{"collection":"Bible & Christianity","html_url":"https://unchartedknowledge.5gfusion.net/browse/bib/wb/ger/mat.htm","path":"bib/wb/ger/mat.htm","source_url":"https://sacred-texts.com/bib/wb/ger/mat.htm","text":"1:1 Dies ist das Buch von der Geburt Jesu Christi, der da ist ein Sohn Davids, des Sohnes Abrahams.\n1:2 Abraham zeugete Isaak. Isaak zeugete Jakob. Jakob zeugete Juda und seine Br\u00fcder.\n1:3 Juda zeugete Pharez und Saram von der Thamar. Pharez zeugete Hezron. Hezron zeugete Ram.\n1:4 Ram zeugete Aminadab. Aminadab zeugete Nahasson. Nahasson zeugete Salma.\n1:5 Salma zeugete Boas von der Rahab. Boas zeugete Obed von der Ruth. Obed zeugete Jesse.\n1:6 Jesse zeugete den K\u00f6nig David. Der K\u00f6nig David zeugete Salomo von dem Weibe des Uria.\n1:7 Salomo zeugete Roboam. Roboam zeugete Abia. Abia zeugete Assa.\n1:8 Assa zeugete Josaphat. Josaphat zeugete Joram. Joram zeugte Osia.\n1:9 Osia zeugete Jotham. Jotham zeugete Achas. Achas zeugete Ezechia.\n1:10 Ezechia zeugete Manasse. Manasse zeugete Amon. Amon zeugete Josia.\n1:11 Josia zeugete Jechonia und seine Br\u00fcder um die Zeit der babylonischen Gefangenschaft.\n1:12 Nach der babylonischen Gefangenschaft zeugete Jechonia Sealthiel. Sealthiel zeugete Zorobabel.\n1:13 Zorobabel zeugete Abiud. Abiud zeugete Eliachim. Eliachim zeugete Asor.\n1:14 Asor zeugete Zadoch. Zadoch zeugete Achin. Achin zeugete Eliud.\n1:15 Eliud zeugete Eleasar. Eleasar zeugete Matthan. Matthan zeugete Jakob.\n1:16 Jakob zeugete Joseph, den Mann Marias, von welcher ist geboren Jesus, der da hei\u00dfet Christus.\n1:17 Alle Glieder von Abraham bis auf David sind vierzehn Glieder. Von David bis auf die babylonische Gefangenschaft sind vierzehn Glieder. Von der babylonischen Gefangenschaft bis auf Christum sind vierzehn Glieder.\n1:18 Die Geburt Christi war aber also getan. Als Maria, seine Mutter, dem Joseph vertrauet war, ehe er sie heimholete, erfand sich's, da\u00df sie schwanger war von dem Heiligen Geist.\n1:19 Joseph aber, ihr Mann, war fromm und wollte sie nicht r\u00fcgen, gedachte aber sie heimlich zu verlassen.\n1:20 Indem er aber also gedachte, siehe, da erschien ihm ein Engel des HERRN im Traum und sprach: Joseph, du Sohn Davids f\u00fcrchte dich nicht, Maria, dein Gemahl, zu dir zu nehmen; denn das in ihr geboren ist, das ist von dem Heiligen Geist.\n1:21 Und sie wird einen Sohn geb\u00e4ren, des Namen sollst du Jesus hei\u00dfen; denn er wird sein Volk selig machen von ihren S\u00fcnden.\n1:22 Das ist aber alles geschehen, auf da\u00df erf\u00fcllet w\u00fcrde, was der HERR durch den Propheten gesagt hat, der da spricht:\n1:23 Siehe, eine Jungfrau wird schwanger sein und einen Sohn geb\u00e4ren, und sie werden seinen Namen Emanuel hei\u00dfen, das ist verdolmetschet, Gott mit uns.\n1:24 Da nun Joseph vom Schlaf erwachte, tat er, wie ihm des HERRN Engel befohlen hatte, und nahm sein Gemahl zu sich.\n1:25 Und erkannte sie nicht, bis sie ihren ersten Sohn gebar, und hie\u00df seinen Namen Jesus.\n2:1 Da Jesus geboren war zu Bethlehem im j\u00fcdischen Lande, zur Zeit des K\u00f6nigs Herodes; siehe, da kamen die Weisen vom Morgenland gen Jerusalem und sprachen:\n2:2 Wo ist der neugeborne K\u00f6nig der Juden? Wir haben seinen Stern gesehen im Morgenland und sind kommen, ihn anzubeten.\n2:3 Da das der K\u00f6nig Herodes h\u00f6rete, erschrak er und mit ihm das ganze Jerusalem.\n2:4 Und lie\u00df versammeln alle Hohenpriester und Schriftgelehrten unter dem Volk und erforschete von ihnen, wo Christus sollte geboren werden.\n2:5 Und sie sagten ihm: Zu Bethlehem im j\u00fcdischen Lande. Denn also stehet geschrieben durch den Propheten:.\n2:6 Und du Bethlehem im j\u00fcdischen Lande bist mitnichten die kleinste unter den F\u00fcrsten Judas; denn aus dir soll mir kommen der Herzog, der \u00fcber mein Volk Israel ein HERR sei.\n2:7 Da berief Herodes die Weisen heimlich und erlernete mit Flei\u00df von ihnen, wann der Stern erschienen w\u00e4re,\n2:8 und weisete sie gen Bethlehem und sprach: Ziehet hin und forschet flei\u00dfig nach dem Kindlein; und wenn ihr's findet, so saget mir's wieder, da\u00df ich auch komme und es anbete.\n2:9 Als sie nun den K\u00f6nig geh\u00f6rt hatten, zogen sie hin. Und siehe, der Stern, den sie im Morgenland gesehen hatten, ging vor ihnen hin, bis da\u00df er kam und stund oben \u00fcber, da das Kindlein war.\n2:10 Da sie den Stern sahen, wurden sie hocherfreut\n2:11 und gingen in das Haus und fanden das Kindlein mit Maria, seiner Mutter, und fielen nieder und beteten es an und taten ihre Sch\u00e4tze auf und schenkten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhen.\n2:12 Und Gott befahl ihnen im Traum, da\u00df sie sich nicht sollten wieder zu Herodes lenken. Und zogen durch einen andern Weg wieder in ihr Land.\n2:13 Da sie aber hinweggezogen waren, siehe, da erschien der Engel des HERRN dem Joseph im Traum und sprach: Stehe auf und nimm das Kindlein und seine Mutter zu dir und flieh nach \u00c4gyptenland und bleibe allda, bis ich dir sage; denn es ist vorhanden, da\u00df Herodes das Kindlein suche, dasselbe umzubringen.\n2:14 Und er stund auf und nahm das Kindlein und seine Mutter zu sich bei der Nacht und entwich nach \u00c4gyptenland.\n2:15 Und blieb allda bis nach dem Tod des Herodes, auf da\u00df erf\u00fcllet w\u00fcrde, das der HERR durch den Propheten gesagt hat, der da spricht: Aus \u00c4gypten habe ich meinen Sohn gerufen.\n2:16 Da Herodes nun sah, da\u00df er von den Weisen betrogen war, ward er sehr zornig und schickte aus und lie\u00df alle Kinder zu Bethlehem t\u00f6ten und an ihren ganzen Grenzen, die da zweij\u00e4hrig und drunter waren, nach der Zeit, die er mit Flei\u00df von den Weisen erlernet hatte.\n2:17 Da ist erf\u00fcllet, was gesagt ist von dem Propheten Jeremia, der da spricht:\n2:18 Auf dem Gebirge hat man ein Geschrei geh\u00f6ret, viel Klagens, Weinens und Heulens; Rahel beweinete ihre Kinder und wollte sich nicht tr\u00f6sten lassen denn es war aus mit ihnen.\n2:19 Da aber Herodes gestorben war, siehe, da erschien der Engel des HERRN Joseph im Traum in \u00c4gyptenland\n2:20 und sprach:. Stehe auf und nimm das Kindlein und seine Mutter zu dir und zieh hin in das Land Israel; sie sind gestorben, die dem Kinde nach dem Leben stunden.\n2:21 Und er stund auf und nahm das Kindlein und seine Mutter zu sich und kam in das Land Israel.\n2:22 Da er aber h\u00f6rete, da\u00df Archelaus im j\u00fcdischen Lande K\u00f6nig war anstatt seines Vaters Herodes, f\u00fcrchtete er sich, dahin zu kommen. Und im Traum empfing er Befehl von Gott und zog in die \u00d6rter des galil\u00e4ischen Landes\n2:23 und kam und wohnete in der Stadt, die da hei\u00dft Nazareth, auf da\u00df erf\u00fcllet w\u00fcrde, was da gesagt ist durch die Propheten: Er soll Nazarenus hei\u00dfen.\n3:1 Zu der Zeit kam Johannes der T\u00e4ufer und predigte in der W\u00fcste des j\u00fcdischen Landes\n3:2 und sprach: Tut Bu\u00dfe; das Himmelreich ist nahe herbeikommen!\n3:3 Und er ist der, von dem der Prophet Jesaja gesagt hat und gesprochen: Es ist eine Stimme eines Predigers in der W\u00fcste: Bereitet dem HERRN den Weg und machet richtig seine Steige!\n3:4 Er aber, Johannes, hatte ein Kleid von Kamelhaaren und einen ledernen G\u00fcrtel um seine Lenden; seine Speise aber war Heuschrecken und wilder Honig.\n3:5 Da ging zu ihm hinaus die Stadt Jerusalem und das ganze j\u00fcdische Land und alle L\u00e4nder an dem Jordan\n3:6 und lie\u00dfen sich taufen von ihm im Jordan und bekannten ihre S\u00fcnden.\n3:7 Da er nun viel Pharis\u00e4er und Sadduz\u00e4er sah zu seiner Taufe kommen, sprach er zu ihnen: Ihr Otterngez\u00fcchte, wer hat denn euch geweiset, da\u00df ihr dem k\u00fcnftigen Zorn entrinnen werdet?\n3:8 Sehet zu, tut rechtschaffene Fr\u00fcchte der Bu\u00dfe!\n3:9 Denket nur nicht, da\u00df ihr bei euch wollt sagen: Wir haben Abraham zum Vater. Ich sage euch: Gott vermag dem Abraham aus diesen Steinen Kinder zu erwecken.\n3:10 Es ist schon die Axt den B\u00e4umen an die Wurzel gelegt. Darum, welcher Baum nicht gute Fr\u00fcchte bringet, wird abgehauen und ins Feuer geworfen.\n3:11 Ich taufe euch mit Wasser zur Bu\u00dfe; der aber nach mir kommt, ist st\u00e4rker denn ich, dem ich auch nicht genugsam bin, seine Schuhe zu tragen; der wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen.\n3:12 Und er hat seine Worfschaufel in der Hand; er wird seine Tenne fegen und den Weizen in seine Scheune sammeln; aber die Spreu wird er verbrennen mit ewigem Feuer\n3:13 Zu der Zeit kam Jesus aus Galil\u00e4a an den Jordan zu Johannes, da\u00df er sich von ihm taufen lie\u00dfe.\n3:14 Aber Johannes wehrete ihm und sprach: Ich bedarf wohl, da\u00df ich von dir getauft werde, und du kommest zu mir?\n3:15 Jesus aber antwortete und sprach zu ihm: La\u00df jetzt also sein; also geb\u00fchrt es uns, alle Gerechtigkeit zu erf\u00fcllen. Da lie\u00df er's ihm zu.\n3:16 Und da Jesus getauft war, stieg er bald herauf aus dem Wasser; und siehe, da tat sich der Himmel auf \u00fcber ihm. Und Johannes sah den Geist Gottes gleich als eine Taube herabfahren und \u00fcber ihn kommen.\n3:17 Und siehe, eine Stimme vom Himmel herab sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an welchem ich Wohlgefallen habe.\n4:1 Da ward Jesus vom Geist in die W\u00fcste gef\u00fchrt, auf da\u00df er von dem Teufel versucht w\u00fcrde.\n4:2 Und da er vierzig Tage und vierzig N\u00e4chte gefastet hatte, hungerte ihn.\n4:3 Und der Versucher trat zu ihm und sprach: Bist du Gottes Sohn, so sprich, da\u00df diese Steine Brot werden.\n4:4 Und er antwortete und sprach: Es stehet geschrieben: Der Mensch lebet nicht vom Brot alleine, sondern von einem jeglichen Wort, das durch den Mund Gottes gehet.\n4:5 Da f\u00fchrete ihn der Teufel mit sich in die heilige Stadt und stellete ihn auf die Zinne des Tempels\n4:6 und sprach zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so la\u00df dich hinab; denn es stehet geschrieben: Er wird seinen Engeln \u00fcber dir Befehl tun, und sie werden dich auf den H\u00e4nden tragen, auf da\u00df du deinen Fu\u00df nicht an einen Stein sto\u00dfest.\n4:7 Da sprach Jesus zu ihm: Wiederum stehet auch geschrieben: Du sollst Gott, deinen HERRN, nicht versuchen.\n4:8 Wiederum f\u00fchrete ihn der Teufel mit sich auf einen sehr hohen Berg und zeigete ihm alle Reiche der Welt und ihre HERRLIchkeit\n4:9 und sprach zu ihm: Das alles will ich dir geben, so du niederf\u00e4llst und mich anbetest.\n4:10 Da sprach Jesus zu ihm: Heb' dich weg von mir, Satan! Denn es stehet geschrieben: Du sollst anbeten Gott, deinen HERRN, und ihm allein dienen.\n4:11 Da verlie\u00df ihn der Teufel; und siehe, da traten die Engel zu ihm und dieneten ihm.\n4:12 Da nun Jesus h\u00f6rete, da\u00df Johannes \u00fcberantwortet war, zog er in das galil\u00e4ische Land.\n4:13 und verlie\u00df die Stadt Nazareth, kam und wohnete zu Kapernaum, die da liegt am Meer, an den Grenzen Zabulons und Nephthalims,\n4:14 auf da\u00df erf\u00fcllet w\u00fcrde, was da gesagt ist durch den Propheten Jesaja, der da spricht:\n4:15 Das Land Zabulon und das Land Nephtalim am Wege des Meers, jenseit des Jordans, und das heidnische Galil\u00e4a,\n4:16 das Volk, das in Finsternis sa\u00df, hat ein gro\u00dfes Licht gesehen, und die da sa\u00dfen am Ort und Schatten des Todes, denen ist ein Licht aufgegangen.\n4:17 Von der Zeit an fing Jesus an zu predigen und zu sagen: Tut Bu\u00dfe; das Himmelreich ist nahe herbeikommen!\n4:18 Als nun Jesus an dem Galil\u00e4ischen Meer ging, sah er zwei Br\u00fcder, Simon, der da hei\u00dft Petrus, und Andreas, seinen Bruder, die warfen ihre Netze ins Meer; denn sie waren Fischer.\n4:19 Und er sprach zu ihnen: Folget mir nach; sich will euch zu Menschenfischern machen.\n4:20 Bald verlie\u00dfen sie ihre Netze und folgeten ihm nach.\n4:21 Und da er von dannen f\u00fcrba\u00df ging, sah er zwei andere Br\u00fcder, Jakobus, den Sohn des Zebed\u00e4us, und Johannes, seinen Bruder, im Schiff, mit ihrem Vater Zebed\u00e4us, da\u00df sie ihre Netze flickten; und er rief sie.\n4:22 Bald verlie\u00dfen sie das Schiff und ihren Vater und folgten ihm nach.\n4:23 Und Jesus ging umher im ganzen galil\u00e4ischen Lande, lehrete in ihren Schulen und predigte das Evangelium von dem Reich und heilete allerlei Seuche und Krankheit im Volk.\n4:24 Und sein Ger\u00fccht erscholl in das ganze Syrienland. Und sie brachten zu ihm allerlei Kranke, mit mancherlei Seuchen und Qual behaftet, die Besessenen die Monds\u00fcchtigen und die Gichtbr\u00fcchigen; und er machte sie alle gesund.\n4:25 Und es folgete ihm nach viel Volks aus Galil\u00e4a, aus den zehn St\u00e4dten, von Jerusalem, aus dem j\u00fcdischen Lande und von jenseit des Jordans.\n5:1 Da er aber das Volk sah, ging er auf einen Berg und setzte sich, und seine J\u00fcnger traten zu ihm.\n5:2 Und er tat seinen Mund auf, lehrete sie und sprach:\n5:3 Selig sind, die da geistlich arm sind; denn das Himmelreich ist ihr.\n5:4 Selig sind, die da Leid tragen; denn sie sollen getr\u00f6stet werden.\n5:5 Selig sind die Sanftm\u00fctigen; denn sie werden das Erdreich besitzen.\n5:6 Selig sind, die da hungert und d\u00fcrstet nach der Gerechtigkeit; denn sie sollen satt werden.\n5:7 Selig sind die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen.\n5:8 Selig sind, die reines Herzens sind; denn sie werden Gott schauen.\n5:9 Selig sind die Friedfertigen; denn sie werden Gottes Kinder hei\u00dfen.\n5:10 Selig sind, die um Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn das Himmelreich ist ihr.\n5:11 Selig seid ihr, wenn euch die Menschen um meinetwillen schm\u00e4hen und verfolgen und reden allerlei \u00dcbles wider euch, so sie daran l\u00fcgen.\n5:12 Seid fr\u00f6hlich und getrost, es wird euch im Himmel wohl belohnt werden! Denn also haben sie verfolget die Propheten, die vor euch gewesen sind.\n5:13 Ihr seid das Salz der Erde. Wo nun das Salz dumm wird, womit soll man salzen? Es ist zu nichts hinfort n\u00fctze, denn da\u00df man es hinaussch\u00fctte und lasse es die Leute zertreten.\n5:14 Ihr seid das Licht der Welt. Es mag die Stadt, die auf einem Berge liegt, nicht verborgen sein.\n5:15 Man z\u00fcndet auch nicht ein Licht an und setzt es unter einen Scheffel, sondern auf einen Leuchter, so leuchtet es denen allen, die im Hause sind.\n5:16 Also lasset euer Licht leuchten vor den Leuten, da\u00df sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.\n5:17 Ihr sollt nicht w\u00e4hnen, da\u00df ich kommen bin, das Gesetz oder die Propheten aufzul\u00f6sen. Ich bin nicht kommen aufzul\u00f6sen, sondern zu erf\u00fcllen.\n5:18 Denn ich sage euch: Wahrlich, bis da\u00df Himmel und Erde vergehe, wird nicht vergehen der kleinste Buchstabe noch ein T\u00fcttel vom Gesetz, bis da\u00df es alles geschehe.\n5:19 Wer nun eins von diesen kleinsten Geboten aufl\u00f6set und lehret die Leute also, der wird der Kleinste hei\u00dfen im Himmelreich; wer es aber tut und lehret, der wird gro\u00df hei\u00dfen im Himmelreich.\n5:20 Denn ich sage euch: Es sei denn eure Gerechtigkeit besser denn der Schriftgelehrten und Pharis\u00e4er, so werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen.\n5:21 Ihr habt geh\u00f6ret, da\u00df zu den Alten gesagt ist: Du sollst nicht t\u00f6ten; wer aber t\u00f6tet, der soll des Gerichts schuldig sein.\n5:22 Ich aber sage euch: Wer mit seinem Bruder z\u00fcrnet, der ist des Gerichts schuldig; wer aber zu seinem Bruder sagt: Racha! der ist des Rats schuldig; wer aber sagt: Du Narr! der ist des h\u00f6llischen Feuers schuldig.\n5:23 Darum wenn du deine Gabe auf dem Altar opferst und wirst allda eindenken, da\u00df dein Bruder etwas wider dich habe,\n5:24 so la\u00df allda vor dem Altar deine Gabe und gehe zuvor hin und vers\u00f6hne dich mit deinem Bruder und alsdann komm und opfere deine Gabe.\n5:25 Sei willfertig deinem Widersacher bald, dieweil du noch bei ihm auf dem Wege bist, auf da\u00df dich der Widersacher nicht dermaleinst \u00fcberantworte dem Richter, und der Richter \u00fcberantworte dich dem Diener, und werdest in den Kerker geworfen.\n5:26 Ich sage dir: Wahrlich, du wirst nicht von dannen herauskommen, bis du auch den letzten Heller bezahlest.\n5:27 Ihr habt geh\u00f6ret, da\u00df zu den Alten gesagt ist: Du sollst nicht ehebrechen.\n5:28 Ich aber sage euch: Wer ein Weib ansiehet, ihrer zu begehren, der hat schon mit ihr die Ehe gebrochen in seinem Herzen.\n5:29 \u00c4rgert dich aber dein rechtes Auge; so rei\u00df es aus und wirf's von dir. Es ist dir besser, da\u00df eins deiner Glieder verderbe, und nicht der ganze Leib in die H\u00f6lle geworfen werde.\n5:30 \u00c4rgert dich deine rechte Hand, so haue sie ab, und wirf sie von dir. Es ist dir besser, da\u00df eins deiner Glieder verderbe, und nicht der ganze Leib in die H\u00f6lle geworfen werde.\n5:31 Es ist auch gesagt: Wer sich von seinem Weibe scheidet, der soll ihr geben einen Scheidebrief.\n5:32 Ich aber sage euch: Wer sich von seinem Weibe scheidet (es sei denn um Ehebruch), der macht, da\u00df sie die Ehe bricht; und wer eine Abgeschiedene freiet, der bricht die Ehe.\n5:33 Ihr habt weiter geh\u00f6rt, da\u00df zu den Alten gesagt ist: Du sollst keinen falschen Eid tun und sollst Gott deinen Eid halten.\n5:34 Ich aber sage euch, da\u00df ihr allerdinge nicht schw\u00f6ren sollt, weder bei dem Himmel, denn er ist Gottes Stuhl;\n5:35 noch bei der Erde, denn sie ist seiner F\u00fc\u00dfe Schemel; noch bei Jerusalem, denn sie ist eines gro\u00dfen K\u00f6nigs Stadt.\n5:36 Auch sollst du nicht bei deinem Haupt schw\u00f6ren; denn du vermagst nicht ein einiges Haar wei\u00df oder schwarz zu machen.\n5:37 Eure Rede aber sei: Ja, ja; nein, nein; was dar\u00fcber ist, das ist vom \u00dcbel.\n5:38 Ihr habt geh\u00f6rt, da\u00df da gesagt ist: Auge um Auge, Zahn um Zahn.\n5:39 Ich aber sage euch, da\u00df ihr nicht widerstreben sollt dem \u00dcbel, sondern so dir jemand einen Streich gibt auf deinen rechten Backen, dem biete den andern auch dar.\n5:40 Und so jemand mit dir rechten will und deinen Rock nehmen, dem la\u00df auch den Mantel.\n5:41 Und so dich jemand n\u00f6tiget eine Meile, so gehe mit ihm zwo.\n5:42 Gib dem, der dich bittet, und wende dich nicht von dem, der dir abborgen will.\n5:43 Ihr habt geh\u00f6rt, da\u00df gesagt ist: Du sollst deinen N\u00e4chsten lieben und deinen Feind hassen.\n5:44 Ich aber sage euch: Liebet eure Feinde, segnet, die euch fluchen, tut wohl denen, die euch hassen, bittet f\u00fcr die, so euch beleidigen und verfolgen,\n5:45 auf da\u00df ihr Kinder seid eures Vaters im Himmel Denn er l\u00e4\u00dft seine Sonne aufgehen \u00fcber die B\u00f6sen und \u00fcber die Guten und l\u00e4sset regnen \u00fcber Gerechte und Ungerechte.\n5:46 Denn so ihr liebet, die euch lieben, was werdet ihr f\u00fcr Lohn haben? Tun nicht dasselbe auch die Z\u00f6llner?\n5:47 Und so ihr euch nur zu euren Br\u00fcdern freundlich tut, was tut ihr Sonderliches? Tun nicht die Z\u00f6llner auch also?\n5:48 Darum sollt ihr vollkommen sein, gleichwie euer Vater im Himmel vollkommen ist.\n6:1 Habt acht auf eure Almosen, da\u00df ihr die nicht gebet vor den Leuten, da\u00df ihr von ihnen gesehen werdet; ihr habt anders keinen Lohn bei eurem Vater im Himmel.\n6:2 Wenn du nun Almosen gibst, sollst du nicht lassen vor dir posaunen, wie die Heuchler tun in den Schulen und auf den Gassen, auf da\u00df sie von den Leuten gepreiset werden. Wahrlich, ich sage euch, sie haben ihren Lohn dahin.\n6:3 Wenn du aber Almosen gibst, so la\u00df deine linke Hand nicht wissen, was die rechte tut,\n6:4 auf da\u00df dein Almosen verborgen, sei; und dein Vater, der in das Verborgene siehet, wird dir's vergelten \u00f6ffentlich.\n6:5 Und wenn du betest, sollst du nicht sein wie die Heuchler, die da gerne stehen und beten in den Schulen und an den Ecken auf den Gassen, auf da\u00df sie von den Leuten gesehen werden. Wahrlich, ich sage euch, sie haben ihren Lohn dahin.\n6:6 Wenn du aber betest, so gehe in dein K\u00e4mmerlein und schlie\u00dfe die T\u00fcr zu und bete zu deinem Vater im Verborgenen; und dein Vater, der in das Verborgene siehet, wird dir's vergelten \u00f6ffentlich.\n6:7 Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht viel plappern wie die Heiden; denn sie meinen, sie werden erh\u00f6ret, wenn sie viel Worte machen.\n6:8 Darum sollt ihr euch ihnen nicht gleichen. Euer Vater wei\u00df, was ihr bed\u00fcrfet, ehe denn ihr ihn bittet.\n6:9 Darum sollt ihr also beten: Unser Vater in dem Himmel! Dein Name werde geheiliget.\n6:10 Dein Reich komme. Dein Wille geschehe auf Erden wie im Himmel.\n6:11 Unser t\u00e4glich Brot gib uns heute.\n6:12 Und vergib uns unsere Schulden, wie wir unsern Schuldigern vergeben.\n6:13 Und f\u00fchre uns nicht in Versuchung, sondern erl\u00f6se uns von dem \u00dcbel. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die HERRLIchkeit in Ewigkeit. Amen.\n6:14 Denn so ihr den Menschen ihre Fehle vergebet, so wird euch euer himmlischer Vater auch vergeben.\n6:15 Wo ihr aber den Menschen ihre Fehle nicht vergebet, so wird euch euer Vater eure Fehle auch nicht vergeben.\n6:16 Wenn ihr fastet, sollt' ihr nicht sauer sehen wie die Heuchler; denn sie verstellen ihre Angesichte, auf da\u00df sie vor den Leuten scheinen mit ihrem Fasten. Wahrlich, ich sage euch, sie haben ihren Lohn dahin.\n6:17 Wenn du aber fastest, so salbe dein Haupt und wasche dein Angesicht,\n6:18 auf da\u00df du nicht scheinest vor den Leuten mit deinem Fasten, sondern vor deinem Vater, welcher verborgen ist; und dein Vater, der in das Verborgene siehet, wird dir's Vergelten \u00f6ffentlich.\n6:19 Ihr sollt euch nicht Sch\u00e4tze sammeln auf Erden, da sie die Motten und der Rost fressen, und da die Diebe nach graben und stehlen.\n6:20 Sammelt euch aber Sch\u00e4tze im Himmel, da sie weder Motten noch Rost fressen, und da die Diebe nicht nach graben noch stehlen.\n6:21 Denn wo euer Schatz ist, da ist auch euer Herz.\n6:22 Das Auge ist des Leibes Licht. Wenn dein Auge einf\u00e4ltig ist, so wird dein ganzer Leib licht sein.\n6:23 Wenn aber dein Auge ein Schalk ist, so wird dein ganzer Leib finster sein. Wenn aber das Licht, das in dir ist, Finsternis ist, wie gro\u00df wird dann die Finsternis selber sein!\n6:24 Niemand kann zweien HERREN dienen. Entweder er wird einen hassen und den andern lieben, oder wird einem anhangen und den andern verachten. Ihr k\u00f6nnt nicht Gott dienen und dem Mammon.\n6:25 Darum sage ich euch: Sorget nicht f\u00fcr euer Leben, was ihr essen und trinken werdet, auch nicht f\u00fcr euren Leib, was ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr denn die Speise und der Leib mehr denn die Kleidung?\n6:26 Sehet die V\u00f6gel unter dem Himmel an: sie s\u00e4en nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater n\u00e4hret sie doch. Seid ihr denn nicht viel mehr denn sie?\n6:27 Wer ist unter euch, der seiner L\u00e4nge eine Elle zusetzen m\u00f6ge, ob er gleich darum sorget?\n6:28 Und warum sorget ihr f\u00fcr die Kleidung? Schauet die Lilien auf dem Felde, wie sie wachsen! Sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht.\n6:29 Ich sage euch, da\u00df auch Salomo in aller seiner HERRLIchkeit nicht bekleidet gewesen ist als derselbigen eins.\n6:30 So denn Gott das Gras auf dem Felde also kleidet, das doch heute stehet und morgen in den Ofen geworfen wird, sollt' er das nicht viel mehr euch tun, o ihr Kleingl\u00e4ubigen?\n6:31 Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen, was werden wir trinken, womit werden wir uns kleiden?\n6:32 Nach solchem allem trachten die Heiden. Denn euer himmlischer Vater wei\u00df, da\u00df ihr des alles bed\u00fcrfet.\n6:33 Trachtet am ersten nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch solches alles zufallen.\n6:34 Darum sorget nicht f\u00fcr den andern Morgen; denn der morgende Tag wird f\u00fcr das Seine sorgen. Es ist genug, da\u00df ein jeglicher Tag seine eigene Plage habe.\n7:1 Richtet nicht, auf da\u00df ihr nicht gerichtet werdet!\n7:2 Denn mit welcherlei Gerichte ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden, und mit welcherlei Ma\u00df ihr messet, wird euch gemessen werden.\n7:3 Was siehest du aber den Splitter in deines Bruders Auge und wirst nicht gewahr des Balkens in deinem Auge?\n7:4 Oder wie darfst du sagen zu deinem Bruder: Halt, ich will dir den Splitter aus deinem Auge ziehen! und siehe, ein Balken ist in deinem Auge?\n7:5 Du Heuchler, zieh am ersten den Balken aus deinem Auge; danach besiehe, wie du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehest!\n7:6 Ihr sollt das Heiligtum nicht den Hunden geben und eure Perlen sollt ihr nicht vor die S\u00e4ue werfen, auf da\u00df sie dieselbigen nicht zertreten mit ihren F\u00fc\u00dfen und sich wenden und euch zerrei\u00dfen.\n7:7 Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan.\n7:8 Denn wer da bittet, der empf\u00e4ngt, und wer da suchet, der findet, und wer da anklopft, dem wird aufgetan.\n7:9 Welcher ist unter euch Menschen, so ihn sein Sohn bittet ums Brot, der ihm einen Stein biete?\n7:10 Oder so er ihn bittet um einen Fisch, der ihm eine Schlange biete?\n7:11 So denn ihr, die ihr doch arg seid, k\u00f6nnt dennoch euren Kindern gute Gaben geben, wieviel mehr wird euer Vater im Himmel Gutes geben denen, die ihn bitten!\n7:12 Alles nun, was ihr wollet, da\u00df euch die Leute tun sollen, das tut ihr ihnen; das ist das Gesetz und die Propheten.\n7:13 Gehet ein durch die enge Pforte! Denn die Pforte ist weit, und der Weg ist breit, der zur Verdammnis abf\u00fchret; und ihrer sind viel, die darauf wandeln.\n7:14 Und die Pforte ist enge, und der Weg ist schmal, der zum Leben f\u00fchret; und wenig ist ihrer, die ihn finden.\n7:15 Sehet euch vor vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen! Inwendig aber sind sie rei\u00dfende W\u00f6lfe.\n7:16 An ihren Fr\u00fcchten sollt ihr sie erkennen. Kann man auch Trauben lesen von den Dornen oder Feigen von den Disteln?\n7:17 Also ein jeglicher guter Baum bringet gute Fr\u00fcchte; aber ein fauler Baum bringet arge Fr\u00fcchte.\n7:18 Ein guter Baum kann nicht arge Fr\u00fcchte bringen, und ein fauler Baum kann nicht gute Fr\u00fcchte bringen.\n7:19 Ein jeglicher Baum, der nicht gute Fr\u00fcchte bringet, wird abgehauen und ins Feuer geworfen.\n7:20 Darum an ihren Fr\u00fcchten sollt ihr sie erkennen.\n7:21 Es werden nicht alle, die zu mir sagen: HERR, HERR! in das Himmelreich kommen, sondern die den Willen tun meines Vaters im Himmel\n7:22 Es werden viele zu mir sagen an jenem Tage: HERR, HERR, haben wir nicht in deinem Namen geweissaget, haben wir nicht in deinem Namen Teufel ausgetrieben, haben wir nicht in deinem Namen viel Taten getan?\n7:23 Dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch noch nie erkannt; weichet alle von mir, ihr \u00dcbelt\u00e4ter!\n7:24 Darum wer diese meine Rede h\u00f6ret und tut sie, den vergleiche ich einem klugen Mann, der sein Haus auf einen Felsen bauete.\n7:25 Da nun ein Platzregen fiel, und ein Gew\u00e4sser kam, und weheten die Winde und stie\u00dfen an das Haus, fiel es doch nicht; denn es war auf einen Felsen gegr\u00fcndet.\n7:26 Und wer diese meine Rede h\u00f6ret und tut sie nicht, der ist einem t\u00f6richten Mann gleich, der sein Haus auf den Sand bauete.\n7:27 Da nun ein Platzregen fiel, und kam ein Gew\u00e4sser, und weheten die Winde und stie\u00dfen an das Haus, da fiel es und tat einen gro\u00dfen Fall.\n7:28 Und es begab sich, da Jesus diese Rede vollendet hatte, entsetzte sich das Volk \u00fcber seine Lehre.\n7:29 Denn er predigte gewaltig und nicht wie die Schriftgelehrten.\n8:1 Da er aber vom Berge herabging, folgete ihm viel Volks nach.\n8:2 Und siehe, ein Auss\u00e4tziger kam und betete ihn an und sprach: HERR, so du willst, kannst du mich wohl reinigen.\n8:3 Und Jesus streckte seine Hand aus, r\u00fchrete ihn an und sprach: Ich will's tun; sei gereiniget! Und alsbald ward er von seinem Aussatz rein.\n8:4 Und Jesus sprach zu ihm: Siehe zu, sag's niemand, sondern gehe hin und zeige dich dem Priester und opfere die Gabe, die Mose befohlen hat, zu einem Zeugnis \u00fcber sie.\n8:5 Da aber Jesus einging zu Kapernaum, trat ein Hauptmann zu ihm, der bat ihn\n8:6 und sprach: HERR, mein Knecht liegt zu Hause und ist gichtbr\u00fcchig und hat gro\u00dfe Qual.\n8:7 Jesus sprach zu ihm: Ich will kommen und ihn gesund machen.\n8:8 Der Hauptmann antwortete und sprach: HERR, ich bin nicht wert, da\u00df du unter mein Dach gehest, sondern sprich nur ein Wort, so wird mein Knecht gesund.\n8:9 Denn ich bin ein Mensch, dazu der Obrigkeit untertan, und habe unter mir Kriegsknechte; noch wenn ich sage zu einem: Gehe hin! so gehet er, und zum andern: Komm her! so kommt er, und zu meinem Knecht: Tue das! so tut er's.\n8:10 Da das Jesus h\u00f6rete, verwunderte er sich und sprach zu denen, die ihm nachfolgeten: Wahrlich, ich sage euch, solchen Glauben habe ich in Israel nicht funden.\n8:11 Aber ich sage euch: Viele werden kommen vom Morgen und vom Abend und mit Abraham und Isaak und Jakob im Himmelreich sitzen.\n8:12 Aber die Kinder des Reichs werden ausgesto\u00dfen in die \u00e4u\u00dferste Finsternis hinaus, da wird sein Heulen und Z\u00e4hneklappen.\n8:13 Und Jesus sprach zu dem Hauptmann: Gehe hin; dir geschehe, wie du geglaubt hast! Und sein Knecht ward gesund zu derselbigen Stunde.\n8:14 Und Jesus kam in des Petrus Haus und sah, da\u00df seine Schwieger lag und hatte das Fieber.\n8:15 Da griff er ihre Hand an, und das Fieber verlie\u00df sie. Und sie stund auf und dienete ihnen.\n8:16 Am Abend aber brachten sie viel Besessene zu ihm; und er trieb die Geister aus mit Worten und machte allerlei Kranke gesund,\n8:17 auf da\u00df erf\u00fcllet w\u00fcrde, was gesagt ist durch den Propheten Jesaja, der da spricht: Er hat unsere Schwachheit auf sich, genommen und unsere Seuche hat er getragen.\n8:18 Und da Jesus viel Volks um sich sah, hie\u00df er hin\u00fcber jenseit des Meeres fahren.\n8:19 Und es trat zu ihm ein Schriftgelehrter, der sprach zu ihm: Meister, ich will dir folgen, wo du hingehest.\n8:20 Jesus sagte zu ihm: Die F\u00fcchse haben Gruben, und die V\u00f6gel unter dem Himmel haben Nester; aber des Menschen Sohn hat nicht, da er sein Haupt hinlege.\n8:21 Und ein anderer unter seinen J\u00fcngern sprach zu ihm: HERR, erlaube mir, da\u00df ich hingehe und zuvor meinen Vater begrabe.\n8:22 Aber Jesus sprach zu ihm: Folge du mir und la\u00df die Toten ihre Toten begraben!\n8:23 Und er trat in das Schiff, und seine J\u00fcnger folgeten ihm.\n8:24 Und siehe, da erhub sich ein gro\u00df Ungest\u00fcm im Meer, also da\u00df auch das Schifflein mit Wellen bedeckt ward; und er schlief.\n8:25 Und die J\u00fcnger traten zu ihm und weckten ihn auf und sprachen: HERR, hilf uns, wir verderben!\n8:26 Da sagte er zu ihnen: Ihr Kleingl\u00e4ubigen, warum seid ihr so furchtsam? Und stund auf und bedr\u00e4uete den Wind und das Meer; da ward es ganz stille.\n8:27 Die Menschen aber verwunderten sich und sprachen: Was ist das f\u00fcr ein Mann, da\u00df ihm Wind und Meer gehorsam ist?\n8:28 Und er kam jenseit des Meeres in die Gegend der Gergesener. Da liefen ihm entgegen zwei Besessene, die kamen aus den Totengr\u00e4bern und waren sehr grimmig, also da\u00df niemand dieselbige Stra\u00dfe wandeln konnte.\n8:29 Und siehe, sie schrieen und sprachen: Ach Jesu, du Sohn Gottes, was haben wir mit dir zu tun? Bist du herkommen, uns zu qu\u00e4len, ehe denn es Zeit ist?\n8:30 Es war aber ferne von ihnen eine gro\u00dfe Herde S\u00e4ue an der Weide.\n8:31 Da baten ihn die Teufel und sprachen: Willst du uns austreiben, so erlaube uns, in die Herde S\u00e4ue zu fahren.\n8:32 Und er sprach: Fahret hin! Da fuhren sie aus und fuhren in die Herde S\u00e4ue. Und siehe, die ganze Herde S\u00e4ue st\u00fcrzete sich mit einem Sturm ins Meer und ersoffen im Wasser.\n8:33 Und die Hirten flohen und gingen hin in die Stadt und sagten das alles, und wie es mit den Besessenen ergangen war.\n8:34 Und siehe, da ging die ganze Stadt heraus Jesu entgegen. Und da sie ihn sahen, baten sie ihn, da\u00df er von ihrer Grenze weichen wollte.\n9:1 Da trat er in das Schiff und fuhr wieder her\u00fcber und kam in seine Stadt.\n9:2 Und siehe, da brachten sie zu ihm einen Gichtbr\u00fcchigen, der lag auf einem Bette. Da nun Jesus ihren Glauben sah, sprach er zu dem Gichtbr\u00fcchigen: Sei getrost, mein Sohn; deine S\u00fcnden sind dir vergeben.\n9:3 Und siehe, etliche unter den Schriftgelehrten sprachen bei sich selbst: Dieser l\u00e4stert Gott.\n9:4 Da aber Jesus ihre Gedanken sah, sprach er: Warum denket ihr so Arges in euren Herzen?\n9:5 Welches ist leichter zu sagen: Dir sind deine S\u00fcnden vergeben, oder zu sagen: Stehe auf und wandele?\n9:6 Auf da\u00df ihr aber wisset, da\u00df des Menschen Sohn Macht habe auf Erden, die S\u00fcnden zu vergeben, sprach er zu dem Gichtbr\u00fcchigen: Stehe auf, heb' dein Bett auf und gehe heim!\n9:7 Und er stund auf und ging heim.\n9:8 Da das Volk das sah, verwunderte es sich und preisete Gott, der solche Macht den Menschen gegeben hat.\n9:9 Und da Jesus von dannen ging, sah er einen Menschen am Zoll sitzen, der hie\u00df Matth\u00e4us, und sprach zu ihm: Folge mir! Und er stund auf und folgete ihm.\n9:10 Und es begab sich, da er zu Tische sa\u00df im Hause, siehe, da kamen viel Z\u00f6llner und S\u00fcnder und sa\u00dfen zu Tische mit Jesu und seinen J\u00fcngern.\n9:11 Da das die Pharis\u00e4er sahen, sprachen sie zu seinen J\u00fcngern: Warum isset euer Meister mit den Z\u00f6llnern und S\u00fcndern?\n9:12 Da das Jesus h\u00f6rete, sprach er zu ihnen: Die Starken bed\u00fcrfen des Arztes nicht, sondern die Kranken.\n9:13 Gehet aber hin und lernet, was das sei: Ich habe Wohlgefallen an Barmherzigkeit und nicht am Opfer. Ich bin kommen, die S\u00fcnder zur Bu\u00dfe zu rufen und nicht die Frommen.\n9:14 Indes kamen die J\u00fcnger Johannes zu ihm und sprachen: Warum fasten wir und die Pharis\u00e4er so viel, und deine J\u00fcnger fasten nicht?\n9:15 Jesus sprach zu ihnen: Wie k\u00f6nnen die Hochzeitleute Leid tragen, solange der Br\u00e4utigam bei ihnen ist? Es wird aber die Zeit kommen, da\u00df der Br\u00e4utigam von ihnen genommen wird; alsdann werden sie fasten.\n9:16 Niemand flickt ein alt Kleid mit einem Lappen von neuem Tuch; denn der Lappen rei\u00dfet doch wieder vom Kleid, und der Ri\u00df wird \u00e4rger.\n9:17 Man fasset auch nicht Most in alte Schl\u00e4uche; anders die Schl\u00e4uche zerrei\u00dfen, und der Most wird versch\u00fcttet, und die Schl\u00e4uche kommen um. Sondern man fasset Most in neue Schl\u00e4uche, so werden sie beide miteinander behalten.\n9:18 Da er solches mit ihnen redete, siehe, da kam der Obersten einer und fiel vor ihm nieder und sprach: HERR, meine Tochter ist jetzt gestorben; aber komm und lege deine Hand auf sie, so wird sie lebendig.\n9:19 Und Jesus stund auf und folgete ihm nach und seine J\u00fcnger.\n9:20 Und siehe, ein Weib, das zw\u00f6lf Jahre den Blutgang gehabt, trat von hinten zu ihm und r\u00fchrete seines Kleides Saum an.\n9:21 Denn sie sprach bei sich selbst: M\u00f6cht' ich nur sein Kleid anr\u00fchren, so w\u00fcrde ich gesund.\n9:22 Da wandte sich Jesus um und sah sie und sprach: Sei getrost, meine Tochter; dein Glaube hat dir geholfen. Und das Weib ward gesund zu derselbigen Stunde.\n9:23 Und als er in des Obersten Haus kam und sah die Pfeifer und das Get\u00fcmmel des Volks,\n9:24 sprach er zu ihnen: Weichet! denn das M\u00e4gdlein ist nicht tot, sondern es schl\u00e4ft. Und sie verlachten ihn.\n9:25 Als aber das Volk ausgetrieben war, ging er hinein und ergriff sie bei der Hand. Da stund das M\u00e4gdlein auf.\n9:26 Und dies Ger\u00fccht erscholl in dasselbige ganze Land.\n9:27 Und da Jesus von dannen f\u00fcrba\u00df ging, folgeten ihm zwei Blinde nach, die schrieen und sprachen: Ach, du Sohn Davids, erbarme dich unser!\n9:28 Und da er heimkam, traten die Blinden zu ihm. Und Jesus sprach zu ihnen: Glaubet ihr, da\u00df ich euch solches tun kann? Da sprachen sie zu ihm: HERR, ja.\n9:29 Da r\u00fchrete er ihre Augen an und sprach: Euch geschehe nach eurem Glauben.\n9:30 Und ihre Augen wurden ge\u00f6ffnet. Und Jesus bedr\u00e4uete sie und sprach: Sehet zu, da\u00df es niemand erfahre!\n9:31 Aber sie gingen aus und machten ihn ruchbar im selbigen ganzen Lande.\n9:32 Da nun diese waren hinauskommen, siehe, da brachten sie zu ihm einen Menschen, der war stumm und besessen.\n9:33 Und da der Teufel war ausgetrieben, redete der Stumme. Und das Volk verwunderte sich und sprach: Solches ist noch nie in Israel gesehen worden.\n9:34 Aber die Pharis\u00e4er sprachen: Er treibt die Teufel aus durch der Teufel Obersten.\n9:35 Und Jesus ging umher in alle St\u00e4dte und M\u00e4rkte, lehrete in ihren Schulen und predigte das Evangelium von dem Reich und heilete allerlei Seuche und allerlei Krankheit im Volke.\n9:36 Und da er das Volk sah, jammerte ihn desselbigen; denn sie waren verschmachtet und zerstreuet wie die Schafe, die keinen Hirten haben.\n9:37 Da sprach er zu seinen J\u00fcngern: Die Ernte ist gro\u00df; aber wenig sind der Arbeiter.\n9:38 Darum bittet den HERRN der Ernte, da\u00df er Arbeiter in seine Ernte sende!\n10:1 Und er rief seine zw\u00f6lf J\u00fcnger zu sich und gab ihnen Macht \u00fcber die unsaubern Geister, da\u00df sie dieselbigen austrieben und heileten allerlei Seuche und allerlei Krankheit.\n10:2 Die Namen aber der zw\u00f6lf Apostel sind diese: Der erste Simon, genannt Petrus, und Andreas, sein Bruder; Jakobus, des Zebed\u00e4us Sohn, und Johannes, sein Bruder;\n10:3 Philippus und Bartholom\u00e4us; Thomas und Matth\u00e4us, der Z\u00f6llner; Jakobus, des Alph\u00e4us Sohn; Lebb\u00e4us mit dem Zunamen Thadd\u00e4us;\n10:4 Simon von Kana und Judas Ischariot, welcher ihn verriet.\n10:5 Diese zw\u00f6lf sandte Jesus, gebot ihnen und sprach: Gehet nicht auf der Heiden Stra\u00dfe und ziehet nicht in der Samariter St\u00e4dte,\n10:6 sondern gehet hin zu den verloren Schafen aus dem Hause Israel.\n10:7 Gehet aber und prediget und sprecht: Das Himmelreich ist nahe herbeikommen.\n10:8 Machet die Kranken gesund, reiniget die Auss\u00e4tzigen, wecket die Toten auf, treibet die Teufel aus! Umsonst habt ihr's empfangen, umsonst gebet es auch.\n10:9 Ihr sollt nicht Gold noch Silber noch Erz in euren G\u00fcrteln haben,\n10:10 auch keine Tasche zur Wegfahrt, auch nicht zwei R\u00f6cke, keine Schuhe, auch keinen Stecken. Denn ein Arbeiter ist seiner Speise wert.\n10:11 Wo ihr aber in eine Stadt oder Markt gehet, da erkundiget euch, ob jemand darinnen sei, der es wert ist; und bei demselben bleibet, bis ihr von dannen ziehet.\n10:12 Wo ihr aber in ein Haus gehet, so gr\u00fc\u00dfet dasselbige.\n10:13 Und so es dasselbige Haus wert ist, wird euer Friede auf sie kommen. Ist es aber nicht wert, so wird sich euer Friede wieder zu euch wenden.\n10:14 Und wo euch jemand nicht annehmen wird noch eure Rede h\u00f6ren, so gehet heraus von demselbigen Hause oder Stadt und sch\u00fcttelt den Staub von euren F\u00fc\u00dfen.\n10:15 Wahrlich, ich sage euch, dem Lande der Sodomer und Gomorrer wird es ertr\u00e4glicher ergehen am J\u00fcngsten Gericht denn solcher Stadt.\n10:16 Siehe, ich sende euch wie Schafe mitten unter die W\u00f6lfe; darum seid klug wie die Schlangen und ohne Falsch wie die Tauben!\n10:17 H\u00fctet euch aber vor den Menschen! Denn sie werden euch \u00fcberantworten vor ihre Rath\u00e4user und werden euch gei\u00dfeln in ihren Schulen.\n10:18 Und man wird euch vor F\u00fcrsten und K\u00f6nige f\u00fchren um meinetwillen zum Zeugnis \u00fcber sie und \u00fcber die Heiden.\n10:19 Wenn sie euch nun \u00fcberantworten werden, so sorget nicht, wie oder was ihr reden sollt; denn es soll euch zu der Stunde gegeben werden, was ihr reden sollt.\n10:20 Denn ihr seid es nicht, die da reden, sondern eures Vaters Geist ist es, der durch euch redet.\n10:21 Es wird aber ein Bruder den andern zum Tod \u00fcberantworten und der Vater den Sohn, und die Kinder werden sich emp\u00f6ren wider ihre Eltern und ihnen zum Tode helfen.\n10:22 Und m\u00fcsset gehasset werden von jedermann um meines Namens willen. Wer aber bis an das Ende beharret, der wird selig.\n10:23 Wenn sie euch aber in einer Stadt verfolgen, so fliehet in eine andere. Wahrlich, ich sage euch, ihr werdet die St\u00e4dte Israels nicht ausrichten, bis des Menschen Sohn kommt.\n10:24 Der J\u00fcnger ist nicht \u00fcber seinen Meister noch der Knecht \u00fcber den HERRN.\n10:25 Es ist dem J\u00fcnger genug, da\u00df er sei wie sein Meister und der Knecht wie sein HERR. Haben sie den Hausvater Beelzebub gehei\u00dfen, wieviel mehr werden sie seine Hausgenossen also hei\u00dfen!\n10:26 Darum f\u00fcrchtet euch nicht vor ihnen! Es ist nichts verborgen, das nicht offenbar werde, und ist nichts heimlich, das man nicht wissen werde.\n10:27 Was ich euch sage in Finsternis, das redet im Licht, und was ihr h\u00f6ret in das Ohr, das prediget auf den D\u00e4chern.\n10:28 Und f\u00fcrchtet euch nicht vor denen, die den Leib t\u00f6ten und die Seele nicht m\u00f6gen t\u00f6ten. F\u00fcrchtet euch aber vielmehr vor dem, der Leib und Seele verderben mag in die H\u00f6lle.\n10:29 Kauft man nicht zwei Sperlinge um einen Pfennig? Noch f\u00e4llt derselbigen keiner auf die Erde ohne euren Vater.\n10:30 Nun aber sind auch eure Haare auf dem Haupt alle gez\u00e4hlet.\n10:31 Darum f\u00fcrchtet euch nicht; ihr seid besser denn viele Sperlinge.\n10:32 Darum, wer mich bekennet vor den Menschen, den will ich bekennen vor meinem himmlischen Vater.\n10:33 Wer mich aber verleugnet vor den Menschen, den will ich auch verleugnen vor meinem himmlischen Vater.\n10:34 Ihr sollt nicht w\u00e4hnen, da\u00df ich kommen sei, Frieden zu senden auf Erden. Ich bin nicht kommen, Frieden zu senden, sondern das Schwert.\n10:35 Denn ich bin kommen, den Menschen zu erregen wider seinen Vater und die Tochter wider ihre Mutter und die Schnur wider ihre Schwieger.\n10:36 Und des Menschen Feinde werden seine eigenen Hausgenossen sein.\n10:37 Wer Vater oder Mutter mehr liebet denn mich, der ist mein nicht wert; und wer Sohn oder Tochter mehr liebt denn mich, der ist mein nicht wert.\n10:38 Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und folget mir nach, der ist mein nicht wert.\n10:39 Wer 'sein Leben findet, der wird's verlieren; und wer sein Leben verlieret um meinetwillen, der wird's finden.\n10:40 Wer euch aufnimmt, der nimmt mich auf; und wer mich aufnimmt, der nimmt den auf, der mich gesandt hat.\n10:41 Wer einen Propheten aufnimmt in eines Propheten Namen, der wird eines Propheten Lohn empfahen. Wer einen Gerechten aufnimmt in eines Gerechten Namen, der wird eines Gerechten Lohn empfahen.\n10:42 Und wer dieser Geringsten einen nur mit einem Becher kalten Wassers tr\u00e4nket in eines J\u00fcngers Namen, wahrlich, ich sage euch, es wird ihm nicht unbelohnet bleiben!\n11:1 Und es begab sich, da Jesus solch Gebot zu seinen zw\u00f6lf J\u00fcngern vollendet hatte, ging er von dannen f\u00fcrba\u00df, zu lehren und zu predigen in ihren St\u00e4dten.\n11:2 Da aber Johannes im Gef\u00e4ngnis die Werke Christi h\u00f6rete, sandte er seiner J\u00fcnger zwei.\n11:3 und lie\u00df ihm sagen: Bist du, der da kommen soll, oder sollen wir eines andern warten?\n11:4 Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Gehet hin und saget Johannes wieder, was ihr sehet und h\u00f6ret:\n11:5 Die Blinden sehen, und die Lahmen gehen; die Auss\u00e4tzigen werden rein, und die Tauben h\u00f6ren; die Toten stehen auf, und den Armen wird das Evangelium geprediget;\n11:6 und selig ist, der sich nicht an mir \u00e4rgert.\n11:7 Da die hingingen, fing Jesus an zu reden zu dem Volk von Johannes: Was seid ihr hinausgegangen in die W\u00fcste zu sehen? Wolltet ihr ein Rohr sehen, das der Wind hin und her webt?\n11:8 Oder was seid ihr hinausgegangen zu sehen? Wolltet ihr einen Menschen in weichen Kleidern sehen? Siehe, die da weiche Kleider tragen, sind in der K\u00f6nige H\u00e4usern.\n11:9 Oder was seid ihr hinausgegangen zu sehen? Wolltet ihr einen Propheten sehen? Ja, ich sage euch, der auch mehr ist denn ein Prophet.\n11:10 Denn dieser ist's, von dem geschrieben stehet: Siehe, ich sende meinen Engel vor dir her, der deinen Weg vor dir bereiten soll.\n11:11 Wahrlich, ich sage euch, unter allen, die von Weibern geboren sind, ist nicht aufkommen, der gr\u00f6\u00dfer sei denn Johannes der T\u00e4ufer; der aber der Kleinste ist im Himmelreich, ist gr\u00f6\u00dfer denn er.\n11:12 Aber von den Tagen Johannes des T\u00e4ufers bis hieher leidet das Himmelreich Gewalt, und die Gewalt tun, die rei\u00dfen es zu sich.\n11:13 Denn alle Propheten und das Gesetz haben geweissaget bis auf Johannes.\n11:14 Und (so ihr's wollt annehmen) er ist Elias, der da soll zuk\u00fcnftig sein.\n11:15 Wer Ohren hat zu h\u00f6ren, der h\u00f6re!\n11:16 Wem soll ich aber dies Geschlecht vergleichen? Es ist den Kindlein gleich, die an dem Markt sitzen und rufen gegen ihre Gesellen\n11:17 und sprechen: Wir haben euch gepfiffen, und ihr wolltet nicht tanzen; wir haben euch geklaget, und ihr wolltet nicht weinen.\n11:18 Johannes ist kommen, a\u00df nicht und trank nicht; so sagen sie: Er hat den Teufel.\n11:19 Des: Menschen Sohn ist kommen, isset und trinket; so sagen sie: Siehe, wie ist der Mensch ein Fresser und ein Weins\u00e4ufer, der Z\u00f6llner und der S\u00fcnder Geselle! Und die Weisheit mu\u00df sich rechtfertigen lassen von ihren Kindern.\n11:20 Da fing er an die St\u00e4dte zu schelten, in welchen am meisten seiner Taten geschehen waren, und hatten sich doch nicht gebessert:\n11:21 Wehe dir, Chorazin! Wehe dir, Bethsaida! W\u00e4ren solche Taten zu Tyrus und Sidon geschehen, wie bei euch geschehen sind, sie h\u00e4tten vorzeiten im Sack und in der Asche Bu\u00dfe getan.\n11:22 Doch ich sage euch: Es wird Tyrus und Sidon ertr\u00e4glicher ergehen am J\u00fcngsten Gerichte denn euch.\n11:23 Und du, Kapernaum, die du bist erhoben bis an den Himmel, du wirst bis in die H\u00f6lle hinuntergesto\u00dfen werden. Denn so zu Sodom die Taten geschehen w\u00e4ren, die bei dir geschehen sind, sie st\u00fcnde noch heutigestages.\n11:24 Doch ich sage euch: Es wird der Sodomer Land ertr\u00e4glicher ergehen am J\u00fcngsten Gerichte denn dir.\n11:25 Zu derselbigen Zeit antwortete Jesus und sprach: Ich preise dich, Vater und HERR Himmels und der Erde, da\u00df du solches den Weisen und Klugen verborgen hast und hast es den Unm\u00fcndigen offenbaret.\n11:26 Ja, Vater, denn es ist also wohlgef\u00e4llig gewesen vor dir.\n11:27 Alle Dinge sind mir \u00fcbergeben von meinem Vater. Und niemand kennet den Sohn denn nur der Vater; und niemand kennet den Vater denn nur der Sohn, und wem es der Sohn will offenbaren.\n11:28 Kommet her zu mir, alle, die ihr m\u00fchselig und beladen seid, ich will euch erquicken!\n11:29 Nehmet auf euch mein Joch und lernet von mir; denn ich bin sanftm\u00fctig und von Herzen dem\u00fctig; so werdet ihr Ruhe finden f\u00fcr eure Seelen.\n11:30 Denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht.\n12:1 Zu der Zeit ging Jesus durch die Saat am Sabbat; und seine J\u00fcnger waren hungrig, fingen an, \u00c4hren auszuraufen, und a\u00dfen.\n12:2 Da das die Pharis\u00e4er sahen, sprachen sie zu ihm: Siehe, deine J\u00fcnger tun, was sich nicht ziemt, am Sabbat zu tun.\n12:3 Er aber sprach zu ihnen: Habt ihr nicht gelesen, was David tat, da ihn und die mit ihm waren, hungerte,\n12:4 wie er in das Gotteshaus ging und a\u00df die Schaubrote, die ihm doch nicht ziemten zu essen, noch denen, die mit ihm waren, sondern allein den Priestern?\n12:5 Oder habt ihr nicht gelesen im Gesetz, wie die Priester am Sabbat im Tempel den Sabbat brechen und sind doch ohne Schuld?\n12:6 Ich sage aber euch, da\u00df hier der ist, der auch gr\u00f6\u00dfer ist denn der Tempel.\n12:7 Wenn ihr aber w\u00fc\u00dftet, was' das sei: Ich habe Wohlgefallen an der Barmherzigkeit und nicht am Opfer, h\u00e4ttet ihr die Unschuldigen nicht verdammt.\n12:8 Des Menschen Sohn ist ein HERR auch \u00fcber den Sabbat.\n12:9 Und er ging von dannen f\u00fcrba\u00df und kam in ihre Schule.\n12:10 Und siehe, da war ein Mensch, der hatte eine verdorrete Hand. Und sie fragten ihn und sprachen: Ist's auch recht am Sabbat heilen? auf da\u00df sie eine Sache wider ihn h\u00e4tten.\n12:11 Aber er sprach zu ihnen: Welcher ist unter euch, so er ein Schaf hat, das ihm am Sabbat in eine Grube f\u00e4llt, der es nicht ergreife und aufhebe?\n12:12 Wieviel besser ist nun ein Mensch denn ein Schaf! Darum mag man wohl am Sabbat Gutes tun.\n12:13 Da sprach er zu dem Menschen: Strecke deine Hand aus! Und er streckte sie aus; und sie ward ihm wieder gesund gleichwie die andere.\n12:14 Da gingen die Pharis\u00e4er hinaus und hielten einen Rat \u00fcber ihn, wie sie ihn umbr\u00e4chten.\n12:15 Aber da Jesus das erfuhr, wich er von dannen. Und ihm folgte viel Volks nach, und er heilete sie alle.\n12:16 und bedr\u00e4uete sie, da\u00df sie ihn nicht meldeten,\n12:17 auf da\u00df erf\u00fcllet w\u00fcrde, was gesagt ist durch den Propheten Jesaja, der da spricht:\n12:18 Siehe, das ist mein Knecht, den ich erw\u00e4hlet habe, und mein Liebster, an dem meine Seele Wohlgefallen hat; ich will meinen Geist auf ihn legen, und er soll den Heiden das Gericht verk\u00fcndigen.\n12:19 Er wird nicht zanken noch schreien, und man wird sein Geschrei nicht h\u00f6ren auf den Gassen.\n12:20 Das zersto\u00dfene Rohr wird er nicht zerbrechen und den glimmenden Docht wird er nicht ausl\u00f6schen, bis da\u00df er ausf\u00fchre das Gericht zum Sieg.\n12:21 Und die Heiden werden auf seinen Namen hoffen.\n12:22 Da ward ein Besessener zu ihm gebracht, der war blind und stumm; und er heilete ihn also, da\u00df der Blinde und Stumme beides, redete und sah.\n12:23 Und alles Volk entsetzte sich und sprach: Ist dieser nicht Davids Sohn?\n12:24 Aber die Pharis\u00e4er, da sie es h\u00f6reten, sprachen sie: Er treibet die Teufel nicht anders aus als durch Beelzebub, der Teufel Obersten.\n12:25 Jesus vernahm aber ihre Gedanken und sprach zu ihnen: Ein jeglich Reich, so es mit sich selbst uneins wird, das wird w\u00fcste, und eine jegliche Stadt oder Haus, so es mit sich selbst uneins wird, mag's nicht bestehen.\n12:26 So denn ein Satan den andern austreibt, so mu\u00df er mit sich selbst uneins sein; wie mag denn sein Reich bestehen?\n12:27 So ich aber die Teufel durch Beelzebub austreibe, durch wen treiben sie eure Kinder aus? Darum werden sie eure Richter sein.\n12:28 So ich aber die Teufel durch den Geist Gottes austreibe, so ist je das Reich Gottes zu euch kommen.\n12:29 Oder wie kann jemand in eines Starken Haus gehen und ihm seinen Hausrat rauben, es sei denn, da\u00df er zuvor den Starken binde und alsdann ihm sein Haus beraube?\n12:30 Wer nicht mit mir ist, der ist wider mich, und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreuet.\n12:31 Darum sage ich euch: Alle S\u00fcnde und L\u00e4sterung wird den Menschen vergeben, aber die L\u00e4sterung wider den Geist wird den Menschen nicht vergeben.\n12:32 Und wer etwas redet wider des Menschen Sohn, dem wird es vergeben; aber wer etwas redet wider den Heiligen Geist, dem wird's nicht vergeben, weder in dieser noch in jener Welt.\n12:33 Setzet entweder einen guten Baum, so wird die Frucht gut; oder setzet einen faulen Baum, so wird die Frucht faul; denn an der Frucht erkennet man den Baum.\n12:34 Ihr Otterngez\u00fcchte, wie k\u00f6nnet ihr Gutes reden, dieweil ihr b\u00f6se seid? Wes das Herz voll ist, des gehet der Mund \u00fcber.\n12:35 Ein guter Mensch bringet Gutes hervor aus seinem guten Schatz des Herzens, und ein b\u00f6ser Mensch bringet B\u00f6ses hervor aus seinem b\u00f6sen Schatz.\n12:36 Ich sage euch aber, da\u00df die Menschen m\u00fcssen Rechenschaft geben am J\u00fcngsten Gericht von einem jeglichen unn\u00fctzen Wort, das sie geredet haben.\n12:37 Aus deinen Worten wirst du gerechtfertiget werden und aus deinen Worten wirst du verdammt werden.\n12:38 Da antworteten etliche unter den Schriftgelehrten und Pharis\u00e4ern und sprachen: Meister, wir wollten gerne ein Zeichen von dir sehen.\n12:39 Und er antwortete und sprach zu ihnen: Die b\u00f6se und ehebrecherische Art sucht ein Zeichen, und es wird ihr kein Zeichen gegeben werden denn das Zeichen des Propheten Jona.\n12:40 Denn gleichwie Jona war drei Tage und drei N\u00e4chte in des Walfisches Bauch, also wird des Menschen Sohn drei Tage und drei N\u00e4chte mitten in der Erde sein.\n12:41 Die Leute von Ninive werden auftreten am J\u00fcngsten Gerichte mit diesem Geschlechte und werden es verdammen; denn sie taten Bu\u00dfe nach der Predigt des Jona. Und siehe, hier ist mehr denn Jona.\n12:42 Die K\u00f6nigin von Mittag wird auftreten am J\u00fcngsten Gerichte mit diesem Geschlecht und wird es verdammen; denn sie kam vom Ende der Erde, Salomos Weisheit zu h\u00f6ren. Und siehe, hier ist mehr denn Salomo.\n12:43 Wenn der unsaubere Geist von dem Menschen ausgefahren ist, so durchwandelt er d\u00fcrre St\u00e4tten, suchet Ruhe und findet sie nicht.\n12:44 Da spricht er denn: Ich will wieder umkehren in mein Haus, daraus ich gegangen bin. Und wenn er kommt, so findet er's m\u00fc\u00dfig, gekehret und geschm\u00fcckt.\n12:45 So gehet er hin und nimmt zu sich sieben andere Geister, die \u00e4rger sind denn er selbst; und wenn sie hineinkommen, wohnen sie allda, und wird mit demselben Menschen hernach \u00e4rger, denn es vorhin war. Also wird's auch diesem argen Geschlecht gehen.\n12:46 Da er noch also zu dem Volk redete, siehe, da stunden seine Mutter und seine Br\u00fcder drau\u00dfen, die wollten mit ihm reden.\n12:47 Da sprach einer zu ihm: Siehe, deine Mutter und deine Br\u00fcder stehen drau\u00dfen und wollen mit dir reden.\n12:48 Er antwortete aber und sprach zu dem, der es ihm ansagte: Wer ist meine Mutter, und wer sind meine Br\u00fcder?\n12:49 Und reckte die Hand aus \u00fcber seine J\u00fcnger und sprach: Siehe da, das ist meine Mutter und meine Br\u00fcder.\n12:50 Denn wer den Willen tut meines Vaters im Himmel, derselbige ist mein Bruder, Schwester und Mutter.\n13:1 An demselbigen Tage ging Jesus aus dem Hause und setzte sich an das Meer.\n13:2 Und es versammelte sich viel Volks zu ihm, also da\u00df er in das Schiff trat und sa\u00df. Und alles Volk stund am Ufer.\n13:3 Und er redete zu ihnen mancherlei durch Gleichnisse und sprach: Siehe, es ging ein S\u00e4mann aus zu s\u00e4en.\n13:4 Und indem er s\u00e4ete, fiel etliches an den Weg; da kamen die V\u00f6gel und fra\u00dfen's auf.\n13:5 Etliches fiel in das Steinige; da es nicht viel Erde hatte, und ging bald auf, darum da\u00df es nicht tiefe Erde hatte.\n13:6 Als aber die Sonne aufging, verwelkte es, und dieweil es nicht Wurzel hatte, ward es d\u00fcrr.\n13:7 Etliches fiel unter die Dornen; und die Dornen wuchsen auf und erstickten's.\n13:8 Etliches fiel auf ein gut Land und trug Frucht, etliches hundertf\u00e4ltig, etliches sechzigf\u00e4ltig, etliches drei\u00dfigf\u00e4ltig.\n13:9 Wer Ohren hat zu h\u00f6ren, der h\u00f6re!\n13:10 Und die J\u00fcnger traten zu ihm und sprachen: Warum redest du zu ihnen durch Gleichnisse?\n13:11 Er antwortete und sprach: Euch ist's gegeben, da\u00df ihr, das Geheimnis des Himmelreichs vernehmet; diesen aber ist's nicht gegeben.\n13:12 Denn wer da hat, dem wird gegeben, da\u00df er die F\u00fclle habe; wer aber nicht hat, von dem wird auch genommen, was er hat.\n13:13 Darum rede ich zu ihnen durch Gleichnisse. Denn mit sehenden Augen sehen sie nicht und mit h\u00f6renden Ohren h\u00f6ren sie nicht; denn sie verstehen es nicht.\n13:14 Und \u00fcber ihnen wird die Weissagung Jesajas erf\u00fcllet, die da sagt: Mit den Ohren werdet ihr h\u00f6ren und werdet es nicht verstehen, und mit sehenden Augen werdet ihr sehen und werdet es nicht vernehmen.\n13:15 Denn dieses Volkes Herz ist verstockt, und ihre Ohren h\u00f6ren \u00fcbel, und ihre Augen schlummern, auf da\u00df sie nicht dermaleinst mit den Augen sehen und mit den Ohren h\u00f6ren und mit dem Herzen verstehen und sich bekehren, da\u00df ich ihnen h\u00fclfe.\n13:16 Aber selig sind eure Augen, da\u00df sie sehen, und eure Ohren, da\u00df sie h\u00f6ren.\n13:17 Wahrlich, ich sage euch: Viel Propheten und Gerechte haben begehrt zu sehen, was ihr sehet, und haben's nicht gesehen, und zu h\u00f6ren, was ihr h\u00f6ret, und haben's nicht geh\u00f6ret.\n13:18 So h\u00f6ret nun ihr dieses Gleichnis von dem S\u00e4mann!\n13:19 Wenn jemand das Wort von dem Reich h\u00f6ret und nicht verstehet, so kommt der Arge und rei\u00dfet es hin, was da ges\u00e4et ist in sein Herz; und der ist's, der am Wege ges\u00e4et ist.\n13:20 Der aber auf das Steinige ges\u00e4et ist, der ist's, wenn jemand das Wort h\u00f6ret und dasselbige bald aufnimmt mit Freuden.\n13:21 Aber er hat nicht Wurzel in ihm, sondern er ist wetterwendisch; wenn sich Tr\u00fcbsal und Verfolgung erhebt um des Worts willen, so \u00e4rgert er sich bald.\n13:22 Der aber unter die Dornen ges\u00e4et ist, der ist's, wenn jemand das Wort h\u00f6ret und die Sorge dieser Welt und Betrug des Reichtums erstickt das Wort und bringet nicht Frucht.\n13:23 Der aber in das gute Land ges\u00e4et ist, der ist's, wenn jemand das Wort h\u00f6ret und verstehet es und dann auch Frucht bringet; und etlichen tr\u00e4gt hundertf\u00e4ltig, etlicher aber sechzigf\u00e4ltig, etlicher drei\u00dfigf\u00e4ltig.\n13:24 Er legte ihnen ein ander Gleichnis vor und sprach: Das Himmelreich ist gleich einem Menschen, der guten Samen auf seinen Acker s\u00e4ete.\n13:25 Da aber die Leute schliefen, kam sein Feind und s\u00e4ete Unkraut zwischen den Weizen und ging davon.\n13:26 Da nun das Kraut wuchs und Frucht brachte, da fand sich auch das Unkraut.\n13:27 Da traten die Knechte zu dem Hausvater und sprachen: HERR, hast du nicht guten Samen auf deinen Acker ges\u00e4et? Woher hat er denn das Unkraut?\n13:28 Er sprach zu ihnen: Das hat der Feind getan. Da sprachen die Knechte: Willst du denn, da\u00df wir hingehen und es ausj\u00e4ten?\n13:29 Er aber sprach: Nein, auf da\u00df ihr nicht zugleich den Weizen mit ausraufet, so ihr das Unkraut ausj\u00e4tet.\n13:30 Lasset beides miteinander wachsen bis zur Ernte; und um der Ernte Zeit will ich zu den Schnittern sagen: Sammelt zuvor das Unkraut und bindet es in B\u00fcndlein, da\u00df man es verbrenne; aber den Weizen sammelt mir in meine Scheuern.\n13:31 Ein ander Gleichnis legte er ihnen vor und sprach: Das Himmelreich ist gleich einem Senfkorn, das ein Mensch nahm und s\u00e4ete auf seinen Acker,\n13:32 welches das kleinste ist unter allem Samen; wenn es aber erw\u00e4chst, so ist es das gr\u00f6\u00dfte unter dem Kohl und wird ein Baum, da\u00df die V\u00f6gel unter dem Himmel kommen und wohnen unter seinen Zweigen.\n13:33 Ein ander Gleichnis redete er zu ihnen: Das Himmelreich ist einem Sauerteig gleich, den ein Weib nahm und vermengete ihn unter drei Scheffel Mehl, bis da\u00df es gar durchs\u00e4uert ward.\n13:34 Solches alles redete Jesus durch Gleichnisse zu dem Volk und ohne Gleichnisse redete er nicht zu ihnen,\n13:35 auf da\u00df erf\u00fcllet w\u00fcrde, was gesagt ist durch den Propheten, der da spricht: Ich will meinen Mund auftun in Gleichnissen und will aussprechen die Heimlichkeiten von Anfang der Welt.\n13:36 Da lie\u00df Jesus das Volk von sich und kam heim. Und seine J\u00fcnger traten zu ihm und sprachen: Deute uns dieses Gleichnis vom Unkraut auf dem Acker!\n13:37 Er antwortete und sprach zu ihnen: Des Menschen Sohn ist's, der da guten Samen s\u00e4et.\n13:38 Der Acker ist die Welt. Der gute Same sind die Kinder des Reichs. Das Unkraut sind die Kinder der Bosheit.\n13:39 Der Feind, der sie s\u00e4et, ist der Teufel. Die Ernte ist das Ende der Welt. Die Schnitter sind die Engel.\n13:40 Gleichwie man nun das Unkraut ausj\u00e4tet und mit Feuer verbrennet, so wird's auch am Ende dieser Welt gehen.\n13:41 Des Menschen Sohn wird seine Engel senden, und sie werden sammeln aus seinem Reich alle \u00c4rgernisse und die da Unrecht tun,\n13:42 und werden sie in den Feuerofen werfen; da wird sein Heulen und Z\u00e4hneklappen.\n13:43 Dann werden die Gerechten leuchten wie die Sonne in ihres Vaters Reich. Wer Ohren hat zu h\u00f6ren, der h\u00f6re!\n13:44 Abermal ist gleich das Himmelreich einem verborgenen Schatz im Acker, welchen ein Mensch fand und verbarg ihn und ging hin vor Freuden \u00fcber denselbigen und verkaufte alles, was er hatte, und kaufte den Acker.\n13:45 Abermal ist gleich das Himmelreich einem Kaufmann, der gute Perlen suchte.\n13:46 Und da er eine k\u00f6stliche Perle fand, ging er hin und verkaufte alles, was er hatte, und kaufte dieselbige.\n13:47 Abermal ist gleich das Himmelreich einem Netz, das ins Meer geworfen ist, damit man allerlei Gattung f\u00e4nget.\n13:48 Wenn es aber voll ist, so ziehen sie es heraus an das Ufer, sitzen und lesen die guten in ein Gef\u00e4\u00df zusammen; aber die faulen werfen sie weg.\n13:49 Also wird es auch am Ende der Welt gehen. Die Engel werden ausgehen und die B\u00f6sen von den Gerechten scheiden\n13:50 und werden sie in den Feuerofen werfen; da wird Heulen und Z\u00e4hneklappen sein.\n13:51 Und Jesus sprach zu ihnen: Habt ihr das alles verstanden? Sie sprachen: Ja, HERR.\n13:52 Da sprach er: Darum, ein jeglicher Schriftgelehrter, zum Himmelreich gelehrt, ist gleich einem Hausvater, der aus seinem Schatz Neues und Altes hervortr\u00e4gt.\n13:53 Und es begab sich da Jesus diese Gleichnisse vollendet hatte, ging er von dannen\n13:54 und kam in sein Vaterland und lehrete sie in ihren Schulen, also auch, da\u00df sie sich entsetzten und sprachen: Woher kommt diesem solche Weisheit und Taten?\n13:55 Ist er nicht eines Zimmermanns Sohn? Hei\u00dft nicht seine Mutter Maria und seine Br\u00fcder Jakob und Joses und Simon und Judas?\n13:56 Und seine Schwestern, sind sie nicht alle bei uns? Woher kommt ihm denn das alles?\n13:57 Und \u00e4rgerten sich an ihm. Jesus aber sprach zu ihnen: Ein Prophet gilt nirgend weniger denn in seinem Vaterlande und in seinem Hause.\n13:58 Und er tat daselbst nicht viel Zeichen um ihres Unglaubens willen.\n14:1 Zu der Zeit kam das Ger\u00fccht von Jesu vor den Vierf\u00fcrsten Herodes.\n14:2 Und er sprach zu seinen Knechten: Dieser ist Johannes der T\u00e4ufer; er ist von den Toten auferstanden, darum tut er solche Taten.\n14:3 Denn Herodes hatte Johannes gegriffen, gebunden und in das Gef\u00e4ngnis gelegt von wegen der Herodias, seines Bruders Philippus Weib.\n14:4 Denn Johannes hatte zu ihm gesagt: Es ist nicht recht, da\u00df du sie habest.\n14:5 Und er h\u00e4tte ihn gerne get\u00f6tet, f\u00fcrchtete sich aber vor dem Volk; denn sie hielten ihn f\u00fcr einen Propheten.\n14:6 Da aber Herodes seinen Jahrestag beging, da tanzte die Tochter der Herodias vor ihnen. Das gefiel Herodes wohl.\n14:7 Darum verhie\u00df er ihr mit einem Eide, er wollte ihr geben, was sie fordern w\u00fcrde.\n14:8 Und als sie zuvor von ihrer Mutter zugerichtet war, sprach sie: Gib mir her auf einer Sch\u00fcssel das Haupt Johannes des T\u00e4ufers!\n14:9 Und der K\u00f6nig ward traurig; doch um des Eides willen und derer, die mit ihm zu Tische sa\u00dfen, befahl er's ihr zu geben.\n14:10 Und schickte hin und enthauptete Johannes im Gef\u00e4ngnis.\n14:11 Und sein Haupt ward hergetragen in einer Sch\u00fcssel und dem M\u00e4gdlein gegeben; und sie brachte es ihrer Mutter.\n14:12 Da kamen seine J\u00fcnger und nahmen seinen Leib und begruben ihn und kamen und verk\u00fcndigten das Jesu.\n14:13 Da das Jesus h\u00f6rete, wich er von dannen auf einem Schiff in eine W\u00fcste allein. Und da das Volk das h\u00f6rete, folgte es ihm nach zu Fu\u00df aus den St\u00e4dten.\n14:14 Und Jesus ging hervor und sah das gro\u00dfe Volk; und es jammerte ihn derselbigen und heilete ihre Kranken.\n14:15 Am Abend aber traten seine J\u00fcnger zu ihm und sprachen: Dies ist eine W\u00fcste, und die Nacht f\u00e4llt daher; la\u00df das Volk von dir, da\u00df sie hin in die M\u00e4rkte gehen und ihnen Speise kaufen.\n14:16 Aber Jesus sprach zu ihnen: Es ist nicht not, da\u00df sie hingehen; gebt ihr ihnen zu essen!\n14:17 Sie sprachen: Wir haben hier nichts denn f\u00fcnf Brote und zwei Fische.\n14:18 Und er sprach: Bringet mir sie her!\n14:19 Und er hie\u00df das Volk sich lagern auf das Gras und nahm die f\u00fcnf Brote und die zwei Fische, sah auf gen Himmel und dankte und brach's und gab die Brote den J\u00fcngern, und die J\u00fcnger gaben sie dem Volk.\n14:20 Und sie a\u00dfen alle und wurden satt und huben auf, was \u00fcbrigblieb von Brocken, zw\u00f6lf K\u00f6rbe voll.\n14:21 Die aber gegessen hatten, der waren bei f\u00fcnftausend Mann ohne Weiber und Kinder.\n14:22 Und alsbald trieb Jesus seine J\u00fcnger, da\u00df sie in das Schiff traten und vor ihm her\u00fcberfuhren, bis er das Volk von sich lie\u00dfe.\n14:23 Und da er das Volk von sich gelassen hatte, stieg er auf einen Berg alleine, da\u00df er betete. Und am Abend war er alleine daselbst.\n14:24 Und das Schiff war schon mitten, auf dem Meer und litt Not von den Wellen; denn der Wind war ihnen wider.\n14:25 Aber in der vierten Nachtwache kam Jesus zu ihnen und ging auf dem Meer.\n14:26 Und da ihn die J\u00fcnger sahen auf dem Meer gehen, erschraken sie und sprachen: Es ist ein Gespenst! und schrieen vor Furcht.\n14:27 Und alsbald redete Jesus mit ihnen und sprach: Seid getrost, ich bin's; f\u00fcrchtet euch nicht!\n14:28 Petrus aber antwortete ihm und sprach: HERR, bist du es, so hei\u00df mich zu dir kommen auf dem Wasser.\n14:29 Und er sprach: Komm her! Und Petrus trat aus dem Schiff und ging auf dem Wasser, da\u00df er zu Jesu k\u00e4me.\n14:30 Er sah aber einen starken Wind. Da erschrak er und hub an zu sinken, schrie und sprach: HERR, hilf mir!\n14:31 Jesus aber reckte bald die Hand aus und ergriff ihn und sprach zu ihm: O du Kleingl\u00e4ubiger, warum zweifeltest du?\n14:32 Und sie traten in das Schiff, und der Wind legte sich.\n14:33 Die aber im Schiff waren, kamen und fielen vor ihm nieder und sprachen: Du bist wahrlich Gottes Sohn.\n14:34 Und sie schifften hin\u00fcber und k\u00e4men in das Land Genezareth.\n14:35 Und da die Leute am selbigen Ort sein gewahr wurden, schickten sie aus in das ganze Land umher und brachten allerlei Ungesunde zu ihm\n14:36 und baten ihn, da\u00df sie nur seines Kleides Saum anr\u00fchreten. Und alle, die da anr\u00fchreten, wurden gesund.\n15:1 Da kamen zu ihm die Schriftgelehrten und Pharis\u00e4er von Jerusalem und sprachen:\n15:2 Warum \u00fcbertreten deine J\u00fcnger der \u00c4ltesten Aufs\u00e4tze? Sie waschen ihre H\u00e4nde nicht, wenn sie Brot essen.\n15:3 Er antwortete und sprach zu ihnen: Warum \u00fcbertretet denn ihr Gottes Gebot um eurer Aufs\u00e4tze willen?\n15:4 Gott hat geboten: Du sollst Vater und Mutter ehren; wer aber Vater und Mutter flucht, der soll des Todes sterben.\n15:5 Aber ihr lehret: Wer zum Vater oder zur Mutter spricht: Wenn ich's opfere, so ist's dir viel n\u00fctzer, der tut wohl.\n15:6 Damit geschiehet es, da\u00df niemand hinfort seinen Vater oder seine Mutter ehret; und habt also Gottes Gebot aufgehoben um eurer Aufs\u00e4tze willen.\n15:7 Ihr Heuchler, es hat wohl Jesaja von euch geweissaget und gesprochen:\n15:8 Dies Volk nahet sich zu mir mit seinem Munde und ehret mich mit seinen Lippen, aber ihr Herz ist ferne von mir.\n15:9 Aber vergeblich dienen sie mir, dieweil sie lehren solche Lehren, die nichts denn Menschengebot sind.\n15:10 Und er rief das Volk zu sich und sprach zu ihnen: H\u00f6ret zu und vernehmet's!\n15:11 Was zum Munde eingehet, das verunreiniget den Menschen nicht, sondern was zum Munde ausgehet, das verunreiniget den Menschen.\n15:12 Da traten seine J\u00fcnger zu ihm und sprachen: Wei\u00dft du auch, da\u00df sich die Pharis\u00e4er \u00e4rgerten, da sie das Wort h\u00f6reten?\n15:13 Aber er antwortete und sprach: Alle Pflanzen, die mein himmlischen Vater nicht gepflanzet, die werden ausgereutet.\n15:14 Lasset sie fahren! Sie sind blind und Blindenleiter. Wenn aber ein Blinder den andern leitet, so fallen sie beide in die Grube.\n15:15 Da antwortete Petrus und sprach zu ihm: Deute uns dies Gleichnis!\n15:16 Und Jesus sprach zu ihnen: Seid ihr denn auch noch unverst\u00e4ndig?\n15:17 Merket ihr noch nicht, da\u00df alles, was zum Munde eingehet, das gehet in den Bauch und wird durch den nat\u00fcrlichen Gang ausgeworfen?\n15:18 Was aber zum Munde herausgehet, das kommt aus dem Herzen, und das verunreiniget den Menschen.\n15:19 Denn aus dem Herzen kommen arge Gedanken: Mord, Ehebruch, Hurerei, Dieberei, falsche Zeugnisse, L\u00e4sterung.\n15:20 Das sind die St\u00fccke, die den Menschen verunreinigen. Aber mit ungewaschenen H\u00e4nden essen verunreiniget den Menschen nicht.\n15:21 Und Jesus ging aus von dannen und entwich in die Gegend von Tyrus und Sidon.\n15:22 Und siehe, ein kanaan\u00e4isch Weib ging aus derselbigen Grenze und schrie ihm nach und sprach: Ach HERR, du Sohn Davids, erbarme dich mein! Meine Tochter wird vom Teufel \u00fcbel geplaget.\n15:23 Und er antwortete ihr kein Wort. Da traten zu ihm seine J\u00fcnger, baten ihn und sprachen: La\u00df sie doch von dir; denn sie schreiet uns nach.\n15:24 Er antwortete aber und sprach: Ich bin nicht gesandt, denn nur zu den verlornen Schafen von dem Hause Israel.\n15:25 Sie kam aber und fiel vor ihm nieder und sprach: HERR, hilf mir!\n15:26 Aber er antwortete und sprach: Es ist nicht fein, da\u00df man den Kindern ihr Brot nehme und werfe es vor die Hunde.\n15:27 Sie sprach: Ja, HERR; aber doch essen die H\u00fcndlein von den Brosamen, die von ihrer HERREN Tisch fallen.\n15:28 Da antwortete Jesus und sprach zu ihr:O Weib, dein Glaube ist gro\u00df; dir geschehe, wie du willst! Und ihre Tochter ward gesund zu derselbigen Stunde.\n15:29 Und Jesus ging von dannen f\u00fcrba\u00df und kam an das galil\u00e4ischen Meer und ging auf einen Berg und setzte sich allda.\n15:30 Und es kam zu ihm viel Volks die hatten mit sich Lahme, Blinde, Stumme, Kr\u00fcppel und viel andere und warfen sie Jesu vor die F\u00fc\u00dfe; und er heilete sie,\n15:31 da\u00df sich das Volk verwunderte, da sie sahen, da\u00df die Stummen redeten, die Kr\u00fcppel gesund waren, die Lahmen gingen, die Blinden sahen, und preiseten den Gott Israels.\n15:32 Und Jesus rief seine J\u00fcnger zu sich und sprach: Es jammert mich des Volks; denn sie beharren nun wohl drei Tage bei mir und haben nichts zu essen; und ich will sie nicht ungegessen von mir lassen, auf da\u00df sie nicht verschmachten auf dem Wege.\n15:33 Da sprachen zu ihm seine J\u00fcnger: Woher m\u00f6gen wir so viel Brots nehmen in der W\u00fcste, da\u00df wir so viel Volks s\u00e4ttigen?\n15:34 Und Jesus sprach zu ihnen: Wieviel Brots habt ihr? Sie sprachen: Sieben und ein wenig Fischlein.\n15:35 Und er hie\u00df das Volk sich lagern auf die Erde.\n15:36 Und nahm die sieben Brote und die Fische, dankete, brach sie und gab sie seinen J\u00fcngern, und die J\u00fcnger gaben sie dem Volk.\n15:37 Und sie a\u00dfen alle und wurden satt und huben auf, was \u00fcberblieb von Brocken, sieben K\u00f6rbe voll.\n15:38 Und die da gegessen hatten, der waren viertausend Mann, ausgenommen Weiber und Kinder.\n15:39 Und da er das Volk hatte von sich gelassen, trat er in ein Schiff und kam in die Grenze Magdala.\n16:1 Da traten die Pharis\u00e4er und Sadduz\u00e4er zu ihm, die versuchten ihn und forderten, da\u00df er sie ein Zeichen vom Himmel sehen lie\u00dfe.\n16:2 Aber er antwortete und sprach: Des Abends sprechet ihr: Es wird ein sch\u00f6ner Tag werden, denn der Himmel ist rot;\n16:3 und des Morgens sprechet ihr: Es wird heute Ungewitter sein, denn der Himmel ist rot und tr\u00fcbe. Ihr Heuchler! Des Himmels Gestalt k\u00f6nnet ihr urteilen; k\u00f6nnet ihr denn nicht auch die Zeichen dieser Zeit urteilen?\n16:4 Diese b\u00f6se und ehebrecherische Art sucht ein Zeichen, und soll ihr kein Zeichen gegeben werden denn das Zeichen des Propheten Jona. Und er lie\u00df sie und ging davon.\n16:5 Und da seine J\u00fcnger waren hin\u00fcbergefahren, hatten sie vergessen, Brot mit sich zu nehmen.\n16:6 Jesus aber sprach zu ihnen: Sehet zu und h\u00fctet euch vor dem Sauerteig der Pharis\u00e4er und Sadduz\u00e4er!\n16:7 Da dachten sie bei sich selbst und sprachen: Das wird's sein, da\u00df wir nicht haben Brot mit uns genommen.\n16:8 Da das Jesus vernahm, sprach er zu ihnen: Ihr Kleingl\u00e4ubigen, was bek\u00fcmmert ihr euch doch, da\u00df ihr nicht habt Brot mit euch genommen?\n16:9 Vernehmet ihr noch nichts? Gedenket ihr nicht an die f\u00fcnf Brote unter die F\u00fcnftausend und wieviel K\u00f6rbe ihr da aufhubet?\n16:10 Auch nicht an die sieben Brote unter die Viertausend, und wieviel K\u00f6rbe ihr da aufhubet?\n16:11 Wie verstehet ihr denn nicht, da\u00df ich euch nicht sage vom Brot, wenn ich sage: H\u00fctet euch vor dem Sauerteige der Pharis\u00e4er und Sadduz\u00e4er?\n16:12 Da verstunden sie, da\u00df er nicht gesagt hatte, da\u00df sie sich h\u00fcten sollten vor dem Sauerteige des Brots, sondern vor der Lehre der Pharis\u00e4er und Sadduz\u00e4er.\n16:13 Da kam Jesus in die Gegend der Stadt C\u00e4sarea Philippi und fragte seine J\u00fcnger und sprach: Wer sagen die Leute, da\u00df des Menschen Sohn sei?\n16:14 Sie sprachen: Etliche sagen, du seiest Johannes der T\u00e4ufer; die andern, du seiest Elia; etliche, du seiest Jeremia oder der Propheten einer.\n16:15 Er sprach zu ihnen: Wer sagt denn ihr, da\u00df ich sei?\n16:16 Da antwortete Simon Petrus und sprach: Du bist Christus, des lebendigen Gottes Sohn.\n16:17 Und Jesus antwortete und sprach zu ihm: Selig bist du, Simon, Jonas Sohn; denn Fleisch und Blut hat dir das nicht offenbart, sondern mein Vater im Himmel.\n16:18 Und ich sage dir auch: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich bauen meine Gemeinde, und die Pforten der H\u00f6lle sollen sie nicht \u00fcberw\u00e4ltigen.\n16:19 Und will dir des Himmelreichs Schl\u00fcssel geben. Alles, was du auf Erden binden wirst, soll auch im Himmel gebunden sein, und alles, was du auf Erden l\u00f6sen wirst, soll auch im Himmel los sein.\n16:20 Da verbot er seinen J\u00fcngern, da\u00df sie niemand sagen sollten, da\u00df er Jesus, der Christ, w\u00e4re.\n16:21 Von der Zeit an fing Jesus an und zeigte seinen J\u00fcngern, wie er m\u00fc\u00dfte hin gen Jerusalem gehen und viel leiden von den \u00c4ltesten und Hohenpriestern und Schriftgelehrten und get\u00f6tet werden und am dritten Tage auferstehen.\n16:22 Und Petrus nahm ihn zu sich, fuhr ihn an und sprach: HERR, schone dein selbst; das widerfahre dir nur nicht!\n16:23 Aber er wandte sich um und sprach zu Petrus: Heb dich, Satan, von mir! Du bist mir \u00e4rgerlich; denn du meinest nicht, was g\u00f6ttlich, sondern was menschlich ist.\n16:24 Da sprach Jesus zu seinen J\u00fcngern: Will mir jemand nachfolgen, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir.\n16:25 Denn wer sein Leben erhalten will, der wird's verlieren; wer aber sein Leben verlieret um meinetwillen, der wird's finden.\n16:26 Was h\u00fclfe es dem Menschen, so er die ganze Welt gew\u00f6nne und n\u00e4hme doch Schaden an seiner Seele? Oder was kann der Mensch geben, damit er seine Seele wieder l\u00f6se?\n16:27 Denn es wird je geschehen, da\u00df des Menschen Sohn komme in der HERRLIchkeit seines Vaters mit seinen Engeln; und alsdann wird er einem jeglichen vergelten nach seinen Werken.\n16:28 Wahrlich, ich sage euch, es stehen etliche hier, die nicht schmecken werden den Tod, bis da\u00df sie des Menschen Sohn kommen sehen in seinem Reich.\n17:1 Und nach sechs Tagen nahm Jesus zu sich Petrus und Jakobus und Johannes, seinen Bruder, und f\u00fchrete sie beiseits auf einen hohen Berg.\n17:2 Und ward verkl\u00e4ret vor ihnen, und sein Angesicht leuchtete wie die Sonne, und seine Kleider wurden wei\u00df als ein Licht.\n17:3 Und siehe, da erschienen ihnen Mose und Elia, die redeten mit ihm.\n17:4 Petrus aber antwortete und sprach zu Jesu: HERR, hier ist gut sein; willst du, so wollen wir hier drei H\u00fctten machen, dir eine, Mose eine und Elia eine.\n17:5 Da er noch also redete, siehe, da \u00fcberschattete sie eine lichte Wolke. Und siehe, eine Stimme aus der Wolke sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an welchem ich Wohlgefallen habe; den sollt ihr h\u00f6ren.\n17:6 Da das die J\u00fcnger h\u00f6reten, fielen sie auf ihr Angesicht und erschraken sehr.\n17:7 Jesus aber trat zu ihnen, r\u00fchrete sie an und sprach: Stehet auf und f\u00fcrchtet euch nicht!\n17:8 Da sie aber ihre Augen aufhuben, sahen sie niemand denn Jesus alleine.\n17:9 Und da sie vom Berge herabgingen, gebot ihnen Jesus und sprach: Ihr sollt dies Gesicht niemand sagen, bis des Menschen Sohn von den Toten auferstanden ist.\n17:10 Und seine J\u00fcnger fragten ihn und sprachen: Was sagen denn die Schriftgelehrten, Elia m\u00fcsse zuvor kommen?\n17:11 Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Elia soll ja zuvor kommen und alles zurechtbringen.\n17:12 Doch ich sage euch: Es ist Elia schon kommen, und sie haben ihn nicht erkannt, sondern haben an ihm getan, was sie wollten. Also wird auch des Menschen Sohn leiden m\u00fcssen von ihnen.\n17:13 Da verstunden die J\u00fcnger, da\u00df er von Johannes dem T\u00e4ufer zu ihnen geredet hatte.\n17:14 Und da sie zu dem Volk kamen, trat zu ihm ein Mensch und fiel ihm zu F\u00fc\u00dfen\n17:15 und sprach: HERR, erbarme dich \u00fcber meinen Sohn; denn er ist monds\u00fcchtig und hat ein schweres Leiden; er f\u00e4llt oft ins Feuer und oft ins Wasser.\n17:16 Und ich habe ihn zu deinen J\u00fcngern gebracht, und sie konnten ihm nicht helfen.\n17:17 Jesus aber antwortete und sprach:O du ungl\u00e4ubige und verkehrte Art, wie lange soll ich bei euch sein? Wie lange soll ich euch dulden? Bringet mir ihn hieher!\n17:18 Und Jesus bedr\u00e4uete ihn; und der Teufel fuhr aus von ihm, und der Knabe ward gesund zu derselbigen Stunde.\n17:19 Da traten zu ihm seine J\u00fcnger besonders und sprachen: Warum konnten wir ihn nicht austreiben?\n17:20 Jesus aber antwortete und sprach zu ihnen: Um eures Unglaubens willen. Denn ich sage euch: Wahrlich, so ihr Glauben habt wie ein Senfkorn, so m\u00f6get ihr sagen zu diesem Berge: Heb' dich von hinnen dorthin! so wird er sich heben, und euch wird nichts unm\u00f6glich sein.\n17:21 Aber diese Art f\u00e4hrt nicht aus denn durch Beten und Fasten.\n17:22 Da sie aber ihr Wesen hatten in Galil\u00e4a, sprach Jesus zu ihnen: Es ist zuk\u00fcnftig, da\u00df des Menschen Sohn \u00fcberantwortet werde in der Menschen H\u00e4nde.\n17:23 Und sie werden ihn t\u00f6ten; und am dritten Tage wird er auferstehen. Und sie wurden sehr betr\u00fcbt.\n17:24 Da sie nun gen Kapernaum kamen, gingen zu Petrus, die den Zinsgroschen einnahmen, und sprachen: Pflegt euer Meister nicht den Zinsgroschen zu geben?\n17:25 Er sprach: Ja. Und als er heimkam, kam ihm Jesus zuvor und sprach: Was d\u00fcnkt dich, Simon? Von wem nehmen die K\u00f6nige auf Erden den Zoll oder Zins,MT 17:von ihren Kindern oder von den Fremden?\n17:26 Da sprach zu ihm Petrus: Von den Fremden. Jesus sprach zu ihm: So sind die Kinder frei.\n17:27 Auf da\u00df aber wir sie nicht \u00e4rgern, so gehe hin an das Meer und wirf die Angel, und den ersten Fisch, der herauff\u00e4hrt, den nimm; und wenn du seinen Mund auftust, wirst du einen Stater finden. Denselbigen nimm und gib ihn f\u00fcr mich und dich.\n18:1 Zu derselbigen Stunde traten die J\u00fcnger zu Jesus und sprachen: Wer ist doch der Gr\u00f6\u00dfte im Himmelreich?\n18:2 Jesus rief ein Kind zu sich und stellete das mitten unter sie\n18:3 und sprach: Wahrlich, ich sage euch, es sei denn, da\u00df ihr euch umkehret und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht ins Himmelreich kommen.\n18:4 Wer nun sich selbst niedriget wie dies Kind, der ist der Gr\u00f6\u00dfte im Himmelreich.\n18:5 Und wer ein solches Kind aufnimmt in meinem Namen, der nimmt mich auf.\n18:6 Wer aber \u00e4rgert dieser Geringsten einen, die an mich glauben, dem w\u00e4re besser, da\u00df ein M\u00fchlstein an seinen Hals geh\u00e4nget, und er ers\u00e4uft w\u00fcrde im Meer, da es am tiefsten ist.\n18:7 Wehe der Welt der \u00c4rgernisse halben! Es mu\u00df ja \u00c4rgernis kommen; doch wehe dem Menschen, durch welchen \u00c4rgernis kommt!\n18:8 So aber deine Hand oder dein Fu\u00df dich \u00e4rgert, so haue ihn ab und wirf ihn von dir. Es ist dir besser, da\u00df du zum Leben lahm oder als ein Kr\u00fcppel eingehest, denn da\u00df du zwo H\u00e4nde oder zwei F\u00fc\u00dfe habest und werdest in das ewige Feuer geworfen.\n18:9 Und so dich dein Auge \u00e4rgert, rei\u00df es aus und wirf's von dir. Es ist dir besser, da\u00df du ein\u00e4ugig zum Leben eingehest, denn da\u00df du zwei Augen habest und werdest in das h\u00f6llische Feuer geworfen.\n18:10 Sehet zu, da\u00df ihr nicht jemand von diesen Kleinen verachtet! Denn ich sage euch: Ihre Engel im Himmel sehen allezeit das Angesicht meines Vaters im Himmel.\n18:11 Denn des Menschen Sohn ist kommen, selig zu machen, was verloren ist.\n18:12 Was d\u00fcnket euch? Wenn irgendein Mensch hundert Schafe h\u00e4tte, und eins unter denselbigen sich verirrete, l\u00e4\u00dft er nicht die neunundneunzig auf den Bergen, gehet hin und suchet das verirrte?\n18:13 Und so sich's begibt, da\u00df er's findet, wahrlich, ich sage euch, er freuet sich dar\u00fcber mehr denn \u00fcber die neunundneunzig, die nicht verirret sind.\n18:14 Also auch ist's vor eurem Vater im Himmel nicht der Wille, da\u00df jemand von diesen Kleinen verloren werde\n18:15 S\u00fcndiget aber dein Bruder an dir, so gehe hin und strafe ihn zwischen dir und ihm allein. H\u00f6ret er dich, so hast du deinen Bruder gewonnen.\n18:16 H\u00f6ret er dich nicht, so nimm noch einen oder zwei zu dir, auf da\u00df alle Sache bestehe auf zweier oder dreier Zeugen Mund.\n18:17 H\u00f6ret er die nicht, so sage es der Gemeinde. H\u00f6ret er die Gemeinde nicht, so halt ihn als einen Heiden und Z\u00f6llner.\n18:18 Wahrlich, ich sage euch: Was ihr auf Erden binden werdet, soll auch im Himmel gebunden sein, und was ihr auf Erden l\u00f6sen werdet, soll auch im Himmel los sein.\n18:19 Weiter sage ich euch: Wo zwei unter euch eins werden auf Erden, warum es ist, das sie bitten wollen, das soll ihnen widerfahren von meinem Vater im Himmel.\n18:20 Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen.\n18:21 Da trat Petrus zu ihm und sprach: HERR, wie oft mu\u00df ich denn meinem Bruder, der an mir s\u00fcndiget, vergeben? Ist's genug siebenmal?\n18:22 Jesus sprach zu ihm: Ich sage dir, nicht siebenmal, sondern siebenzigmal siebenmal.\n18:23 Darum ist das Himmelreich gleich einem K\u00f6nige, der mit seinen Knechten rechnen wollte.\n18:24 Und als er anfing zu rechnen, kam ihm einer vor, der war ihm zehntausend Pfund schuldig.\n18:25 Da er's nun nicht hatte zu bezahlen, hie\u00df der HERR verkaufen ihn und sein Weib und seine Kinder und alles, was er hatte, und bezahlen.\n18:26 Da fiel der Knecht nieder und betete ihn an und sprach: HERR, habe Geduld mit mir! Ich will dir's alles bezahlen.\n18:27 Da jammerte den HERRN desselbigen Knechts und lie\u00df ihn los, und die Schuld erlie\u00df er ihm auch.\n18:28 Da ging derselbige Knecht hinaus und fand einen seiner Mitknechte, der war ihm hundert Groschen schuldig. Und er griff ihn an und w\u00fcrgete ihn und sprach: Bezahle mir, was du mir schuldig bist!\n18:29 Da fiel sein Mitknecht nieder und bat ihn und sprach: Habe Geduld mit mir! Ich will dir's alles bezahlen.\n18:30 Er wollte aber nicht, sondern ging hin und warf ihn ins Gef\u00e4ngnis, bis da\u00df er bezahlete, was er schuldig war.\n18:31 Da aber seine Mitknechte solches sahen, wurden sie sehr betr\u00fcbt und kamen und brachten vor ihren HERRN alles, was sich begeben hatte.\n18:32 Da forderte ihn sein HERR vor sich und sprach zu ihm: Du Schalksknecht! Alle diese Schuld habe ich dir erlassen, dieweil du mich batest;\n18:33 solltest du denn dich nicht auch erbarmen \u00fcber deinen Mitknecht, wie ich mich \u00fcber dich erbarmet habe?\n18:34 Und sein HERR ward zornig und \u00fcberantwortete ihn den Peinigern, bis da\u00df er bezahlete alles, was er ihm schuldig war.\n18:35 Also wird euch mein himmlischer Vater auch tun, so ihr nicht vergebet von eurem Herzen, ein jeglicher seinem Bruder seine Fehle.\n19:1 Und es begab sich, da Jesus diese Rede vollendet hatte, erhub er sich aus Galil\u00e4a und kam in die Grenzen des j\u00fcdischen Landes jenseit des Jordans.\n19:2 Und es folgete ihm viel Volks nach; und er heilete sie daselbst.\n19:3 Da traten zu ihm die Pharis\u00e4er, versuchten ihn und sprachen zu ihm: Ist's auch recht, da\u00df sich ein Mann scheide von seinem Weibe um irgendeine Ursache?\n19:4 Er antwortete aber und sprach zu ihnen: Habt ihr nicht gelesen, da\u00df, der im Anfang den Menschen gemacht hat, der machte, da\u00df ein Mann und Weib sein sollte,\n19:5 und sprach: Darum wird ein Mensch Vater und Mutter verlassen und an seinem Weibe hangen, und werden die zwei ein Fleisch sein?\n19:6 So sind sie nun nicht zwei, sondern ein Fleisch. Was nun Gott zusammengef\u00fcget hat, das soll der Mensch nicht scheiden.\n19:7 Da sprachen sie: Warum hat denn Mose geboten; einen Scheidebrief zu geben und sich von ihr zu scheiden?\n19:8 Er sprach zu ihnen: Mose hat euch erlaubt, zu scheiden von euren Weibern, von eures Herzens H\u00e4rtigkeit wegen; von Anbeginn aber ist's nicht also gewesen.\n19:9 Ich sage aber euch: Wer sich von seinem Weibe scheidet (es sei denn um der Hurerei willen) und freiet eine andere, der bricht die Ehe. Und wer die Abgeschiedene freiet, der bricht auch die Ehe.\n19:10 Da sprachen die J\u00fcnger zu ihm: Stehet die Sache eines Mannes mit seinem Weibe also, so ist's nicht gut ehelich werden.\n19:11 Er sprach aber zu ihnen: Das Wort fasset nicht jedermann, sondern denen es gegeben ist.\n19:12 Denn es sind etliche verschnitten, die sind aus Mutterleibe also geboren, und sind etliche verschnitten, die von Menschen verschnitten sind, und sind etliche verschnitten, die sich selbst verschnitten haben um des Himmelreichs willen. Wer es fassen mag, der fasse es.\n19:13 Da wurden Kindlein zu ihm gebracht, da\u00df er die H\u00e4nde auf sie legte und betete. Die J\u00fcnger aber fuhren sie an.\n19:14 Aber Jesus sprach: Lasset die Kindlein und wehret ihnen nicht, zu mir zu kommen; denn solcher ist das Himmelreich.\n19:15 Und legte die H\u00e4nde auf sie und zog von dannen.\n19:16 Und siehe, einer trat zu ihm und sprach: Guter Meister, was soll ich Gutes tun, da\u00df ich das ewige Leben m\u00f6ge haben?\n19:17 Er aber sprach zu ihm: Was hei\u00dfest du mich gut? Niemand ist gut denn der einige Gott. Willst du aber zum Leben eingehen, so halte die Gebote.\n19:18 Da sprach er zu ihm: Welche? Jesus aber sprach: Du sollst nicht t\u00f6ten; du sollst nicht ehebrechen; du sollst nicht stehlen; du sollst nicht falsch Zeugnis geben;\n19:19 ehre Vater und Mutter, und: Du sollst deinen N\u00e4chsten lieben wie dich selbst.\n19:20 Da sprach der J\u00fcngling zu ihm: Das habe ich alles gehalten von meiner Jugend auf; was fehlet mir noch?\n19:21 Jesus sprach zu ihm: Willst du vollkommen sein, so gehe hin, verkaufe, was du hast, und gib's den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben; und komm und folge mir nach.\n19:22 Da der J\u00fcngling das Wort h\u00f6rete, ging er betr\u00fcbt von ihm; denn er hatte viel G\u00fcter.\n19:23 Jesus aber sprach zu seinen J\u00fcngern: Wahrlich, ich sage euch, ein Reicher wird schwerlich ins Himmelreich kommen.\n19:24 Und weiter sage ich euch: Es ist leichter, da\u00df ein Kamel durch ein Nadel\u00f6hr gehe, denn da\u00df ein Reicher ins Reich Gottes komme.\n19:25 Da das seine J\u00fcnger h\u00f6reten, entsetzten sie sich sehr und sprachen: Je, wer kann denn selig werden?\n19:26 Jesus aber sah sie an und sprach zu ihnen: Bei den Menschen ist's unm\u00f6glich, aber bei Gott sind alle Dinge m\u00f6glich.\n19:27 Da antwortete Petrus und sprach zu ihm: Siehe, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolget; was wird uns daf\u00fcr?\n19:28 Jesus aber sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch, da\u00df ihr, die ihr mir seid nachgefolget, in der Wiedergeburt, da des Menschen Sohn wird sitzen auf dem Stuhl seiner HERRLIchkeit, werdet ihr auch sitzen auf zw\u00f6lf St\u00fchlen und richten die zw\u00f6lf Geschlechter Israels.\n19:29 Und wer verl\u00e4\u00dft H\u00e4user oder Br\u00fcder oder Schwestern oder Vater oder Mutter oder Weib oder Kinder oder \u00c4cker um meines Namens willen, der wird's hundertf\u00e4ltig nehmen und das ewige Leben ererben.\n19:30 Aber viele, die da sind die Ersten, werden die Letzten, und die Letzten werden die Ersten sein.\n20:1 Das Himmelreich ist gleich einem Hausvater, der am Morgen ausging, Arbeiter zu mieten in seinen Weinberg.\n20:2 Und da er mit den Arbeitern eins ward um einen Groschen zum Taglohn, sandte er sie in seinen Weinberg.\n20:3 Und ging aus um die dritte Stunde und sah andere an dem Markt m\u00fc\u00dfig stehen\n20:4 und sprach zu ihnen: Gehet ihr auch hin in den Weinberg; ich will euch geben, was recht ist.\n20:5 Und sie gingen hin. Abermal ging er aus um die sechste und neunte Stunde und tat gleich also.\n20:6 Um die elfte Stunde aber ging er aus und fand andere m\u00fc\u00dfig stehen und sprach zu ihnen: Was stehet ihr hier den ganzen Tag m\u00fc\u00dfig?\n20:7 Sie sprachen zu ihm: Es hat uns niemand gedinget. Er sprach zu ihnen: Gehet ihr auch hin in den Weinberg, und was recht sein wird, soll euch werden.\n20:8 Da es nun Abend ward, sprach der HERR des Weinbergs zu seinem Schaffner: Rufe die Arbeiter und gib ihnen den Lohn und hebe an an den letzten bis zu den ersten.\n20:9 Da kamen, die um die elfte Stunde gedinget waren, und empfing ein jeglicher seinen Groschen.\n20:10 Da aber die ersten kamen, meineten sie, sie w\u00fcrden mehr empfahen; und sie empfingen auch ein jeglicher seinen Groschen.\n20:11 Und da sie den empfingen, murreten sie wider den Hausvater\n20:12 und sprachen: Diese letzten haben nur eine Stunde gearbeitet, und du hast sie uns gleich gemacht, die wir des Tages Last und Hitze getragen haben.\n20:13 Er antwortete aber und sagte zu einem unter ihnen: Mein Freund, ich tue dir nicht unrecht. Bist du nicht mit mir eins worden um einen Groschen?\n20:14 Nimm, was dein ist, und gehe hin! Ich will aber diesem letzten geben gleichwie dir.\n20:15 Oder habe ich nicht Macht zu tun, was ich will, mit dem Meinen? Siehest du darum scheel, da\u00df ich so g\u00fctig bin?\n20:16 Also werden die Letzten die Ersten, und die Ersten die Letzten sein. Denn viele sind berufen, aber wenige sind auserw\u00e4hlet.\n20:17 Und er zog hinauf gen Jerusalem und nahm zu sich die zw\u00f6lf J\u00fcnger besonders auf dem Wege und sprach zu ihnen:\n20:18 Siehe, wir ziehen hinauf gen Jerusalem, und des Menschen Sohn wird den Hohenpriestern und Schriftgelehrten \u00fcberantwortet werden, und sie werden ihn verdammen zum Tode.\n20:19 Und werden ihn \u00fcberantworten den Heiden, zu verspotten und zu gei\u00dfeln und zu kreuzigen. Und am dritten Tage wird er wieder auferstehen.\n20:20 Da trat zu ihm die Mutter der Kinder des Zebed\u00e4us mit ihren S\u00f6hnen, fiel vor ihm nieder und bat etwas von ihm.\n20:21 Und er sprach zu ihr: Was willst du? Sie sprach zu ihm: La\u00df diese meine zwei S\u00f6hne sitzen in deinem Reiche, einen zu deiner Rechten und den andern zu deiner Linken.\n20:22 Aber Jesus antwortete und sprach: Ihr wisset nicht, was ihr bittet. K\u00f6nnet ihr den Kelch trinken, den ich trinken werde, und euch taufen lassen mit der Taufe, da ich mit getauft werde? Sie sprachen zu ihm: Jawohl.\n20:23 Und er sprach zu ihnen: Meinen Kelch sollt ihr zwar trinken und mit der Taufe, da ich mit getauft werde, sollt ihr getauft werden, aber das Sitzen zu meiner Rechten und Linken zu geben, stehet mir nicht zu, sondern denen es bereitet ist von meinem Vater.\n20:24 Da das die Zehn h\u00f6reten, wurden sie unwillig \u00fcber die zwei Br\u00fcder.\n20:25 Aber Jesus rief sie zu sich und sprach: Ihr wisset, da\u00df die weltlichen F\u00fcrsten herrschen, und die Oberherren haben Gewalt.\n20:26 So soll es nicht sein unter euch, sondern so jemand will unter euch gewaltig sein, der sei euer Diener;\n20:27 und wer da will der Vornehmste sein, der sei euer Knecht,\n20:28 gleichwie des Menschen Sohn ist nicht kommen, da\u00df er ihm dienen lasse, sondern da\u00df er diene und gebe sein Leben zu einer Erl\u00f6sung f\u00fcr viele.\n20:29 Und da sie von Jericho auszogen, folgte ihm viel Volks nach.\n20:30 Und siehe, zwei Blinde sa\u00dfen am Wege; und da sie h\u00f6reten, da\u00df Jesus vor\u00fcberging, schrieen sie und sprachen: Ach HERR, du Sohn Davids, erbarme dich unser!\n20:31 Aber das Volk bedr\u00e4uete sie, da\u00df sie schweigen sollten. Aber sie schrieen viel mehr und sprachen: Ach HERR, du Sohn Davids, erbarme dich unser!\n20:32 Jesus aber stund stille und rief sie und sprach: Was wollt ihr, da\u00df ich euch tun soll?\n20:33 Sie sprachen zu ihm: HERR, da\u00df unsere Augen aufgetan werden.\n20:34 Und es jammerte Jesum und r\u00fchrete ihre Augen an. Und alsbald wurden ihre Augen wieder sehend, und sie folgten ihm nach.\n21:1 Da sie nun nahe an Jerusalem kamen gen Bethphage an den \u00d6lberg, sandte Jesus seiner J\u00fcnger zwei\n21:2 und sprach zu ihnen: Gehet hin in den Flecken, der vor euch liegt, und bald werdet ihr eine Eselin finden angebunden und ein F\u00fcllen bei ihr. L\u00f6set sie auf und f\u00fchret sie zu mir!\n21:3 Und so euch jemand etwas wird sagen, so sprechet: Der HERR bedarf ihrer; sobald wird er sie euch lassen.\n21:4 Das geschah aber alles, auf da\u00df erf\u00fcllet w\u00fcrde, was gesagt ist durch den Propheten, der da spricht:\n21:5 Saget der Tochter Zion: Siehe, dein K\u00f6nig kommt zu dir sanftm\u00fctig und reitet auf einem Esel und auf einem F\u00fcllen der lastbaren Eselin.\n21:6 Die J\u00fcnger gingen hin und taten, wie ihnen Jesus befohlen hatte,\n21:7 und brachten die Eselin und das F\u00fcllen und legten ihre Kleider darauf und setzten ihn darauf.\n21:8 Aber viel Volks breitete die Kleider auf den Weg; die andern hieben Zweige von den B\u00e4umen und streueten sie auf den Weg.\n21:9 Das Volk aber, das vorging und nachfolgete, schrie und sprach: Hosianna dem Sohn Davids! Gelobet sei, der da kommt in dem Namen des HERRN! Hosianna in der H\u00f6he!\n21:10 Und als er zu Jerusalem einzog, erregte sich die ganze Stadt und sprach: Wer ist der?\n21:11 Das Volk aber sprach: Das ist der Jesus, der Prophet von Nazareth aus Galil\u00e4a.\n21:12 Und Jesus ging zum Tempel Gottes hinein und trieb heraus alle Verk\u00e4ufer und K\u00e4ufer im Tempel und stie\u00df um der Wechsler Tische und die St\u00fchle der Taubenkr\u00e4mer.\n21:13 Und sprach zu ihnen: Es stehet geschrieben: Mein Haus soll ein Bethaus hei\u00dfen. Ihr aber habt eine M\u00f6rdergrube daraus gemacht.\n21:14 Und es gingen zu ihm Blinde und Lahme im Tempel, und er heilete sie.\n21:15 Da aber die Hohenpriester und Schriftgelehrten sahen die Wunder, die er tat, und die Kinder im Tempel schreien und sagen: Hosianna dem Sohn Davids! wurden sie entr\u00fcstet\n21:16 und sprachen zu ihm: H\u00f6rst du auch, was diese sagen? Jesus sprach zu ihnen: Ja! Habt ihr nie gelesen: Aus dem Munde der Unm\u00fcndigen und S\u00e4uglinge hast du Lob zugerichtet?\n21:17 Und er lie\u00df sie da und ging zur Stadt hinaus gen Bethanien und blieb daselbst.\n21:18 Als er aber des Morgens wieder in die Stadt ging, hungerte ihn.\n21:19 Und er sah einen Feigenbaum an dem Wege und ging hinzu und fand nichts daran denn allein Bl\u00e4tter. Und sprach zu ihm: Nun wachse auf dir hinfort nimmermehr keine Frucht! Und der Feigenbaum verdorrete alsbald.\n21:20 Und da das die J\u00fcnger sahen, verwunderten sie sich und sprachen: Wie ist der Feigenbaum sobald verdorret?\n21:21 Jesus aber antwortete und sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch, so ihr Glauben habt und nicht zweifelt, so werdet ihr nicht allein solches mit dem Feigenbaum tun, sondern so ihr werdet sagen zu diesem Berge: Heb' dich auf und wirf dich ins Meer! so wird's geschehen.\n21:22 Und alles, was ihr bittet im Gebet, so ihr glaubet, so werdet ihr's empfahen.\n21:23 Und als er in den Tempel kam, traten zu ihm, als er lehrete, die Hohenpriester und die \u00c4ltesten im Volk und sprachen: Aus was f\u00fcr Macht tust du das, und wer hat dir die Macht gegeben?\n21:24 Jesus aber antwortete und sprach zu ihnen: Ich will euch auch ein Wort fragen; so ihr mir das saget, will ich euch auch sagen, aus was f\u00fcr Macht ich das tue.\n21:25 Woher war die Taufe Johannes? War sie vom Himmel oder von den Menschen? Da gedachten sie bei sich selbst und sprachen: Sagen wir, sie sei vom Himmel gewesen, so wird er zu uns sagen: Warum glaubtet ihr ihm denn nicht?\n21:26 Sagen wir aber, sie sei von Menschen gewesen, so m\u00fcssen wir uns vor dem Volk f\u00fcrchten; denn sie hielten alle Johannes f\u00fcr einen Propheten.\n21:27 Und sie antworteten Jesu und sprachen: Wir wissen's nicht. Da sprach er zu ihnen: So sage ich euch auch nicht, aus was f\u00fcr Macht ich das tue.\n21:28 Was d\u00fcnket euch aber? Es hatte ein Mann zwei S\u00f6hne und ging zu dem ersten und sprach: Mein Sohn, gehe hin und arbeite heute in meinem Weinberge.\n21:29 Er antwortete aber und sprach: Ich will's nicht tun. Danach reuete es ihn und ging hin.\n21:30 Und er ging zum andern und sprach gleich also. Er antwortete aber und sprach: HERR, ja! und ging nicht hin.\n21:31 Welcher unter den zweien hat des Vaters Willen getan? Sie sprachen zu ihm: Der erste. Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch, die Z\u00f6llner und Huren m\u00f6gen wohl eher ins Himmelreich kommen denn ihr.\n21:32 Johannes kam zu euch und lehrete euch den rechten Weg, und ihr glaubtet ihm nicht; aber die Z\u00f6llner und Huren glaubten ihm. Und ob ihr's wohl sahet, tatet ihr dennoch nicht Bu\u00dfe, da\u00df ihr ihm danach auch geglaubt h\u00e4ttet.\n21:33 H\u00f6ret ein ander Gleichnis! Es war ein Hausvater, der pflanzete einen Weinberg und f\u00fchrete einen Zaun darum und grub eine Kelter darinnen und bauete einen Turm und tat ihn den Weing\u00e4rtnern aus und zog \u00fcber Land.\n21:34 Da nun herbeikam die Zeit der Fr\u00fcchte, sandte er seine Knechte zu den Weing\u00e4rtnern, da\u00df sie seine Fr\u00fcchte empfingen.\n21:35 Da nahmen die Weing\u00e4rtner seine Knechte; einen st\u00e4upten sie, den andern t\u00f6teten sie, den dritten steinigten sie.\n21:36 Abermal sandte er andere Knechte, mehr denn der ersten waren; und sie taten ihnen gleich also.\n21:37 Danach sandte er seinen Sohn zu ihnen und sprach: Sie werden sich vor meinem Sohn scheuen.\n21:38 Da aber die Weing\u00e4rtner den Sohn sahen, sprachen sie untereinander: Das ist der Erbe; kommt, la\u00dft uns ihn t\u00f6ten und sein Erbgut an uns bringen!\n21:39 Und sie nahmen ihn und stie\u00dfen ihn zum Weinberge hinaus und t\u00f6teten ihn.\n21:40 Wenn nun der HERR des Weinbergs kommen wird, was wird er diesen Weing\u00e4rtnern tun?\n21:41 Sie sprachen zu ihm: Er wird die B\u00f6sewichte \u00fcbel umbringen und seinen Weinberg andern Weing\u00e4rtnern austun, die ihm die Fr\u00fcchte zu rechter Zeit geben.\n21:42 Jesus sprach zu ihnen: Habt ihr nie gelesen in der Schrift: Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, der ist zum Eckstein worden; von dem HERRN ist das geschehen, und es ist wunderbarlich vor unsern Augen?\n21:43 Darum sage ich euch: Das Reich Gottes wird von euch genommen und den Heiden gegeben werden, die seine Fr\u00fcchte bringen.\n21:44 Und wer auf diesen Stein f\u00e4llt, der wird zerschellen; auf welchen er aber f\u00e4llt, den wird er zermalmen.\n21:45 Und da die Hohenpriester und Pharis\u00e4er seine Gleichnisse h\u00f6reten, vernahmen sie, da\u00df er von ihnen redete.\n21:46 Und sie trachteten danach, wie sie ihn griffen; aber sie f\u00fcrchteten sich vor dem Volk; denn es hielt ihn f\u00fcr einen Propheten.\n22:1 Und Jesus antwortete und redete abermal durch Gleichnisse zu ihnen und sprach:\n22:2 Das Himmelreich ist gleich einem K\u00f6nige, der seinem Sohne Hochzeit machte.\n22:3 Und sandte seine Knechte aus, da\u00df sie die G\u00e4ste zur Hochzeit riefen; und sie wollten nicht kommen.\n22:4 Abermal sandte er andere Knechte aus und sprach: Saget den G\u00e4sten: Siehe, meine Mahlzeit habe ich bereitet, meine Ochsen und mein Mastvieh ist geschlachtet und alles bereit; kommet zur Hochzeit!\n22:5 Aber sie verachteten das und gingen hin, einer auf seinen Acker, der andere zu seiner Hantierung.\n22:6 Etliche aber griffen seine Knechte, h\u00f6hneten und t\u00f6teten sie.\n22:7 Da das der K\u00f6nig h\u00f6rete, ward er zornig und schickte seine Heere aus und brachte diese M\u00f6rder um und z\u00fcndete ihre Stadt an.\n22:8 Da sprach er zu seinen Knechten: Die Hochzeit ist zwar bereit, aber die G\u00e4ste waren es nicht wert.\n22:9 Darum gehet hin auf die Stra\u00dfen und ladet zur Hochzeit, wen ihr findet.\n22:10 Und die Knechte gingen aus auf die Stra\u00dfen und brachten zusammen, wen sie fanden, B\u00f6se und Gute. Und die Tische wurden alle voll.\n22:11 Da ging der K\u00f6nig hinein, die G\u00e4ste zu besehen, und sah allda einen Menschen, der hatte kein hochzeitlich Kleid an,\n22:12 und sprach zu ihm: Freund, wie bist du hereinkommen und hast doch kein hochzeitlich Kleid an? Er aber verstummte.\n22:13 Da sprach der K\u00f6nig zu seinen Dienern: Bindet ihm H\u00e4nde und F\u00fc\u00dfe und werfet ihn in die \u00e4u\u00dferste Finsternis hinaus; da wird sein Heulen und Z\u00e4hneklappen;\n22:14 denn viele sind berufen, aber wenige sind auserw\u00e4hlet.\n22:15 Da gingen die Pharis\u00e4er hin und hielten einen Rat, wie sie ihn fingen in seiner Rede.\n22:16 Und sandten zu ihm ihre J\u00fcnger samt des Herodes Dienern und sprachen: Meister, wir wissen, da\u00df du wahrhaftig bist und lehrest den Weg Gottes recht und fragest nach niemand; denn du achtest nicht das Ansehen der Menschen.\n22:17 Darum sage uns, was d\u00fcnket dich? Ist's recht, da\u00df man dem Kaiser Zins gebe, oder nicht?\n22:18 Da nun Jesus merkte ihre Schalkheit, sprach er: Ihr Heuchler, was versuchet ihr mich?\n22:19 Weiset mir die Zinsm\u00fcnze! Und sie reichten ihm einen Groschen dar.\n22:20 Und er sprach zu ihnen: Wes ist das Bild und die \u00dcberschrift?\n22:21 Sie sprachen zu ihm: Des Kaisers. Da sprach er zu ihnen: So gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist.\n22:22 Da sie das h\u00f6reten, verwunderten sie sich und lie\u00dfen ihn und gingen davon.\n22:23 An demselbigen Tage traten zu ihm die Sadduz\u00e4er, die da halten, es sei kein Auferstehen, und fragten ihn\n22:24 und sprachen: Meister, Mose hat gesagt: So einer stirbt und hat nicht Kinder, so soll sein Bruder sein Weib freien und seinem Bruder Samen erwecken.\n22:25 Nun sind bei uns gewesen sieben Br\u00fcder. Der erste freiete und starb, und dieweil er nicht Samen hatte, lie\u00df er sein Weib seinem Bruder.\n22:26 Desselbengleichen der andere und der dritte bis an den siebenten.\n22:27 Zuletzt nach allen starb auch das Weib.\n22:28 Nun in der Auferstehung, wessen Weib wird sie sein unter den sieben? Sie haben sie ja alle gehabt.\n22:29 Jesus aber antwortete und sprach zu ihnen: Ihr irret und wisset die Schrift nicht noch die Kraft Gottes.\n22:30 In der Auferstehung werden sie weder freien noch sich freien lassen, sondern sie sind gleich wie die Engel Gottes im Himmel.\n22:31 Habt ihr aber nicht gelesen von der Toten Auferstehung, das euch gesagt ist von Gott, da er spricht:\n22:32 Ich bin der Gott Abrahams und der Gott Isaaks und der Gott Jakobs? Gott aber ist nicht ein Gott der Toten, sondern der Lebendigen.\n22:33 Und da solches das Volk h\u00f6rete, entsetzten sie sich \u00fcber seine Lehre.\n22:34 Da aber die Pharis\u00e4er h\u00f6reten, da\u00df er den Sadduz\u00e4ern das Maul gestopft hatte, versammelten sie sich.\n22:35 Und einer unter ihnen, ein Schriftgelehrter, versuchte ihn und sprach:\n22:36 Meister, welches ist das vornehmste Gebot im Gesetz?\n22:37 Jesus aber sprach zu ihm: Du sollst lieben Gott, deinen HERRN, von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gem\u00fct.\n22:38 Dies ist das vornehmste und gr\u00f6\u00dfte Gebot.\n22:39 Das andere aber ist dem gleich: Du sollst deinen N\u00e4chsten lieben wie dich selbst.\n22:40 In diesen zweien Geboten hanget das ganze Gesetz und die Propheten.\n22:41 Da nun die Pharis\u00e4er beieinander waren, fragte sie Jesus\n22:42 und sprach: Wie d\u00fcnket euch um Christus? Wes Sohn ist er? Sie sprachen: Davids.\n22:43 Er sprach zu ihnen: Wie nennet ihn denn David im Geist einen HERRN, da er sagt:\n22:44 Der HERR hat gesagt zu meinem HERRN: Setze dich zu meiner Rechten, bis da\u00df ich lege deine Feinde zum Schemel deiner F\u00fc\u00dfe.\n22:45 So nun David ihn einen HERRN nennet, wie ist er denn sein Sohn?\n22:46 Und niemand konnte ihm ein Wort antworten, und durfte auch niemand von dem Tage an hinfort ihn fragen.\n23:1 Da redete Jesus zu dem Volk und zu seinen J\u00fcngern\n23:2 und sprach: Auf Moses Stuhl sitzen die Schriftgelehrten und Pharis\u00e4er.\n23:3 Alles nun, was sie euch sagen, da\u00df ihr halten sollet, das haltet und tut's; aber nach ihren Werken sollt ihr nicht tun. Sie sagen's wohl und tun's nicht.\n23:4 Sie binden aber schwere und unertr\u00e4gliche B\u00fcrden und legen sie den Menschen auf den Hals; aber sie wollen dieselben nicht mit einem Finger regen.\n23:5 Alle ihre Werke aber tun sie, da\u00df sie von den Leuten gesehen werden. Sie machen ihre Denkzettel breit und die S\u00e4ume an ihren Kleidern gro\u00df.\n23:6 Sie sitzen gern obenan \u00fcber Tisch und in den Schulen\n23:7 und haben's gerne, da\u00df sie gegr\u00fc\u00dfet werden auf dem Markt und von den Menschen Rabbi genannt werden.\n23:8 Aber ihr sollt euch nicht Rabbi nennen lassen; denn einer, ist euer Meister, Christus; ihr aber seid alle Br\u00fcder.\n23:9 Und sollet niemand Vater hei\u00dfen auf Erden; denn einer ist euer Vater, der im Himmel ist.\n23:10 und ihr sollt euch nicht lassen Meister nennen; denn einer ist euer Meister, Christus.\n23:11 Der Gr\u00f6\u00dfte unter euch soll euer Diener sein.\n23:12 Denn wer sich selbst erh\u00f6het, der wird erniedriget, und wer sich selbst erniedriget, der wird erh\u00f6het.\n23:13 Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharis\u00e4er, ihr Heuchler, die ihr das Himmelreich zuschlie\u00dft vor den Menschen! Ihr kommet nicht hinein, und die hinein wollen, lasset ihr nicht hineingehen.\n23:14 Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharis\u00e4er, ihr Heuchler, die ihr der Witwen H\u00e4user fresset und wendet lange Gebete vor! Darum werdet ihr desto mehr Verdammnis empfahen.\n23:15 Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharis\u00e4er, ihr Heuchler, die ihr Land und Wasser umziehet, da\u00df ihr einen Judengenossen machet! Und wenn er's worden ist, macht ihr aus ihm ein Kind der H\u00f6lle, zwief\u00e4ltig mehr, denn ihr seid.\n23:16 Wehe euch, verblendete Leiter, die ihr saget: Wer da schw\u00f6ret bei dem Tempel, das ist nichts; wer aber schw\u00f6ret bei dem Golde am Tempel, der ist schuldig.\n23:17 Ihr Narren und Blinden, was ist gr\u00f6\u00dfer, das Gold oder der Tempel, der das Gold heiliget?\n23:18 Wer da schw\u00f6ret bei dem Altar; das ist nichts; wer aber schw\u00f6ret bei dem Opfer, das droben ist, der ist schuldig.\n23:19 Ihr Narren und Blinden, was ist gr\u00f6\u00dfer, das Opfer oder der Altar, der das Opfer heiliget?\n23:20 Darum, wer da schw\u00f6ret bei dem Altar, der schw\u00f6ret bei demselben und bei allem, was droben ist.\n23:21 Und wer da schw\u00f6ret bei dem Tempel, der schw\u00f6ret bei demselbigen und bei dem, der drinnen wohnet.\n23:22 Und wer da schw\u00f6ret bei dem Himmel, der schw\u00f6ret bei dem Stuhl Gottes und bei dem, der darauf sitzt.\n23:23 Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharis\u00e4er, ihr Heuchler, die ihr verzehntet die Minze, Till und K\u00fcmmel und lasset dahinten das Schwerste im Gesetz, n\u00e4mlich das Gericht, die Barmherzigkeit und den Glauben. Dies sollte man tun und jenes nicht lassen.\n23:24 Ihr verblendete Leiter, die ihr M\u00fccken seihet und Kamele verschlucket!\n23:25 Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharis\u00e4er, ihr Heuchler, die ihr die Becher und Sch\u00fcsseln auswendig reinlich haltet, inwendig aber ist's voll Raubes und Fra\u00dfes.\n23:26 Du blinder Pharis\u00e4er, reinige zum ersten das Inwendige am Becher und Sch\u00fcssel, auf da\u00df auch das Auswendige rein werde!\n23:27 Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharis\u00e4er, ihr Heuchler, die ihr gleich seid wie die \u00fcbert\u00fcnchten Gr\u00e4ber, welche auswendig h\u00fcbsch scheinen, aber inwendig sind sie voller Totenbeine und alles Unflats.\n23:28 Also auch ihr; von au\u00dfen scheinet ihr vor den Menschen fromm, aber inwendig seid ihr voller Heuchelei und Untugend.\n23:29 Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharis\u00e4er, ihr Heuchler, die ihr der Propheten Gr\u00e4ber bauet und schm\u00fccket der Gerechten Gr\u00e4ber\n23:30 und sprechet: W\u00e4ren wir zu unserer V\u00e4ter Zeiten gewesen, so wollten wir nicht teilhaftig sein mit ihnen an der Propheten Blut.\n23:31 So gebt ihr zwar \u00fcber euch selbst Zeugnis, da\u00df ihr Kinder seid derer die, die Propheten get\u00f6tet haben.\n23:32 Wohlan, erf\u00fcllet auch ihr das Ma\u00df eurer V\u00e4ter!\n23:33 Ihr Schlangen, ihr Otterngez\u00fcchte, wie wollt ihr der h\u00f6llischen Verdammnis entrinnen?\n23:34 Darum siehe, ich sende zu euch Propheten und Weise und Schriftgelehrte; und derselbigen werdet ihr etliche t\u00f6ten und kreuzigen und etliche werdet ihr gei\u00dfeln in euren Schulen und werdet sie verfolgen von einer Stadt zu der andern,\n23:35 auf da\u00df \u00fcber euch komme alles das gerechte Blut, das vergossen ist auf Erden, von dem Blut an des gerechten Abels bis aufs Blut Zacharias, Barachias Sohn, welchen ihr get\u00f6tet habt zwischen dem Tempel und Altar.\n23:36 Wahrlich, ich sage euch, da\u00df solches alles wird \u00fcber dies Geschlecht kommen.\n23:37 Jerusalem, Jerusalem, die du t\u00f6test die Propheten und steinigest, die zu dir gesandt sind, wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen, wie eine Henne versammelt ihre K\u00fcchlein unter ihre Fl\u00fcgel; und ihr habt nicht gewollt!\n23:38 Siehe, euer Haus soll euch w\u00fcste gelassen werden.\n23:39 Denn ich sage euch: Ihr werdet mich von jetzt an nicht sehen, bis ihr sprechet: Gelobet sei, der da kommt im Namen des HERRN!\n24:1 Und Jesus ging hinweg von dem Tempel, und seine J\u00fcnger traten zu ihm, da\u00df sie ihm zeigeten des Tempels Geb\u00e4u.\n24:2 Jesus aber sprach zu ihnen: Sehet ihr nicht das alles? Wahrlich, ich sage euch, es wird hier nicht ein Stein auf dem andern bleiben, der nicht zerbrochen werde.\n24:3 Und als er auf dem \u00d6lberge sa\u00df, traten zu ihm seine J\u00fcnger besonders und sprachen: Sage uns, wann wird das geschehen, und welches wird das Zeichen sein deiner Zukunft und der Welt Ende?\n24:4 Jesus aber antwortete und sprach zu ihnen: Sehet zu, da\u00df euch nicht jemand verf\u00fchre!\n24:5 Denn es werden viele kommen unter meinem Namen und sagen: Ich bin Christus! und werden viele verf\u00fchren.\n24:6 Ihr werdet h\u00f6ren Kriege und Geschrei von Kriegen; sehet zu und erschrecket nicht! Das mu\u00df zum ersten alles geschehen; aber es ist noch nicht das Ende da.\n24:7 Denn es wird sich emp\u00f6ren ein Volk \u00fcber das andere und ein K\u00f6nigreich \u00fcber das andere, und werden sein Pestilenz und teure Zeit und Erdbeben hin und wieder.\n24:8 Da wird sich allererst die Not anheben.\n24:9 Alsdann werden sie euch \u00fcberantworten in Tr\u00fcbsal und werden euch t\u00f6ten. Und ihr m\u00fcsset gehasset werden um meines Namens willen von allen V\u00f6lkern.\n24:10 Dann werden sich viele \u00e4rgern und werden sich untereinander verraten und werden sich untereinander hassen.\n24:11 Und es werden sich viel falsche Propheten erheben und werden viele verf\u00fchren.\n24:12 Und dieweil die Ungerechtigkeit wird \u00fcberhandnehmen, wird die Liebe in vielen erkalten.\n24:13 Wer aber beharret bis ans Ende, der wird selig.\n24:14 Und es wird geprediget werden das Evangelium vom Reich in der ganzen Welt zu einem Zeugnis \u00fcber alle V\u00f6lker; und dann wird das Ende kommen.\n24:15 Wenn ihr nun sehen werdet den Greuel der Verw\u00fcstung, davon gesagt ist durch den Propheten Daniel, da\u00df er stehet an der heiligen St\u00e4tte (wer das lieset, der merke darauf!),\n24:16 alsdann fliehe auf die Berge, wer im j\u00fcdischen Lande ist;\n24:17 und wer auf dem Dach ist, der steige nicht hernieder, etwas aus seinem Hause zu holen;\n24:18 und wer auf dem Felde ist, der kehre nicht um, seine Kleider zu holen.\n24:19 Wehe aber den Schwangern und S\u00e4ugerinnen zu der Zeit!\n24:20 Bittet aber, da\u00df eure Flucht nicht geschehe im Winter oder am Sabbat,\n24:21 Denn es wird alsdann eine gro\u00dfe Tr\u00fcbsal sein, als nicht gewesen ist von Anfang der Welt bisher und als auch nicht werden wird.\n24:22 Und wo diese Tage nicht w\u00fcrden verk\u00fcrzt, so w\u00fcrde kein Mensch selig; aber um der Auserw\u00e4hlten willen werden die Tage verk\u00fcrzt.\n24:23 So alsdann jemand zu euch wird sagen: Siehe, hier ist Christus oder da! so sollt ihr's nicht glauben.\n24:24 Denn es werden falsche Christi und falsche Propheten aufstehen und gro\u00dfe Zeichen und Wunder tun, da\u00df verf\u00fchret werden in den Irrtum (wo es m\u00f6glich w\u00e4re) auch die Auserw\u00e4hlten.\n24:25 Siehe, ich hab's euch zuvor gesagt!\n24:26 Darum wenn sie zu euch sagen werden: Siehe, er ist in der W\u00fcste! so gehet nicht hinaus; siehe, er ist in der Kammer! so glaubt nicht.\n24:27 Denn gleichwie der Blitz ausgehet vom Aufgang und scheinet bis zum Niedergang, also wird auch sein die Zukunft des Menschensohnes.\n24:28 Wo aber ein Aas ist, da sammeln sich die Adler.\n24:29 Bald aber nach der Tr\u00fcbsal derselbigen Zeit werden Sonne und Mond den Schein verlieren, und die Sterne werden vom Himmel fallen, und die Kr\u00e4fte der Himmel werden sich bewegen.\n24:30 Und alsdann wird erscheinen das Zeichen des Menschensohnes am Himmel. Und alsdann werden heulen alle Geschlechter auf Erden und werden sehen kommen des Menschen Sohn in den Wolken des Himmels mit gro\u00dfer Kraft und HERRLIchkeit.\n24:31 Und er wird senden seine Engel mit hellen Posaunen, und sie werden sammeln seine Auserw\u00e4hlten von den vier Winden, von einem Ende des Himmels zu dem andern.\n24:32 An dem Feigenbaum lernet ein Gleichnis. Wenn sein Zweig jetzt saftig wird und Bl\u00e4tter gewinnet, so wisset ihr, da\u00df der Sommer nahe ist.\n24:33 Also auch, wenn ihr das alles sehet, so wisset, da\u00df es nahe vor der T\u00fcr ist.\n24:34 Wahrlich, ich sage euch, dies Geschlecht wird nicht vergehen, bis da\u00df dieses alles geschehe.\n24:35 Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen.\n24:36 Von dem Tage aber und von der Stunde wei\u00df niemand, auch die Engel nicht im Himmel, sondern allein mein Vater.\n24:37 Gleich aber wie es zu der Zeit Noahs war, also wird auch sein die Zukunft des Menschensohnes.\n24:38 Denn gleichwie sie waren in den Tagen vor der Sintflut: sie a\u00dfen, sie tranken, sie freieten und lie\u00dfen sich freien bis an den Tag, da Noah zu der Arche einging,\n24:39 und sie achteten's nicht, bis die Sintflut kam und nahm sie alle dahin: also wird auch sein die Zukunft des Menschensohnes.\n24:40 Dann werden zwei auf dem Felde sein; einer wird angenommen und der andere wird verlassen werden.\n24:41 Zwo werden mahlen auf der M\u00fchle; eine wird angenommen und die andere wird verlassen werden.\n24:42 Darum wachet! Denn ihr wisset nicht, welche Stunde euer HERR kommen wird.\n24:43 Das sollt ihr aber wissen: Wenn ein Hausvater w\u00fc\u00dfte, welche Stunde der Dieb kommen wollte, so w\u00fcrde er ja wachen und nicht in sein Haus brechen lassen.\n24:44 Darum seid ihr auch bereit; denn des Menschen Sohn wird kommen zu einer Stunde, da ihr nicht meinet.\n24:45 Welcher ist aber nun ein treuer und kluger Knecht, den sein HERR gesetzt hat \u00fcber sein Gesinde, da\u00df er ihnen zu rechter Zeit Speise gebe?\n24:46 Selig ist der Knecht, wenn sein HERR kommt und findet ihn also tun!\n24:47 Wahrlich, ich sage euch, er wird ihn \u00fcber alle seine G\u00fcter setzen.\n24:48 So aber jener, der b\u00f6se Knecht, wird in seinem Herzen sagen: Mein HERR kommt noch lange nicht,\n24:49 und f\u00e4het an zu schlagen seine Mitknechte, isset und trinket mit den Trunkenen:\n24:50 so wird der HERR desselbigen Knechts kommen an dem Tage, des er sich nicht versiehet, und zu der Stunde, die er nicht meinet,\n24:51 und wird ihn zerscheitern und wird ihm seinen Lohn geben mit den Heuchlern. Da wird sein Heulen und Z\u00e4hneklappen.\n25:1 Dann wird das Himmelreich gleich sein zehn Jungfrauen, die ihre Lampen nahmen und gingen aus dem Br\u00e4utigam entgegen.\n25:2 Aber f\u00fcnf unter ihnen waren t\u00f6richt, und f\u00fcnf waren klug.\n25:3 Die t\u00f6richten nahmen ihre Lampen, aber sie nahmen nicht \u00d6l mit sich.\n25:4 Die klugen aber nahmen \u00d6l in ihren Gef\u00e4\u00dfen samt ihren Lampen.\n25:5 Da nun der Br\u00e4utigam verzog, wurden sie alle schl\u00e4frig und entschliefen.\n25:6 Zur Mitternacht aber ward ein Geschrei: Siehe, der Br\u00e4utigam kommt; gehet aus ihm entgegen!\n25:7 Da stunden diese Jungfrauen alle auf und schm\u00fcckten ihre Lampen.\n25:8 Die t\u00f6richten aber sprachen zu den klugen: Gebt uns von eurem \u00d6le; denn unsere Lampen verl\u00f6schen!\n25:9 Da antworteten die klugen und sprachen: Nicht also, auf da\u00df nicht uns und euch gebreche. Gehet aber hin zu den Kr\u00e4mern und kaufet f\u00fcr euch selbst!\n25:10 Und da sie hingingen zu kaufen, kam der Br\u00e4utigam; und welche bereit waren, gingen mit ihm hinein zur Hochzeit. Und die T\u00fcr ward verschlossen.\n25:11 Zuletzt kamen auch die andern Jungfrauen und sprachen: HERR, HERR, tu uns auf!\n25:12 Er antwortete aber und sprach: Wahrlich, ich sage euch, ich kenne euer nicht.\n25:13 Darum wachet! Denn ihr wisset weder Tag noch Stunde, in welcher des Menschen Sohn kommen wird.\n25:14 Gleichwie ein Mensch, der \u00fcber Land zog, rief seinen Knechten und tat ihnen seine G\u00fcter ein.\n25:15 Und einem gab er f\u00fcnf Zentner, dem andern zwei, dem dritten einen, einem jeden nach seinem Verm\u00f6gen, und zog bald hinweg.\n25:16 Da ging der hin, der f\u00fcnf Zentner empfangen hatte, und handelte mit denselbigen und gewann andere f\u00fcnf Zentner.\n25:17 Desgleichen auch, der zwei Zentner empfangen hatte, gewann auch zwei andere.\n25:18 Der aber einen empfangen hatte, ging hin und machte eine Grube in die Erde und verbarg seines HERRN Geld.\n25:19 \u00dcber eine lange Zeit kam der HERR dieser Knechte und hielt Rechenschaft mit ihnen.\n25:20 Da trat herzu, der f\u00fcnf Zentner empfangen hatte, und legte andere f\u00fcnf Zentner dar und sprach: HERR, du hast mir f\u00fcnf Zentner getan; siehe da, ich habe damit andere f\u00fcnf Zentner gewonnen.\n25:21 Da sprach sein HERR zu ihm: Ei, du frommer und getreuer Knecht, du bist \u00fcber wenigem getreu gewesen; ich will dich \u00fcber viel setzen. Gehe ein zu deines HERRN Freude!\n25:22 Da trat auch herzu, der zwei Zentner empfangen hatte, und sprach: HERR, du hast mir zwei Zentner getan; siehe da, ich habe mit denselben zwei andere gewonnen.\n25:23 Sein HERR sprach zu ihm: Ei, du frommer und getreuer Knecht, du bist \u00fcber wenigem getreu gewesen; ich will dich \u00fcber viel setzen. Gehe ein zu deines HERRN Freude!\n25:24 Da trat auch herzu, der einen Zentner empfangen hatte, und sprach: HERR, ich wu\u00dfte, da\u00df du ein harter Mann bist: du schneidest, wo du nicht ges\u00e4et hast, und sammelst, da du nicht gestreuet hast.\n25:25 Und f\u00fcrchtete mich, ging hin und verbarg deinen Zentner in die Erde. Siehe, da hast du das Deine.\n25:26 Sein HERR aber antwortete und sprach zu ihm: Du Schalk und fauler Knecht! Wu\u00dftest du, da\u00df ich schneide, da ich nicht ges\u00e4et habe, und sammle, da ich nicht gestreuet habe,\n25:27 so solltest du mein Geld zu den Wechslern getan haben, und wenn ich kommen w\u00e4re, h\u00e4tte ich das Meine zu mir genommen mit Wucher.\n25:28 Darum nehmet von ihm den Zentner und gebet's dem, der zehn Zentner hat!\n25:29 Denn wer da hat, dem wird gegeben werden, und wird die F\u00fclle haben; wer aber nicht hat, dem wird auch, was er hat, genommen werden.\n25:30 Und den unn\u00fctzen Knecht werft in die \u00e4u\u00dferste Finsternis hinaus; da wird sein Heulen und Z\u00e4hneklappen.\n25:31 Wenn aber des Menschen Sohn kommen wird in seiner HERRLIchkeit und alle heiligen Engel mit ihm, dann wird er sitzen auf dem Stuhl seiner HERRLIchkeit.\n25:32 Und werden vor ihm alle V\u00f6lker versammelt werden. Und er wird sie voneinander scheiden, gleich als ein Hirte die Schafe von den B\u00f6cken scheidet.\n25:33 Und wird die Schafe zu seiner Rechten stellen und die B\u00f6cke zur Linken.\n25:34 Da wird denn der K\u00f6nig sagen zu denen zu seiner Rechten: Kommt her, ihr Gesegneten meines Vaters, ererbet das Reich, das euch bereitet ist von Anbeginn der Welt!\n25:35 Denn ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mich gespeiset. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mich getr\u00e4nket. Ich bin ein Gast gewesen, und ihr habt mich beherberget.\n25:36 Ich bin nackend gewesen, und ihr habt mich bekleidet. Ich bin krank gewesen, und ihr habt mich besuchet. Ich bin gefangen gewesen, und ihr seid zu mir kommen.\n25:37 Dann werden ihm die Gerechten antworten und sagen: HERR, wann haben wir dich hungrig gesehen und haben dich gespeiset, oder durstig und haben dich getr\u00e4nket?\n25:38 Wann haben wir dich einen Gast gesehen und beherberget, oder nackend und haben dich bekleidet?\n25:39 Wann haben wir dich krank oder gefangen gesehen und sind zu dir kommen?\n25:40 Und der K\u00f6nig wird antworten und sagen zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr getan habt einem unter diesen meinen geringsten Br\u00fcdern, das habt ihr mir getan.\n25:41 Dann wird er auch sagen zu denen zur Linken: Gehet hin von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln!\n25:42 Ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mich nicht gespeiset. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mich nicht getr\u00e4nket.\n25:43 Ich bin ein Gast gewesen, und ihr habt mich nicht beherberget. Ich bin nackend gewesen, und ihr habt mich nicht bekleidet. Ich bin krank und gefangen gewesen, und ihr habt mich nicht besuchet.\n25:44 Da werden sie ihm auch antworten und sagen: HERR, wann haben wir dich gesehen hungrig oder durstig oder einen Gast oder nackend oder krank oder gefangen und haben dir nicht gedienet?\n25:45 Dann wird er ihnen antworten und sagen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr nicht getan habt einem unter diesen Geringsten, das habt ihr mir auch nicht getan.\n25:46 Und sie werden in die ewige Pein gehen, aber die Gerechten in das ewige Leben.\n26:1 Und es begab sich, da Jesus alle diese Reden vollendet hatte, sprach er zu seinen J\u00fcngern:\n26:2 Ihr wisset, da\u00df nach zwei Tagen Ostern wird, und des Menschen Sohn wird \u00fcberantwortet werden, da\u00df er gekreuziget werde.\n26:3 Da versammelten sich die Hohenpriester und Schriftgelehrten und die \u00c4ltesten im Volk in dem Palast des Hohenpriesters, der da hie\u00df Kaiphas,\n26:4 und hielten Rat, wie sie Jesum mit List griffen und t\u00f6teten.\n26:5 Sie sprachen aber: Ja nicht auf das Fest, auf da\u00df nicht ein Aufruhr werde im Volk!\n26:6 Da nun Jesus war zu Bethanien im Hause Simons des Auss\u00e4tzigen,\n26:7 trat zu ihm ein Weib, das hatte ein Glas mit k\u00f6stlichem Wasser und go\u00df es auf sein Haupt, da er zu Tisch sa\u00df.\n26:8 Da das seine J\u00fcnger sahen, wurden sie unwillig und sprachen: Wozu dient dieser Unrat?\n26:9 Dieses Wasser h\u00e4tte m\u00f6gen teuer verkauft und den Armen gegeben werden.\n26:10 Da das Jesus merkete, sprach er zu ihnen: Was bek\u00fcmmert ihr das Weib? Sie hat ein gut Werk an mir getan.\n26:11 Ihr habt allezeit Arme bei euch; mich aber habt ihr nicht allezeit.\n26:12 Da\u00df sie dies Wasser hat auf meinen Leib gegossen, hat sie getan, da\u00df man mich begraben wird.\n26:13 Wahrlich, ich sage euch, wo dies Evangelium geprediget wird in der ganzen Welt, da wird man auch sagen zu ihrem Ged\u00e4chtnis, was sie getan hat.\n26:14 Da ging hin der Zw\u00f6lfen einer, mit Namen Judas Ischariot, zu den Hohenpriestern\n26:15 und sprach: Was wollt ihr mir geben? Ich will ihn euch verraten. Und sie boten ihm drei\u00dfig Silberlinge.\n26:16 Und von dem an suchte er Gelegenheit, da\u00df er ihn verriete.\n26:17 Aber am ersten Tage der s\u00fc\u00dfen Brote traten die J\u00fcnger zu Jesu und sprachen zu ihm: Wo willst du, da\u00df wir dir bereiten, das Osterlamm zu essen?\n26:18 Er sprach: Gehet hin in die Stadt zu einem und sprechet zu ihm: Der Meister l\u00e4\u00dft dir sagen: Meine Zeit ist hier; ich will bei dir die Ostern halten mit meinen J\u00fcngern.\n26:19 Und die J\u00fcnger taten, wie ihnen Jesus befohlen hatte, und bereiteten das Osterlamm.\n26:20 Und am Abend setzte er sich zu Tische mit den Zw\u00f6lfen.\n26:21 Und da sie a\u00dfen, sprach er: Wahrlich, ich sage euch, einer unter euch wird mich verraten.\n26:22 Und sie wurden sehr betr\u00fcbt und huben an, ein jeglicher unter ihnen, und sagten zu ihm: HERR, bin ich's?\n26:23 Er antwortete und sprach: Der mit der Hand mit mir in die Sch\u00fcssel tauchet, der wird mich verraten.\n26:24 Des Menschen Sohn gehet zwar dahin, wie von ihm geschrieben stehet; doch wehe dem Menschen, durch welchen des Menschen Sohn verraten wird! Es w\u00e4re ihm besser, da\u00df derselbige Mensch noch nie geboren w\u00e4re.\n26:25 Da antwortete Judas, der ihn verriet, und sprach: Bin ich's, Rabbi? Er sprach zu ihm: Du sagst es.\n26:26 Da sie aber a\u00dfen, nahm Jesus das Brot, dankete und brach's und gab's den J\u00fcngern und sprach: Nehmet, esset; das ist mein Leib.\n26:27 Und er nahm den Kelch und dankete, gab ihnen den und sprach: Trinket alle daraus!\n26:28 Das ist mein Blut des Neuen Testaments, welches vergossen wird f\u00fcr viele zur Vergebung der S\u00fcnden.\n26:29 Ich sage euch: Ich werde von nun an nicht mehr von diesem Gew\u00e4chs des Weinstocks trinken bis an den Tag, da ich's neu trinken werde mit euch in meines Vaters Reich.\n26:30 Und, da sie den Lobgesang gesprochen hatten, gingen sie hinaus an den \u00d6lberg.\n26:31 Da sprach Jesus zu ihnen: In dieser Nacht werdet ihr euch alle \u00e4rgern an mir; denn es stehet geschrieben: Ich werde den Hirten schlagen, und die Schafe der Herde werden sich zerstreuen.\n26:32 Wenn ich aber auferstehe, will ich vor euch hingehen in Galil\u00e4a.\n26:33 Petrus aber antwortete und sprach zu ihm: Wenn sie auch alle sich an dir \u00e4rgerten, so will ich doch mich nimmermehr \u00e4rgern.\n26:34 Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir, in dieser Nacht, ehe der Hahn kr\u00e4het, wirst du mich dreimal verleugnen.\n26:35 Petrus sprach zu ihm: Und wenn ich mit dir sterben m\u00fc\u00dfte, so will ich dich nicht verleugnen. Desgleichen sagten auch alle J\u00fcnger.\n26:36 Da kam Jesus mit ihnen zu einem Hof, der hie\u00df Gethsemane, und sprach zu seinen J\u00fcngern: Setzet euch hier, bis da\u00df ich dorthin gehe und bete.\n26:37 Und nahm zu sich Petrus und die zwei S\u00f6hne des Zebed\u00e4us und fing an zu trauern und zu zagen.\n26:38 Da sprach Jesus zu ihnen: Meine Seele ist betr\u00fcbt bis an den Tod; bleibet hier und wachet mit mir!\n26:39 Und ging hin ein wenig, fiel nieder auf sein Angesicht und betete und sprach: Mein Vater, ist's m\u00f6glich, so gehe dieser Kelch von mir; doch nicht, wie ich will, sondern wie du willst.\n26:40 Und er kam zu seinen J\u00fcngern und fand sie schlafend und sprach zu Petrus: K\u00f6nnet ihr denn nicht eine Stunde mit mir wachen?\n26:41 Wachet und betet, da\u00df ihr nicht in Anfechtung fallet. Der Geist ist willig; aber das Fleisch ist schwach.\n26:42 Zum andernmal ging er wieder hin, betete und sprach: Mein Vater, ist's nicht m\u00f6glich, da\u00df dieser Kelch von mir gehe, ich trinke ihn denn; so geschehe dein Wille.\n26:43 Und er kam und fand sie abermal schlafend, und ihre Augen waren voll Schlafs.\n26:44 Und er lie\u00df sie und ging abermal hin und betete zum drittenmal und redete dieselbigen Worte.\n26:45 Da kam er zu seinen J\u00fcngern und sprach zu ihnen: Ach, wollt ihr nun schlafen und ruhen? Siehe, die Stunde ist hier, da\u00df des Menschen Sohn in der S\u00fcnder H\u00e4nde \u00fcberantwortet wird.\n26:46 Stehet auf, la\u00dft uns gehen! Siehe, er ist da, der mich verr\u00e4t!\n26:47 Und als er noch redete, siehe, da kam Judas, der Zw\u00f6lfen einer, und mit ihm eine gro\u00dfe Schar mit Schwertern und mit Stangen von den Hohenpriestern und \u00c4ltesten des Volks.\n26:48 Und der Verr\u00e4ter hatte ihnen ein Zeichen gegeben und gesagt: Welchen ich k\u00fcssen werde, der ist's; den greifet.\n26:49 Und alsbald trat er zu Jesu und sprach: Gegr\u00fc\u00dfet seiest du, Rabbi! und k\u00fcssete ihn.\n26:50 Jesus aber sprach zu ihm: Mein Freund, warum bist du kommen? Da traten sie hinzu und legten die H\u00e4nde an Jesum und griffen ihn.\n26:51 Und siehe, einer aus denen, die mit Jesu waren, reckte die Hand aus und zog sein Schwert aus und schlug des Hohenpriesters Knecht und hieb ihm ein Ohr ab.\n26:52 Da sprach Jesus zu ihm: Stecke dein Schwert an seinen Ort; denn wer das Schwert nimmt, der soll durchs Schwert umkommen.\n26:53 Oder meinest du, da\u00df ich nicht k\u00f6nnte meinen Vater bitten, da\u00df er mir zuschickte mehr denn zw\u00f6lf Legionen Engel?\n26:54 Wie w\u00fcrde aber die Schrift erf\u00fcllet? Es mu\u00df also gehen.\n26:55 Zu der Stunde sprach Jesus zu den Scharen: Ihr seid ausgegangen als zu einem M\u00f6rder mit Schwertern und mit Stangen, mich zu fahen; bin ich doch t\u00e4glich gesessen bei euch und habe gelehret im Tempel, und ihr habt mich nicht gegriffen.\n26:56 Aber das ist alles geschehen, da\u00df erf\u00fcllet w\u00fcrden die Schriften der Propheten. Da verlie\u00dfen ihn alle J\u00fcnger und flohen.\n26:57 Die aber Jesum gegriffen hatten, f\u00fchreten ihn zu dem Hohenpriester Kaiphas, dahin die Schriftgelehrten und \u00c4ltesten sich versammelt hatten.\n26:58 Petrus aber folgte ihm nach von ferne bis in den Palast des Hohenpriesters und ging hinein und setzte sich zu den Knechten, auf da\u00df er s\u00e4he, wo es hinaus wollte.\n26:59 Die Hohenpriester aber und \u00c4ltesten und der ganze Rat suchten falsch Zeugnis wider Jesum, auf da\u00df sie ihn t\u00f6teten,\n26:60 und fanden keins. Und wiewohl viel falsche Zeugen herzutraten, fanden sie doch keins. Zuletzt traten herzu zwei falsche Zeugen\n26:61 und sprachen: Er hat gesagt: Ich kann den Tempel Gottes abbrechen und in dreien Tagen denselben bauen.\n26:62 Und der Hohepriester stund auf und sprach zu ihm: Antwortest du nichts zu dem, was diese wider dich zeugen?\n26:63 Aber Jesus schwieg stille. Und der Hohepriester antwortete und sprach zu ihm: Ich beschw\u00f6re dich bei dem lebendigen Gott, da\u00df du uns sagest, ob du seiest Christus, der Sohn Gottes.\n26:64 Jesus sprach zu ihm: Du sagst es. Doch sage ich euch: Von nun an wird's geschehen, da\u00df ihr sehen werdet des Menschen Sohn sitzen zur Rechten der Kraft und kommen in den Wolken des Himmels.\n26:65 Da zerri\u00df der Hohepriester seine Kleider und sprach: Er hat Gott gel\u00e4stert; was bed\u00fcrfen wir weiter Zeugnis? Siehe, jetzt habt ihr seine Gottesl\u00e4sterung geh\u00f6rt.\n26:66 Was d\u00fcnkt euch? Sie antworteten und sprachen: Er ist des Todes schuldig.\n26:67 Da speieten sie aus in sein Angesicht und schlugen ihn mit F\u00e4usten. Etliche aber schlugen ihn ins Angesicht\n26:68 und sprachen: Weissage uns, Christe, wer ist's, der dich schlug?\n26:69 Petrus aber sa\u00df drau\u00dfen im Palast. Und es trat zu ihm eine Magd und sprach: Und du warest auch mit dem Jesu aus Galil\u00e4a.\n26:70 Er leugnete aber vor ihnen allen und sprach: Ich wei\u00df nicht, was du sagest.\n26:71 Als er aber zur T\u00fcr hinausging, sah ihn eine andere und sprach zu denen, die da waren: Dieser war auch mit dem Jesu von Nazareth.\n26:72 Und er leugnete abermal und schwur dazu: Ich kenne den Menschen nicht.\n26:73 Und \u00fcber eine kleine Weile traten hinzu, die da stunden, und sprachen zu Petrus: Wahrlich, du bist auch einer von denen; denn deine Sprache verr\u00e4t dich.\n26:74 Da hub er an sich zu verfluchen und zu schw\u00f6ren: Ich kenne den Menschen nicht. Und alsbald kr\u00e4hete der Hahn.\n26:75 Da dachte Petrus an die Worte Jesu, da er zu ihm sagte: Ehe der Hahn kr\u00e4hen wird, wirst du mich dreimal verleugnen. Und ging hinaus und weinte bitterlich.\n27:1 Des Morgens aber hielten alle Hohenpriester und die \u00c4ltesten des Volks einen Rat \u00fcber Jesum, da\u00df sie ihn t\u00f6teten.\n27:2 Und banden ihn, f\u00fchreten ihn hin und \u00fcberantworteten ihn dem Landpfleger Pontius Pilatus.\n27:3 Da das sah Judas, der ihn verraten hatte, da\u00df er verdammt war zum Tode, gereuete es ihn und brachte herwieder die drei\u00dfig Silberlinge den Hohenpriestern und den \u00c4ltesten\n27:4 und sprach: Ich habe \u00fcbel getan, da\u00df ich unschuldig Blut verraten habe.\n27:5 Sie sprachen: Was gehet uns das an? Da siehe du zu! Und er warf die Silberlinge in den Tempel, hub sich davon, ging hin und erh\u00e4ngte sich selbst.\n27:6 Aber die Hohenpriester nahmen die Silberlinge und sprachen: Es taugt nicht, da\u00df wir sie in den Gotteskasten legen; denn es ist Blutgeld.\n27:7 Sie hielten aber einen Rat und kauften einen T\u00f6pfersacker darum zum Begr\u00e4bnis der Pilger.\n27:8 Daher ist derselbige Acker genannt der Blutacker bis auf den heutigen Tag.\n27:9 Da ist erf\u00fcllet, was gesagt ist durch den Propheten Jeremia, da er spricht: Sie haben genommen drei\u00dfig Silberlinge, damit bezahlet ward der Verkaufte, welchen sie kauften von den Kindern Israel,\n27:10 und haben sie gegeben um einen T\u00f6pfersacker, als mir der HERR befohlen hat.\n27:11 Jesus aber stund vor dem Landpfleger. Und der Landpfleger fragte ihn und sprach: Bist du der Juden K\u00f6nig? Jesus aber sprach zu ihm: Du sagst es.\n27:12 Und da er verklagt ward von den Hohenpriestern und \u00c4ltesten, antwortete er nichts.\n27:13 Da sprach Pilatus zu ihm: H\u00f6rest du nicht, wie hart sie dich verklagen?\n27:14 Und er antwortete ihm nicht auf ein Wort, also da\u00df sich auch der Landpfleger sehr verwunderte.\n27:15 Auf das Fest aber hatte der Landpfleger die Gewohnheit, dem Volk einen Gefangenen loszugeben, welchen sie wollten.\n27:16 Er hatte aber zu der Zeit einen Gefangenen, einen sonderlichen vor andern, der hie\u00df Barabbas.\n27:17 Und da sie versammelt waren, sprach Pilatus zu ihnen: Welchen wollt ihr, da\u00df ich euch losgebe, Barabbas oder Jesus, von dem gesagt wird, er sei Christus?\n27:18 Denn er wu\u00dfte wohl, da\u00df sie ihn aus Neid \u00fcberantwortet hatten.\n27:19 Und da er auf dem Richterstuhl sa\u00df, schickte sein Weib zu ihm und lie\u00df ihm sagen: Habe du nichts zu schaffen mit diesem Gerechten; ich habe heute viel erlitten im Traum von seinetwegen.\n27:20 Aber die Hohenpriester und die \u00c4ltesten \u00fcberredeten das Volk, da\u00df sie um Barabbas bitten sollten und Jesum umbr\u00e4chten.\n27:21 Da antwortete nun der Landpfleger und sprach zu ihnen: Welchen wollt ihr unter diesen zweien, den ich euch soll losgeben? Sie sprachen: Barabbas.\n27:22 Pilatus sprach zu ihnen: Was soll ich denn machen mit Jesu, von dem gesagt wird, er sei Christus? Sie sprachen alle: La\u00df ihn kreuzigen!\n27:23 Der Landpfleger sagte: Was hat er denn \u00dcbels getan? Sie schrieen aber noch mehr und sprachen: La\u00df ihn kreuzigen!\n27:24 Da aber Pilatus sah, da\u00df er nichts schaffete, sondern da\u00df ein viel gr\u00f6\u00dfer Get\u00fcmmel ward, nahm er Wasser und wusch die H\u00e4nde vor dem Volk und sprach: Ich bin unschuldig an dem Blut dieses Gerechten; sehet ihr zu!\n27:25 Da antwortete das ganze Volk und sprach: Sein Blut komme \u00fcber uns und \u00fcber unsere Kinder!\n27:26 Da gab er ihnen Barabbas los; aber Jesum lie\u00df er gei\u00dfeln und \u00fcberantwortete ihn, da\u00df er gekreuziget w\u00fcrde.\n27:27 Da nahmen die Kriegsknechte des Landpflegers Jesum zu sich in das Richthaus und sammelten \u00fcber ihn die ganze Schar.\n27:28 Und zogen ihn aus und legten ihm einen Purpurmantel an\n27:29 und flochten eine Dornenkrone und setzten sie auf sein Haupt und ein Rohr in seine rechte Hand und beugten die Kniee vor ihm und verspotteten ihn und sprachen: Gegr\u00fc\u00dfet seiest du, der Juden K\u00f6nig!\n27:30 Und speieten ihn an und nahmen das Rohr und schlugen damit sein Haupt.\n27:31 Und da sie ihn verspottet hatten, zogen sie ihm den Mantel aus und zogen ihm seine Kleider an und f\u00fchreten ihn hin, da\u00df sie ihn kreuzigten.\n27:32 Und indem sie hinausgingen, fanden sie einen Menschen von Kyrene mit Namen Simon; den zwangen sie, da\u00df er ihm sein Kreuz trug.\n27:33 Und da sie an die St\u00e4tte kamen mit Namen Golgatha, das ist verdeutschet Sch\u00e4delst\u00e4tte,\n27:34 gaben sie ihm Essig zu trinken, mit Galle vermischt; und da er's schmeckte, wollte er nicht trinken.\n27:35 Da sie ihn aber gekreuziget hatten, teilten sie seine Kleider und warfen das Los darum, auf da\u00df erf\u00fcllet w\u00fcrde, was gesagt ist durch den Propheten: Sie haben meine Kleider unter sich geteilet und \u00fcber mein Gewand haben sie das Los geworfen.\n27:36 Und sie sa\u00dfen allda und h\u00fcteten sein.\n27:37 Und oben zu seinen H\u00e4upten hefteten sie die Ursache seines Todes beschrieben, n\u00e4mlich: Dies ist Jesus, der Juden K\u00f6nig.\n27:38 Und da wurden zwei M\u00f6rder mit ihm gekreuziget, einer zur Rechten und einer zur Linken.\n27:39 Die aber vor\u00fcbergingen, l\u00e4sterten ihn und sch\u00fcttelten ihre K\u00f6pfe\n27:40 und sprachen: Der du den Tempel Gottes zerbrichst und bauest ihn in dreien Tagen, hilf dir selber! Bist du Gottes Sohn, so steig herab vom Kreuz.\n27:41 Desgleichen auch die Hohenpriester spotteten sein samt den Schriftgelehrten und \u00c4ltesten und sprachen:\n27:42 Andern hat er geholfen und kann sich selber nicht helfen. Ist er der K\u00f6nig Israels, so steige er nun vom Kreuz, so wollen wir ihm glauben.\n27:43 Er hat Gott vertraut, der erl\u00f6se ihn nun, l\u00fcstet's ihn; denn er hat gesagt: Ich bin Gottes Sohn.\n27:44 Desgleichen schm\u00e4heten ihn auch die M\u00f6rder, die mit ihm gekreuziget waren.\n27:45 Und von der sechsten Stunde an ward eine Finsternis \u00fcber das ganze Land bis zu der neunten Stunde.\n27:46 Und um die neunte Stunde schrie Jesus laut und sprach: Eli, Eli, lama asabthani? das ist: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?\n27:47 Etliche aber, die da stunden, da sie das h\u00f6reten, sprachen sie: Der ruft den Elia.\n27:48 Und bald lief einer unter ihnen, nahm einen Schwamm und f\u00fcllete ihn mit Essig und steckte ihn auf ein Rohr und tr\u00e4nkte ihn.\n27:49 Die andern aber sprachen: Halt, la\u00df sehen, ob Elia komme und ihm helfe!\n27:50 Aber Jesus schrie abermal laut und verschied.\n27:51 Und siehe da, der Vorhang im Tempel zerri\u00df in zwei St\u00fccke, von oben an bis unten aus.\n27:52 Und die Erde erbebete, und die Felsen zerrissen, und die Gr\u00e4ber taten sich auf, und stunden auf viel Leiber der Heiligen, die da schliefen,\n27:53 und gingen aus den Gr\u00e4bern nach seiner Auferstehung und kamen in die Heilige Stadt und erschienen vielen.\n27:54 Aber der Hauptmann und die bei ihm waren und bewahreten Jesum, da sie sahen das Erdbeben und was da geschah, erschraken sie sehr und sprachen: Wahrlich, dieser ist Gottes Sohn gewesen!\n27:55 Und es waren viel Weiber da, die von ferne zusahen, die da Jesu waren nachgefolget aus Galil\u00e4a und hatten ihm gedienet,\n27:56 unter welchen war Maria Magdalena und Maria, die Mutter des Jakobus und Joses, und die Mutter der Kinder des Zebed\u00e4us.\n27:57 Am Abend aber kam ein reicher Mann von Arimathia, der hie\u00df Joseph, welcher auch ein J\u00fcnger Jesu war.\n27:58 Der ging zu Pilatus und bat ihn um den Leib Jesu. Da befahl Pilatus, man sollte ihm ihn geben.\n27:59 Und Joseph nahm den Leib und wickelte ihn in eine reine Leinwand.\n27:60 Und legte ihn in sein eigen neu Grab, welches er hatte lassen in einen Felsen hauen, und w\u00e4lzte einen gro\u00dfen Stein vor die T\u00fcr des Grabes und ging davon.\n27:61 Es war aber allda Maria Magdalena und die andere Maria, die setzten sich gegen das Grab.\n27:62 Des andern Tages, der da folgt nach dem R\u00fcsttag, kamen die Hohenpriester und Pharis\u00e4er s\u00e4mtlich zu Pilatus\n27:63 und sprachen: HERR, wir haben gedacht, da\u00df dieser Verf\u00fchrer sprach, da er noch lebte: Ich will nach dreien Tagen auferstehen.\n27:64 Darum befiehl, da\u00df man das Grab verwahre bis an den dritten Tag, auf da\u00df nicht seine J\u00fcnger kommen und stehlen ihn und sagen zum Volk: Er ist auferstanden von den Toten, und werde der letzte Betrug \u00e4rger denn der erste.\n27:65 Pilatus sprach zu ihnen: Da habt ihr die H\u00fcter; gehet hin und verwahret, wie ihr wisset.\n27:66 Sie gingen hin und verwahreten das Grab mit H\u00fctern und versiegelten den Stein.\n28:1 Am Abend aber des Sabbats, welcher anbricht am Morgen des ersten Feiertages der Sabbate, kam Maria Magdalena und die andere Maria, das Grab zu besehen.\n28:2 Und siehe, es geschah ein gro\u00df Erdbeben. Denn der Engel des HERRN kam vom Himmel herab, trat hinzu und w\u00e4lzte den Stein von der T\u00fcr und setzte sich darauf.\n28:3 Und seine Gestalt war wie der Blitz und sein Kleid wei\u00df wie der Schnee.\n28:4 Die H\u00fcter aber erschraken vor Furcht und wurden, als w\u00e4ren sie tot.\n28:5 Aber der Engel antwortete und sprach zu den Weibern: F\u00fcrchtet euch nicht; ich wei\u00df, da\u00df ihr Jesum, den Gekreuzigten, suchet.\n28:6 Er ist nicht hier; er ist auferstanden, wie er gesagt hat. Kommt her und sehet die St\u00e4tte, da der HERR gelegen hat!\n28:7 Und gehet eilend hin und saget es seinen J\u00fcngern, da\u00df er auferstanden sei von den Toten. Und siehe, er wird vor euch hingehen nach Galil\u00e4a; da werdet ihr ihn sehen. Siehe, ich hab's euch gesagt.\n28:8 Und sie gingen eilend zum Grabe hinaus mit Furcht und gro\u00dfer Freude und liefen, da\u00df sie es seinen J\u00fcngern verk\u00fcndigten. Und da sie gingen, seinen J\u00fcngern zu verk\u00fcndigen,\n28:9 siehe, da begegnete ihnen Jesus und sprach: Seid gegr\u00fc\u00dfet! Und sie traten zu ihm und griffen an seine F\u00fc\u00dfe und fielen vor ihm nieder.\n28:10 Da sprach Jesus zu ihnen: F\u00fcrchtet euch nicht! Gehet hin und verk\u00fcndiget es meinen Br\u00fcdern, da\u00df sie gehen nach Galil\u00e4a; daselbst werden sie mich sehen.\n28:11 Da sie aber hingingen, siehe, da kamen etliche von den H\u00fctern in die Stadt und verk\u00fcndigten den Hohenpriestern alles, was geschehen war.\n28:12 Und sie kamen zusammen mit den \u00c4ltesten und hielten einen Rat und gaben den Kriegsknechten Gelds genug\n28:13 und sprachen: Saget, seine J\u00fcnger kamen des Nachts und stahlen ihn, dieweil wir schliefen.\n28:14 Und wo es w\u00fcrde auskommen bei dem Landpfleger, wollen wir ihn stillen und schaffen, da\u00df ihr sicher seid.\n28:15 Und sie nahmen das Geld und taten, wie sie gelehret waren. Solches ist eine gemeine Rede worden bei den Juden bis auf den heutigen Tag.\n28:16 Aber die elf J\u00fcnger gingen nach Galil\u00e4a auf einen Berg, dahin Jesus sie beschieden hatte.\n28:17 Und da sie ihn sahen, fielen sie vor ihm nieder; etliche aber zweifelten.\n28:18 Und Jesus trat zu ihnen, redete mit ihnen und sprach: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden.\n28:19 Darum gehet hin und lehret alle V\u00f6lker und taufet sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes!\n28:20 Und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe! Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.","title":"German Bible: Matthew","type":"page"}
