften und von ganzem Gem\u00fct und deinen N\u00e4chsten als dich selbst.\n10:28 Er aber sprach zu ihm: Du hast recht geantwortet; tue das, so wirst du leben.\n10:29 Er aber wollte sich selbst rechtfertigen und sprach zu Jesu: Wer ist denn mein N\u00e4chster?\n10:30 Da antwortete Jesus und sprach: Es war ein Mensch, der ging von Jerusalem hinab gen Jericho und fiel unter die M\u00f6rder; die zogen ihn aus und schlugen ihn und gingen davon und lie\u00dfen ihn halbtot liegen.\n10:31 Es begab sich aber ohngef\u00e4hr, da\u00df ein Priester dieselbige Stra\u00dfe hinabzog; und da er ihn sah, ging er vor\u00fcber.\n10:32 Desselbigengleichen auch ein Levit: da er kam zu der St\u00e4tte und sah ihn, ging er vor\u00fcber.\n10:33 Ein Samariter aber reisete und kam dahin; und da er ihn sah, jammerte ihn sein,\n10:34 ging zu ihm, verband ihm seine Wunden und go\u00df drein \u00d6l und Wein und hub ihn auf sein Tier und f\u00fchrete ihn in die Herberge und pflegete sein.\n10:35 Des andern Tages reisete er und zog heraus zwei Groschen und gab sie dem Wirt und sprach zu ihm; Pflege sein; und so du was mehr wirst dartun, will ich dir's bezahlen, wenn ich wiederkomme.\n10:36 Welcher d\u00fcnket dich, der unter diesen dreien der N\u00e4chste, sei gewesen dem, der unter die M\u00f6rder gefallen war?\n10:37 Er sprach: Der die Barmherzigkeit an ihm tat. Da sprach Jesus zu ihm: So gehe hin und tue desgleichen!\n10:38 Es begab sich aber, da sie wandelten, ging er in einen Markt. Da war ein Weib mit Namen Martha, die nahm ihn auf in ihr Haus.\n10:39 Und sie hatte eine Schwester, die hie\u00df Maria; die setzte sich zu Jesu F\u00fc\u00dfen und h\u00f6rete seiner Rede zu.\n10:40 Martha aber machte sich viel zu schaffen, ihm zu dienen. Und sie trat hinzu und sprach: HERR, fragst du nicht danach, da\u00df mich meine Schwester l\u00e4sset alleine dienen? Sage ihr doch, da\u00df sie es auch angreife!\n10:41 Jesus aber antwortete und sprach zu ihr: Martha, Martha, du hast viel Sorge und M\u00fche!\n10:42 Eines aber ist not: Maria hat das gute Teil erw\u00e4hlet; das soll nicht von ihr genommen werden.\n11:1 Und es begab sich, da\u00df er war an einem Ort und betete. Und da er aufgeh\u00f6ret hatte, sprach seiner J\u00fcnger einer zu ihm: HERR, lehre uns beten, wie auch Johannes seine J\u00fcnger lehrete.\n11:2 Er aber sprach zu ihnen: Wenn ihr betet, sprecht: Unser Vater im Himmel, dein Name werde geheiliget. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe auf Erden wie im Himmel.\n11:3 Gib uns unser t\u00e4glich Brot immerdar.\n11:4 Und vergib uns unsere S\u00fcnden; denn auch wir vergeben allen, die uns schuldig sind. Und f\u00fchre uns nicht in Versuchung, sondern erl\u00f6se uns von dem \u00dcbel.\n11:5 Und er sprach zu ihnen: Welcher ist unter euch, der einen Freund hat und ginge zu ihm um Mitternacht und spr\u00e4che zu ihm: Lieber Freund, leihe mir drei Brote;\n11:6 denn es ist mein Freund zu mir kommen von der Stra\u00dfe, und ich habe nicht, was ich ihm vorlege;\n11:7 und er drinnen w\u00fcrde antworten und sprechen: Mach' mir keine Unruhe; die T\u00fcr ist schon zugeschlossen, und meine Kindlein sind bei mir in der Kammer; ich kann nicht aufstehen und dir geben.\n11:8 Ich sage euch, und ob er nicht aufsteht und gibt ihm darum, da\u00df er sein Freund ist, so wird er doch um seines unversch\u00e4mten Geilens willen aufstehen und ihm geben, wieviel er bedarf.\n11:9 Und ich sage euch auch: Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan.\n11:10 Denn wer da bittet, der nimmt; und wer da suchet, der findet; und wer da anklopfet, dem wird aufgetan.\n11:11 Wo bittet unter euch ein Sohn den Vater ums Brot, der ihm einen Stein daf\u00fcr biete? und so er um einen Fisch bittet, der ihm eine Schlange f\u00fcr den Fisch biete?\n11:12 oder so er um ein Ei bittet, der ihm einen Skorpion daf\u00fcr biete?\n11:13 So denn ihr, die ihr arg seid, k\u00f6nnet euren Kindern gute Gaben geben, wieviel mehr wird der Vater im Himmel den Heiligen Geist geben denen, die ihn bitten!\n11:14 Und er trieb einen Teufel aus, der war stumm. Und es geschah, da der Teufel ausfuhr, da redete der Stumme. Und das Volk verwunderte sich.\n11:15 Etliche aber unter ihnen sprachen: Er treibt die Teufel aus durch Beelzebub, den Obersten der Teufel.\n11:16 Die andern aber versuchten ihn und begehreten ein Zeichen von ihm vom Himmel.\n11:17 Er aber vernahm ihre Gedanken und sprach zu ihnen: Ein jeglich Reich, so es mit ihm selbst uneins wird, das wird w\u00fcste, und ein Haus f\u00e4llt \u00fcber das andere.\n11:18 Ist denn der Satanas auch mit ihm selbst uneins, wie will sein Reich bestehen? dieweil ihr saget, ich treibe die Teufel aus durch Beelzebub.\n11:19 So aber ich die Teufel durch Beelzebub austreibe, durch wen treiben sie eure Kinder aus? Darum werden sie eure Richter sein.\n11:20 So ich aber durch Gottes Finger die Teufel austreibe, so kommt je das Reich Gottes zu euch.\n11:21 Wenn ein starker Gewappneter seinen Palast bewahret, so bleibt das Seine mit Frieden.\n11:22 Wenn aber ein St\u00e4rkerer \u00fcber ihn kommt und \u00fcberwindet ihn, so nimmt er ihm seinen Harnisch, darauf er sich verlie\u00df, und teilet den Raub aus.\n11:23 Wer nicht mit mir ist, der ist wider mich; und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreuet.\n11:24 Wenn der unsaubere Geist von dem Menschen ausf\u00e4hret, so durchwandelt er d\u00fcrre St\u00e4tten, suchet Ruhe und findet sie nicht; so spricht er: Ich will wieder umkehren in mein Haus, daraus ich gegangen bin.\n11:25 Und wenn er kommt, so findet er's mit Besemen gekehret und geschm\u00fccket.\n11:26 Dann gehet er hin und nimmt sieben Geister zu sich, die \u00e4rger sind denn er selbst; und wenn sie hineinkommen, wohnen sie da; und wird hernach mit demselbigen Menschen \u00e4rger denn vorhin.\n11:27 Und es begab sich, da er solches redete, erhub ein Weib im Volk die Stimme und sprach zu ihm: Selig ist der Leib, der dich getragen hat, und die Br\u00fcste, die du gesogen hast.\n11:28 Er aber sprach: Ja, selig sind, die das Wort Gottes h\u00f6ren und bewahren.\n11:29 Das Volk aber drang hinzu. Da fing er an und sagte: Dies ist eine arge Art; sie begehret ein Zeichen, und es wird ihr kein Zeichen gegeben denn nur das Zeichen des Propheten Jona.\n11:30 Denn wie Jona ein Zeichen war den Niniviten, also wird des Menschen Sohn sein diesem Geschlechte.\n11:31 Die K\u00f6nigin von Mittag wird auftreten vor dem Gerichte mit den Leuten dieses Geschlechts und wird sie verdammen; denn sie kam von der Welt Ende, zu h\u00f6ren die Weisheit Salomos. Und siehe, hier ist mehr denn Salomo.\n11:32 Die Leute von Ninive werden auftreten vor dem Gerichte mit diesem Geschlecht und werden's verdammen; denn sie taten Bu\u00dfe nach der Predigt des Jona. Und siehe, hier ist mehr denn Jona.\n11:33 Niemand z\u00fcndet ein Licht an und setzt es an einen heimlichen Ort, auch nicht unter einen Scheffel, sondern auf den Leuchter, auf da\u00df, wer hineingehet, das Licht sehe.\n11:34 Das Auge ist des Leibes Licht. Wenn nun dein Auge einf\u00e4ltig sein wird, so ist dein ganzer Leib licht. So aber dein Auge ein Schalk sein wird, so ist auch dein Leib finster.\n11:35 So schaue darauf, da\u00df nicht das Licht in dir Finsternis sei!\n11:36 Wenn nun dein Leib ganz licht ist, da\u00df er kein St\u00fcck von Finsternis hat, so wird er ganz licht sein und wird dich erleuchten wie ein heller Blitz.\n11:37 Da er aber in der Rede war, bat ihn ein Pharis\u00e4er, da\u00df er mit ihm das Mittagsmahl \u00e4\u00dfe. Und er ging hinein und setzte sich zu Tische.\n11:38 Da das der Pharis\u00e4er sah, verwunderte er sich, da\u00df er sich nicht vor dem Essen gewaschen h\u00e4tte.\n11:39 Der HERR aber sprach zu ihm: Ihr Pharis\u00e4er haltet die Becher und Sch\u00fcsseln auswendig reinlich; aber euer Inwendiges ist voll Raubes und Bosheit.\n11:40 Ihr Narren, meinet ihr, da\u00df inwendig rein sei, wenn's auswendig rein ist?\n11:41 Doch gebt Almosen von dem, was da ist, siehe, so ist's euch alles rein.\n11:42 Aber wehe euch Pharis\u00e4ern, da\u00df ihr verzehntet die Minze und Raute und allerlei Kohl und gehet vorbei an dem Gericht und an der Liebe Gottes! Dies sollte man tun und jenes nicht lassen.\n11:43 Wehe euch Pharis\u00e4ern, da\u00df ihr gerne obenan sitzet in den Schulen und wollet gegr\u00fc\u00dft sein auf dem Markte!\n11:44 Wehe euch Schriftgelehrten und Pharis\u00e4ern, ihr Heuchler, da\u00df ihr seid wie die verdeckten Totengr\u00e4ber, dar\u00fcber die Leute laufen und kennen sie nicht!\n11:45 Da antwortete einer von den Schriftgelehrten und sprach zu ihm: Meister, mit den Worten schm\u00e4hest du uns auch.\n11:46 Er aber sprach: Und wehe auch euch Schriftgelehrten! Denn ihr beladet die Menschen mit unertr\u00e4glichen Lasten, und ihr r\u00fchret sie nicht mit einem Finger an.\n11:47 Wehe euch! Denn ihr bauet der Propheten Gr\u00e4ber; eure V\u00e4ter aber haben sie get\u00f6tet.\n11:48 So bezeuget ihr zwar und bewilliget in eurer V\u00e4ter Werk; denn sie t\u00f6teten sie, so bauet ihr ihre Gr\u00e4ber.\n11:49 Darum spricht die Weisheit Gottes: Ich will Propheten und Apostel zu ihnen senden, und derselbigen werden sie etliche t\u00f6ten und verfolgen,\n11:50 auf da\u00df gefordert werde von diesem Geschlecht aller Propheten Blut, das vergossen ist, seit der Welt Grund gelegt ist,\n11:51 von Abels Blut an bis auf das Blut des Zacharias, der umkam zwischen dem Altar und Tempel. Ja, ich sage euch, es wird gefordert werden von diesem Geschlechte.\n11:52 Wehe euch Schriftgelehrten! denn ihr den Schl\u00fcssel der Erkenntnis habt. Ihr kommt nicht hinein und wehret denen, die hinein wollen.\n11:53 Da er aber solches zu ihnen sagte, fingen an die Schriftgelehrten und Pharis\u00e4er, hart auf ihn zu dringen und ihm mit mancherlei Fragen den Mund zu stopfen,\n11:54 und lauerten auf ihn und suchten, ob sie etwas erjagen k\u00f6nnten aus seinem Munde, da\u00df sie eine Sache wider ihn h\u00e4tten.\n12:1 Es lief das Volk zu, und kamen etliche viel tausend zusammen, also da\u00df sie sich untereinander traten. Da fing er an und sagte zu seinen J\u00fcngern: Zum ersten h\u00fctet euch vor den Sauerteig der Pharis\u00e4er, welches ist die Heuchelei.\n12:2 Es ist aber nichts verborgen, das nicht offenbar werde, noch heimlich, das man nicht wissen werde.\n12:3 Darum, was ihr in Finsternis saget, das wird man im Licht h\u00f6ren; was ihr redet ins Ohr in den Kammern, das wird man auf den D\u00e4chern predigen.\n12:4 Ich sage euch aber, meinen Freunden: F\u00fcrchtet euch nicht vor denen, die den Leib t\u00f6ten und danach nichts mehr tun k\u00f6nnen.\n12:5 Ich will euch aber zeigen, vor welchem ihr euch f\u00fcrchten sollt: F\u00fcrchtet euch vor dem, der, nachdem er get\u00f6tet hat, auch Macht hat, zu werfen in die H\u00f6lle. Ja, ich sage euch, vor dem f\u00fcrchtet euch.\n12:6 Verkauft man nicht f\u00fcnf Sperlinge um zwei Pfennige? Noch ist vor Gott derselbigen nicht einer vergessen.\n12:7 Auch sind die Haare auf eurem Haupte alle gez\u00e4hlet. Darum f\u00fcrchtet euch nicht; denn ihr seid besser denn viel Sperlinge.\n12:8 Ich sage euch aber: Wer mich bekennet vor den Menschen, den wird auch des Menschen Sohn bekennen vor den Engeln Gottes.\n12:9 Wer mich aber verleugnet vor den Menschen, der wird verleugnet werden vor den Engeln Gottes.\n12:10 Und wer da redet ein Wort wider des Menschen Sohn, dem soll es vergeben werden; wer aber l\u00e4stert den Heiligen Geist, dem soll es nicht vergeben werden.\n12:11 Wenn sie euch aber f\u00fchren werden in ihre Schulen und vor die Obrigkeit und vor die Gewaltigen, so sorget nicht, wie oder was ihr antworten oder was ihr sagen sollt.\n12:12 Denn der Heilige Geist wird euch zu derselbigen Stunde lehren, was ihr sagen sollt.\n12:13 Es sprach aber einer aus dem Volk zu ihm: Meister, sage meinem Bruder, da\u00df er mit mir das Erbe teile.\n12:14 Er aber sprach zu ihm: Mensch, wer hat mich zum Richter oder Erbschichter \u00fcber euch gesetzt?\n12:15 Und sprach zu ihnen: Sehet zu und h\u00fctet euch vor dem Geiz! Denn niemand lebet davon, da\u00df er viel G\u00fcter hat.\n12:16 und er sagte ihnen ein Gleichnis und sprach: Es war ein reicher Mensch, des Feld hatte wohl getragen.\n12:17 Und er gedachte bei sich selbst und sprach: Was soll ich tun? Ich habe nicht, da ich meine Fr\u00fcchte hinsammle.\n12:18 Und sprach: Das will ich tun: ich will meine Scheunen abbrechen und gr\u00f6\u00dfere bauen und will drein sammeln alles, was mir gewachsen ist, und meine G\u00fcter.\n12:19 Und will sagen zu meiner Seele: Liebe Seele, du hast einen gro\u00dfen Vorrat auf viel Jahre; habe nun Ruhe, i\u00df trink und habe guten Mut!\n12:20 Aber Gott sprach zu ihm: Du Narr, diese Nacht wird man deine Seele von dir fordern, und wes wird's sein, das du bereitet hast?\n12:21 Also gehet es, wer sich Sch\u00e4tze sammelt und ist nicht reich in Gott.\n12:22 Er sprach aber zu seinen J\u00fcngern: Darum sage ich euch: Sorget nicht f\u00fcr euer Leben, was ihr essen sollet; auch nicht f\u00fcr euren Leib, was ihr antun sollet.\n12:23 Das Leben ist mehr denn die Speise und der Leib mehr denn die Kleidung.\n12:24 Nehmet wahr der Raben: sie s\u00e4en nicht, sie ernten auch nicht, sie haben auch keinen Keller noch Scheune; und Gott n\u00e4hret sie doch. Wieviel aber seid ihr besser denn die V\u00f6gel!\n12:25 Welcher ist unter euch, ob er schon darum sorget, der da k\u00f6nnte eine Elle lang seiner Gr\u00f6\u00dfe zusetzen?\n12:26 So ihr denn das Geringste nicht verm\u00f6get, warum sorget ihr f\u00fcr das andere?\n12:27 Nehmet wahr der Lilien auf dem Felde, wie sie wachsen; sie arbeiten nicht, so spinnen sie nicht. Ich sage euch aber, da\u00df auch Salomo in aller seiner HERRLIchkeit nicht ist bekleidet gewesen als der eine.\n12:28 So denn das Gras, das heute auf dem Felde stehet. und morgen in den Ofen geworfen wird, Gott also kleidet, wieviel mehr wird er euch kleiden, ihr Kleingl\u00e4ubigen.\n12:29 Darum auch ihr, fraget nicht danach, was ihr essen oder was ihr trinken sollt, und fahret nicht hoch her!\n12:30 Nach solchem allem trachten die Heiden in der Welt; aber euer Vater wei\u00df wohl, da\u00df ihr des bed\u00fcrfet.\n12:31 Doch trachtet nach dem Reich Gottes, so wird euch das alles zufallen.\n12:32 F\u00fcrchte dich nicht, du kleine Herde; denn es ist eures Vaters Wohlgefallen, euch das Reich zugeben.\n12:33 Verkaufet, was ihr habt, und gebt Almosen. Machet euch S\u00e4ckel, die nicht veralten, einen Schatz, der nimmer abnimmt im Himmel, da kein Dieb zukommt, und den keine Motten fressen.\n12:34 Denn wo euer Schatz ist, da wird auch euer Herz sein.\n12:35 Lasset eure Lenden umg\u00fcrtet sein und eure Lichter brennen\n12:36 und seid gleich den Menschen, die auf ihren HERRN warten, wenn er aufbrechen wird von der Hochzeit, auf da\u00df, wenn er kommt und anklopft, sie ihm bald auftun.\n12:37 Selig sind die Knechte, die der HERR, so er kommt, wachend findet. Wahrlich, ich sage euch, er wird sich aufsch\u00fcrzen und wird sie zu Tisch setzen und vor ihnen gehen und ihnen dienen.\n12:38 Und so er kommt in der andern Wache und in der dritten Wache und wird's also finden: selig sind diese Knechte.\n12:39 Das sollt ihr aber wissen: Wenn ein Hausherr w\u00fc\u00dfte, zu welcher Stunde der Dieb k\u00e4me, so wachete er und lie\u00dfe nicht in sein Haus brechen.\n12:40 Darum seid ihr auch bereit! Denn des Menschen Sohn wird kommen zu der Stunde, da ihr nicht meinet.\n12:41 Petrus aber sprach zu ihm: HERR, sagest du dies Gleichnis zu uns oder auch zu allen?\n12:42 Der HERR aber sprach: Wie ein gro\u00df Ding ist's um einen treuen und klugen Haushalter, welchen der HERR setzt \u00fcber sein Gesinde, da\u00df er ihnen zu rechter Zeit ihre Geb\u00fchr gebe!\n12:43 Selig ist der Knecht, welchen sein HERR findet also tun, wenn er kommt.\n12:44 Wahrlich, ich sage euch, er wird ihn \u00fcber alle seine G\u00fcter setzen.\n12:45 So aber derselbige Knecht in seinem Herzen sagen wird: Mein HERR verzieht zu kommen, und f\u00e4nget an zu schlagen Knechte und M\u00e4gde, auch zu essen und zu trinken und sich vollzusaufen,\n12:46 so wird desselben Knechtes HERR kommen an dem Tage, da er sich's nicht versiehet, und zu der Stunde, die er nicht wei\u00df, und wird ihn zerscheitern und wird ihm seinen Lohn geben mit den Ungl\u00e4ubigen.\n12:47 Der Knecht aber, der seines HERRN Willen wei\u00df und hat sich nicht bereitet, auch nicht nach seinem Willen getan, der wird viel Streiche leiden m\u00fcssen.\n12:48 Der es aber nicht wei\u00df, hat doch getan was der Streiche wert ist, wird wenig Streiche leiden. Denn welchem viel gegeben ist, bei dem wird man viel suchen, und welchem viel befohlen ist, von dem wird man viel fordern.\n12:49 Ich bin kommen, da\u00df ich ein Feuer anz\u00fcnde auf Erden; was wollt' ich lieber, denn es brennete schon!\n12:50 Aber ich mu\u00df mich zuvor taufen lassen mit einer Taufe; und wie ist mir so bange, bis sie vollendet werde!\n12:51 Meinet ihr, da\u00df ich herkommen bin, Frieden zu bringen auf Erden? Ich sage nein, sondern Zwietracht.\n12:52 Denn von nun an werden f\u00fcnf in einem Hause uneins sein: drei wider zwei und zwei wider drei.\n12:53 Es wird sein der Vater wider den Sohn und der Sohn wider den Vater, die Mutter wider die Tochter und die Tochter wider die Mutter, die Schwieger wider die Schnur und die Schnur wider die Schwieger.\n12:54 Er sprach aber zu dem Volk: Wenn ihr eine Wolke sehet aufgehen vom Abend, so sprecht ihr bald: Es kommt ein Regen; und es geschiehet also.\n12:55 Und wenn ihr sehet den S\u00fcdwind wehen, so sprecht ihr: Es wird, hei\u00df werden; und es geschiehet also.\n12:56 Ihr Heuchler, die Gestalt der Erde und des Himmels k\u00f6nnt ihr pr\u00fcfen, wie pr\u00fcfet ihr aber diese Zeit nicht?\n12:57 Warum richtet ihr aber nicht an euch selber, was recht ist?\n12:58 So du aber mit deinem Widersacher vor den F\u00fcrsten gehest, so tue Flei\u00df auf dem Wege, da\u00df du sein los werdest, auf da\u00df er nicht etwa dich vor den Richter ziehe, und der Richter \u00fcberantworte dich dem Stockmeister, und der Stockmeister werfe dich ins Gef\u00e4ngnis.\n12:59 Ich sage dir, du wirst von dannen nicht herauskommen, bis du den allerletzten Scherf bezahlest.\n13:1 Es waren aber zu derselbigen Zeit etliche dabei, die verk\u00fcndigten ihm von den Galil\u00e4ern, welcher Blut Pilatus samt ihrem Opfer vermischt hatte.\n13:2 Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Meinet ihr, da\u00df diese Galil\u00e4er vor allen Galil\u00e4ern S\u00fcnder gewesen sind, die weil sie das erlitten haben?\n13:3 Ich sage: Nein, sondern, so ihr euch nicht bessert, werdet ihr alle auch also umkommen.\n13:4 Oder meinet ihr, da\u00df die achtzehn, auf welche der Turm in Siloah fiel und erschlug sie, seien schuldig gewesen vor allen Menschen, die zu Jerusalem wohnen?\n13:5 Ich sage: Nein, sondern so ihr euch nicht bessert, werdet ihr alle auch also umkommen.\n13:6 Er sagte ihnen aber dies Gleichnis: Es hatte einer einen Feigenbaum, der war gepflanzt in seinem Weinberge; und kam und suchte Frucht darauf und fand sie nicht.\n13:7 Da sprach er zu dem Weing\u00e4rtner: Siehe, ich bin nun drei Jahre lang alle Jahre kommen und habe Frucht gesucht auf diesem Feigenbaum und finde sie nicht. Haue ihn ab; was hindert er das Land?\n13:8 Er aber antwortete und sprach zu ihm: HERR, la\u00df ihn noch dies Jahr, bis da\u00df ich um ihn grabe und bed\u00fcnge ihn,\n13:9 ob er wollte Frucht bringen; wo nicht, so haue ihn danach ab.\n13:10 Und er lehrete in einer Schule am Sabbat.\n13:11 Und siehe, ein Weib war da, das hatte einen Geist der Krankheit achtzehn Jahre; und sie war krumm und konnte nicht wohl aufsehen.\n13:12 Da sie aber Jesus sah, rief er sie zu sich und sprach zu ihr: Weib, sei los von deiner Krankheit!\n13:13 Und legte die H\u00e4nde auf sie; und alsbald richtete sie sich auf und preisete Gott.\n13:14 Da antwortete der Oberste der Schule und war unwillig, da\u00df Jesus auf den Sabbat heilete, und sprach zu dem Volk: Es sind sechs Tage, darinnen man arbeiten soll; in denselbigen kommt und la\u00dft euch heilen und nicht am Sabbattage.\n13:15 Da antwortete ihm der HERR und sprach: Du Heuchler, l\u00f6set nicht ein jeglicher unter euch seinen Ochsen oder Esel von der Krippe am Sabbat und f\u00fchret ihn zur Tr\u00e4nke?\n13:16 Sollte aber nicht gel\u00f6\u00dft werden am Sabbat diese, die doch Abrahams Tochter ist, von diesem Bande, welche Satanas gebunden hatte nun wohl achtzehn Jahre?\n13:17 Und als er solches sagte, mu\u00dften sich sch\u00e4men alle, die ihm wider gewesen waren. Und alles Volk freuete sich \u00fcber alle herrlichen Taten, die von ihm geschahen.\n13:18 Er sprach aber: Wem ist das Reich Gottes gleich, und wem soll ich's vergleichen?\n13:19 Es ist einem Senfkorn gleich, welches ein Mensch nahm und warf's in seinen Garten; und es wuchs und ward ein gro\u00dfer Baum, und die V\u00f6gel des Himmels wohneten unter seinen Zweigen.\n13:20 Und abermal sprach er: Wem soll ich das Reich Gottes vergleichen?\n13:21 Es ist einem Sauerteige gleich, welchen ein Weib nahm und verbarg ihn unter drei Scheffel Mehls, bis da\u00df es gar sauer ward.\n13:22 Und er ging durch St\u00e4dte und M\u00e4rkte und lehrete und nahm seinen Weg gen Jerusalem.\n13:23 Es sprach aber einer zu ihm: HERR, meinest du, da\u00df wenige selig werden? Er aber sprach zu ihnen:\n13:24 Ringet danach, da\u00df ihr durch die enge Pforte eingehet; denn viele werden, das sage ich euch, danach trachten, wie sie hineinkommen, und werden's nicht tun k\u00f6nnen.\n13:25 Von dem an, wenn der Hauswirt aufgestanden ist und die T\u00fcr verschlossen hat, da werdet ihr denn anfangen drau\u00dfen zu stehen, und an die T\u00fcr klopfen und sagen: HERR, HERR, tu uns auf! Und er wird antworten und zu euch sagen: Ich kenne euer nicht, wo ihr her seid.\n13:26 So werdet ihr denn anfangen zu sagen: Wir haben vor dir gegessen und getrunken, und auf den Gassen hast du uns gelehret.\n13:27 Und er wird sagen: Ich sage euch, ich kenne euer nicht, wo ihr her seid; weichet alle von mir, ihr \u00dcbelt\u00e4ter!\n13:28 Da wird sein Heulen und Z\u00e4hneklappen, wenn ihr sehen werdet Abraham und Isaak und Jakob und alle Propheten im Reich Gottes, euch aber hinausgesto\u00dfen.\n13:29 Und es werden kommen vom Morgen und vom Abend, von Mitternacht. und vom Mittage, die zu Tische sitzen werden im Reich Gottes.\n13:30 Und siehe, es sind Letzte, die werden die Ersten sein; und sind Erste, die werden die Letzten sein.\n13:31 An demselben Tage kamen etliche Pharis\u00e4er und sprachen zu ihm: Heb' dich hinaus und gehe von hinnen; denn Herodes will dich t\u00f6ten.\n13:32 Und er sprach zu ihnen: Gehet hin und saget demselbigen Fuchs: Siehe, ich treibe Teufel aus und mache gesund heute und morgen und am dritten Tage werde ich ein Ende nehmen.\n13:33 Doch mu\u00df ich heute und morgen und am Tage danach wandeln; denn es tut's nicht, da\u00df ein Prophet umkomme au\u00dfer Jerusalem.\n13:34 Jerusalem, Jerusalem, die du t\u00f6test die Propheten und steinigest, die zu dir gesandt werden, wie oft habe ich wollen deine Kinder versammeln wie eine Henne ihr Nest unter ihre Fl\u00fcgel; und ihr habt nicht gewollt!\n13:35 Sehet, euer Haus soll euch w\u00fcste gelassen werden. Denn ich sage euch: Ihr werdet mich nicht sehen, bis da\u00df es komme, da\u00df ihr sagen werdet: Gelobet ist, der da kommt in dem Namen des HERRN!\n14:1 Und es begab sich, da\u00df er kam in ein Haus eines Obersten der Pharis\u00e4er auf einen Sabbat, das Brot zu essen. Und sie hielten auf ihn.\n14:2 Und siehe, da war ein Mensch vor ihm der war wassers\u00fcchtig.\n14:3 Und Jesus antwortete und sagte zu den Schriftgelehrten und Pharis\u00e4ern und sprach: Ist's auch recht, auf den Sabbat heilen?\n14:4 Sie aber schwiegen stille. Und er griff ihn an und heilete ihn und lie\u00df ihn gehen.\n14:5 Und antwortete und sprach zu ihnen: Welcher ist unter euch, dem sein Ochse oder Esel in den Brunnen f\u00e4llt, und er nicht alsbald ihn herauszieht am Sabbattage?\n14:6 Und sie konnten ihm darauf nicht wieder Antwort geben.\n14:7 Er sagte aber ein Gleichnis zu den G\u00e4sten, da, er merkte, wie sie erw\u00e4hleten, obenan zu sitzen, und sprach zu ihnen:\n14:8 Wenn du von jemand geladen wirst zur Hochzeit, so setze dich nicht obenan, da\u00df nicht etwa ein Ehrlicherer denn du von ihm geladen sei,\n14:9 und so dann kommt, der dich und ihn geladen hat, spreche zu dir: Weiche diesem! und du m\u00fcssest dann mit Scham untenan sitzen.\n14:10 Sondern wenn du geladen wirst, so gehe hin und setze dich untenan, auf da\u00df, wenn da kommt, der dich geladen hat, spreche zu dir: Freund, r\u00fccke hinauf! Dann wirst du Ehre haben vor denen, die mit dir zu Tische sitzen.\n14:11 Denn wer sich selbst erh\u00f6het, der soll erniedriget werden; und wer sich selbst erniedriget, der soll erh\u00f6het werden.\n14:12 Er sprach auch zu dem, der ihn geladen hatte: Wenn du ein Mittags -oder Abendmahl machest, so lade nicht deine Freunde noch deine Br\u00fcder noch deine Gefreundeten noch deine Nachbarn, die da reich sind, auf da\u00df sie dich nicht etwa wieder laden, und dir vergolten werde.\n14:13 Sondern wenn du ein Mahl machest, lade die Armen, die Kr\u00fcppel, die Lahmen, die Blinden,\n14:14 so bist du selig; denn sie haben's dir nicht zu vergelten; es wird dir aber vergolten werden in der Auferstehung der Gerechten.\n14:15 Da aber solches h\u00f6rete einer, der mit zu Tisch sa\u00df, sprach er zu ihm: Selig ist, der das Brot isset im Reich Gottes.\n14:16 Er aber sprach zu ihm: Es war ein Mensch, der machte ein gro\u00df Abendmahl und lud viele dazu.\n14:17 Und sandte seinen Knecht aus zur Stunde des Abendmahls, zu sagen den Geladenen: Kommt, denn es ist alles bereit!\n14:18 Und sie fingen an alle nacheinander, sich zu entschuldigen. Der erste sprach zu ihm: Ich habe einen Acker gekauft und mu\u00df hinausgehen und ihn besehen; ich bitte dich, entschuldige mich.\n14:19 Und der andere sprach: Ich habe f\u00fcnf Joch Ochsen gekauft, und ich gehe jetzt hin, sie zu besehen; ich bitte dich, entschuldige mich.\n14:20 Und der dritte sprach: Ich habe ein Weib genommen, darum kann ich nicht kommen.\n14:21 Und der Knecht kam und sagte das seinem HERRN wieder. Da ward der Hausherr zornig und sprach zu seinem Knechte: Gehe aus bald auf die Stra\u00dfen und Gassen der Stadt und f\u00fchre die Armen und Kr\u00fcppel und Lahmen und Blinden herein.\n14:22 Und der Knecht sprach: HERR, es ist geschehen, was du befohlen hast; es ist aber noch Raum da.\n14:23 Und der HERR sprach zu dem Knechte: Gehe aus auf die Landstra\u00dfen und an die Z\u00e4une und n\u00f6tige sie hereinzukommen, auf da\u00df mein Haus voll werde.\n14:24 Ich sage euch aber, da\u00df der M\u00e4nner keiner; die geladen sind; mein Abendmahl schmecken wird.\n14:25 Es ging aber viel Volks mit ihm. Und er wandte sich und sprach zu ihnen:\n14:26 So jemand zu mir kommt und hasset nicht seinen Vater, Mutter, Weib, Kinder, Br\u00fcder, Schwestern, auch dazu sein eigen Leben, der kann nicht mein J\u00fcnger sein.\n14:27 Und wer nicht sein Kreuz tr\u00e4gt und mir nachfolget, der kann nicht mein J\u00fcnger sein.\n14:28 Wer ist aber unter euch, der einen Turm bauen will und sitzt nicht zuvor und \u00fcberschl\u00e4gt die Kosten, ob er's habe hinauszuf\u00fchren?\n14:29 auf da\u00df nicht, wo er den Grund gelegt hat und kann's nicht hinausf\u00fchren, alle, die es sehen, fangen an sein zu spotten\n14:30 und sagen: Dieser Mensch hub an zu bauen und kann's nicht hinausf\u00fchren!\n14:31 Oder welcher K\u00f6nig will sich begeben in einen Streit wider einen andern K\u00f6nig und sitzt nicht zuvor und ratschlagt, ob er k\u00f6nnte mit zehntausend begegnen dem, der \u00fcber ihn kommt mit zwanzigtausend?\n14:32 Wo nicht, so schickt er Botschaft, wenn jener noch ferne ist, und bittet um Frieden.\n14:33 Also auch ein jeglicher unter euch, der nicht absagt allem, was er hat, kann nicht mein J\u00fcnger sein.\n14:34 Das Salz ist ein gut Ding; wo aber das Salz dumm wird, womit wird man w\u00fcrzen?\n14:35 Es ist weder auf das Land noch in den Mist n\u00fctze, sondern man wird's wegwerfen. Wer Ohren hat zu h\u00f6ren, der h\u00f6re!\n15:1 Es naheten aber zu ihm allerlei Z\u00f6llner und S\u00fcnder, da\u00df sie ihn h\u00f6reten.\n15:2 Und die Pharis\u00e4er und Schriftgelehrten murreten und sprachen: Dieser nimmt die S\u00fcnder an und isset mit ihnen.\n15:3 Er sagte aber zu ihnen dies Gleichnis und sprach:\n15:4 Welcher Mensch ist unter euch, der hundert Schafe hat, und so er der eines verlieret, der nicht lasse die neunundneunzig in der W\u00fcste und hingehe nach dem verloren, bis da\u00df er's finde?\n15:5 Und wenn er's funden hat, so legt er's auf seine Achseln mit Freuden.\n15:6 Und wenn er heimkommt, ruft er seine Freunde und Nachbarn und spricht zu ihnen: Freuet euch mit mir; denn ich habe mein Schaf funden, das verloren war.\n15:7 Ich sage euch: Also wird auch Freude im Himmel sein \u00fcber einen S\u00fcnder, der Bu\u00dfe tut, vor neunundneunzig Gerechten, die der Bu\u00dfe nicht bed\u00fcrfen.\n15:8 Oder welch Weib ist, die zehn Groschen hat, so sie der einen verlieret, die nicht ein Licht anz\u00fcnde und kehre das Haus und suche mit Flei\u00df, bis da\u00df sie ihn finde?\n15:9 Und wenn sie ihn funden hat, rufet sie ihre Freundinnen und Nachbarinnen und spricht: Freuet euch mit mir; denn ich habe meinen Groschen funden, den ich verloren hatte.\n15:10 Also auch, sage ich euch, wird Freude sein vor den Engeln Gottes \u00fcber einen S\u00fcnder, der Bu\u00dfe tut.\n15:11 Und er sprach: Ein Mensch hatte zwei S\u00f6hne.\n15:12 Und der j\u00fcngste unter ihnen sprach zum Vater: Gib mir, Vater, das Teil der G\u00fcter, das mir geh\u00f6rt! Und er teilete ihnen das Gut.\n15:13 Und nicht lange danach sammelte der j\u00fcngste Sohn alles zusammen und zog ferne \u00fcber Land; und daselbst brachte er sein Gut um mit Prassen.\n15:14 Da er nun all das Seine verzehret hatte, ward eine gro\u00dfe Teurung durch dasselbige ganze Land, und er fing an zu darben.\n15:15 Und ging hin und h\u00e4ngete sich an einen B\u00fcrger desselbigen Landes, der schickte ihn auf seinen Acker, die S\u00e4ue zu h\u00fcten.\n15:16 Und er begehrte seinen Bauch zu f\u00fcllen mit Trebern, die die S\u00e4ue a\u00dfen; und niemand gab sie ihm.\n15:17 Da schlug er in sich und sprach: Wieviel Tagel\u00f6hner hat mein Vater, die Brot die F\u00fclle haben, und ich verderbe im Hunger!\n15:18 Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe ges\u00fcndiget gegen den Himmel und vor dir\n15:19 und bin fort nicht mehr wert, da\u00df ich dein Sohn hei\u00dfe; mache mich zu einem deiner Tagel\u00f6hner.\n15:20 Und er machte sich auf und kam zu seinem Vater. Da er aber noch ferne von dannen war, sah ihn sein Vater, und jammerte ihn, lief und fiel ihm um seinen Hals und k\u00fcssete ihn.\n15:21 Der Sohn aber sprach zu ihm: Vater, ich habe ges\u00fcndiget gegen den Himmel und vor dir; ich bin fort nicht mehr wert, da\u00df ich dein Sohn hei\u00dfe.\n15:22 Aber der Vater sprach zu seinen Knechten: Bringet das beste Kleid hervor und tut es ihm an; und gebet ihm einen Fingerreif an seine Hand und Schuhe an seine F\u00fc\u00dfe;\n15:23 und bringet ein gem\u00e4stet Kalb her und schlachtet es: lasset uns essen und fr\u00f6hlich sein!\n15:24 Denn dieser mein Sohn war tot und ist wieder lebendig worden; er war verloren und ist funden worden. Und fingen an fr\u00f6hlich zu sein.\n15:25 Aber der \u00e4lteste Sohn war auf dem Felde, und als er nahe zum Hause kam, h\u00f6rete er das Ges\u00e4nge und den Reigen\n15:26 und rief zu sich der Knechte einen und fragte, was das w\u00e4re.\n15:27 Der aber sagte ihm: Dein Bruder ist kommen, und dein Vater hat ein gem\u00e4stet Kalb geschlachtet, da\u00df, er ihn gesund wieder hat.\n15:28 Da ward er zornig und wollte nicht hineingehen. Da ging sein Vater heraus und bat ihn.\n15:29 Er antwortete aber und sprach zum Vater: Siehe, so viel Jahre diene ich dir und habe dein Gebot noch nie \u00fcbertreten, und du hast mir nie einen Bock gegeben, da\u00df ich mit meinen Freunden fr\u00f6hlich w\u00e4re.\n15:30 Nun aber dieser dein Sohn kommen ist, der sein Gut mit Huren verschlungen hat, hast du ihm ein gem\u00e4stet Kalb geschlachtet.\n15:31 Er aber sprach zu ihm: Mein Sohn, du bist allezeit bei mir, und alles, was mein ist, das ist dein.\n15:32 Du solltest aber fr\u00f6hlich und gutes Muts sein; denn dieser dein Bruder war tot und ist wieder lebendig worden; er war verloren und ist wieder funden.\n16:1 Er sprach aber auch zu seinen J\u00fcngern: Es war ein reicher Mann, der hatte einen Haushalter; der ward vor ihm ber\u00fcchtiget, als h\u00e4tte er ihm seine G\u00fcter umgebracht.\n16:2 Und er forderte ihn und sprach zu ihm: Wie h\u00f6re ich das von dir? Tu Rechnung von deinem Haushalten; denn du kannst hinfort nicht Haushalter sein.\n16:3 Der Haushalter sprach bei sich selbst: Was soll ich tun? Mein HERR nimmt das Amt von mir; graben mag ich nicht, so sch\u00e4me ich mich zu betteln.\n16:4 Ich wei\u00df wohl, was ich tun will, wenn ich nun von dem Amt gesetzt werde; da\u00df sie mich in ihre H\u00e4user nehmen.\n16:5 Und er rief zu sich alle Schuldner seines HERRN und sprach zu dem ersten: Wieviel bist du meinem HERRN schuldig?\n16:6 Er sprach: Hundert Tonnen \u00d6les. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Brief, setze dich und schreib flugs f\u00fcnfzig.\n16:7 Danach sprach er zu dem andern: Du aber, wieviel bist du schuldig? Er sprach: Hundert Malter Weizen. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Brief und schreib achtzig.\n16:8 Und der HERR lobete den ungerechten Haushalter, da\u00df er kl\u00fcglich getan hatte. Denn die Kinder dieser Welt sind kl\u00fcger denn die Kinder des Lichts in ihrem Geschlechte.\n16:9 Und ich sage euch auch: Machet euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, auf da\u00df, wenn ihr nun darbet, sie euch aufnehmen in die ewigen H\u00fctten.\n16:10 Wer im Geringsten treu ist, der ist auch im Gro\u00dfen treu; und wer im Geringsten unrecht ist, der ist auch im Gro\u00dfen unrecht.\n16:11 So ihr nun in dem ungerechten Mammon nicht treu seid, wer will euch das Wahrhaftige vertrauen?\n16:12 Und so ihr in dem Fremden nicht treu seid, wer will euch geben dasjenige, das euer ist?\n16:13 Kein Hausknecht kann zweien HERREN dienen; entweder er wird einen hassen und den andern lieben, oder wird einem anhangen und den andern verachten. Ihr k\u00f6nnet nicht Gott samt dem Mammon dienen.\n16:14 Das alles h\u00f6reten die Pharis\u00e4er auch; die waren geizig und spotteten sein.\n16:15 Und er sprach zu ihnen: Ihr seid's, die ihr euch selbst rechtfertiget vor den Menschen; aber Gott kennet eure Herzen. Denn was hoch ist unter den Menschen, das ist ein Greuel vor Gott.\n16:16 Das Gesetz und die Propheten weissagen bis auf Johannes; und von der Zeit an wird das Reich Gottes durchs Evangelium geprediget, und jedermann dringet mit Gewalt hinein.\n16:17 Es ist aber leichter, da\u00df Himmel und Erde vergehen, denn da\u00df ein T\u00fcttel vom Gesetz falle.\n16:18 Wer sich scheidet von seinem Weibe und freiet eine andere, der bricht die Ehe; und wer die Abgeschiedene von dem Manne freiet der bricht auch die Ehe.\n16:19 Es war aber ein reicher Mann, der kleidete sich mit Purpur und k\u00f6stlicher Leinwand und lebete alle Tage herrlich und in Freuden.\n16:20 Es war aber ein Armer mit Namen Lazarus, der lag vor seiner T\u00fcr voller Schw\u00e4ren\n16:21 und begehrete, sich zu s\u00e4ttigen von den Brosamen, die von des Reichen Tische fielen. Doch kamen die Hunde und leckten ihm seine Schw\u00e4ren.\n16:22 Es begab sich aber, da\u00df der Arme starb und ward getragen von den Engeln in Abrahams Scho\u00df. Der Reiche aber starb auch und ward begraben.\n16:23 Als er nun in der H\u00f6lle und in der Qual war, hub er seine Augen auf und sah Abraham von ferne und Lazarus in seinem Scho\u00df,\n16:24 rief und sprach: Vater Abraham, erbarme dich mein und sende Lazarus, da\u00df er das \u00c4u\u00dferste seines Fingers ins Wasser tauche und k\u00fchle meine Zunge; denn ich leide Pein in dieser Flamme!\n16:25 Abraham aber sprach: Gedenke, Sohn, da\u00df du dein Gutes empfangen hast in deinem Leben, und Lazarus dagegen hat B\u00f6ses empfangen; nun aber wird er getr\u00f6stet, und du wirst gepeiniget.\n16:26 Und \u00fcber das alles ist zwischen uns und euch eine gro\u00dfe Kluft befestiget, da\u00df, die da wollten von hinnen hinabfahren zu euch, k\u00f6nnten nicht und auch nicht von dannen zu uns her\u00fcberfahren.\n16:27 Da sprach er: So bitte ich dich, Vater, da\u00df du ihn sendest in meines Vaters Haus;\n16:28 denn ich habe noch f\u00fcnf Br\u00fcder, da\u00df er ihnen bezeuge, auf da\u00df sie nicht auch kommen an diesen Ort der Qual.\n16:29 Abraham sprach zu ihm: Sie haben Mose und die Propheten; la\u00df sie dieselbigen h\u00f6ren!\n16:30 Er aber sprach: Nein, Vater Abraham; sondern wenn einer von den Toten zu ihnen ginge, so w\u00fcrden sie Bu\u00dfe tun.\n16:31 Er sprach zu ihm: H\u00f6ren sie Mose und die Propheten nicht, so werden sie auch nicht glauben, ob jemand von den Toten aufst\u00fcnde.\n17:1 Er sprach aber zu seinen J\u00fcngern: Es ist unm\u00f6glich, da\u00df nicht \u00c4rgernisse kommen; wehe aber dem, durch welchen sie kommen!\n17:2 Es w\u00e4re ihm n\u00fctzer, da\u00df man einen M\u00fchlstein an seinen Hals h\u00e4ngete und w\u00fcrfe ihn ins Meer, denn da\u00df er dieser Kleinen einen \u00e4rgert.\n17:3 H\u00fctet euch! So dein Bruder an dir s\u00fcndiget, so strafe ihn; und so er sich bessert, vergib ihm.\n17:4 Und wenn er siebenmal des Tages an dir s\u00fcndigen w\u00fcrde und siebenmal des Tages wieder k\u00e4me zu dir und spr\u00e4che: Es reuet mich, so sollst du ihm vergeben.\n17:5 Und die Apostel sprachen zu dem HERRN: St\u00e4rke uns den Glauben!\n17:6 Der HERR aber sprach: Wenn ihr Glauben habt als ein Senfkorn und saget zu diesem Maulbeerbaum: Rei\u00df dich aus und versetze dich ins Meer, so wird er euch gehorsam sein.\n17:7 Welcher ist unter euch, der einen Knecht hat, der ihm pfl\u00fcget oder das Vieh weidet, wenn er heimkommt vom Felde, da\u00df er ihm sage: Gehe bald hin und setze dich zu Tische?\n17:8 Ist's nicht also, da\u00df er zu ihm saget: Richte zu, da\u00df ich zu Abend esse; sch\u00fcrze dich und diene mir, bis ich esse und trinke; danach sollst du auch essen und trinken?\n17:9 Danket er auch demselbigen Knechte, da\u00df er getan hat, was ihm befohlen war? Ich meine es nicht.\n17:10 Also auch ihr, wenn ihr alles getan habt, was euch befohlen ist, so sprechet: Wir sind unn\u00fctze Knechte; wir haben getan, was wir zu tun schuldig waren.\n17:11 Und es begab sich, da er reisete gen Jerusalem, zog er mitten durch Samarien und Galil\u00e4a.\n17:12 Und als er in einen Markt kam, begegneten ihm zehn auss\u00e4tzige M\u00e4nner, die stunden von ferne\n17:13 und erhuben ihre Stimme und sprachen: Jesu, lieber Meister, erbarme dich unser!\n17:14 Und da er sie sah, sprach er zu ihnen: Gehet hin und zeiget euch den Priestern. Und es geschah, da sie hingingen, wurden sie rein.\n17:15 Einer aber unter ihnen, da er sah, da\u00df er gesund worden war, kehrete er um und preisete Gott mit lauter Stimme\n17:16 und fiel auf sein Angesicht zu seinen F\u00fc\u00dfen und dankete ihm. Und das war ein Samariter.\n17:17 Jesus aber antwortete und sprach: Sind ihrer nicht zehn rein worden? Wo sind aber die Neune?\n17:18 Hat sich sonst keiner funden, der wieder umkehrete und, g\u00e4be Gott die Ehre, denn dieser Fremdling?\n17:19 Und er sprach zu ihm: Stehe auf, gehe hin! Dein Glaube hat dir geholfen.\n17:20 Da er aber gefraget ward von der Pharis\u00e4ern: Wann kommt das Reich Gottes? antwortete er ihnen und sprach: Das Reich Gottes kommt nicht mit \u00e4u\u00dferlichen Geb\u00e4rden.\n17:21 Man wird nicht sagen: Siehe hier oder da ist es! Denn sehet, das Reich Gottes ist inwendig in euch.\n17:22 Er sprach aber zu den J\u00fcngern: Es wird die Zeit kommen, da\u00df ihr werdet begehren zu sehen einen Tag des Menschensohns, und werdet ihn nicht sehen,\n17:23 Und sie werden zu euch sagen: Siehe hier, siehe da! Gehet nicht hin und folget auch nicht!\n17:24 Denn wie der Blitz oben vom Himmel blitzet und leuchtet \u00fcber alles, was unter dem Himmel ist, also wird des Menschen Sohn an seinem Tage sein.\n17:25 Zuvor aber mu\u00df er viel leiden und verworfen werden von diesem Geschlechte.\n17:26 Und wie es geschah zu den Zeiten Noahs, so wird's auch geschehen in den Tagen des Menschensohns:\n17:27 sie a\u00dfen, sie tranken, sie freieten, sie lie\u00dfen sich freien bis auf den Tag, da Noah in die Arche ging, und kam die Sintflut und brachte sie alle um.\n17:28 Desselbigengleichen, wie es geschah zu den Zeiten Lots: sie a\u00dfen, sie tranken, sie kauften, sie verkauften, sie pflanzten, sie baueten.\n17:29 An dem Tage aber, da Lot aus Sodom ging, da regnete es Feuer und Schwefel vom Himmel und brachte sie alle um.\n17:30 Auf diese Weise wird's auch gehen an dem Tage; wenn des Menschen Sohn soll offenbaret werden.\n17:31 An demselbigen Tage, wer auf dem Dache ist und sein Hausrat in dem Hause, der steige nicht hernieder, dasselbige zu holen. Desselbigengleichen, wer auf dem Felde ist, der wende nicht um nach dem, das hinter ihm ist.\n17:32 Gedenket an des Lots Weib!\n17:33 Wer da suchet seine Seele zu erhalten, der wird sie verlieren; und wer sie verlieren wird, der wird ihr zum Leben helfen.\n17:34 Ich sage euch: In derselbigen Nacht werden zwei auf einem Bette liegen; einer wird angenommen, der andere wird verlassen werden.\n17:35 Zwo werden mahlen miteinander; eine wird angenommen, die andere wird verlassen werden.\n17:36 zwei werden auf dem Felde sein; einer wird angenommen, der andere wird verlassen werden.\n17:37 Und sie antworteten und sprachen zu ihm: HERR, wo da? Er aber sprach zu ihnen: Wo das Aas ist, da sammeln sich die Adler.\n18:1 Er sagte ihnen aber ein Gleichnis davon, da\u00df man allezeit beten und nicht la\u00df werden sollte,\n18:2 und sprach: Es war ein Richter in einer Stadt, der f\u00fcrchtete sich nicht vor Gott und scheuete sich vor keinem Menschen.\n18:3 Es war aber eine Witwe in derselbigen Stadt, die kam zu ihm und sprach: Rette mich von meinem Widersacher!\n18:4 Und er wollte lange nicht. Danach aber dachte er bei sich selbst: Ob ich mich schon vor Gott nicht f\u00fcrchte, noch vor keinem Menschen scheue,\n18:5 dieweil aber mir diese Witwe so viel M\u00fche macht, will ich sie retten, auf da\u00df sie nicht zuletzt komme und \u00fcbert\u00e4ube mich.\n18:6 Da sprach der HERR: H\u00f6ret her, was der ungerechte Richter sagt!\n18:7 Sollte aber Gott nicht auch retten seine Auserw\u00e4hlten, die zu ihm Tag und Nacht rufen, und sollte Geduld dar\u00fcber haben?\n18:8 Ich sage euch: Er wird sie erretten in einer K\u00fcrze. Doch wenn des Menschen Sohn kommen wird, meinest du, da\u00df er auch werde Glauben finden auf Erden?\n18:9 Er sagte aber zu etlichen, die sich selbst verma\u00dfen, da\u00df sie fromm w\u00e4ren, und verachteten die andern, ein solch Gleichnis:\n18:10 Es gingen zwei Menschen hinauf in den Tempel, zu beten, einer ein Pharis\u00e4er, der andere ein Z\u00f6llner.\n18:11 Der Pharis\u00e4er stund und betete bei ich selbst also: Ich danke dir, Gott, da\u00df ich nicht bin wie die andern Leute: R\u00e4uber, Ungerechte, Ehebrecher oder auch wie dieser Z\u00f6llner.\n18:12 Ich faste zweimal in der Woche und gebe den Zehnten von allem, was ich habe.\n18:13 Und der Z\u00f6llner stund von ferne, wollte auch seine Augen nicht aufheben gen Himmel sondern schlug an seine Brust und sprach: Gott, sei mir S\u00fcnder gn\u00e4dig\n18:14 Ich sage euch: Dieser ging hinab gerechtfertiget in sein Haus vor jenem. Denn wer sich selbst erh\u00f6het, der wird erniedriget werden; und wer sich selbst erniedriget, der wird erh\u00f6het werden.\n18:15 Sie brachten auch junge Kindlein zu ihm da\u00df er sie sollte anr\u00fchren. Da es aber die J\u00fcnger sahen, bedr\u00e4ueten sie die.\n18:16 Aber Jesus rief sie zu sich und sprach: Lasset die Kindlein zu mir kommen und wehret ihnen nicht; denn solcher ist das Reich Gottes.\n18:17 Wahrlich, ich sage euch, wer nicht das Reich Gottes nimmt als ein Kind, der wird nicht hineinkommen.\n18:18 Und es fragte ihn ein Oberster und sprach: Guter Meister, was mu\u00df ich tun, da\u00df ich das ewige Leben ererbe?\n18:19 Jesus aber sprach zu ihm: Was hei\u00dfest du mich gut? Niemand ist gut denn der einige Gott.\n18:20 Du wei\u00dft die Gebote wohl: Du sollst nicht ehebrechen. Du sollst nicht t\u00f6ten. Du sollst nicht stehlen. Du sollst nicht falsch Zeugnis reden. Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren.\n18:21 Er aber sprach: Das habe ich alles gehalten von meiner Jugend auf.\n18:22 Da Jesus das h\u00f6rete, sprach er zu ihm: Es fehlt dir noch eins. Verkaufe alles, was du hast, und gib's den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben; und komm und folge mir nach\n18:23 Da er das h\u00f6rete ward er traurig; denn er war sehr reich.\n18:24 Da aber Jesus sah, da\u00df er traurig war worden, sprach er: Wie schwerlich werden die Reichen in das Reich Gottes kommen!\n18:25 Es ist leichter, da\u00df ein Kamel gehe durch ein Nadel\u00f6hr, denn da\u00df ein Reicher in das Reich Gottes komme.\n18:26 Da sprachen, die das h\u00f6reten: Wer kann denn selig werden?\n18:27 Er aber sprach: Was bei den Menschen unm\u00f6glich ist, das ist bei Gott m\u00f6glich.\n18:28 Da sprach Petrus: Siehe, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolget.\n18:29 Er sprach zu ihnen: Wahrlich ich sage euch es ist niemand, der ein Haus verl\u00e4sset oder Eltern oder Br\u00fcder oder Weib oder Kinder um des Reichs Gottes willen,\n18:30 der es nicht vielf\u00e4ltig wieder empfange in dieser Zeit und in der zuk\u00fcnftigen Welt das ewige Leben.\n18:31 Er nahm aber zu sich die Zw\u00f6lfe und sprach zu ihnen: Sehet, wir gehen hinauf gen Jerusalem, und es wird alles vollendet werden, was geschrieben ist durch die Propheten von des Menschen Sohn.\n18:32 Denn er wird \u00fcberantwortet werden den Heiden; und er wird verspottet und geschm\u00e4het und verspeiet werden;\n18:33 und sie werden ihn gei\u00dfeln und t\u00f6ten. Und am dritten Tage wird er wieder auferstehen.\n18:34 Sie aber vernahmen der keines, und die Rede war ihnen verborgen, und wu\u00dften nicht, was das gesagt war.\n18:35 Es geschah aber, da er nahe zu Jericho kam, sa\u00df ein Blinder am Wege und bettelte.\n18:36 Da er aber h\u00f6rete das Volk, das hindurchging, forschete er, was das w\u00e4re.\n18:37 Da verk\u00fcndigten sie ihm, Jesus von Nazareth ginge vor\u00fcber.\n18:38 Und er rief und sprach: Jesu, du Sohn Davids, erbarme dich mein!\n18:39 Die aber vorne an gingen, bedr\u00e4ueten ihn, er sollte schweigen. Er aber schrie viel mehr: Du Sohn Davids, erbarme dich mein!\n18:40 Jesus aber stund stille und hie\u00df ihn zu sich f\u00fchren. Da sie ihn aber nahe zu ihm brachten, fragte er ihn\n18:41 und sprach: Was willst du, da\u00df ich dir tun soll? Er sprach: HERR, da\u00df ich sehen m\u00f6ge.\n18:42 Und Jesus sprach zu ihm: Sei sehend! Dein Glaube hat dir geholfen.\n18:43 Und alsbald ward er sehend und folgete ihm nach und preisete Gott. Und alles Volk, das solches sah, lobete Gott.\n19:1 Und er zog hinein und ging durch Jericho;\n19:2 Und siehe, da war ein Mann, genannt Zach\u00e4us, der war ein Oberster der Z\u00f6llner und war reich.\n19:3 Und begehrte Jesum zu sehen, wer er w\u00e4re, und konnte nicht vor dem Volk; denn er war klein von Person.\n19:4 Und er lief vorhin und stieg auf einen Maulbeerbaum, auf da\u00df er ihn s\u00e4he; denn allda sollte er durchkommen.\n19:5 Und als Jesus kam an dieselbige St\u00e4tte, sah er auf und ward sein gewahr und sprach zu ihm: Zach\u00e4us, steig eilend hernieder; denn ich mu\u00df heute zu deinem Hause einkehren.\n19:6 Und er stieg eilend hernieder und nahm ihn auf mit Freuden.\n19:7 Da sie das sahen, murreten sie alle, da\u00df er bei einem S\u00fcnder einkehrete.\n19:8 Zach\u00e4us aber trat dar und sprach zu dem HERRN: Siehe, HERR, die H\u00e4lfte meiner G\u00fcter gebe ich den Armen, und so ich jemand betrogen habe, das gebe ich vierf\u00e4ltig wieder.\n19:9 Jesus aber sprach zu ihm: Heute ist diesem Hause Heil widerfahren, sintemal er auch Abrahams Sohn ist;\n19:10 denn des Menschen Sohn ist kommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist.\n19:11 Da sie nun zuh\u00f6reten, sagte er weiter ein Gleichnis, darum da\u00df er nahe bei Jerusalem war, und sie meineten, das Reich Gottes sollte alsbald offenbart werden,\n19:12 und sprach: Ein Edler zog fern in ein Land, da\u00df er ein Reich einn\u00e4hme und dann wiederk\u00e4me.\n19:13 Dieser forderte zehn seiner Knechte und gab ihnen zehn Pfund und sprach zu ihnen: Handelt, bis da\u00df ich wiederkomme.\n19:14 Seine B\u00fcrger aber waren ihm feind und schickten Botschaft nach ihm und lie\u00dfen ihm sagen: Wir wollen nicht, da\u00df dieser \u00fcber uns herrsche.\n19:15 Und es begab sich, da er wiederkam nachdem er das Reich eingenommen hatte, hie\u00df er dieselbigen Knechte fordern, welchen er das Geld gegeben hatte, da\u00df er w\u00fc\u00dfte, was ein jeglicher gehandelt h\u00e4tte.\n19:16 Da trat herzu der erste und sprach: HERR dein Pfund hat zehn Pfund erworben.\n19:17 Und er sprach zu ihm: Ei du frommer Knecht! Dieweil du bist im Geringsten treu gewesen, sollst du Macht haben \u00fcber zehn St\u00e4dte.\n19:18 Der andere kam auch und sprach: HERR, dein Pfund hat f\u00fcnf Pfund getragen.\n19:19 Zu dem sprach er auch: Und du sollst sein \u00fcber f\u00fcnf St\u00e4dte.\n19:20 Und der dritte kam und sprach: HERR, siehe da, hier ist dein Pfund, welches ich habe im Schwei\u00dftuch behalten.\n19:21 Ich f\u00fcrchtete mich vor dir, denn du bist ein harter Mann; du nimmst, was du nicht gelegt hast, und erntest, was du nicht ges\u00e4et hart.\n19:22 Er sprach zu ihm: Aus deinem Munde richte ich dich, du Schalk! Wu\u00dftest du, da\u00df ich ein harter Mann bin, nehme, was ich nicht geleget habe, und ernte, was ich nicht ges\u00e4et habe?\n19:23 Warum hast du denn mein Geld nicht in die Wechselbank gegeben? und wenn ich kommen w\u00e4re, h\u00e4tte ich's mit Wucher erfordert.\n19:24 Und er sprach zu denen, die dabei stunden: Nehmet das Pfund von ihm und gebet's dem, der zehn Pfund hat.\n19:25 Und sie sprachen zu ihm: HERR, hat er doch zehn Pfund.\n19:26 Ich sage euch aber: Wer da hat, dem wird gegeben werden; von dem aber, der nicht hat, wird auch das genommen werden, was er hat.\n19:27 Doch jene, meine Feinde, die nicht wollten, da\u00df ich \u00fcber sie herrschen sollte, bringet her und erw\u00fcrget sie vor mir!\n19:28 Und als er solches sagte, zog er fort und reisete hinauf gen Jerusalem.\n19:29 Und es begab sich, als er nahete gen Bethphage und Bethanien und kam an den \u00d6lberg, sandte er seiner J\u00fcnger zwei\n19:30 und sprach: Gehet hin in den Markt, der gegen\u00fcberliegt; und wenn ihr hineinkommet, werdet ihr ein F\u00fcllen angebunden finden, auf welchem noch nie kein Mensch gesessen ist. L\u00f6set es ab und bringet es.\n19:31 Und so euch jemand fragt; warum ihr's abl\u00f6set, so sagt also zu ihm: Der HERR bedarf sein.\n19:32 Und die Gesandten gingen hin und fanden, wie er ihnen gesagt hatte.\n19:33 Da sie aber das F\u00fcllen abl\u00f6seten, sprachen seine HERREN zu ihnen: Warum l\u00f6set ihr das F\u00fcllen ab?\n19:34 Sie aber sprachen: Der HERR bedarf sein.\n19:35 Und sie brachten's zu Jesu und warfen ihre Kleider auf das F\u00fcllen und setzten Jesum darauf.\n19:36 Da er nun hinzog, breiteten sie ihre Kleider auf den Weg.\n19:37 Und da er nahe hinzukam und zog den \u00d6lberg herab, fing an der ganze Haufe seiner J\u00fcnger, mit Freuden Gott zu loben mit lauter Stimme \u00fcber alle Taten, die sie gesehen hatten,\n19:38 und sprachen: Gelobet sei, der da kommt, ein K\u00f6nig, in dem Namen des HERRN! Friede sei im Himmel und Ehre in der H\u00f6he!\n19:39 Und etliche der, Pharis\u00e4er im Volk sprachen zu ihm: Meister, strafe doch deine J\u00fcnger!\n19:40 Er antwortete und sprach zu ihnen: Ich sage euch: Wo diese werden schweigen, so werden die Steine schreien.\n19:41 Und als er nahe hinzukam, sah er die Stadt an und weinete \u00fcber sie\n19:42 und sprach: Wenn du es w\u00fc\u00dftest, so w\u00fcrdest du auch bedenken zu dieser deiner Zeit, was zu deinem Frieden dienet. Aber nun ist's vor deinen Augen verborgen.\n19:43 Denn es wird die Zeit \u00fcber dich kommen, da\u00df deine Feinde werden um dich und deine Kinder mit dir eine Wagenburg schlagen, dich belagern und an allen Orten \u00e4ngsten\n19:44 und werden dich schleifen und keinen Stein auf dem andern lassen, darum da\u00df du nicht erkannt hast die Zeit, darinnen du heimgesucht bist.\n19:45 Und er ging in den Tempel und fing an auszutreiben, die darinnen verkauften und kauften,\n19:46 und sprach zu ihnen: Es stehet geschrieben: Mein Haus ist ein Bethaus; ihr aber habt's gemacht zur M\u00f6rdergrube.\n19:47 Und lehrte t\u00e4glich im Tempel. Aber die Hohenpriester und Schriftgelehrten und die Vornehmsten im Volk trachteten ihm nach, da\u00df sie ihn umbr\u00e4chten,\n19:48 und fanden nicht, wie sie ihm tun sollten; denn alles Volk hing ihm an und h\u00f6rete ihn.\n20:1 Und es begab sich der Tage einen, da er das Volk lehrete im Tempel und predigte das Evangelium, da traten zu ihm die Hohenpriester und Schriftgelehrten mit den \u00c4ltesten\n20:2 und sagten zu ihm und sprachen: Sage uns, aus was f\u00fcr Macht tust du das? oder wer hat dir die Macht gegeben?\n20:3 Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Ich will euch auch ein Wort fragen, saget mir's:\n20:4 Die Taufe des Johannes, war sie vom Himmel oder von Menschen?\n20:5 Sie aber gedachten bei sich selbst und sprachen: Sagen wir, vom Himmel, so wird er sagen: Warum habt ihr ihm denn nicht geglaubt?\n20:6 Sagen wir aber, von Menschen, so wird uns alles Volk steinigen, denn sie stehen darauf, da\u00df Johannes ein Prophet sei.\n20:7 Und sie antworteten, sie w\u00fc\u00dften's nicht, wo sie her w\u00e4re.\n20:8 Und Jesus sprach zu ihnen: So sage ich euch auch nicht, aus was f\u00fcr Macht ich das tue.\n20:9 Er fing aber an zu sagen dem Volk dieses Gleichnis: Ein Mensch pflanzte einen Weinberg und tat ihn den Weing\u00e4rtnern aus und zog \u00fcber Land eine gute Zeit.\n20:10 Und zu seiner Zeit sandte er einen Knecht zu den Weing\u00e4rtnern, da\u00df sie ihm g\u00e4ben von der Frucht des Weinberges. Aber die Weing\u00e4rtner st\u00e4upten ihn und lie\u00dfen ihn leer von sich.\n20:11 Und \u00fcber das sandte er noch einen andern Knecht; sie aber st\u00e4upten denselbigen auch und h\u00f6hneten ihn und lie\u00dfen ihn leer von sich.\n20:12 Und \u00fcber das sandte er den dritten; sie aber verwundeten den auch und stie\u00dfen ihn hinaus.\n20:13 Da sprach der HERR des Weinberges: Was soll ich tun? Ich will meinen lieben Sohn senden; vielleicht, wenn sie den sehen, werden sie sich scheuen.\n20:14 Da aber die Weing\u00e4rtner den Sohn sahen, dachten sie bei sich selbst und sprachen: Das ist der Erbe; kommt, lasset uns ihn t\u00f6ten, da\u00df das Erbe unser sei!\n20:15 Und sie stie\u00dfen ihn hinaus vor den Weinberg und t\u00f6teten ihn. Was wird nun der HERR des Weinberges denselbigen tun?\n20:16 Er wird kommen und diese Weing\u00e4rtner umbringen und seinen Weinberg andern austun. Da sie das h\u00f6reten, sprachen sie: Das sei ferne!\n20:17 Er aber sah sie an und sprach: Was ist denn das, das geschrieben stehet: Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, ist zum Eckstein worden?\n20:18 Welcher auf diesen Stein f\u00e4llt, der wird zerschellen; auf welchen aber er f\u00e4llt den wird er zermalmen.\n20:19 Und die Hohenpriester und Schriftgelehrten trachteten danach, wie sie die H\u00e4nde an ihn legten zu derselbigen Stunde, und f\u00fcrchteten sich vor dem Volk; denn sie vernahmen, da\u00df er auf sie dieses Gleichnis gesagt hatte.\n20:20 Und sie hielten auf ihn und sandten Laurer aus, die sich stellen sollten, als w\u00e4ren sie fromm, auf da\u00df sie ihn in der Rede fingen, damit sie ihn \u00fcberantworten k\u00f6nnten der Obrigkeit und Gewalt des Landpflegers.\n20:21 Und sie fragten ihn und sprachen: Meister, wir wissen, da\u00df du aufrichtig redest und lehrest und achtest keines Menschen Ansehen, sondern du lehrest den Weg Gottes recht.\n20:22 Ist's recht, da\u00df wir dem Kaiser den Scho\u00df geben oder nicht?\n20:23 Er aber merkte ihre List und sprach zu ihnen: Was versuchet ihr mich?\n20:24 Zeiget mir den Groschen; wes Bild und \u00dcberschrift hat er? Sie antworteten und sprachen: Des Kaisers.\n20:25 Er aber sprach zu ihnen: So gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist.\n20:26 Und sie konnten sein Wort nicht tadeln vor dem Volk und verwunderten sich seiner Antwort und schwiegen stille.\n20:27 Da traten zu ihm etliche der Sadduz\u00e4er, welche da halten, es sei kein Auferstehen, und fragten ihn\n20:28 und sprachen: Meister, Mose hat uns geschrieben: So jemands Bruder stirbt, der ein Weib hat, und stirbt erblos, so soll sein Bruder das Weib nehmen und seinem Bruder einen Samen erwecken.\n20:29 Nun waren sieben Br\u00fcder. Der erste nahm ein Weib und starb erblos.\n20:30 Und der andere nahm das Weib und starb auch erblos.\n20:31 Und der dritte nahm sie. Desselbigengleichen alle sieben und lie\u00dfen keine Kinder und starben.\n20:32 Zuletzt nach allen starb auch das Weib.\n20:33 Nun in der Auferstehung, wessen Weib wird sie sein unter denen? Denn alle sieben haben sie zum Weibe gehabt.\n20:34 Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Die Kinder dieser Welt freien und lassen sich freien;\n20:35 welche aber w\u00fcrdig sein werden, jene Welt zu erlangen und die Auferstehung von den Toten, die werden weder freien noch sich freien lassen.\n20:36 Denn sie k\u00f6nnen hinfort nicht sterben; denn sie sind den Engeln gleich und Gottes Kinder, dieweil sie Kinder sind der Auferstehung.\n20:37 Da\u00df aber die Toten auferstehen, hat auch Mose gedeutet bei dem Busch, da er den HERRN hei\u00dfet Gott Abrahams und Gott Isaaks und Gott Jakobs.\n20:38 Gott aber ist nicht der Toten, sondern der Lebendigen Gott; denn sie leben ihm alle.\n20:39 Da antworteten etliche der Schriftgelehrten und sprachen: Meister, du hast recht gesagt.\n20:40 Und sie durften ihn f\u00fcrder nichts mehr fragen.\n20:41 Er sprach aber zu ihnen: Wie sagen sie, Christus sei Davids Sohn?\n20:42 Und er selbst, David, spricht im Psalmbuch: Der HERR hat gesagt zu meinem HERRN: Setze dich zu meiner Rechten,\n20:43 bis da\u00df ich lege deine Feinde zum Schemel deiner F\u00fc\u00dfe.\n20:44 David nennet ihn einen HERRN, wie ist er denn sein Sohn?\n20:45 Da aber alles Volk zuh\u00f6rete, sprach er zu seinen J\u00fcngern:\n20:46 H\u00fctet euch vor den Schriftgelehrten, die da wollen einhertreten in langen Kleidern und lassen sich gerne gr\u00fc\u00dfen auf dem Markte und sitzen gerne obenan in den Schulen und \u00fcber Tisch.\n20:47 Sie fressen der Witwen H\u00e4user und wenden lange Gebete vor; die werden desto schwerere Verdammnis empfangen.\n21:1 Er sah aber auf und schauete die Reichen, wie sie ihre Opfer einlegten in den Gotteskasten.\n21:2 Er sah aber auch eine arme Witwe, die legte zwei Scherflein ein.\n21:3 Und er sprach: Wahrlich, ich sage euch, diese arme Witwe hat mehr denn sie alle eingelegt.\n21:4 Denn diese alle haben aus ihrem \u00dcberflu\u00df eingelegt zu dem Opfer Gottes; sie aber hat von ihrer Armut alle ihre Nahrung, die sie hatte, eingelegt.\n21:5 Und da etliche sagten von dem Tempel, da\u00df er geschm\u00fcckt w\u00e4re von feinen Steinen und Kleinoden, sprach er:\n21:6 Es wird die Zeit kommen, in welcher des alles, das ihr sehet, nicht ein Stein auf dem andern gelassen wird, der nicht zerbrochen werde.\n21:7 Sie fragten ihn aber und sprachen: Meister, wann soll das werden? und welches ist das Zeichen, wann das geschehen wird?\n21:8 Er aber sprach: Sehet zu, lasset euch nicht verf\u00fchren! Denn viele werden kommen in meinem Namen und sagen, ich sei es, und: Die Zeit ist herbeikommen. Folget ihnen nicht nach!\n21:9 Wenn ihr aber h\u00f6ren werdet von Kriegen und Emp\u00f6rungen, so entsetzet euch nicht. Denn solches mu\u00df zuvor geschehen; aber das Ende ist noch nicht so bald da.\n21:10 Da sprach er zu ihnen: Ein Volk wird sich erheben \u00fcber das andere und ein Reich \u00fcber das andere.\n21:11 Und werden geschehen gro\u00dfe Erdbebungen hin und her, teure Zeit und Pestilenz. Auch werden Schrecknisse und gro\u00dfe Zeichen vom Himmel geschehen.\n21:12 Aber vor diesem allem werden sie die H\u00e4nde an euch legen und verfolgen und werden euch \u00fcberantworten in ihre Schulen und Gef\u00e4ngnisse und vor K\u00f6nige und F\u00fcrsten ziehen um meines Namens willen.\n21:13 Das wird euch aber widerfahren zu einem Zeugnis.\n21:14 So nehmet nun zu Herzen, da\u00df ihr nicht sorget, wie ihr euch verantworten sollt.\n21:15 Denn ich will euch Mund und Weisheit geben, welcher nicht sollen widersprechen m\u00f6gen noch widerstehen alle eure Widerw\u00e4rtigen.\n21:16 Ihr werdet aber \u00fcberantwortet werden von den Eltern, Br\u00fcdern, Gefreundeten und Freunden; und sie werden euer etliche t\u00f6ten.\n21:17 Und ihr werdet gehasset sein von jedermann um meines Namens willen.\n21:18 Und ein Haar von eurem Haupt soll nicht umkommen.\n21:19 Fasset eure Seelen mit Geduld!\n21:20 Wenn ihr aber sehen werdet Jerusalem belagert mit einem Heer, so merket, da\u00df herbeikommen ist ihre Verw\u00fcstung.\n21:21 Alsdann wer in Jud\u00e4a ist, der fliehe auf das Gebirge; und wer mitten drinnen ist, der weiche heraus; und wer auf dem Lande ist, der komme nicht hinein.\n21:22 Denn das sind die Tage der Rache, da\u00df erf\u00fcllet werde alles, was geschrieben ist.\n21:23 Wehe aber den Schwangern und S\u00e4ugerinnen in denselbigen Tagen! Denn es wird gro\u00dfe Not auf Erden sein und ein Zorn \u00fcber dies Volk.\n21:24 Und sie werden fallen durch des Schwertes Sch\u00e4rfe und gefangen gef\u00fchrt unter alle V\u00f6lker; und Jerusalem wird zertreten werden von den Heiden, bis da\u00df der Heiden Zeit erf\u00fcllet wird.\n21:25 Und es werden Zeichen geschehen an der Sonne und Mond und Sternen; und auf Erden wird den Leuten bange sein und werden zagen; und das Meer und die Wasserwogen werden brausen.\n21:26 Und die Menschen werden verschmachten vor Furcht und vor Warten der Dinge, die kommen sollen auf Erden; denn auch der Himmel Kr\u00e4fte werden sich bewegen.\n21:27 Und alsdann werden sie sehen des Menschen Sohn kommen in der Wolke mit gro\u00dfer Kraft und HERRLIchkeit.\n21:28 Wenn aber dieses anf\u00e4nget zu geschehen, so sehet auf und hebet eure H\u00e4upter auf, darum da\u00df sich eure Erl\u00f6sung nahet.\n21:29 Und er sagte ihnen ein Gleichnis: Sehet an den Feigenbaum und alle B\u00e4ume!\n21:30 Wenn sie jetzt ausschlagen, so sehet ihr's an ihnen und merket, da\u00df jetzt der Sommer nahe ist.\n21:31 Also auch ihr, wenn ihr dies alles sehet angehen, so wisset, da\u00df das Reich Gottes nahe ist.\n21:32 Wahrlich, ich sage euch, dies Geschlecht wird nicht vergehen, bis da\u00df es alles geschehe.\n21:33 Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte vergehen nicht.\n21:34 Aber h\u00fctet euch, da\u00df eure Herzen nicht beschweret werden mit Fressen und Saufen und mit Sorgen der Nahrung, und komme dieser Tag schnell \u00fcber euch;\n21:35 denn wie ein Fallstrick wird er kommen \u00fcber alle, die auf Erden wohnen.\n21:36 So seid nun wacker allezeit und betet, da\u00df ihr w\u00fcrdig werden m\u00f6get, zu entfliehen diesem allem, was geschehen soll, und zu stehen vor des Menschen Sohn.\n21:37 Und er lehrete des Tages im Tempel; des Nachts aber ging er aus und blieb \u00fcber Nacht am \u00d6lberge.\n21:38 Und alles Volk machte sich fr\u00fche auf zu ihm, im Tempel ihn zu h\u00f6ren.\n22:1 Es war aber nahe das Fest der s\u00fc\u00dfen Brote, das da Ostern hei\u00dft.\n22:2 Und die Hohenpriester und Schriftgelehrten trachteten, wie sie ihn t\u00f6teten, und f\u00fcrchteten sich vor dem Volk.\n22:3 Es war aber der Satanas gefahren in den Judas, genannt Ischariot, der da war aus der Zahl der Zw\u00f6lfe.\n22:4 Und er ging hin und redete mit den Hohenpriestern und mit den Hauptleuten, wie er ihn wollte ihnen \u00fcberantworten.\n22:5 Und sie wurden froh und gelobten, ihm Geld zu geben.\n22:6 Und er versprach es und suchte Gelegenheit, da\u00df er ihn \u00fcberantwortete ohne Rumor.\n22:7 Es kam nun der Tag der s\u00fc\u00dfen Brote, auf welchen man mu\u00dfte opfern das Osterlamm.\n22:8 Und er sandte Petrus und Johannes und sprach: Gehet hin, bereitet uns das Osterlamm, auf da\u00df wir's essen.\n22:9 Sie aber sprachen zu ihm: Wo willst du, da\u00df wir's bereiten?\n22:10 Er sprach zu ihnen: Siehe, wenn ihr hineinkommt in die Stadt, wird euch ein Mensch begegnen, der tr\u00e4gt einen Wasserkrug; folget ihm nach in das Haus, da er hineingehet,\n22:11 und saget zu dem Hausherrn: Der Meister l\u00e4\u00dft dir sagen: Wo ist die Herberge, darinnen ich das Osterlamm essen m\u00f6ge mit meinen J\u00fcngern?\n22:12 Und er wird euch einen gro\u00dfen gepflasterten Saal zeigen; daselbst bereitet es.\n22:13 Sie gingen hin und fanden, wie er ihnen gesagt hatte, und bereiteten das Osterlamm.\n22:14 Und da die Stunde kam, setzte er sich nieder und die zw\u00f6lf Apostel mit ihm.\n22:15 Und er sprach zu ihnen: Mich hat herzlich verlanget, dies Osterlamm mit euch zu essen, ehe denn ich leide.\n22:16 Denn ich sage euch, da\u00df ich hinfort nicht mehr davon essen werde, bis da\u00df es erf\u00fcllet werde im Reich Gottes.\n22:17 Und er nahm den Kelch, dankete und sprach: Nehmet denselbigen und teilet ihn unter euch.\n22:18 Denn ich sage euch: Ich werde nicht trinken von dem Gew\u00e4chse des Weinstocks, bis das Reich Gottes komme.\n22:19 Und er nahm das Brot, dankete und brach's und gab's ihnen und sprach: Das ist mein Leib, der f\u00fcr euch gegeben wird; das tut zu meinem Ged\u00e4chtnis!\n22:20 Desselbigengleichen auch den Kelch nach dem Abendmahl und sprach: Das ist der Kelch, das neue Testament in meinem Blut, das f\u00fcr euch vergossen wird.\n22:21 Doch siehe, die Hand meines Verr\u00e4ters ist mit mir \u00fcber Tische!\n22:22 Und zwar, des Menschen Sohn gehet hin, wie es beschlossen ist; doch wehe demselbigen Menschen, durch welchen er verraten wird!\n22:23 Und sie fingen an zu fragen unter sich selbst, welcher es doch w\u00e4re unter ihnen, der das tun w\u00fcrde.\n22:24 Es erhub sich auch ein Zank unter ihnen, welcher unter ihnen sollte f\u00fcr den Gr\u00f6\u00dften gehalten werden.\n22:25 Er aber sprach zu ihnen: Die weltlichen K\u00f6nige herrschen, und die Gewaltigen hei\u00dft man gn\u00e4dige HERREN.\n22:26 Ihr aber nicht also, sondern der Gr\u00f6\u00dfte unter euch soll sein wie der J\u00fcngste und der Vornehmste wie ein Diener.\n22:27 Denn welcher ist der Gr\u00f6\u00dfte, der zu Tische sitzt, oder der da dienet? Ist's nicht also, da\u00df der zu Tische sitzt? Ich aber bin unter euch wie ein Diener.\n22:28 Ihr aber seid's, die ihr beharret habt bei mir in meinen Anfechtungen.\n22:29 Und ich will euch das Reich bescheiden, wie mir's mein Vater beschieden hat,\n22:30 da\u00df ihr essen und trinken sollt \u00fcber meinem Tische in meinem Reich und sitzen auf St\u00fchlen und richten die zw\u00f6lf Geschlechter Israels.\n22:31 Der HERR aber sprach: Simon, Simon, siehe, der Satanas hat euer begehrt, da\u00df er euch m\u00f6chte sichten wie den Weizen!\n22:32 Ich aber habe f\u00fcr dich gebeten, da\u00df dein Glaube nicht aufh\u00f6re. Und wenn du dermaleinst dich bekehrest, so st\u00e4rke deine Br\u00fcder.\n22:33 Er sprach aber zu ihm: HERR, ich bin bereit mit dir ins Gef\u00e4ngnis und in den Tod zu gehen.\n22:34 Er aber sprach: Petrus, ich sage dir, der Hahn wird heute nicht kr\u00e4hen, ehe denn du dreimal verleugnet hast, da\u00df du mich kennest.\n22:35 Und er sprach zu ihnen: So oft ich euch gesandt habe ohne Beutel, ohne Tasche und ohne Schuhe, habt ihr auch je Mangel gehabt? Sie sprachen: Nie keinen.\n22:36 Da sprach er zu ihnen: Aber nun, wer einen Beutel hat, der nehme ihn, desselbigengleichen auch die Tasche; wer aber nicht hat, verkaufe sein Kleid und kaufe ein Schwert.\n22:37 Denn ich sage euch: Es mu\u00df noch das auch vollendet werden an mir, das geschrieben stehet: Er ist unter die \u00dcbelt\u00e4ter gerechnet. Denn was von mir geschrieben ist, das hat ein Ende.\n22:38 Sie sprachen aber: HERR, siehe, hier sind zwei Schwerter. Er aber sprach zu ihnen: Es ist genug.\n22:39 Und er ging hinaus nach seiner Gewohnheit an den \u00d6lberg. Es folgeten ihm aber seine J\u00fcnger nach an denselbigen Ort.\n22:40 Und als er dahin kam, sprach er zu ihnen: Betet, auf da\u00df ihr nicht in Anfechtung fallet!\n22:41 Und er ri\u00df sich von ihnen bei einem Steinwurf und kniete nieder, betete\n22:42 und sprach: Vater, willst du, so nimm diesen Kelch von mir; doch nicht mein, sondern dein Wille geschehe.\n22:43 Es erschien ihm aber ein Engel vom Himmel und st\u00e4rkete ihn.\n22:44 Und es kam, da\u00df er mit dem Tode rang, und betete heftiger. Es ward aber sein Schwei\u00df wie Blutstropfen, die fielen auf die Erde.\n22:45 Und er stund auf vom Gebet und kam zu seinen J\u00fcngern und fand sie schlafend vor Traurigkeit.\n22:46 Und sprach zu ihnen: Was schlafet ihr? Stehet auf und betet, auf da\u00df ihr nicht in Anfechtung fallet!\n22:47 Da er aber noch redete, siehe, die Schar und einer von den Zw\u00f6lfen, genannt Judas, ging vor ihnen her und nahete sich zu Jesu, ihn zu k\u00fcssen.\n22:48 Jesus aber sprach zu ihm: Judas, verr\u00e4tst du des Menschen Sohn mit einem Ku\u00df?\n22:49 Da aber sahen, die um ihn waren, was da werden wollte, sprachen sie zu ihm: HERR, sollen wir mit dem Schwert dreinschlagen?\n22:50 Und einer aus ihnen schlug des Hohenpriesters Knecht und hieb ihm sein rechtes Ohr ab.\n22:51 Jesus aber antwortete und sprach: Lasset sie doch so ferne machen! Und er r\u00fchrete sein Ohr an und heilete ihn.\n22:52 Jesus aber sprach zu den Hohenpriestern und Hauptleuten des Tempels und den \u00c4ltesten, die \u00fcber ihn kommen waren: Ihr seid, wie zu einem M\u00f6rder, mit Schwertern und mit Stangen ausgegangen.\n22:53 Ich bin t\u00e4glich bei euch im Tempel gewesen, und ihr habt keine Hand an mich gelegt; aber dies ist eure Stunde und die Macht der Finsternis.\n22:54 Sie griffen ihn aber und f\u00fchreten ihn und brachten ihn in des Hohenpriesters Haus. Petrus aber folgete von ferne.\n22:55 Da z\u00fcndeten sie ein Feuer an mitten im Palast und setzten sich zusammen, und Petrus setzte sich unter sie.\n22:56 Da sah ihn eine Magd sitzen bei dem Licht und sah eben auf ihn und sprach zu ihm: Dieser war auch mit ihm.\n22:57 Er aber verleugnete ihn und sprach: Weib, ich kenne ihn nicht.\n22:58 Und \u00fcber eine kleine Weile sah ihn ein anderer und sprach: Du bist auch der einer. Petrus aber sprach: Mensch, ich bin's nicht!\n22:59 Und \u00fcber eine Weile, bei einer Stunde, bekr\u00e4ftigte es ein anderer und sprach: Wahrlich, dieser war auch mit ihm; denn er ist ein Galil\u00e4er.\n22:60 Petrus aber sprach: Mensch, ich wei\u00df nicht, was du sagest! Und alsbald, da er noch redete, kr\u00e4hete der Hahn.\n22:61 Und der HERR wandte sich und sah Petrus an. Und Petrus gedachte an des HERRN Wort, das er zu ihm gesagt hatte: Ehe denn der Hahn kr\u00e4het, wirst du mich dreimal verleugnen.\n22:62 Und Petrus ging hinaus und weinete bitterlich.\n22:63 Die M\u00e4nner aber, die Jesum hielten, verspotteten ihn und schlugen ihn,\n22:64 verdecketen ihn und schlugen ihn ins Angesicht und fragten ihn und sprachen: Weissage, wer ist's, der dich schlug?\n22:65 Und viel andere L\u00e4sterungen sagten sie wider ihn.\n22:66 Und als es Tag ward, sammelten sich die \u00c4ltesten des Volks, die Hohenpriester und Schriftgelehrten, und f\u00fchreten ihn hinauf vor ihren Rat\n22:67 und sprachen: Bist du Christus? Sage es uns! Er sprach aber zu ihnen: Sage ich's euch, so glaubet ihr's nicht;\n22:68 frage ich aber, so antwortet ihr nicht und lasset mich doch nicht los.\n22:69 Darum von nun an wird des Menschen Sohn sitzen zur rechten Hand der Kraft Gottes.\n22:70 Da sprachen sie alle: Bist du denn Gottes Sohn? Er sprach zu ihnen: Ihr saget es, denn ich bin's.\n22:71 Sie aber sprachen: Was bed\u00fcrfen wir weiter Zeugnis? Wir haben's selbst geh\u00f6ret aus seinem Munde.\n23:1 Und der ganze Haufe stund auf und f\u00fchreten ihn vor Pilatus\n23:2 und fingen an, ihn zu verklagen, und sprachen: Diesen finden wir, da\u00df er das Volk abwendet und verbietet, den Scho\u00df dem Kaiser zu geben, und spricht, er sei Christus, ein K\u00f6nig.\n23:3 Pilatus aber fragte ihn und sprach: Bist du der Juden K\u00f6nig? Er antwortete ihm und sprach: Du sagest es.\n23:4 Pilatus sprach zu den Hohenpriestern und zum Volk: Ich finde keine Ursache an diesem Menschen.\n23:5 Sie aber hielten an und sprachen: Er hat das Volk erreget damit, da\u00df er gelehret hat hin und her im ganzen j\u00fcdischen Lande, und hat in Galil\u00e4a angefangen bis hieher.\n23:6 Da aber Pilatus Galil\u00e4a h\u00f6rete, fragte er, ob er aus Galil\u00e4a w\u00e4re,\n23:7 Und als er vernahm, da\u00df er unter des Herodes Obrigkeit geh\u00f6rete, \u00fcbersandte er ihn zu Herodes, welcher in denselbigen Tagen auch zu Jerusalem war.\n23:8 Da aber Herodes Jesum sah, ward er sehr froh, denn er h\u00e4tte ihn l\u00e4ngst gerne gesehen; denn er hatte viel von ihm geh\u00f6ret und hoffete, er w\u00fcrde ein Zeichen von ihm sehen.\n23:9 Und er fragte ihn mancherlei; er antwortete ihm aber nichts.\n23:10 Die Hohenpriester aber und Schriftgelehrten stunden und verklagten ihn hart.\n23:11 Aber Herodes mit seinem Hofgesinde verachtete und verspottete ihn, legte ihm ein wei\u00df Kleid an und sandte ihn wieder zu Pilatus.\n23:12 Auf den Tag wurden Pilatus und Herodes Freunde miteinander; denn zuvor waren sie einander feind.\n23:13 Pilatus aber rief die Hohenpriester und die Obersten und das Volk zusammen\n23:14 und sprach zu ihnen: Ihr habt diesen Menschen zu mir gebracht, als der das Volk abwende. Und siehe, ich habe ihn vor euch verh\u00f6ret und finde an dem Menschen der Sachen keine, der ihr ihn beschuldiget.\n23:15 Herodes auch nicht; denn ich habe euch zu ihm gesandt, und siehe, man hat nichts auf ihn gebracht, was des Todes wert sei.\n23:16 Darum will ich ihn z\u00fcchtigen und loslassen.\n23:17 Denn er mu\u00dfte ihnen einen nach Gewohnheit des Festes losgeben.\n23:18 Da schrie der ganze Haufe und sprach: Hinweg mit diesem und gib uns Barabbas los!\n23:19 welcher war um eines Aufruhrs, so in der Stadt geschehen war, und um eines Mords willen ins Gef\u00e4ngnis geworfen.\n23:20 Da rief Pilatus abermal ihnen zu und wollte Jesum loslassen.\n23:21 Sie riefen aber und sprachen: Kreuzige, kreuzige ihn!\n23:22 Er aber sprach zum drittenmal zu ihnen: Was hat denn dieser \u00dcbels getan? Ich finde keine Ursache des Todes an ihm; darum will ich ihn z\u00fcchtigen und loslassen.\n23:23 Aber sie lagen ihm an mit gro\u00dfem Geschrei und forderten, da\u00df er gekreuziget w\u00fcrde. Und ihr und der Hohenpriester Geschrei nahm \u00fcberhand.\n23:24 Pilatus aber urteilete, da\u00df ihre Bitte gesch\u00e4he,\n23:25 und lie\u00df den los, der um Aufruhrs und Mords willen war ins Gef\u00e4ngnis geworfen, um welchen sie baten; aber Jesum \u00fcbergab er ihrem Willen.\n23:26 Und als sie ihn hinf\u00fchreten, ergriffen sie einen, Simon von Kyrene, der kam vom Felde, und legten das Kreuz auf ihn, da\u00df er's Jesu nachtr\u00fcge.\n23:27 Es folgete ihm aber nach ein gro\u00dfer Haufe Volks und Weiber, die klageten und beweineten ihn.\n23:28 Jesus aber wandte sich um zu ihnen und sprach: Ihr T\u00f6chter von Jerusalem, weinet nicht \u00fcber mich, sondern weinet \u00fcber euch selbst und \u00fcber eure Kinder.\n23:29 Denn siehe, es wird die Zeit kommen, in welcher man sagen wird: Selig sind die Unfruchtbaren und die Leiber, die nicht geboren haben, und die Br\u00fcste, die nicht ges\u00e4uget haben.\n23:30 Dann werden sie anfangen zu sagen zu den Bergen: Fallet \u00fcber uns! und zu den H\u00fcgeln: Decket uns!\n23:31 Denn so man das tut am gr\u00fcnen Holz, was will am d\u00fcrren werden?\n23:32 Es wurden aber auch hingef\u00fchrt zwei andere \u00dcbelt\u00e4ter, da\u00df sie mit ihm abgetan w\u00fcrden.\n23:33 Und als sie kamen an die St\u00e4tte die da hei\u00dft Sch\u00e4delst\u00e4tte, kreuzigten sie ihn daselbst und die \u00dcbelt\u00e4ter mit ihm, einen zur Rechten und einen zur Linken.\n23:34 Jesus aber sprach: Vater, vergib ihnen; denn sie wissen nicht was sie tun. Und sie teileten seine Kleider und warfen das Los darum.\n23:35 Und das Volk stund und sah zu. Und die Obersten samt ihnen spotteten sein und sprachen: Er hat andern geholfen, er helfe sich selber, ist er Christ, der Auserw\u00e4hlte Gottes!\n23:36 Es verspotteten ihn auch die Kriegsknechte, traten zu ihm und brachten ihm Essig\n23:37 und sprachen: Bist du der Juden K\u00f6nig, so hilf dir selber.\n23:38 Es war auch oben \u00fcber ihm geschrieben die \u00dcberschrift mit griechischen und lateinischen und ebr\u00e4ischen Buchstaben: Dies ist der Juden K\u00f6nig.\n23:39 Aber der \u00dcbelt\u00e4ter einer, die da gehenkt waren, l\u00e4sterte ihn und sprach: Bist du Christus, so hilf dir selbst und uns!\n23:40 Da antwortete der andere, strafte ihn und sprach: Und du f\u00fcrchtest dich auch nicht vor Gott, der du doch in gleicher Verdammnis bist?\n23:41 Und zwar wir sind billig darinnen; denn wir empfangen, was unsere Taten wert sind; dieser aber hat nichts Ungeschicktes gehandelt.\n23:42 Und sprach zu Jesu: HERR, gedenke an mich wenn du in dein Reich kommst!\n23:43 Und Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir, heute wirst du mit mir im Paradies sein.\n23:44 Und es war um die sechste Stunde. Und es ward eine Finsternis \u00fcber das ganze Land bis an die neunte Stunde.\n23:45 Und die Sonne verlor ihren Schein, und der Vorhang des Tempels zerri\u00df mitten entzwei.\n23:46 Und Jesus rief laut und sprach: Vater, ich befehle meinen Geist in deine H\u00e4nde! Und als er das gesagt, verschied er.\n23:47 Da aber der Hauptmann sah, was da geschah; preisete er Gott und sprach: F\u00fcrwahr, dieser ist ein frommer Mensch gewesen!\n23:48 Und alles Volk, das dabei war und zusah, da sie sahen, was da geschah, schlugen sich an ihre Brust und wandten wieder um.\n23:49 Es stunden aber alle seine Verwandten von ferne und die Weiber, die ihm aus Galil\u00e4a waren nachgefolget, und sahen das alles.\n23:50 Und siehe, ein Mann mit Namen Joseph, ein Ratsherr, der war ein guter, frommer Mann;\n23:51 der hatte nicht bewilliget in ihren Rat und Handel; der war von Arimathia, der Stadt der Juden, der auch auf das Reich Gottes wartete:\n23:52 der ging zu Pilatus und bat um den Leib Jesu\n23:53 und nahm ihn ab, wickelte ihn in Leinwand und legte ihn in ein gehauen Grab, darinnen niemand je gelegen war.\n23:54 Und es war der R\u00fcsttag, und der Sabbat brach an.\n23:55 Es folgeten aber die Weiber nach, die mit ihm kommen waren aus Galil\u00e4a, und beschaueten das Grab, und wie sein Leib gelegt ward.\n23:56 Sie kehreten aber um und bereiteten Spezerei und Salben. Und den Sabbat \u00fcber waren sie stille nach dem Gesetz.\n24:1 Aber an der Sabbate einem sehr fr\u00fche kamen sie zum Grabe und trugen die Spezerei, die sie bereitet hatten, und etliche mit ihnen.\n24:2 Sie fanden aber den Stein abgew\u00e4lzet von dem Grabe\n24:3 und gingen hinein und fanden den Leib des HErm Jesu nicht.\n24:4 Und da sie darum bek\u00fcmmert waren, siehe, da traten zu ihnen zwei M\u00e4nner mit gl\u00e4nzenden Kleidern.\n24:5 Und sie erschraken und schlugen ihre Angesichte nieder zu der Erde. Da sprachen die zu ihnen: Was suchet ihr den Lebendigen bei den Toten?\n24:6 Er ist nicht hier, er ist auferstanden. Gedenket daran, wie er euch sagte, da er noch in Galil\u00e4a war,\n24:7 und sprach: Des Menschen Sohn mu\u00df \u00fcberantwortet werden in die H\u00e4nde der S\u00fcnder und gekreuziget werden und am dritten Tage auferstehen.\n24:8 Und sie gedachten an seine Worte.\n24:9 Und sie gingen wieder vom Grabe und verk\u00fcndigten das alles den Elfen und den andern allen.\n24:10 Es war aber Maria Magdalena und Johanna und Maria, des Jakobus Mutter, und andere mit ihnen, die solches den Aposteln sagten.\n24:11 Und es deuchten sie ihre Worte eben, als w\u00e4ren's M\u00e4rlein, und glaubten ihnen nicht.\n24:12 Petrus aber stund auf und lief zum Grabe und b\u00fcckete sich hinein und sah die leinenen T\u00fccher allein liegen und ging davon; und es nahm ihn wunder, wie es zuginge.\n24:13 Und siehe, zwei aus ihnen gingen an demselbigen Tage in einen Flecken, der war von Jerusalem sechzig Feldwegs weit, des Name hei\u00dft Emmaus.\n24:14 Und sie redeten miteinander von allen diesen Geschichten.\n24:15 Und es geschah, da sie so redeten und befragten sich miteinander, nahete Jesus zu ihnen und wandelte mit ihnen.\n24:16 Aber ihre Augen wurden gehalten, da\u00df sie ihn nicht kannten.\n24:17 Er sprach aber zu ihnen: Was sind das f\u00fcr Reden, die ihr zwischen euch handelt unterwegs, und seid traurig?\n24:18 Da antwortete einer mit Namen Kleophas und sprach zu ihm: Bist du allein unter den Fremdlingen zu Jerusalem, der nicht wisse, was in diesen Tagen drinnen geschehen ist?\n24:19 Und er sprach zu ihnen: Welches? Sie aber sprachen zu ihm: Das von Jesu von Nazareth, welcher war ein Prophet, m\u00e4chtig von Taten und Worten vor Gott und allem Volk;\n24:20 wie ihn unsere Hohenpriester und Obersten \u00fcberantwortet haben zur Verdammnis des Todes und gekreuziget.\n24:21 Wir aber hoffeten, er sollte Israel erl\u00f6sen. Und \u00fcber das alles ist heute der dritte Tag, da\u00df solches geschehen ist.\n24:22 Auch haben uns erschreckt etliche Weiber der Unsern, die sind fr\u00fche bei dem Grabe gewesen,\n24:23 haben seinen Leib nicht funden, kommen und sagen, sie haben ein Gesicht der Engel gesehen, welche sagen, er lebe.\n24:24 Und etliche unter uns gingen hin zum Grabe und fanden's also, wie die Weiber sagten; aber ihn fanden sie nicht.\n24:25 Und er sprach zu ihnen: O ihr Toren und tr\u00e4ges Herzens, zu glauben alle dem, das die Propheten geredet haben!\n24:26 Mu\u00dfte nicht Christus solches leiden und zu seiner HERRLIchkeit eingehen?\n24:27 Und fing an von Mose und allen Propheten und legte ihnen alle Schriften aus, die von ihm gesagt waren.\n24:28 Und sie kamen nahe zum Flecken, da sie hingingen. Und er stellete sich, als wollte er f\u00fcrder gehen.\n24:29 Und sie n\u00f6tigten ihn und sprachen: Bleibe bei uns; denn es will Abend werden, und der Tag hat sich geneiget. Und er ging hinein, bei ihnen zu bleiben.\n24:30 Und es geschah, da er mit ihnen zu Tische sa\u00df, nahm er das Brot, dankete und brach's und gab's ihnen.\n24:31 Da wurden ihre Augen ge\u00f6ffnet und erkannten ihn. Und er verschwand vor ihnen.\n24:32 Und sie sprachen untereinander: Brannte nicht unser Herz in uns, da er mit uns redete auf dem Wege, als er uns die Schrift \u00f6ffnete?\n24:33 Und sie stunden auf zu derselbigen Stunde, kehreten wieder gen Jerusalem und fanden die Elfe versammelt und die bei ihnen waren,\n24:34 welche sprachen: Der HERR ist wahrhaftig auferstanden und Simon erschienen.\n24:35 Und sie erz\u00e4hleten ihnen, was auf dem Wege geschehen war, und wie er von ihnen erkannt w\u00e4re an dem, da er das Brot brach.\n24:36 Da sie aber davon redeten, trat er selbst, Jesus, mitten unter sie und sprach zu ihnen: Friede sei mit euch!\n24:37 Sie erschraken aber und f\u00fcrchteten sich, meineten, sie s\u00e4hen einen Geist.\n24:38 Und er sprach zu ihnen: Was seid ihr so erschrocken, und warum kommen solche Gedanken in euer Herz?\n24:39 Sehet meine H\u00e4nde und meine F\u00fc\u00dfe, ich bin's selber; f\u00fchlet mich und sehet; denn ein Geist hat nicht Fleisch und Bein, wie ihr sehet, da\u00df ich habe.\n24:40 Und da er das sagte, zeigte er ihnen H\u00e4nde und F\u00fc\u00dfe.\n24:41 Da sie aber noch nicht glaubten vor Freuden und sich verwunderten, sprach er zu ihnen: Habt ihr hier etwas zu essen?\n24:42 Und sie legten ihm vor ein St\u00fcck von gebratenem Fisch und Honigseims.\n24:43 Und er nahm's und a\u00df vor ihnen.\n24:44 Er aber sprach zu ihnen: Das sind die Reden, die ich zu euch sagte, da ich noch bei euch war; denn es mu\u00df alles erf\u00fcllet werden, was von mir geschrieben ist im Gesetz Mose's, in den Propheten und in Psalmen.\n24:45 Da \u00f6ffnete er ihnen das Verst\u00e4ndnis, da\u00df sie die Schrift verstunden.\n24:46 Und sprach zu ihnen: Also ist's geschrieben, und also mu\u00dfte Christus leiden und auferstehen von den Toten am dritten Tage\n24:47 und predigen lassen in seinem Namen Bu\u00dfe und Vergebung der S\u00fcnden unter allen V\u00f6lkern und anheben zu Jerusalem.\n24:48 Ihr aber seid des alles Zeugen.\n24:49 Und siehe, ich will auf euch senden die Verhei\u00dfung meines Vaters. Ihr aber sollt in der Stadt Jerusalem bleiben, bis da\u00df ihr angetan werdet mit Kraft aus der H\u00f6he.\n24:50 Er f\u00fchrete sie aber hinaus gen Bethanien und hub die H\u00e4nde auf und segnete sie.\n24:51 Und es geschah, da er sie segnete, schied er von ihnen und fuhr auf gen Himmel.\n24:52 Sie aber beteten ihn an und kehrten wieder gen Jerusalem mit gro\u00dfer Freude.\n24:53 Und waren allewege im Tempel, preiseten und lobeten Gott.","title":"German Bible: Luke","type":"page"}
